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Das Bundesliga-Wochenende in Deggendorf verlief leider nicht ganz nach den Erwartungen von Zugzwang.
Am Samstag traten wir gegen den Lokalrivalen FC Bayern an, und ahnten, dass es ein hartes Match werden würde. Mir gelang sogar eine Glanzpartie gegen den Schweizer IM Oliver Kurmann, und Stefan Bromberger konnte sein Turmendspiel gegen GM Subelj gewinnen. Doch leider reichte das nicht ganz aus, weil drei Partien verloren gingen.
Wäre es etwas günstiger für uns gelaufen, hätten wir ein 4:4 erzielen können, und damit den wichtigen ersten Mannschaftspunkt in dieser Saison geholt. Übrigens sollte man noch erwähnen, dass kaum ein Spieler beim FC Bayern aus Deutschland, geschweige denn aus München kommt, anders als bei uns!
Zurück zu meiner Partie: nach dem 31. Zug entstand folgende Stellung mit Schwarz am Zug. Weiß hat seine Hoffnungen auf die Verteidigung Td4 gesetzt. Scheinbar ist alles unter Kontrolle, doch wie konnte Schwarz die weiße Verteidigungslinie durchbrechen?
Am Sonntag ging es dann gegen den SV Deggendorf, und hier mussten wir unbedingt gewinnen, um Chancen auf den Klassenerhalt zu wahren.
Doch wieder verlief der Kampf nicht so gewünscht, obwohl er durchaus gut begann, da Pavel am ersten Brett beeindruckend gegen GM Indjic gewann. Und der Rest der Partien ging zum größten Teil remis aus. Leider verlor Stefan Bromberger seine Partie (knapp) im Turmendspiel, und so stand es nach der Zeitkontrolle 3,5 zu 3,5, wobei noch eine Partie lief: GM Shengelia gegen GM Krivoborodov.
Und in dieser standen wir auf Gewinn, der allerdings nicht leicht nachweisbar war. Weiß am Zug (der nur noch 5 Minuten auf der Uhr hatte) hätte bemerken müssen, dass der Turm auf d7 nicht ideal steht. So würde zum Beispiel Tc7 mittelfristig gewinnen, was Kf6 droht, zum Beispiel würde danach 1…Lxh4 sofort verlieren. 1.Tc7 Lxh4? 2.Kf6 h6 3.Kxg6 und Weiß gewinnt wegen der Mattdrohung. Aber natürlich würde Schwarz nicht auf h4 schlagen, sondern Lf2 spielen; Weiß kommt dann nur mit dem Bauernopfer h5 weiter. Falsch ist in der Diagrammstellung auch 1.Kf6? Lc3+ und Weiß kommt nicht weiter. Kf6 gewinnt also nur, wenn der Läufer kein Schach auf der langen Diagonale geben kann.
In der Partie folgte stattdessen 1. Td1?? Lxh4! (jetzt gehts!) 2.Kf6 h6! 3.Kxg6 Lxg5 mit technischer Remisstellung, weil das Mattfeld auf d8 gedeckt ist. Das Endspiel ist nur studienartig zu gewinnen, das muss man dazu sagen. Selbst auf der Rückfahrt im Auto war den Großmeistern nicht klar, ob Weiß diese Stellung forciert gewinnt oder nicht. Das Endspiel wird übrigens auch in der Endspieluniversität von Dvoretzky untersucht.
Hier nun also der Blick auf das Endergebnis: Unentschieden!
Dies war allerdings eine bittere Pille für unsere 1. Mannschaft, denn diesen Sieg hätten wir unbedingt benötigt, und eigentlich auch einkalkuliert. Schließlich ist Deggendorf direkter Abstiegskonkurrent und liegt nun zwei Punkte vor uns. Und zwei Punkte sind viel in der ersten Liga, wo beinhart gekämpft wird.
Die nächste Runde ist dann im Februar das Auswärtsspiel in Hamburg, wo wir gegen den HSK 1830 und St. Pauli antreten werden.
Den Blick auf die Tabelle ersparen wir uns diesmal, um die Nerven nicht zu strapazieren.
Zum Abschluss noch ein Mannschaftsphoto in unseren neuen Trikots:
Im Bild: GM Shengelia, GM Kunin, GM Kjartansson, GM Bromberger, GM Costa, IM Baydetskyi, GM Eljanov, Käptn GM Hertneck
Zum Abschluss danke wir wie immer unserem Sponsor Roman Krulich, der uns seit Jahren unterstützt.