
Ende Mai treffen sich die Delegierten des Deutschen Schachbunds zum ordentlichen Kongress in Paderborn. Und turnusmäßig stehen Neuwahlen, denn nach den Statuten wird alle zwei Jahre gewählt. Übrigens gibt es durch die bestehende Satzungs-AG Bestrebungen, die Amtszeiten auf bis zu vier Jahre zu verlängern, aber noch ist es nicht so weit! Und das hat eben zur Folge, dass alle zwei Jahre neu gewählt wird.
Nun lohnt ein Blick auf die Kandidaturen, um zu verfolgen, wo neue Besetzungen in Aussicht stehen, und wo alles beim Alten bleibt.
Erfreulicherweise kandidiert das bestehende Präsidium, das gute Arbeit geleitet und dem deutschen Schach nach den vorherigen Turbulenzen die nötige Stabilität verschafft hat hat, weiter. Wobei der kommissarische Vizepräsident Alexander von Gleich sich zur ordentlichen Wahl stellt. Mangels Gegenkandidat dürfte es keinen Zweifel an seiner Wahl geben. Leider hat sich gerade dieses Amt in der Vergangenheit als Schleudersitz erwiesen, und es bleibt zu hoffen, dass hier wieder Stabilität reinkommt.
Und auch bei den Referenten und Beauftragten kandidieren die meisten Amtsinhaber weiter. Änderungen gibt es nur bei folgenden Positionen:
Der bisherige Referent für Ausbildung, Heiko Spahn, kandidiert nicht mehr, stattdessen gibt es mit Carsten Schmidt und Bernd Kemelen gleich zwei neue Bewerber!
Der unermüdliche Jürgen Kohlstädt kandidiert nicht mehr als Schiedsrichter-Obmann, was fast schon einer Sensation gleichkommt. An seiner Stelle kandidiert Frank Jäger, der den meisten Schachfreunden als engagierter Schiedsrichter ein Begriff sein dürfte. Kohlstädt bleibt aber Mitglied in der Schiedsrichter-Kommission.
Beim Referenten für Seniorenschach ist es ein offenes Geheimnis, dass es zu einem Zerwürfnis mit dem Präsidium kam, nachdem der Etat fast auf Null gekürzt wurde. Nicht ganz unverständlich, möchte man meinen. Aus diesem Grunde kandidiert Amtsinhaber Wolfgang Block nicht mehr, stattdessen hat sich Wolfgang Fiedler zur Kandidatur bereiterklärt.
Referent für Onlineschach war bisher Christian Kuhn, doch laut Liste kandidiert er nicht erneut, und es gibt auch keinen neuen Bewerber. Schade denn er hatte interessante Initiativen gestartet, und vor allem kann das Online-Schach eine wichtige Schiene sein, um mehr Freizeitspieler in die Vereine zu bringen! Sein Vortrag war sehr spannend.
Eine never-ending-story ist die Nicht-Besetzung des Amts des Referenten für Öffentlichkeitsarbeit. Tatsächlich ist dies eine Aufgabe, die direkt in der Geschäftsstelle in Berlin angesiedelt ist, und dort auch vorzüglich von Matthias Wolf erledigt wird. Diese Aufgabe ist so wichtig und auch arbeitsintensiv, dass man guten Gewissens nicht erwarten darf, dass sie von einem Ehrenamtlichen geleistet wird. Insofern stellt sich hier die Frage, ob man die Position nicht ganz streichen sollte.
Eine weitere vakante Position ist die des Referenten für Breitensport, der dafür verantwortlich ist, Aktionen auf Vereinsebene anzustoßen. Und letztlich auch mehr Mitglieder in der Breite zu gewinnen. Persönlich fand ich dieses Amt schon immer etwas schwierig, weil eben meist kein direkter Kontakt zwischen den deutschen Schachvereinen und dem Referenten besteht; man kann auch nur appellieren, dass die Vereine mehr tun und sichtbarer werden. Trotzdem bleibt zu wünschen, dass dieses Amt besetzt wird, auch wenn es derzeit noch keinen Kandidaten gibt (oder jedenfalls ist keiner eingetragen).
Dieser Artikel schließt mit dem Wunsch des Autors, dass dem Deutschen Schachbund nach der Wahl zwei weitere stabile Jahre bevorstehen.