Am kommenden Wochenende (21./22. Februar) findet die dritte Doppelrunde der Frauenbundesliga statt. Gespielt wird in Chemnitz, Baden-Baden und Rodewisch.
In Chemnitz freuen sich die Gastgeber und Kreuzberg auf das Gastspiel des noch verlustpunktfreien SK Schwäbisch Hall und der Schachfreunde Deizisau, siehe auch der Vorbericht aus Chemnitzer Sicht beim Deutschen Schachbund, dort wird auch eine Liveübertragung der Partien angekündigt. Die Gäste sind natürlich klar favorisiert, trotzdem hoffen die beiden Aufsteiger aus Chemnitz und Berlin auf die ein oder anderen Brettpunkte oder vielleicht sogar eine weitere Überraschung, die Kreuzberg ja schon gegen Rodewisch geschafft hatte. Gerade Schwäbisch Hall wird die Gastgeber sicher nicht unterschätzen, nachdem es in Runde 2 gegen den Tabellenletzten Hemer nur ganz knapp zum Sieg gereicht hatte, den Beloslava Krasteva (Titelbild) als einzige Siegerin bei fünf Remispartien sicherte. Einen Vorbericht aus Schwäbisch Haller Sicht gibt es auf der Vereinswebseite.
In Baden-Baden treffen die Gastgeberinnen und Aufsteiger Freiburg-Zähringen auf Solingen und Hemer. Im Mittelpunkt steht hier das Abstiegsduell zwischen Hemer und Freiburg. Für Hemer ist ein Sieg Pflicht, um nicht den Anschluss an das rettende Ufer schon früh zu verlieren. Baden-Baden strebt zwei Siege an, bevor es im März in Freiburg zum Gipfeltreffen mit Schwäbisch Hall kommt, aber Solingen ist eine Mannschaft, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte.
In Rodewisch spielen Rodewisch und Bad Königshofen gegen Hamburg und Harksheide. Nur der Sieger im Aufeinandertreffen zwischen Bad Königshofen und Hamburg hat noch eine Chance, ganz oben anzugreifen. Beide Mannschaften haben schon eine Niederlage im Gepäck – Hamburg verlor zum Saisonauftakt gegen Baden-Baden, Bad Königshofen zog gegen Schwäbisch Hall knapp den Kürzeren.
In den zweiten Ligen steht am Wochenende schon das Saisonfinale auf de Programm, am Sonntag wird man wissen, wer nächstes Jahr in der Frauenbundesliga spielen wird. In der zweiten Liga sieht man die Dominanz der Ostvereine, wenn in der Westgruppe(!) Pankow und Erfurt einen Aufsteiger untereinander ausspielen werden mit Außenseiterchancen für Hofheim. In der Ostgruppe spielen Dippoldiswalde und Löberitz den Aufsteiger im direkten Vergleich aus. Nur einer der beiden letztjährigen Bundesligaabsteiger wird die direkte Rückkehr in die höchste Liga schaffen. Im Süden kämpfen mit Bayern München und Karlsruhe ebenfalls zwei Ex-Bundesligisten um den Aufstieg. Auf das Thema der genullten Begegnungen vom Tabellenletzten Garching in der Südgruppe aufgrund Einsatz einer nicht spielberechtigten Spielerin soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden, nur dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass die kampflosen Brettpunkte für Bayern München natürlich im Aufstiegsrennen je nach Verlauf der letzten beiden Runden eine Rolle spielen können (ohne dass mir bekannt ist, wie die Begegnung am Brett überhaupt ausging).
Frauenbundesliga beim Deutschen Schachbund Link
Frauenbundesliga bei Chess.com Link
Frauenbundesliga bei Lichess Link

Wie die Begegnung Bayern München – Garching ursprünglich ausging ist ja bekannt: 4,5-1,5 – auf https://ergebnisdienst.schachbund.de/bede.php?liga=fb23&runde=5 stehen auch noch die ursprünglichen Ergebnisse am Brett. Dabei hat Bayern München derzeit auch einen Mannschaftspunkt mehr – wenn beide in der vorletzten Runde gewinnen (oder dasselbe andere Ergebnis erzielen) muss Karlsruhe ohnehin Sonntag gegen Bayern München gewinnen. Dass Brettpunkte eine Rolle spielen ist eher unwahrscheinlich „und das ist gut so“.
Interessanterweise fällt womöglich in allen drei Gruppen die Entscheidung im direkten Duell Erster gegen Zweiter in der letzten Runde. In West- und Ostgruppe ist danach Gleichstand nach Mannschaftspunkten eher denkbar. In der Westgruppe ist auch drei Mannschaften mit am Ende 12-2 Mannschaftspunkten möglich (Hofheim spielt zunächst gegen Pankow). Übrigens gäbe es laut Turnierordnung einen Stichkampf (eventuell auch mit drei Mannschaften) nur „als allerletzte Lösung“ bei Gleichstand nach Mannschaftspunkten, Brettpunkten, Sonneborn-Berger und Berliner Wertung im direkten Vergleich.