30.08.2026

3 Gedanken zu „Schiedsrichter im Schach – Die stille Machtergreifung

  1. Einige Gedanken zur Nachbemerkung:

    Smartwatch – ich finde das Verhalten des Schiedsrichters in dem konkreten Fall durchaus angemessen.
    Elektronische Geräte aller Art bei sich zu führen, ist nun einmal verboten, unabhängig vom Bedenkzeitmodus.
    Wer meint, beim Blitzschach solle das Verbot nicht gelten, kann sich an den DSB oder die FIDE wenden, um auf eine Änderung des Regelwerks hinzuwirken. Der Schiedsrichter ist hier für Kritik die falsche Adresse.

    Unterhaltung während der Partie – es gibt tatschlich Überlegungen, das Sprechen während der Partie insgesamt strikt zu untersagen. Was soll der Schiedsrichter machen, wenn sich ausländische Titelträger angeregt in ihrer Landessprache unterhalten? Und Besprechungen mit dem Mannschaftsführer wegen Remisangeboten sollen nur unter Aufsicht des Schiedsrichters geschehen.

    Handyklingeln – die Regel, dass ein Geräusch des Handys automatisch zu Partieverlust führt, ist schon lange abgeschafft. Bei verständigen Schiedsrichtern hat sich zudem die Erkenntnis durchgesetzt, dass ein beim Schiedsrichter abgegebenes Handy kein taugliches Objekt für einen Betrug sein kann, was eine milde Strafe (z. B. eine Ermahnung) für das unterbliebene Ausschalten nicht ausschließt.

  2. Mir würde es schon reichen, wenn die Schiedsrichter aus schachlicher Sicht ihren Job vernünftig machen: Mir passierte es in Zeitnot (nur auf Inkrement), dass ich vor einem Zug mit einem Bauern auf die siebte Reihe mir am Nachbarbrett eine Dame mit den Worten „Wo ist eine Dame“? besorgte, um sie vorsorglich für die Umwandlung am Brett zu haben. Daraufhin meinte der Schiedsrichter, mir einen unmöglichen Zug anhängen zu müssen?! Dabei hatte ich den Bauern gar nicht umgewandelt, es hatte auch keinen Protest des Gegners gegeben. Die Partie habe ich dann nach Klärung des Sachverhalts 2 Züge später auf Zeit (und auf Stellung) verloren. Auf eine Entschuldigung des Schiris habe ich vergeblich gewartet.

  3. Machtbewusste Schiedsrichter gibt es in der (deutschen) Schachszene tatsächlich. Aber es ist keine neue Erscheinung. Man denke nur an Willy Fohl, dem Robert Hübner mit seinem Turnierbuch zu Büsum 1968 (?) ein bemerkenswertes Denkmal gesetzt hatte.

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