Deutschland ist weiterhin das Land der Dichter und der Denken, im Schach sind wir sehr kreativ. Hier ist die neueste Errungenschaft, wer es gratis ausprobieren will, einfach bei mir melden und ich verlose 3 Gratis-Lizenzen. E-Mail kennt ihr, wr******@*ol.com
1) Bitte stellen Sie sich vor!
Mein Name ist Philip Lankes und ich bin der Gründer von Rookion. Mit Rookion verbinde ich drei Themen, die mich schon lange begleiten und begeistern: Schach, künstliche Intelligenz und die Entwicklung digitaler Produkte.
Mit Schach bin ich bereits als Kind durch meinen Vater in Berührung gekommen. Er ist ein erfahrener Oberliga-Spieler und beschäftigt sich bis heute täglich mehrere Stunden intensiv mit dem Spiel. Mit Lernprogrammen wie „Fritz & Fertig“ habe ich damals spielerisch die Grundlagen gelernt und früh eine Begeisterung für Strategie und logisches Denken entwickelt.
Beruflich habe ich später mehrere Jahre an digitalen B2C-Produkten gearbeitet, zuletzt in leitender Verantwortung für Produktstrategie und Produktmanagement. Diese Erfahrung verbinde ich heute mit den Möglichkeiten moderner KI und meiner persönlichen Beziehung zum Schach.
Heute entwickle ich Rookion als Solo-Gründer. Dabei lasse ich sowohl die langjährige Schacherfahrung meines Vaters als auch das Feedback von Spielern, Trainern, Vereinen, Verbänden und Schulen direkt in die Produktentwicklung einfließen.
2) Wie ist die Idee zu Rookion entstanden?
Der konkrete Anstoß für Rookion war ein Geburtstagsgeschenk für meinen Vater. Ich wollte ihm keinen weiteren Ratgeber und kein klassisches Schachprogramm schenken, sondern etwas entwickeln, das ihm persönlich dabei hilft, seine individuellen Schwächen und Denkmuster zu erkennen und gezielt an ihnen zu arbeiten.
Klassische Schachprogramme zeigen sehr zuverlässig, welcher Zug besser gewesen wäre. Sie erklären aber häufig nicht, warum man selbst diesen Zug nicht gesehen hat, was man in der Stellung falsch eingeschätzt hat und welcher Denkfehler hinter der eigenen Entscheidung steckte. Genau diese Lücke wollte ich schließen.
Während der Entwicklung wurde mir schnell klar, dass diese Herausforderung nicht nur meinen Vater betrifft. Auch ich selbst hatte nach einer längeren Schachpause durch den dialogischen Ansatz viele Aha-Momente. Gespräche und Tests mit Anfängern, fortgeschrittenen Amateuren, Vereinsspielern und Trainern haben anschließend gezeigt, dass viele Spieler vor einem ähnlichen Problem stehen: Sie spielen regelmäßig, verstehen aber nicht immer, warum sie sich nicht weiterentwickeln oder bestimmte Fehler wiederholen. Dadurch kann irgendwann auch die Freude am Spiel verloren gehen.
Aus dem ursprünglich persönlichen Geschenk entwickelte sich deshalb Schritt für Schritt die Idee für einen KI-Schachcoach, der individuelles Schachtraining für deutlich mehr Menschen zugänglich macht.
3) Was genau ist Rookion und wie funktioniert es?
Rookion ist ein KI-Schachcoach, der die eigenen Partien gemeinsam mit dem Spieler in einem sokratischen Dialog durchgeht – also durch gezielte Fragen und Rückfragen.
Dabei zeigt Rookion nicht nur, welcher Zug besser gewesen wäre, sondern fragt auch nach dem eigenen Gedankengang. Auf dieser Grundlage arbeitet der Coach heraus, welche Denkmuster, strategischen Irrtümer oder blinden Flecken hinter einem Fehler steckten und wie sich ähnliche Fehler künftig vermeiden lassen.
