
Symbolbild: Photo: Gemini
Wie einem Bericht der FAZ von Stefan Löffler und einem darauf aufbauenden Bericht der Perlen vom Bodensee zu entnehmen ist, hat „die“ Siegerin der U18w, Nora Heidemann“ sich nun für die Jugend-Europameisterschaft in Montenegro angemeldet.
Die Präsidentin des Deutschen Schachbunds, Ingrid Lauterbach, bestätigte gegenüber der FAZ, sie wolle Transfrauen weiterhin ohne Sperrfrist zulassen. Lauterbach lehnt es ab, eine Studie über biologische Ursachen von Leistungsunterschieden aus Verbandsmitteln zu finanzieren. Aus ihrer Sicht ist nicht die Teilnahme von Transfrauen, sondern viel mehr Sexismus und Diskriminierung der wesentliche Faktor, der Frauen aus dem Turnierschach vertreibt.
DSB-Frauenreferentin Nadja Jussupow hat dazu eine klare Meinung: sie fordert eine Sperrfrist für Transfrauen. Gegenüber der Welt hatte sie erklärt, Nora Heidemann sei ein als Mädchen deklarierter Junge, der mit einem Freiplatz beschenkt worden sei. Nachträglich wurde in dieser Passage aus dem “Jungen” ein “Transmädchen”. Die FAZ zitiert sie nun mit dem verbreiteten Argument: “Dass Männer ihr Geschlecht umdeklarieren, nur um einen Titel zu gewinnen oder attraktives, für Frauen ausgeschriebenes Preisgeld zu bekommen, müssen wir verhindern.”
Die Eltern „der“ Spielerin gaben dazu folgendes Statement ab:
Noras Geschlechtsanpassung habe überhaupt nichts mit Schach zu tun. Da neun Teilnehmerinnen mit einer höheren Wertzahl ins Turnier gingen, sei mit ihrem Sieg nicht zu rechnen gewesen. Nie zuvor habe Nora ein auch nur annähernd so gutes Resultat erspielt. Seit ihre Tochter kein Junge mehr sein müsse, hätten sich auch die Leistungen in der Schule deutlich verbessert. In der Schule und in der ostwestfälischen Schachszene sei Nora sofort als Mädchen akzeptiert worden. Ablehnung habe sie erst auf überregionaler Ebene erfahren, wo es beinahe zum Eklat gekommen wäre.
Wie bereits berichtet, hat der deutsche Gesetzgeber den Sportverbänden im Selbstbestimmungsgesetz die Möglichkeit eröffnet, Zulassungskriterien für Transpersonen zu entwickeln. Zitat Bundesfamilienministerium: Das SBGG tastet die Autonomie des Sports nicht an. Nach geltendem Recht entscheiden Sportvereinigungen und Zusammenschlüsse weitgehend in eigener Zuständigkeit darüber, welche Personen zu welchen Wettbewerben zugelassen werden.
Diese Umsetzung ist jedoch im Schachbund bisher nicht geschehen, d.h. es gibt (noch) keine Zulassungskriterien. Es bleibt daher vorerst beim unbefriedigenden Zustand, dass biologische Männer an Frauenturnieren teilnehmen können, und das trotz der eindeutigen Opposition der Frauenkommission und der Frauenreferentinnen. Es ist aus unserer Sicht unverständlich, dass die Präsidentin des DSB, Ingrid Lauterbach nichts unternimmt, um die Frauen und Mädchen vor unfairer Konkurrenz in den Wettbewerben im Leistungssport zu schützen. Im Breitensport wäre das Thema weniger kritisch zu sehen.
Aus unserer Sicht ist auch die geforderte „Studie über biologische Ursachen von Leistungsunterschieden “ nicht zielführend, da das Ergebnis bereits jetzt klar ist: Männer spielen stärker Frauen als Schach, das ist einfach evident, und sowohl biologisch als auch soziologisch nachweisbar. Es ist unverständlich, weshalb DSB und DSJ so unsensibel mit dem Thema umgehen!
Frau Lauterbach braucht keine Studie über biologische Ursachen von Geschlechterunterschieden zu finanzieren, die Fakten sind alle bekannt und belegt.
