Im August 2024 kam Matthias Wolf als neuer Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zum Deutschen Schachbund. Der 58-Jährige arbeitet seit mehr als 35 Jahren hauptberuflich als Journalist. In den Beruf fand er tatsächlich über den Schachsport.
Schon bald merkten alle, das die Berichte auf schachbund.de hohe Qualität besaßen, mehr Themen abdeckten und immer mehr uptodate waren. Ich habe sehr viele Berichte genossen und auch einige in meinen Newsletter reingetan, weil sie einfach sehr gut geschrieben waren.
Leider hört Matthias zum 1.3.2026 beim DSB auf, wasHenning Geibel in seinen News verkündete und das bedauere ich sehr. Es ist nicht nur ein hervorragender Journalist, sondern meiner Meinung nach auch ein ganz toller Mensch.
DANKE FÜR DEINE TOLLE ARBEIT! Wir bleiben zum Glück in Kontakt!
Conrad Schormann von den Perlen hat sich eine Erklärung von Matthias Wolf geholt: https://perlenvombodensee.de/forum/topic/matthias-wolf/
Matthias Wolf hat die aktuelle Berichterstattung des DSB auf ein völlig neues Niveau gehoben.
Dafür gebührt ihm ein ganz besonderer Dank!
Wir werden ihn sehr vermissen, hoffen aber, dass er trotz aller Querelen dem DSB als freiwilliger Zuarbeiter erhalten bleibt und uns auch künftig immer wieder mal mit interessanten Neuigkeiten aus der Welt des Schachs verwöhnt.
Ja ich bin auch dieser Meinung. Ein Besserer wird sich kaum finden lassen!
Quelle: Perlen vom Bodensee
Zu seiner Kündigung beim Deutschen Schachbund teilt Matthias Wolf auf Anfrage dieser Seite mit:
„Ja, ich habe zum 28. Februar gekündigt. Die Entscheidung fiel mir nicht leicht. Die Kolleginnen und Kollegen in der Geschäftsstelle des DSB, auch viele Ehrenamtliche beim DSB und der DSJ, sind mir ans Herz gewachsen. Ich komme auch deshalb der Bitte des Präsidiums nach und stehe dem Verband auf Honorarbasis als freier Autor weiter zur Verfügung.
Damit bleibe ich mit der Schachszene verbunden, in der ich in den vergangenen eineinhalb Jahren viel Wertschätzung erfahren habe. Von wertvollen Menschen, die ich selbst auch schätzen gelernt habe. In diesem Sport, den ich selbst auch seit meiner Jugend betreibe, wimmelt es nur so vor faszinierenden Typen, die es verdient haben, dass man ihre Geschichten aufschreibt. Das habe ich getan. Dass es der richtige Weg für die DSB-Öffentlichkeitsarbeit war, neben dem Spitzen- auch dem Breitensport großen Raum in unseren Medien zu geben, zeigen die Zahlen. So haben wir die Zahl der Zugriffe auf die DSB-Webseite von jährlich vier Millionen auf 200 Millionen erhöht, Tausende neue Follower gewonnen und auch die Zugriffe auf unseren Content im Social-Media-Bereich in einer unerwarteten Weise vervielfacht – es hat Spaß gemacht, gemeinsam mit meinem Team, den Kollegen Levian Raschke (bis Ende 2025) und zuletzt Finn Engesser und Frank Binding, etwas zu entwickeln. Ich denke, darunter sind auch viele Konzepte und Projekte mit Zukunftspotenzial.
Aber, und auch das ist ein Grund für meine Kündigung: Ich bin letztlich nicht geschaffen für Verbandsstrukturen, in denen ich mich nicht so verwirklichen konnte wie ich wollte. Ich mache da beim DSB niemanden einen Vorwurf – der DSB ist wie er ist. Ich habe viel gelernt über das Innenleben eines Sportverbandes. Aber ich wollte mehr. Und da ich ein konsequenter Typ bin, war die Entscheidung keine leichte – aber aus Sicht vieler in meinem Umfeld nur logisch.
Hinzu kommt meine Leidenschaft für den Journalismus. Ich habe es vermisst, Filme zu machen. Die Kollegen haben immer wieder gefragt: Wann kommst Du zurück? Und ja, das Filme machen und Hintergründe im Sport beleuchten, wird künftig wieder den Hauptteil meiner Arbeit ausmachen. Ich freue mich drauf und blicke nicht zurück im Zorn.“
„Ich bin letztlich nicht geschaffen für Verbandsstrukturen, in denen ich mich nicht so verwirklichen konnte wie ich wollte.“ Das bedeutet quasi „ich bin doch lieber freiberuflich tätig bzw. mein eigener Chef“. Das war er zuvor offenbar 20 Jahre lang und nun wird es wieder der Fall sein – dabei auch wieder andere Themen außer Schach. Auch in anderen abhängigen oder weisungsgebundenen Rollen wäre er womöglich nicht dauerhaft glücklich – Mitglied einer Zeitungsredaktion, Pressesprecher einer Firma, ….. .
Ich war ja für den Schachbund auch mal „freier Autor auf (bescheidener) Honorarbasis“ – lange her, vom damaligen Vizepräsidenten Michael Woltmann angeworben. Ihm gefiel wohl meine Art, über Schach zu schreiben. Definierter Themenbereich waren WM-Matches und FIDE Grand Prix Turniere, nichts mit deutscher Beteiligung – dafür und dann „Hofberichterstattung“ stand ich nicht zur Verfügung. Erledigt hat es sich dann aufgrund von damaligen Sparmaßnahmen, aber vor allem durch den Rückzug von Michael Woltmann im Streit mit Herbert Bastian. Aufgehört haben damals 2015 auch die anderen Vizepräsidenten Michael S. Langer und Joachim Gries (der dann gegen Herbert Bastian kandidierte und verlor) – „Turbulenzen“ gab es also auch früher mal.
Da alles miteinander zusammen hängt, noch das: Anja Gering wollte offenbar beides – Vollzeitstelle beim Schachbund UND daneben freiberufliche Tätigkeit. Für mich nachvollziehbar, wenn so etwas nicht dauerhaft funktioniert.
Wenn man bei einem privaten Unternehmen beschäftigt ist, steht normalerweise im Arbeitsvertrag, dass Nebentätigkeiten genehmigt werden. Das ist üblicherweise nicht der Fall, wenn man eine Vollzeitstelle hat. Da wird der Arbeitgeber vollen Einsatz fordern. Dann muss man sich als Arbeitnehmer entscheiden, was wichtiger ist. So hat sich Matthias Wolf entschieden und das muss man respektieren.
Wenn man eine Untersagung ignoriert, dann wird man abgemahnt und gegebenenfalls später, wenn es keine Besserung gibt, fristlos gekündigt.
Grundsätzlich weiß man natürlich nicht, was im Arbeitsvertrag stand und ob es tatsächlich eine Untersagung von Nebentätigkeiten gegeben hat. Es würde mich aber auch nicht wundern, dass es so war.
Beim DSB ist jetzt noch ein lesenswerter „Abschiedsgruß“ von Matthias Wolf erschienen: https://www.schachbund.de/news/emsig-wie-die-biene-oder-doch-eher-emsig-wie-der-wolf.html
Hier noch der Link auf ein Interview von Walter Rädler mit Matthias Wolf: https://schachkicker.de/fuer-mich-und-vielen-weiteren-ein-absoluter-topmann-beim-dsb-interview-mit-dem-pressesprecher-matthias-wolf/