Die Besonderheit liegt in der Verbindung aus verlässlicher Schachanalyse und individuellem KI-Coaching. Rookion ist bewusst nicht als frei antwortender Chatbot aufgebaut. Im Hintergrund sorgt ein eigens entwickeltes technisches System dafür, dass die Analyse und der Coaching-Dialog kontrolliert zusammenspielen. Dadurch kann sich die KI auf das Erklären, Nachfragen und Vermitteln konzentrieren, ohne die konkrete Partie und Stellung aus dem Blick zu verlieren.
Spieler können direkt gegen Rookion spielen oder eigene Partien, beispielsweise von Chess.com oder Lichess, als PGN importieren und analysieren lassen.
Mein Ziel ist es, individuelles Schachcoaching zugänglicher zu machen, die Schachcommunity zu stärken und einen niedrigschwelligen Zugang zu individuellem Training zu schaffen.
4) Für welche Spieler ist Rookion gedacht – und für wen ist es aktuell noch zu früh?
Rookion richtet sich derzeit vor allem an ambitionierte Anfänger und Fortgeschrittene, die bereits eigene Partien spielen und gezielter aus diesen lernen möchten.
Dazu gehören beispielsweise Spieler, die keinen persönlichen Trainer haben, zwischen den Trainingseinheiten selbstständig weiterlernen oder auch ohne Verein gezielt besser werden möchten. Auch für ältere, ambitionierte Kinder und Jugendliche kann Rookion eine sinnvolle Ergänzung zum Schul- oder Vereinstraining sein.
Für sehr junge Kinder, die gerade erst Lesen, Schreiben sowie die Regeln und grundlegenden Bewegungen der Figuren lernen, ist Rookion aktuell noch zu früh. Auch für sehr starke Spieler und besonders komplexe Stellungen entwickle ich die Qualität des Coachings momentan noch weiter.
Gerade bei ambitionierten Anfängern und Fortgeschrittenen sehe ich derzeit den größten Nutzen: In diesem Bereich können wiederkehrende Denkfehler, falsche strategische Vorstellungen und übersehene Muster häufig besonders schnell erkannt und verbessert werden.
5) Warum ist die KI bei der Partieanalyse sinnvoll und was unterscheidet Rookion von einer klassischen Schach-Engine?
Eine klassische Schach-Engine kann sehr zuverlässig bewerten, ob ein Zug gut oder schlecht war. Sie zeigt meistens auch bessere Varianten. Was sie jedoch nur eingeschränkt leisten kann, ist die Verbindung zum menschlichen Denken: Warum hat der Spieler den besseren Zug nicht gefunden? Was hat er übersehen oder falsch eingeschätzt? Und worauf sollte er in einer ähnlichen Stellung künftig achten?
Genau hier ist die KI besonders hilfreich. Sie kann nach dem eigenen Gedankengang fragen, auf die Antwort des Spielers eingehen, gezielt nachfragen und sich dadurch ein genaueres Bild davon machen, wie der Spieler die Stellung verstanden hat. Anschließend kann sie das Coaching an das tatsächliche Verständnis und den Gedankengang des Spielers anpassen.
Dadurch entsteht kein statischer Analysebericht, sondern ein persönlicher und didaktischer Dialog, der einem individuellen Trainergespräch näherkommt.
Die eigentliche Innovation liegt dabei nicht darin, einfach eine KI auf eine Partie loszulassen. Entscheidend ist, eine belastbare Schachanalyse mit den dialogischen und erklärenden Fähigkeiten der KI so zu verbinden, dass daraus ein sinnvoller Lernprozess entsteht. Wie diese beiden Bereiche im Hintergrund zusammengeführt und kontrolliert werden, ist ein zentraler Teil der technischen Entwicklung von Rookion.
Für den Spieler ist vor allem das Ergebnis entscheidend: Er erhält nicht nur eine Bewertung seines Zuges, sondern eine verständliche Erklärung, die an seinem eigenen Denkprozess ansetzt und aus einem einzelnen Fehler eine übertragbare Lektion für zukünftige Partien macht.
Einen menschlichen Trainer soll und kann Rookion nicht ersetzen. Rookion kann ihn aber sinnvoll ergänzen – beispielsweise zwischen den Trainingseinheiten oder für Spieler, die keinen regelmäßigen Zugang zu individuellem Training haben.
