Der folgende traurige Bericht basiert auf einem Artikel in der El Pais. Wieder mal hat das afghanische Regime gezeigt, dass es seine Menschen ungerecht behandelt.
Drei der vier Afghanen, die ihr Land verlassen hatten, um letzte Woche an der Schacholympiade in Samarkand teilzunehmen, wurden am Montag bei ihrer Rückkehr nach Afghanistan an der Grenze festgenommen. Die Spieler stehen in Kabul unter Hausarrest und müssen mit Strafen rechnen, zu denen auch körperliche Züchtigung gehören könnte. Schach ist von der Taliban-Regierung verboten.
Khaibar Farazi – der nicht nur Schachspieler, sondern auch ein sehr beliebter Fernsehkomiker in Afghanistan ist – und Habibullah Guldoost, Kapitän der Frauenmannschaft (zu der vier im Ausland lebende Frauen gehören) bei der Olympiade, teilten mit: „Sie haben unsere Pässe beschlagnahmt und uns verhört“, berichteten sie dieser Zeitung, der die offiziellen Festnahmeanordnungen der Taliban vorgelegt wurden. Stunden später wurden sie nach Kabul zurückgebracht, wo sie weiterhin unter Hausarrest stehen.
Der vierte Rückkehrer (die übrigen acht Mitglieder der afghanischen Olympiade-Delegation leben im Ausland) ist Mirzaad Sayed Wahabuddin, der die Grenze bei Hairatan ohne Probleme überquerte. Hairatan ist der einzige offene Grenzübergang zwischen Usbekistan und Afghanistan.
Der Kapitän des „Absolute“-Teams, Zaheer Asefi, der in den Niederlanden lebt erinnerte daran, wie alles begann: „Die vier haben Afghanistan vor zwei Wochen legal verlassen, allerdings um Mitternacht, wenn die Grenzkontrollen lockerer sind.“ Obwohl Schach verboten ist (nur „ausgesetzt“, wie die Regierung sagt), die Vereine geschlossen sind und bei jedem, der beim Spielen erwischt wird oder auch nur ein Brett in der Hand hält, Mindeststrafen verhängt werden, gingen die vier davon aus, dass eine etwaige Strafe nach ihrer Rückkehr von der Olympiade mild ausfallen würde. Was sie nicht wussten: Nur eine Stunde nach ihrer Abreise erhielten alle Grenzübergänge, sowohl zu Luft als auch zu Lande, einen strengen Befehl der Regierung, sie festzunehmen.
Ich habe zusammen mit anderen mehrere Familien aus Afghanistan unterstützt, die vor diesem brutalem Regime geflüchtet sind. Eine Frau mit 8 Kindern und eine Familie mit 4 Kindern. Ich war mir seit meiner Kindheit immer bewusst „welches Glück ich habe in Linz geboren worden zu sein in einer der wohlhabensten Demokratien! der Erde. Danke lieber GM Hertneck für ihre Empathie als Herausgeber einer Schachzeitung!
Respekt! Man sieht nur mit dem Herzen gut….
„Unser Herz ist weit. Doch unsere Möglichkeiten, sie sind endlich.“ (Joachim Gauck, 27.09.2015)