Wie kommt sie dazu, von oben herab durch ihren Status als Präsidentin zu entscheiden, ohne zumindest die Meinung der betroffenen und zuständigen Personen / Gremien einzuholen und zu berücksichtigen? In einem demokratischen Verband sollte dies doch wohl selbstverständlich sein.
Niemand unterstellt Nora böse Absichten und die U18 Mädchen haben ganz einfach sehr schwach gespielt. Doch wieviel darauf auf die Verunsicherung zurückzuführen ist, gegen einen Jungen zu spielen, ist die Frage. Wenn die Verfechter der Gleichheit schon relativ kleine Irritationen etwa in Form dummer Sprüche oder Unterschätzungen als Ursache des schwächeren Spiels von Mädchen und Frauen annehmen, müssen sie auch diese Betrachtung gelten lassen.
Eine Sperrfrist zumindest der Art, dass der Geschlechtswechsel erst zum neuen Spieljahr möglich ist, solltest das mindeste sein.
Wie man mit so einer Selbstsicherheit ungesichertes Halbwissen im Internet verbreiten kann, bleibt mir ein Rätsel. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass die Leistungsunterschiede zwischen Frauen und Männern im Schach auf biologische Ursachen zurückzuführen sind, die Studienlage tendiert eher ins Gegenteil. Trotzdem wird dies hier als Fakt dargestellt. Ein Musterbeispiel für einen deutlich wahrscheinlicheren Grund: struktureller (unbewusster) Sexismus.
Hallo Herr Lohmann, zu dem Thema haben wir in den letzten drei Wochen einen Artikel nach dem anderen hier auf dem Schachkicker publiziert, alle mit eindeutigem Ergebnis. Lesen Sie die erst mal, und melden sich dann wieder! Es sind etwa 10 an der Zahl!
Eine überhebliche Antwort, wie sie leider zu erwarten war und eigentlich schon jede Diskussion mit Ihnen unnötig macht. Von einem „eindeutigen Ergebnis“ bei teilweise wissenschaftlich gegenteiligem Forschungsstand zu reden muss man sich erstmal trauen.
In den Artikeln wird keine keine Studie zitiert, welche körperliche Unterschiede zwischen Männer und Frauen Zweifelsfall als Grund für den Leistungunterschied im Schach benennt und das ist worum es hier geht. Es ist auch schwierig solche Studien zu finden, da es eine solche Studie nicht gibt. In Zeiten von Deep Search via KI eigentlich nicht besonders schwer herauszufinden.
Selbst in jenem Artikel den Sie selbst geschrieben haben und sich auf körperliche Unterschiede beziehen, widersprechen Sie einfach den wissenschaftlichen Erkenntnissen, beziehungsweise übergehen in Ihrer Schlussfolgerung Lücken im wissenschaftlichen Kenntnisstand. So sagen Sie in dem Artikel: „Wie erklärt sich der unterschiedliche Zugang von Frauen und Männern zum Schach?“ selbst, dass es nicht klar ist, ob sich Testosteron positiv, negativ oder gar nicht auf das räumliches Denken auswirkt. Trotzdem hinterfragen Sie das männliche Hormon an keiner Stelle, sondern stellen es im folgenden Text nur als biologischen Vorteil da. Genauso sagen Sie selbst, dass Östrogen Leistungsschwankungen in beide Richtungen verursachen kann. Was dabei überwiegt geht aus Ihren Daten nicht eindeutig hervor, trotzdem vermitteln Sie im weiteren Verlauf des Textes ein ausschließlich negatives Bild davon. Besonders bedenklich ist an dieser Stelle, dass Sie den Vorteil den Testosteron nachgewiesenermaßen mit sich bringt (höhere Risikobereitschaft) eindeutig benennen, den Vorteil den Östrogen mit sich bringt (Gedächtnisfördernd) jedoch in einem Nebensatz verarbeiten und dies auch nur im Zusammenhang mit Östrogenersatz nach der Menopause. Was davon jetzt fürs Schach relevanter ist müssten man auch erstmal noch wissenschaftlich untersuchen, auch hier gibt es also kein klares Für und Wider.
Trotz der Tatsache, dass Sie selbst einräumen müssen, dass die Datenlage stellenweise sehr uneindeutig ist, schlussfolgern Sie auf Grundlage dieser uneindeutigen Datenlage, gegen den Rat ihrer KI und gegen den wissenschaftlichen Forschungsstand, dass Frauen aus körperlichen Gründen schlechter im Schach sein müssen. Das ist wissenschaftliche höchst unseriös und inkorrekt.
