Teresa de Ávila
Teresa de Ávila wurde am 28. März 1515 im kastilischen Ávila (westlich von Madrid) geboren. Nach dem Tod ihrer Mutter kam sie 13-jährig ins Kloster der Augustinerinnen ihrer Heimatstadt. Im Jahr 1535 entschloss sie sich unter dem Eindruck der Briefe von Hieronymus und nach eigener Aussage aus Angst vor der Ehe und der damit verbundenen Diskriminierung der Frau und aus Angst vor der Hölle zum Eintritt ins Kloster La Encarnación (Die Inkarnation) der unbeschuhten Karmelitinnen in Ávila. Im Jahr 1556 feierte sie ihre geistige Verlobung mit Christus, 1557 wurde der Jesuit Balthasar Álvarez ihr Seelenführer.
Durch Visionen bestärkt und von König Philipp II beschützt, betrieb sie gegen große Widerstände die Reform ihres Ordens und errichtete über die Jahre 17 neue Klöster. Ihre Schriften bezeugen Theresa als Mystikerin von einer nie zuvor oder danach erreichten Tiefe des Erlebens. In ihrem ersten Werk, der Autobiografie „Buch meines Lebens“ von 1565, beschreibt sie ihren Weg bis zur endgültigen Bekehrung, ihre mystischen Erfahrungen, Verzückungen, Visionen und schließlich die erste Klostergründung. Teresa starb am 4. Oktober 1582 in Alba de Tormes (bei Salamanca), wo sie auch begraben liegt.
Teresa lebte in einer für ihre Heimat glanzvollen Epoche, die zugleich eine Zeit des Umbruchs war. Das Spanien des 16. Jahrhunderts war geprägt von politischem Machtdenken und gesellschaftlichem Gepränge („siglo de oro“ – „Goldenes Zeitalter“), gleichzeitig aber auch von religiösen Wirren. Nach dem siegreichen Rückeroberungskampf gegen die Mauren und der strengen Zurückweisung anderer Religionen herrschte nationale und religiöse Einheit auf der Iberischen Halbinsel. Die großen Eroberungskämpfe in Mittel- und Südamerika bringen dem Land weiteren Machtzuwachs und materiellen Reichtum. Aber all der äußere Glanz kann die tieferen Probleme nicht lösen, die durch ein neues Selbstverständnis des Menschen aufbrechen. Im neuen Weltbild, das vom Geist der Renaissance und des Humanismus geprägt ist, steht nicht mehr Gott im Mittelpunkt, sondern der Mensch wird immer mehr zum Maß aller Dinge. Die Auswirkungen dieses Wandels reichen bis in den religiösen Bereich; Fehlhaltungen und kirchliche Missstände sind vielfach die Folge davon.
Teresa de Ávilas Bezug zum Schach
Vor ihrem Eintritt in den Orden spielte sie mit ihrem Vater und mit ihren Brüdern gern und häufig Schach. Zur damaligen Zeit war Spanien ja Hochburg des Schachs, und dort, von Sevilla ging auch die Regelreform aus. Diese Verbundenheit mit dem königlichen Spiel brachte sie später auch in ihren Schriften zum Ausdruck und bediente sich der Schachsymbolik bei der Erörterung von sittlichen und religiösen Fragen. Teresa von Ávila hat in mehreren Schriften das Schachspiel als Bild für das geistliche Leben benutzt, besonders im „Weg der Vollkommenheit“ (Camino de perfección). Sie griff auf Bilder aus dem Schach zurück, um Mönchen und Nonnen Tugend und geistliche Wachsamkeit zu erklären.
