Alexander von Gleich
Eilmeldung: der Vizepräsident für Finanzen des Deutschen Schachbund hat seinen Rücktritt erklärt.
Rücktrittsschreiben
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Präsidiums, sehr geehrte Vorsitzende der Landesverbände, sehr geehrte Kassenprüferinnen und Kassenprüfer,
das Amt des Vizepräsidenten Finanzen des Deutschen Schachbundes e. V. habe ich seit meinem Antritt im Oktober 2024 mit großem Engagement, Freude und Verantwortungsbewusstsein ausgeübt – und dies trotz meiner erheblichen beruflichen Verpflichtungen in Deutschland sowie in den Ländern des Kaukasus und Zentralasiens.
In den vergangenen Monaten haben sich bedauerlicherweise unterschiedliche Auffassungen über Sachfragen, Arbeitsweise und Kommunikation im Präsidium gehäuft. Auch im Hinblick auf die aktuelle Termin- und Gremienplanung bestehen unterschiedliche Einschätzungen. Vor diesem Hintergrund kann ich die Entscheidung zur Durchführung eines Hauptausschusses im Mai – bei gleichzeitig vorgesehener Durchführung eines außerordentlichen Bundeskongresses in diesem Jahr – persönlich nicht vollständig nachvollziehen und sehe mich daher nicht in der Lage, diesen Weg mitzutragen.
Hiermit erkläre ich nach reiflicher Überlegung meinen Rücktritt vom Amt des Vizepräsidenten Finanzen mit Wirkung zum Abschluss der laufenden Kassenprüfung, voraussichtlich Ende März. Bis dahin werde ich eine geordnete Übergabe im Finanzressort sicherstellen und stehe für den Abschluss der Kassenprüfung selbstverständlich zur Verfügung.
Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen für die Zusammenarbeit und das mir entgegengebrachte Vertrauen und wünsche dem Deutschen Schachbund e. V. für die Zukunft weiterhin eine positive und erfolgreiche Entwicklung.
Unser Kommentar dazu: Das ist definitiv eine Bombe, die da geplatzt ist! Denn Alexander galt ja als der Hoffnungsträger im Deutschen Schachbund.
Kommentar des Landespräsidenten des Berliner Schachverbands zu der Causa von Gleich:
- Die Entlassung der Geschäftsführerin
- Die Kündigung durch zwei Leiter Öffentlichkeitsarbeit in knapp zwei Jahren
- Das Überwerfen mit einem Vizepräsidenten Verbandsentwicklung
- Der Rücktritt nun zweier Vizepräsidenten Finanzen.
- Das medienöffentliche Abkanzeln der eigenen Ehrenamtlichen.
- Diverse Referenten die nicht mehr bereit waren, ihre Arbeit fortzuführen, teils mit explizitem Verweis auf die Führung
- Offene Referentenpositionen die nur besetzt werden konnten, weil Jannik Kiesel und ich diverse neue Menschen von außen motiviert hatten. Etwas, was dem bisherigen Präsidium offensichtlich nur unzureichend gelang.
Was bedeutet das?
Will Alexander von Gleich, der meiner Meinung nach das Amt des Vizepräsidenten Finanzen sehr gut gemacht hat, schon im Mai zum neuen Präsidenten gekürt werden? Dies meine ich natürlich ganz wertungsfrei, das wäre sein gutes Recht.
Zieht er sich ganz aus der Schachszene zurück?
Ich weiß es nicht, aber das der brüchige Frieden so endet, hätte ich nicht gedacht.
Wie kommt es eigentlich, dass alle beim Schachbund immer gute Arbeit leisten, aber es niemand dort lange aushält und die ganzen guten Leute andauernd frustriert das Weite suchen?
Jetzt warten alle auf den Rücktritt von Ingrid Lauterbach, die den DSB in einen Trümmerhaufen verwandelt hat…
Der Fairness halber muss man aber betonen, dass sie auch einen Trümmerhaufen von Ulrich Krause und Professor Dr. Fenner übernommen hat, den kein anderer aufräumen wollte. Die finanzielle Gesundung des DSB hat sie meisterlich vorangetrieben, natürlich mit einem harten Sparkurs, es ging nicht anders.
Ich bin kein Insider beim DSB, ich fand die Lösung mit der Übergabe beim außerordentlichen Kongress in Ordnung, schade das jetzt wieder viel Holz zerschlagen wird, bei dem es wieder einmal möglicherweise nur Verlierer geben wird!
Und was dann? Wenn die Opposition um Paul Meyer-Dunker neben „Lauterbach muss weg“ auch eine personelle Alternative hätte wäre es beim ursprünglich vorgesehenen außerordentlichen Kongress im Februar geblieben.
So kann es sein wie von Walter Rädler „vorgeschlagen“: Alexander von Gleich tritt vom Amt des Vizepräsidenten zurück, um sich von Ingrid Lauterbach zu distanzieren und selbst Präsident zu werden – Unterstützung und „Segen“ von Paul Meyer-Dunker hätte er offenbar.
