07.01.2026

5 Gedanken zu “Die Schachmillionäre

  1. Da ich mehrfach erwähnt werde, antworte und kommentiere ich mal. Zunächst: Originalartikel auf chess.com https://www.chess.com/article/view/biggest-chess-prizewinners-2025 .
    „dass solche Turniere auch Geld kosten, und zwar oft nicht zu knapp“ – Top-Einladungsturniere wohl nicht, da übernehmen Veranstalter die Kosten und/oder zahlen Antrittsgelder (unbekannt und in dieser Statistik nicht berücksichtigt). „Der Rest der deutschen Nationalmannschaft“ hatte vielleicht Kosten für Teilnahme an der Europameisterschaft sowie (wenn sie keine Konditionen bekamen) für Opens, die einige auch spielten. Das gilt erst recht für viele andere Profispieler, aber wohl eher nicht für die Weltklasse.
    Sekundanten ist ein anderes Thema – nur gerecht, dass sie auch etwas abbekommen. Es ist wohl nicht bekannt, wie viel Gukesh von seinen 1,35 Millionen $ WM-Preisgeld an seine Sekundanten Gajewski, Wojtaszek, Harikrishna, Keymer(!) und Duda abgegeben hatte – als vorab vereinbartes Honorar und dann als eventuelle Erfolgsprämie. 2025 floss dabei viel Geld in Freestyle-Turnieren – da braucht man keine Eröffnungsvorbereitung und daher keine Sekundanten.
    Elo-korrigiert deutlich mehr Preisgeld für Frauen kann man so oder so sehen.
    Bei „Schachmillionäre auf Lebenszeit“ erwähnt chess.com auch einige, die 2025 nichts oder nur wenig verdienten, z.B. Karpov mit fast 6 Millionen, Kramnik 4,7 Millionen, Ding Liren bereits 3,5 Millionen (2025 kamen nur 6.000$ aus einem Internet-Turnier dazu), Bobby Fischer ebenfalls 3,5 Millionen, Karjakin und Gelfand jeweils 2,2 Millionen.
    Letzte Tabelle: die „Differenz zur obigen Tabelle“ erklärt sich dadurch, dass Carlsen auch bei Freestyle-Turnieren die er nicht gewonnen hat Preisgeld bekam. Bei Keymer stammt nur etwas mehr als die Hälfte seiner gesamten offiziellen Einnahmen aus Turniersiegen (Weissenhaus 200.000$, Chennai Masters umgerechnet 29.000$) – die etwas kleinere andere Hälfte andere Freestyle-Turniere aber auch Grand Swiss und Weltcup (auch schlappe 5000 Euro für den deutschen Meistertitel – nicht klar ob chess.com auch das berücksichtigt).

      1. Und damit hast Du diesen Kommentar provoziert. Ergänzen kann man noch, dass chess.com eingangs („annual reminder“) schreibt
        „Prizes are tracked for major individual international tournaments, generally with a first-place prize of $10,000 or more. The figures thus do NOT include any of the following: appearance fees, streaming revenue, coaching income, sponsorships, royalties, government grants, national championships, team events, or small tournaments.“
        Auch die US-Meisterschaft (da immerhin 62.000$ für Sieger Caruana) wird nicht berücksichtigt. Für Keymer fehlen auch (sicher vorhandene aber nicht öffentlich bekannte) Einnahmen aus Bundesliga, Nationalmannschaft und European Club Cup (für das tschechische Novy Bor). Ich vermute mal „auch zusammen nur [niedrig] fünfstellig“.

  2. Da sind aber neben Kosten auch noch Steuern zu berücksichtigen, um auf die tatsächlichen Einkünfte zu kommen.

    Bei einem Bruttogehalt von 5000 Euro pro Monat, kommt man nach 20 Jahren auch auf 1,2 Mio. Euro. Das Durchschnittbruttogehalt in Deutschland dürfte bei über 4000 Euro im Monat liegen. Da sieht man, dass eine Bruttorechnung wenig Sinn macht.

    Wenn man Profi werden will, sollte man das bei der Entscheidung beachten.

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