- Im „Weg der Vollkommenheit“, Kapitel 16, beginnt sie näher auf die Kontemplation einzugehen. Es ist ihr ein großes Anliegen, dass das Geschenk der Kontemplation recht verstanden und mit bereitem Herzen empfangen wird. So lässt sie ihr ganzes Inneres in diesen Kapiteln mitschwingen. Innigkeit und Einfachheit wechseln mit kräftigen, kämpferischen Worten. Alles, was zum Gebetsleben gehört, möchte sie den ihr Anvertrauten nahebringen. Und genau hier vergleicht Teresa das geistliche Vorankommen ausdrücklich mit einer Schachpartie: Wer die Figuren nicht einmal richtig aufstellen kann, wird schlecht spielen; wer nicht Schach bieten kann, wird auch nicht mattsetzen können. Damit meint sie, dass ohne geregeltes inneres Leben (die „Figuren in Ordnung“) und ohne mutige Fortschritte (das „Schach bieten“) kein wahres Ziel der Vollkommenheit erreicht wird.
- In demselben Kontext beschreibt sie das geistliche Leben als „heiliges Spiel“, bei dem der Mensch lernt, mit Gott zu kooperieren, ähnlich wie beim Schach Konzentration, Vorausdenken und Disziplin nötig sind. Das Schachspiel dient ihr also als Metapher für Askese, Übung und das Einüben guter Entscheidungen.
- Die Figuren stehen sinnbildlich für Tugenden und geistliche Übungen: Wer sie beherrscht, kann auf dem „Brett“ des Lebens sinnvoll agieren. Fehlerhafte Lebensführung entspricht schlechten Zügen, die langfristig Nachteile bringen oder zur „Niederlage der Seele“ führen.
- Das Ziel der Partie, das Matt, entspricht der Vereinigung mit Gott bzw. der Vollkommenheit im Gebet, auf die alles geistliche Bemühen hingeordnet ist. Teresa nutzt Schach hier, um zu zeigen, dass geistliches Wachstum nicht Zufall, sondern das Resultat durchdachter Schritte ist.
Die Schachbilder aus ihren Schriften bewirkten, dass Teresa von Ávila im Jahre 1944 durch Papst Pius XII (2. März 1939 bis 9. Okt. 1958) zur Schutzpatronin der Schachspieler deklariert wurde.
Entschuldigen Sie, ich bin ein spanischer Schachjournalist und habe über die heilige Teresa und Schach geschrieben; ich werde Ihnen am Ende einige meiner Artikel zeigen. Nach meinen Informationen wurde die heilige Teresa 1944 zur Schutzpatronin ernannt, allerdings nur in Spanien, und zwar nach einer Vereinbarung zwischen der spanischen Föderation und der Kirche durch den damaligen Bischof von Madrid-Alcalá. Ich möchte gerne wissen, ob der Autor des Artikels über konkrete Informationen zur Ernennung durch Papst Pius XII. verfügt, da diese Tatsache in Spanien derzeit unbekannt ist. Ich möchte gerne wissen, ob es sich um einen Fehler handelt oder ob der Papst sie tatsächlich zur Schutzpatronin der Schachspieler ernannt hat. Vielen Dank.
https://periodistas-es.com/santa-teresa-cumple-75-anos-como-patrona-del-ajedrez-134902
https://periodistas-es.com/santa-teresa-80-anos-como-patrona-del-ajedrez-178924
https://periodistas-es.com/ajedrez-santa-teresa-nuevo-aniversario-mientras-se-pide-su-estacion-en-avila-201016
https://periodistas-es.com/la-empresa-worldchess-pide-el-reconocimiento-de-santa-teresa-como-patrona-del-ajedrez-189061
Hallo Herr Cabaleiro, in den mir verfügbaren Quellen steht folgendes: Tatsächlich wurde sie 1944 von Papst Pius XII. zur Schutzpatronin der Schachspieler erklärt, wie zahlreiche Quellen bestätigen, darunter Wikipedia und das Heiligenlexikon. Ob das tatsächlich stimmt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, aber normalerweise ist die Wikipedia einigermaßen zuverlässig.
https://de.wikipedia.org/wiki/Teresa_von_%C3%81vila
https://www.heiligenlexikon.de/BiographienT/Teresa_von_Avila.htm