
Bekanntlich ist die Schachengine Stockfish seit vielen Jahren das Maß aller Dinge, und da es noch dazu kostenlos ist, dürften die meisten Schachspieler dieses Programm als Standard-Engine zum Analysieren nutzen. Doch entspricht dies aktuell noch der Realität? Ist das wirklich die stärkste Schachengine? Und wie groß ist ihr Abstand zur Konkurrenz?
Natürlich gibt es für alles Ranglisten, die in diesem Fall aus gespielten Partien der Computerprogramme untereinander ermittelt werden. Hier ein Ausschnitt der aktuelle Rangliste:
Tatsächlich steht Stockfish weiterhin auf Platz 1, aber nur mit geringem Abstand zu einem Programm namens Torch. Überhaupt sind so gut wie alle Einträge bzw. Namen in der Liste den Nicht-Fachleuten eher unbekannt. Vermutlich sind hier auch modifizierte Clone von anderen Engines, insbesondere Stockfish, erfasst.
Menschliche Spieler gehören mit einer Zahl von 2.800 zur absoluten Weltspitze, doch eine Computerengine hat tatsächlich inzwischen 1.000 Punkte mehr, also um die 3.800 Elo. Das kann man mit eigentlich mit menschlichen Maßstäben nicht mehr nachvollziehen, wie perfekt die spielen!
Besonders interessant in der Liste ist jedoch, dass die hochgelobte Leela Chess Engine nur auf Platz 22 bis 24 liegt. Woran das wohl liegt? Der Reddit-User Derek880 führte hierzu vor 9 Monaten auf Reddit folgendes aus:
„Ich finde es schwierig, Leela noch als analytische Engine ernst zu nehmen. Vor allem mit Programmen wie Stockfish und Dragon, die neuronale Netze nutzen. Leela ist zwar immer noch eine anständige Engine, ist aber irgendwie überflüssig geworden. Selbst mit einer High-End-Grafikkarte, die ich verwende, ist sie immer noch nicht so stark wie Stockfish oder Dragon. Die Züge, die sie in obskuren Stellungen finden würde, können jetzt auch von Dragon gefunden werden. Sogar Beserk hat eine bemerkenswerte Fähigkeit gezeigt, irrationale Züge zu spielen, die einfach zu funktionieren scheinen. An diesem Punkt lohnt es sich nicht, eine teure High-End-Grafikkarte zu kaufen, um Leela auszuführen, wenn andere Programme mit der Verwendung von hauptsächlich CPU-Kernen eine bessere Leistung erzielen.“
Und was zeichnet Stockfish aus?
Stockfish ist derzeit die stärkste Schachengine, die der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Da es sich um eine Open-Source-Engine handelt, hilft eine ganze Gemeinschaft von Menschen dabei, sie zu entwickeln und zu verbessern. Wie viele andere hat Stockfish neuronale Netze in seinen Code aufgenommen, um Schachpositionen noch besser zu bewerten. Stockfish ist zudem auf allen wichtigen Plattformen wie Windows, Mac OS X, Linux, iOS und Android verfügbar.
Und dann gibt es da noch den guten alten Komodo Dragon, der jedoch kostenpflichtig ist.