Abgesehen davon würde dies nicht erklären, woher dann die bereits vorhandenen Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen in präpubertären Altersklassen, also in Phasen des Lebens des Lebens in der Hormone bei weitem nicht die gleiche Rolle wie in Späteren spielen und in denen deswegen Mädchen und Jungen sogar noch in körperbetonten Sportarten, im Fußball bespielsweise bis zur U13, zusammenspielen kommen.
Wo wir vorher bereits beim Widersprechen wissenschaftlicher Erkenntnisse und unseriösem Arbeiten waren, möchte ich auf ein Zitat aus Girls&Schach (7) eingehen: „Seit Urzeiten gibt es Unterschiede in den Aufgaben der Geschlechter. Der Mann ist der Jäger und Kämpfer, die Frau die Bewahrerin.“
Sie waren zwar nicht der Autor des Textes, allerdings haben Sie ihn hochgeladen und ich schätze dementsprechend auch vorher gelesen. Es ist mir ein Rätsel, wie es zwei Leuten nicht prüfen können, ob man hier nicht grade veralteten Quatsch hochlädt. Diese angebliche Rollenverteilen der Steinzeit hält wissenschaftlichen Erkenntnissen schon seit längerem nicht mehr stand: https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/07/frauen-bei-der-jagd-geschlechter-mythos-endgueltig-widerlegt/
Frühere Berichte gibt es dazu auch. Wenn mir die Spitze erlaubt sei: „Lesen Sie die erstmal und melden sich dann wieder!“
Hier wurde lediglich ein veraltetes, sexistisches Rollenbild wiedergegeben.
Das Traurige bei der ganzen Geschichte ist, dass an mehreren Stellen in den Artikeln bereits in eine andere, vermutlich deutlich ertragreiche Richtung geschaut wurde, nämlich die unterschiedlichen Erwartungen (also mit anderen Worten unbewusster/bewusster Sexismus) die an Jungen/Männer und Mädchen/Frauen gestellt werden. Es fehlte nur der Mut dies konsequent zu Ende zu denken. Während wir im Schach noch verzweifelt das Feld der körperlichen Unterschiede beackern und dabei immer wieder eine Eindruck von „grrr Frauen grrr“ erzeugen sind andere Sportarten und die Erziehungswissenschaft schon ein Schritt weiter und untersuchen genau dieses Phänomen und seine Auswirkungen auf Leistung und Selbstverständnis der Geschlechter in der Gesellschaft.
Vielleicht findet sich tatsächlich mal eines Tages ein körperlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen, der den Leistungsunterschied erklärt. Ganz ausschließen sollte man dies nicht. Bis dahin sollte man den Ball in dieser Hinsicht aber lieber ganz Flach halten und nichts in Stein meiseln, was sich am Ende als Humbug herausstellen könnte. Denn die Message die man damit an die Frauen und Mädchen sendet ist zu fatal um einfach mal ins Blaue hineinzuraten: Versucht es gar nicht erst, ihr werdet eh nicht so gut wie die Männer und Jungs. In Anbetracht der Tatsache, dass ziemlich viel dafür spricht, dass genau dieses (unberechtigte) Kleinhalten eine der tatsächlichen Ursachen für das Problem sein könnte gilt: Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht!
Hallo Herr Lohmann, ich schätze Ihre beiden Antworten sehr, und überlege, daraus einen Folgeartikel zu verfassen, denn es ist durchaus wichtig, dass auch die Gegenseite zu Wort kommt. Zunächst möchte ich aber festhalten, dass Sie der Erste sind, der im Detail auf die vorgetragenen Argumente eingeht, und dabei wertvolle Argumente vorbringt, insofern haben Sie mich jetzt nachdenklich gemacht, und ich muss weiter dazu recherchieren. Was sonnenklar ist, und das wird kein ernsthafter Mensch bestreiten, dass die Biologie beim Schach (wie in anderen Sportarten auch) eine wichtige Rolle spielt. Wenn also jemand behauptet, dies sei nicht der Fall, dann hat er oder sie sich bereits intellektuell disqualifiziert, denn die Behauptung wäre etwa so wie: wenn man ins Wasser geht, dann wird man nicht unbedingt nass. Ich meine damit nicht Sie persönlich, ich will Sie auch keinesfalls abwerten, denn das ist nicht meine Art, sondern jeden, der mit solchen Scheuklappen an das Thema herangeht.
