Turniersaal von Nottingham. Quelle: Quelle: Emanuel Lasker, Vol. 1 Struggle and Victories
Durch einen Bericht von Chessbase wurden wir auf das Turnier von Nottingham 1936 aufmerksam, das heute vor genau 90 Jahren endete.
Ein legendäres Turnier: Das Schachturnier in Nottingham (10.–28. August 1936) gilt als eines der bedeutendsten der Schachgeschichte. Zeitgenossen wie Dr. J. Hannak und W.H. Watts bezeichneten es sogar als „größtes Schachturnier aller Zeiten“.
Versammlung der Giganten: Erstmals und einzigartig trafen fünf ehemalige, amtierende oder zukünftige Weltmeister aufeinander:
- Michail Botwinnik,
- Alexander Aljechin,
- Max Euwe, José
- Raúl Capablanca und
- Emanuel Lasker.
Generationenkonflikt: Neben den etablierten Größen (darunter Veteranen wie Milan Vidmar, Efim Bogoljubow und Savielly Tartakower) traten junge Herausforderer an: Sam Reshevsky, Reuben Fine, Salo Flohr und der gerade 25-jährige Botwinnik.
Historische Einordnung: Für Emanuel Lasker war es das letzte Turnier seiner Karriere; er starb vier Jahre später. Nottingham 1936 wird oft mit den legendären Turnieren von Wien 1882 und New York 1924 verglichen, übertraf diese jedoch an Glanz und gilt bis heute als einzigartige Zusammenkunft von Schachgrößen.
Kuriose Zwischenfälle:
- Tartakower wurde fälschlicherweise für tot erklärt, nachdem ein niederländisches Schiff sank, auf dem er vermutet wurde – tauchte aber wenig später quicklebendig im Turniersaal auf.
- Aljechin, ein starker Kettenraucher, soll während einer einzigen Partie über 100 Zigaretten geraucht haben.
- Botwinnik gewann das Turnier unter zweifelhaften Umständen – der britische Meister William Winter, ein überzeugter Stalinist, soll ihm am letzten Spieltag trotz aussichtsloser Stellung ein großzügiges Remis angeboten haben, um einen sowjetischen Sieger zu ermöglichen.
Und so sah die Stellung aus:
Botwinnik-Winter, Stellung nach dem 38. Zug von Weiß. Nottngham 1936

Stockfish gibt hier nach 38…h5! eine Stellungsbewertung von Minus 2 an, und auf 39.Lc2 würde natürlich Sd6 folgen, um den Abtausch des Springers zu verhindern.
Hier noch die Abschlusstabelle:

Botwinnik spielte offensichtlich sehr effizient, denn er remisierte gegen die Stärksten und remisierte gegen die Schwächeren.