6) Welche Rückmeldungen haben Sie bisher von Spielern, Trainern, Vereinen und Schulen erhalten?
Die bisherigen Rückmeldungen sind für die Entwicklung sehr wertvoll. Besonders freut mich, wenn Spieler durch den Dialog erstmals verstehen, warum ihnen bestimmte Fehler immer wieder passieren, und dadurch Aha-Momente erleben, die sie durch klassische Analyseprogramme oder bloße Spielerfahrung bisher nicht hatten.
Rookion hat bereits erste zahlende Nutzer und wird derzeit von verschiedenen Spielern, Trainern, Vereinen und Verbänden ausprobiert. Mein Ziel ist es, Rookion gemeinsam mit der Schachcommunity und auf Grundlage der tatsächlichen Anforderungen und Bedürfnisse der Spieler weiterzuentwickeln. Deshalb fließen Wünsche und Rückmeldungen von Trainern, Vereinen und Verbänden unmittelbar in die Produktentwicklung ein.
Ein Lehrer hat Rookion außerdem aus eigener Initiative im Schulfach „Schach“ vorgestellt. Die Schüler waren begeistert, und die Lehrkraft nutzt Rookion inzwischen selbst als zahlender Nutzer.
Gleichzeitig ist das Produkt noch jung. Deshalb bitte ich ganz bewusst auch um ehrliches und kritisches Feedback. Ich bin für jede konstruktive Rückmeldung dankbar – ganz gleich, ob sie positiv oder negativ ausfällt. Viele Verbesserungen und neue Funktionen entstehen unmittelbar aus dem Austausch mit der Schachcommunity.
7) Wie geht es mit Rookion weiter und welche Rolle könnten Schulen und Vereine dabei spielen?
Ich möchte Rookion gemeinsam mit Spielern, Trainern, Vereinen, Schulen und der Schachcommunity Schritt für Schritt weiterentwickeln.
Aktuell arbeite ich vor allem daran, die Partieanalyse und den Coaching-Dialog weiter zu verbessern und das Coaching auch für höhere Spielstärken auszubauen.
Ein wichtiger nächster Schritt ist außerdem, wiederkehrende Denkfehler über mehrere Partien hinweg zu erkennen und daraus gezielte Übungen und persönliche Trainingsinhalte abzuleiten. Perspektivisch soll Rookion dadurch nicht nur einzelne Partien analysieren, sondern ein längerfristiges Bild der persönlichen Stärken, Schwächen und Denkmuster eines Spielers aufbauen.
Weitere geplante Funktionen sind Live-Coaching in eigenen Trainingspartien sowie gezielte Lektionen zu Eröffnungen, strategischen Themen und anderen Schachinhalten. Die KI soll dabei nicht nur zeigen, welche Züge gespielt werden, sondern vor allem erklären, welche Ideen dahinterstehen und in welchen Situationen sie sinnvoll sind.
Für den Einsatz im Schulschach sowie im Vereins- und Jugendbereich habe ich bereits eine Lizenz- und Zugangslösung mit pseudonymen Accounts und gemeinsam nutzbaren Kontingenten vorbereitet. Schüler können Rookion dadurch ohne private E-Mail-Adressen oder Klarnamen nutzen. Als Nächstes möchte ich diese Lösung gemeinsam mit Schulen und Vereinen in der Praxis erproben und weiterentwickeln.
Schulen und Vereine spielen dabei für mich eine wichtige Rolle. Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Spieler, Trainer und Schüler am besten. Durch gemeinsame Tests und ehrliche Rückmeldungen möchte ich herausfinden, für welche Alters- und Leistungsgruppen Rookion den größten Mehrwert bietet und welche Funktionen für den praktischen Einsatz noch fehlen.
Das langfristige Ziel bleibt, hochwertiges und individuelles Schachcoaching für deutlich mehr Menschen zugänglich zu machen und dabei bestehende Trainer-, Vereins- und Schulangebote sinnvoll zu ergänzen.
Danke für diesen tollen Beitrag Walter!