Sie schreiben hier auch so Sätze, wo sich alles innerlich krümmt, wenn man es liest, aber heute Abend möchte ich nicht genauer darauf eingehen, weil ich schon einen langen Tag hinter mir habe, und die Sache erst mal durchdenken muss. Morgen schreibe ich dann ausführlicher. Ganz generell möchte ich Inhaber des Schachkickers an einem qualifizierten und breiten Meinungsaustausch interessiert bin.
Ich bin mal so frei die KI-Antwort beizufügen:
Zusammengefasst finden sich keine evidenzbasierten Belege dafür, dass Frauen in nicht-körperlich dominierten Sportarten wie Schach aufgrund biologischer Faktoren leistungstechnisch im Nachteil wären. Weder der Menstruationszyklus beeinträchtigt nachweislich die kognitiven Fähigkeiten von Spielerinnen  , noch besitzen Männer dank größerer Organe oder höherem Testosteron eine überlegene mentale Ausdauer . Unterschiede in Wettkampfergebnissen sind auf andere Ursachen zurückzuführen (z. B. Teilnahmequote, Training, psychologische Faktoren wie Stereotype). Für das Schachspiel – insbesondere lange Turnierpartien – bedeutet dies, dass Frauen grundsätzlich die gleiche Leistungsfähigkeit über Stunden aufbringen können wie Männer. Individuelle Schwankungen hängen eher von persönlichem Befinden, Erfahrung und Vorbereitung ab als vom Geschlecht. Die aktuellen wissenschaftlichen Befunde unterstützen daher die Sicht, dass Geschlechtertrennung im Schach aus Leistungsgründen nicht notwendig ist und Frauen durch gezielte Förderung und Abbau von Hürden das gleiche Spitzenniveau erreichen können wie Männer . In Bezug auf die beiden Ausgangsfragen lässt sich festhalten: Es gibt keine wissenschaftlich bestätigte “biologische Bremse”, die Frauen im geistigen Wettkampf behindert – weder durch den Monatszyklus noch durch körperliche Unterschiede in der Ausdauerphysiologie. Die Leistung im Denksport bleibt primär eine Frage von individueller Fähigkeit, Training und mentaler Stärke, nicht des Geschlechts.
Quellen: Die obigen Aussagen beruhen auf Peer-Review-Studien und Fachpublikationen, u. a. einer Meta-Analyse zu kognitiven Leistungen über den Menstruationszyklus  , einer neuropsychologischen Untersuchung zyklusabhängiger Sport-Kognition  , Studien zu mentaler Ermüdung bei Männern vs. Frauen  sowie auf Analysen der Geschlechterverteilung im Schachleistungssport  . Diese evidenzbasierten Quellen untermauern konsistent, dass geschlechtsspezifische Leistungsnachteile in Denksportarten nicht objektiv belegbar sind.
Werter Schachfreund!
Der Begriff „biologische Unterschiede“ ist eine unglückliche Verkürzung des Themas. In einem Denksport sollte klar sein, dass auch psychologische Unterschiede von Bedeutung sind; wer bestreitet, dass Psychologie eine große Rolle beim Schacherfolg spielt?
Vielleicht erleuchten sie mich, den Sie ja so harsch kritisiert haben, mal dahingehend, wer Sie sind und wie Sie darauf kommen, einen gravierenden Unterschied in der Spielstärke vom U8 Level an mit (unbewusstem) Sexismus zu erklären??? Kein Wissenschaftler würde das in diesr Form tun, sind Sie so viel schlauer???
Ihre Erklärung ist mit Selbstsicherheit geäußertes Unwissen, eine einfältige monokausale Erklärung eines komplexen Problems. Ich bin in dieser Frage neutral, habe keine speziellen Interessen oder Vorteile von egal welchem Ausgang. Ich mache mit die Mühe – und glauben Sie mir, in jedem der 7 Teile meines Beitrags stecken etliche Stunden von Arbeit und Studium von Fachveröffentlichungen – aus Interesse an der Sache und um Geschwätz wie das so oft gesehene richtigzustellen. Es ist peinlich zu sehen, wie Schachspieler, die eigentlich im Ruf stehen, intelligenter als der Durchschnitt zu sein und besser als der Durchschnitt denken und entscheiden zu könne, mit derart primitiven Ansichten aufwarten.