Wenn das nicht der Hintergrund ist sehe ich nur lange und unklare „Varianten“, hier helfen Engines oder KI auch nicht …. .
Lieber Herr Richter, behaupten Sie das einfach auf gut Glück oder wie kommen Sie zu solchen haltlosen Aussagen?
Die personelle Alternative war Alexander von Gleich, außerdem habe ich selber mich im Mai letzten Jahres angeboten, es ist nicht so, dass niemand Vorschläge gemacht hätte oder hat.
Den Kongress im Februar gab es nicht, weil wir einen geordneten Prozess und eine Einigung besser fanden als einen 50/50-Kongress bei dem es am Ende knapp in die eine oder andere Richtung geht, aber sicherlich kein friedlicher Übergang stattfindet.
Es geht auch nicht um „Lauterbach muss weg“ sondern darum, dass diese Art wie im DSB regiert wird der Verband kaputt gemacht wird. Was in den nicht einmal drei Jahren Ingrid Lauterbach an Personal und Ehrenamtlern zerschlissen wurde, geht auf keine Kuhhaut mehr. Und das war auch im Mai letzten Jahres absehbar. Das ist der Kern um den es geht, neben dem inhaltlich auch relevanten Problem, dass der Verband weiterhin meilenweit hinter seinem Potenzial zurückbleibt.
Und dieses Märchen, dass sie mit ihrem harten Sparkurs den Verband konsolidiert hätte, sorry Walter, aber das ist einfach Quatsch. Die Landesverbände überweisen jedes Jahr 300.000 € mehr Mitgliedsbeiträge. Trotzdem müssen für unsere Spitzensportler Crowdfundings machen, der Leistungssport wurde systematisch kaputt gespart und diverse Ehrenamtler von den Senioren-, dem Leistungssport- bis zum Onlinereferenten, beschweren sich regelmäßig, dass man ihnen finanziell nicht mal den Dreck unter den Nägeln genehmigt.
Dass Alexander jetzt hinwirft, weil die Zusammenarbeit mit Ingrid völlig unmöglich geworden ist und er an jeder Stelle geschnitten wird, seitdem ihr klar ist, dass er bereit ist ihr nachzufolgen, ist tatsächlich ein komplettes Desaster. Insofern ist das einzig korrekte an diesem Kommentar, dass es tatsächlich extrem unklar ist, was jetzt wird.
Lieber Herr Meyer-Dunker,
Sie stellen es anders dar, ich gebe eben meinen Eindruck wieder. Zeitliche Abfolge war ja
Mai 2025 – Sie kandidierten und haben dabei eine Kampfabstimmung mit absehbar knappem Ergebnis (dann zu Ihren Ungunsten) nicht gescheut.
19.10.2025 https://schachkicker.de/dsb-in-unruhigem-fahrwasser/ Antrag auf außerordentlichen Kongress zwecks Abwahl von Ingrid Lauterbach (sie als Person und „diese Art wie im DSB regiert wird“ kann man ja nicht voneinander trennen). In Kommentaren als Reaktion auf mich schrieben sie zunächst „ich stehe nicht (wieder) zur Verfügung“ und dann „natürlich wird es eine Alternative geben, alles andere wäre ja destruktiv. Aber alles zu seiner Zeit.“
27.11.2025 https://schachkicker.de/praesidentin-lauterbach-gibt-ihr-amt-im-august-2026-ab/ doch kein außerordentlicher Kongress Anfang 2026. Die Vermutung, dass die „Opposition“ doch keine personelle Alternative hatte, ist jedenfalls nicht unplausibel bis absurd. Nun sagen sie „wir wollten keine Kampfabstimmung“.
Mitte Dezember (zunächst 14.12. auf Perlen vom Bodensee) dann: Alexander von Gleich sieht sich „in der Pflicht zu helfen“ und steht als Nachfolger von Ingrid Lauterbach zur Verfügung – dabei ab August 2026, und eine Kampfabstimmung gegen sie hat er definitiv ausgeschlossen. Damit war Alexander von Gleich jedenfalls keine von der Opposition präsentierte personelle Alternative, ob er nun noch für das Präsidentenamt zur Verfügung stünde weiß allenfalls er selbst.
Erst konnte schon der Eindruck entstehen, dass der Wechsel an der Spitze des DSB schnellstmöglich erfolgen sollte, dann war August OK, nun soll es doch Mai werden. Und Henning Geibel, der ja meinen Kommentar auslöste, sagt quasi dass Ingrid Lauterbach „sofort“ zurücktreten sollte – was unabhängig davon was man von ihr hält noch mehr Chaos bedeuten würde.
Knappe Mehrheiten/Wahlergebnisse sind für mich übrigens kein Problem: auch in der „großen Politik“ ist 50-50 bzw. 52-48 oder allenfalls 55-45 gängig. Aus meiner Sicht: „und das ist gut so“. Und in der deutschen Schachszene gibt es eben keine „Lichtgestalt“ die breite Unterstützung und Begeisterung hätte.