Hallo, wieder einmal von Henning Geibel
Liebe Schachsenioren und -seniorinnen!
In verschiedenen Artikeln der letzten Tage wurde über Spieler berichtet, die in einem extrem hohen Alter noch immer schachlich aktiv sind.
Bei der OSEM in Büsum wurden kürzlich z. B. die beiden 94jährigen Rigobert Ophoff (Rheda-Wiedenbrück) und Friedel Josting (Bünde) als älteste Teilnehmer gewürdigt:
http://www.osem-sh.de/images/2025/Berichte/OSEM-SH_2025_-_Bericht_Tag_2.pdf
Rigobert wurde darüber hinaus vor kurzem in seiner Heimatzeitung als ältester Turnierspieler Deutschlands vorgestellt.
Stimmt dies aber wirklich ??
Beim ebenfalls kürzlich abgewickelten Cup der Deutschen Einheit in Wernigerode spielte u.a. Herbert Malchow aus Langelsheim (bei Goslar) mit. Er gehört zum Jahrgang 1930 und ist damit bereits 95 Jahre alt.
Noch älter ist Wolfgang Kripp aus dem hessischen Dietzenbach. Er spielte im vergangenen Jahr das Senioren-Turnier in Altenkirchen mit und kann deswegen als immer noch aktiver Turnierspieler betrachtet werden. Er ist Jahrgang 1929 und damit inzwischen 96 Jahre alt.
Ruft man beim Deutschen Schachbund eine Liste derjenigen auf, die bereits 99 Jahre alt sind, finden wir immerhin noch 7 Namen:
https://www.schachbund.de/verband/000.html?toplist=100&sex=&age_from=99&age_to=140
Bei genauerer Betrachtung haben nur noch drei von ihnen im diesem oder dem letzten Jahr noch gespielt. Zu ihnen gehören die noch immer als Mannschaftsspieler aktiven Günter Heimberg (Wennigsen) und Gustav Schäfer (Hunsrück). Ihre letzten Turniere haben sie in den Jahren 2019 bzw. 2021 gespielt. Man kann sie daher m.E. zur Zeit nicht mehr als aktive Turnierspieler betrachten.
Günter Heimberg hat sich allerdings zum 90+-Turnier in Bad Soden-Salmünster angemeldet. Sollte er dort tatsächlich antreten können, wäre er zweifellos der älteste Turnierspieler Deutschlands und würde damit Wolfgang Kripp ablösen.
Bei den Frauen ist Gerda Sträßer (Jahrgang 1931) aus dem württembergischen Rottweil die älteste Aktive. Zweitälteste ist die vielen von uns wohlbekannte Dr. Doris Lübbers aus Königstein/Taunus, die inzwischen 91 Jahre alt ist. Die frühere Zahnärztin fährt noch immer mit dem eigenen Wagen zu den Turnieren – zuletzt nach Altenkirchen im Westerwald. Hoffen wir, dass sie dies noch recht lange kann…
Mit den besten Herbstgrüßen
Euer Henning
Danke für den interessanten Beitrag über die Altersrekorde bei den immer noch aktiven Turnierschachspielern im Senioren-Schachbereich! 🙂 Das freut mich für diese sehr langlebigen Turnierteilnehmer/innen.
Ich kenne das Thema „Seniorenturniere“ sonst aus Erfahrungsberichten unseres Vereinsvorsitzenden, der immer sehr begeistert von solchen Events berichtet. Es scheint, dass oft ein besonderes gehobenes Ambiente geboten wird, was dann so eine gewisse Stamm-Kundschaft gerade bei Seniorenturnieren wachsen lässt.
Es freut mich für solche Leute, dass die nicht „zum alten Eisen abgestempelt“ werden, sondern, dass deren Leistungen im hohen Alter auch besonders hervorgehoben werden!
Liebe Jolien, Du gehörst doch auch schon zu den Senioren. Deshalb empfehle ich Dir, möglichst bald einmal bei einem Senioren-Turnier mitzumachen. Zum Glück gibt es dort immer wieder Mitspieler, die – ebenso wie wir beide – nur zu den Hinterbänklern des Schachs gehören und auch nur mit Wasser kochen…
Lieber Henning, auf jeden Fall bin ich eine Seniorin! Das ist mir offensichtlich, dass genau wie Opens, Seniorenturniere für alle (Vereins-) Spielstärken offen sind. Ich definiere mich als eine „spätberufene Schachspielerin“, das ist schon völlig klar, dass man in der Kategorie kein Leistungsschach spielt.
Wenn man in Kindheit + Jugend kein Schach gespielt hat, das kann man in dem Sinne nicht egalisieren. Ich bin halt nicht reiselustig und ich fühlte mich ganz ohne Smartphone unbeholfen in Gegenden, wo ich mich nicht auskenne. Meine finanziellen Verhältnisse sind noch nicht ganz geklärt. Neu ist mir, dass es Stellen in meiner Stadt gibt, die sich um – insbesondere – Senioren kümmern, die blutige Smartphone-Anfänger sind.
Ein anderes Thema ist meine Elozahl, die möchte ich halt nicht verlieren.
Hallo Jolien, auch ich bin spätberufen, da ich mich entschieden habe, mit 62 Jahren mein allererstes Seniorenturnier nächstes Jahr in Dresden zu spielen. Da ich im Jahr 1980 Deutscher Jugendmeister U16 wurde, aber nie auch nur in die Nähe kam, Deutscher Meister zu werden, könnte das nach einer Zeitspanne von über 45 Jahren ein Anlauf auf den Titel des Deutschen Seniorenmeisters sein, vorausgesetzt, es spielen nicht so viele andere Großmeister mit 🙂