15.02.2026

11 Gedanken zu „Der Meister und seine Schüler

  1. Der Meister zeigt allerdings wiederholt schlechtes Benehmen. Und zwar wird es immer schlimmer, wie es scheint. In Doha hat er schon wieder auf den Tisch gehauen (nach der Niederlage gegen Erigaisi), ist nicht rechtzeitig zur Partie erschienen (gegen Giri), und hat am ersten Tag einen Kameramann fasst umgerannt, als er aus dem Turniersaal stürmte. Es ist glasklar: Carlsen hat seine Emotionen nicht mehr unter Kontrolle!

    1. Carlsen entwickelt sich leider immer mehr vom coolen Botschafter des Schachspiels hin zum unbeherrschten Rüpel.

  2. Das mit der Kamera fand ich nicht so schlimm, er wurde ja vom Kameramann bedrängt, das man da aus der Haut fährt, ist nicht gut, ich habe dafür aber etwas Verständnis. Vorbildcharakter sieht natürlich anders aus.
    Die Emotion zeigt, das ihm das Spiel noch viel bedeutet, er ist zweimal Weltmeister geworden, das ist außergewöhnlich. Einigen wir uns: Ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnlicher Spieler!
    DANKE FÜR Dxh6 in einer Entscheidungspartie, dafür hat Magnus bei mir noch was gut!

  3. Am 30. Januar hat Carlsen dann auch die Weltblitzmeisterschaft gewonnen, allerdings in einem umstrittenen Verfahren. Nachdem das Turnier nach 19 Runden mit einem klaren (ungeteilten) Sieg von GM Erigaisi endete, der auf eine Performance von 2900 kam, wurde ein vierrundiges Tiebreak unter den ersten vier angesetzt, das GM Carlsen im Finale knapp und mit Glück gegen GM Abdusattorov gewann, während Erigaisi zuvor gegen Abdusattorov verlor. Auf viele Fans wirkte dies so, als ob GM Erigaisi seines verdienten Siegs in Doha auf den letzten Metern beraubt wurde.

    1. Dabei war durchaus vorab bekannt, dass es nach den 19 Runden Schweizer System noch einen Playoff der besten vier geben würde – das wurde nicht „spontan“ entschieden! Letzteres gab es einmal vor Jahren in Zürich: Anand und Nakamura punktgleich, Anand laut Regelwerk mit besserem Tiebreak Turniersieger, und dann wollte der Sponsor Oleg Skvortsov plötzlich einen Stichkampf. Anand protestierte – erst lange Diskussionen, aus dem „Off“ war im Live-Video zu hören „Anand will nicht“. Dann gab es einen Stichkampf, Anand protestierte vielleicht immer noch und hat diesen jedenfalls sang- und klanglos verloren.

      Nun kann man von dem „Verfahren“ halten was man will. Wer (außer Gerald) sagt dazu „umstritten“? Wer sind die „vielen Fans“ die sagen, dass Erigaisi beraubt wurde? Allgemeine Tendenz scheint mir „alles Carlsen, alles gut“.

      Im Live-Video sagte Maurice Ashley vielfach, dass Playoffs in den USA in vielen Sportarten üblich sind. „Ob Carlsen mit der Einführung des Verfahrens (schon letztes Jahr) zu tun hat(te)“ ist „unklar“. Bekannt ist, dass er Stichkämpfe mag.

      1. Wem war es vorab bekannt? Mir war es nicht vorab bekannt. Ich dachte, Tiebreak gibt es nur bei Punktgleichheit. GM Nigel Davies hat es auf Facebook ganz trocken wie folgt formuliert: ich dachte nach 19 Runden, Erigaisi wäre Weltmeister, doch dann spielten sie ein neues Turnier…

        1. Das hatte ich auch gedacht und mir auch nichts mehr angeschaut. Beim Rapid gab es diese Regelung ja nicht.

          Richtig unfair ist dann die Preisverteilung. Mindestens 50 % der Preisgelder hätten nach dem Ergebnis der „Vorrunde“ verteilt werden sollen.

        2. Es überrascht mich, dass es andere überraschte. Dieses Format (Schweizer System und dann KO-Matches) gab es ja schon letztes Jahr, wenn auch weniger Runden und dann acht Spieler weiter dabei (Viertelfinale, Halbfinale, Finale). Bei den Frauen passierte auch dasselbe wie nun bei den Herren: Vaishali „gewann“ das Turnier für alle – 9,5/11 vor Lei Tingjie 8,5/11 und sieben mit 8/11 (schlechtester Tiebreak für Koneru die damit nur Neunte wurde) – und verlor dann im Halbfinale glatt gegen die spätere Weltmeisterin Ju Wenjun. Bei den Herren damals ja Titel zwischen Carlsen und Nepomniachtchi geteilt.

          Nun stand im Regelwerk klar „The Blitz tournament consists of two stages. Stage 1 Swiss system 19 rounds, Stage 2 4-player knockout“. Im Livekommentar wurde auch oft erwähnt, dass Carlsen (zunächst) nur unter den besten vier landen muss – nach dem ersten Tag war er geteilt Elfter, nach Runde 14 (Schachkegeln und Niederlage gegen Martirosyan) nur auf dem geteilten 21. Platz.

          1. Es überrascht mich, dass es dich überrascht, dass es andere überraschte. Du erwartest doch nicht im Ernst, dass man sich bei jedem Turnier das man online verfolgt, erst mal die Ausschreibung anschaut? Und letztes Jahr in New York erinnern wir uns daran, dass der Titel zwischen Nepo und Carlsen geteilt wurde, wie du schreibst.

  4. Hallo Gerald, deine Kritik am Verfahren verstehe ich, aber irgendjemand hat sich das ausgedacht und darüber entschieden. Gründe dafür sind vielleicht die Vermarktung, Halbfinale und Finale ist immer spannend, denke ich.
    In einem anderen Forum wird diskutiert, ob dieses Verfahren Carlsen bevorteilt oder nicht und ob er mit der Einführung etwas zu tun hat. In diesem Fall hat es ihn bevorteilt, wie man nachträglich weiß, es hätte natürlich auch anders verlaufen können. Ob Carlsen mit der Einfühung des Verfahrens zu tun hat: Von mir ein klares Nein!

    1. Man muss dazu sagen, es ging auch um viel Geld, nämlich 75.000 USD für den ersten Platz – darüber hätte sich Erigaisi sicher gefreut. Der Arme ist nun zum Pechvogel des Jahres 2025 geworden: nicht für das Kandidatenturnier qualifiziert und nicht Blitzweltmeister geworden. Presigeld mindestens halbiert. Übrigens ein sehr sympathischer junger Mann, wie man immer wieder im Interview feststellt.

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