Ich habe Sie in meinem ersten Kommentar in keiner Form kritisiert, diese richtete sich ausschließlich an den Artikel. Hätte ich Ihren Kommentar kritisieren wollen, hätte ich auf den Kommentar direkt geantwortet, wie es Herr Hertneck auf meinen getan hat und nicht auf den Artikel allgemein.
Mit Ihrer Aussage, dass kein Wissenschaftler unbewussten Sexismus bei U8-Spielerinnen als Ursache des Leistungsunterschiedes ansehen würde, wäre ich an Ihrer Stelle äußerst vorsichtig. Das Geschlechterklischees und gesellschaftliche Rollenbilder bereits im Grundschulalter Auswirkungen auf das Selbstbild von Mädchen und Jungen haben ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, mit denen ich mich im Rahmen meines Studiums bereits auseinander setzen durfte, beziehungsweise musste, denn eigentlich ist die Tatsache, dass wir bereits Kinder im einstelligem Alter vorschreiben wie sie sich auf Grund ihres Geschlechts zu verhalten haben echt traurig.
Selbst in unserem hinterherhinkenden Sport ist dies mittlerweile angekommen auf der Seite von Chessbase wurde hierzu mal etwas veröffentlicht. Habe den Link grade leider nicht zur Hand, kann ihn aber auch Wunsch sicher nachreichen.
Dementsprechend kann ich den letzten Teil Ihres Kommentars 1 zu 1 zurückgeben.
Die KI ist in solchen Fragen kein verlässlicher Bewerter, was ich z.B. in meinen Beiträgen zu den KI-Ergebnissen, die Gerald Hertneck abgerufen hatte, zeigen konnte. Zudem wurden hier fast nur biologische Faktoren aufgezeigt, aber das Problem hat mehr als nur eine Dimension, wie die Studie „Scientific Explanations of the Performance Gender Gap in Chess and Science, Technology, Engineering and Mathematics (STEM)“ von Andrea Brancaccio und Fernand Gobet (Internationaler Meister und einer der weltweit führenden Schachpsychologen) im „Journal of Expertise 2023. Vol. 6(1), S.81-107, sehr gut zeigt. Dort werden vier Bereiche genannt. Das sollten Sie sich anschauen, ist aber lang und anstrengend.
Wenn der Unterschied so einfach mit Training ausgeglichen werden könnte, müsste es doch mehr starke Spielerinnen geben. Tatsächlich ist das zwar auf gewisse Weise bei den Polgars der Fall gewesen, aber nur ermöglicht durch eine Verengung des sozialen Umfelds von frühster Kindheit an, ein pädagogisches Experiment, das den Rahmen des üblichen erheblich sprengt.
„Die Leistung im Denksport bleibt primär eine Frage von individueller Fähigkeit, Training und mentaler Stärke, nicht des Geschlechts.“ Aber was ist Ursache, was ist Wirkung? Die Zahlen belegen eindeutig, dass Mädchen weit weniger Interesse am Schach haben als Jungen (s. #7) und daher weit weniger an der Leistungssteigerung interessiert sind; zweifellos eine mentale Sache. Ob sie nicht können oder nicht wollen kommt am Ende aufs Gleiche hinaus.
Es wäre lustig zu sehen, wie die Behauptung:
„Die aktuellen wissenschaftlichen Befunde unterstützen daher die Sicht, dass Geschlechtertrennung im Schach aus Leistungsgründen nicht notwendig ist“
sich bei Abschaffung der Geschlechtertrennung auswirken würde. Lustig allerdings nur für mich, der das Gegenteil behauptet und dafür angegriffen wird, sehr traurig allerdings für das Frauenschach, das dann wohl große Abgänge zu verzeichnen hätte. Schon in der U8 wäre es ein Schlachtfest, wenn man die angriffslustigen Boys auf die Mädchen losließe. In der U18 hat sich ja gezeigt, dass ein Junge von mäßiger Stärke das Turnier gewinnen konnte. Haben Sie sich je Partien aus den Mädchenklassen angeschaut? Ich habe hunderte davon analysiert und ausgewertet und so mein „Halbwissen“ aufgebaut. Und Sie?
„… Frauen durch gezielte Förderung und Abbau von Hürden das gleiche Spitzenniveau erreichen können wie Männer.“
Okay, bei all den schachspielenden Frauen auf der Welt müsste es doch einige geben, die das täten. Bisher haben nur Humpy Koneru und vor allem Hou Yifan am Spittenschach gekratzt, wobei letztere auch eine besondere Erziehung (Home schooling) erhalten hat.
Lesen Sie doch einfach mal meine 7 Artikel, die ich ohne die Hilfe von KI recherchiert und geschrieben habe. Sie werden viele interessante Dinge finden. Auch der gesunde Menschenverstand und die Betrachtung der Fakten kann zu hilfreichen Erkenntnissen führen.
Aber es ist ja viel einfacher, statt selbst etwas zu studieren oder zu wissen, die KI zu befragen; die neue Form des „Halbwissens“.
Übrigens bleiben Sie noch die Antwort schuldig, wie (unbewusster) Sexismus zum Leistungsunterschied führt. Oder war der KI diese Frage zu blöd, grins!
und Frauen durch gezielte Förderung und Abbau von Hürden das gleiche Spitzenniveau erreichen können wie Männer 
Lieber Heinz, ich habe gestern einen ernüchternden Fachartikel zum Thema „Zuverlässigkeit der KI-Antworten“ gelesen, der Wasser auf deinen Mühlen sein dürfte. Folgendes wurde dabei festgehalten:
1. Die KI gibt oft Antworten aufgrund eines veralteten Wissensstands aus, da die Modelle zum Tag X mit dem verfügbaren Wissen auf trainiert wurden. So ist zum Beispiel Googles Gemini auf dem Wissensstand von Anfang 2023. In der Regel greift die KI bei den Antworten auf das gespeicherte Wissen zurück.
2. Wenn neuere Ergebnisse in die Antworten berücksichtigt sein sollen, muss parallel eine aufwändigere (und teurere Internetsuche) durchgeführt werden, dies muss vom Fragesteller extra „beantragt“ werden.
3. Schon bei kleinen Abweichungen in der Fragestellung können unterschiedliche Antworten herauskommen. Wieso die Systeme so uneinheitlich reagieren, ist eine offene Frage.
4. Durchaus kann es auch vorkommen, dass die Antwort sachlich völlig falsch ist, wenn unzuverlässige Quellen bei der Recherche herangezogen wurden.
Trotzdem möchte ich die Nutzung der KI verteidigen, denn sie liefert in erstaunlich kurzer Zeit erstaunlich viel Information, die man sonst mühsam zusammensuchen müsste.
Hier ein Link dazu: https://www.heise.de/news/BSI-veroeffentlicht-Whitepaper-zum-Bias-in-der-KI-10500716.html
und noch einer: https://www.dasinvestment.com/matthias-beenken-jede-zweite-ki-antwort-ist-grundfalsch/?viewall
* Wer KI-Texte zitiert, sollte immer angeben, von welchen KI-Programmen sie stammen – und idealerweise auch noch dabei schreiben, mit welchem Prompt er oder sie die Antwort „provoziert“ hat.
* Als Mathematiker ist mir etwas Gruseliges passiert. Mit ChatGPT 4o habe ich seit einigen Tagen an einem nicht-trivialen Problem der experimentellen Mathematik gearbeitet. Einige Tage lang war das Programm eine grosse Hilfe, aber vorgestern hat es mehrfach beim Ziehen der Wurzel aus vierstelligen natürlichen Zahlen Ergebnisse angezeigt, die um 1 oder 2 daneben lagen. Glücklicherweise habe ich es direkt gemerkt, weil mein Zahlengefühl mich nicht getrogen hatte.
Hier einmal die Quellen der KI:
https://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0318576
https://www.researchgate.net/profile/Andrew-Lavender/publication/330025457_A_comparison_of_task-based_mental_fatigue_between_healthy_males_and_females/links/5c59348e458515a4c75918cd/A-comparison-of-task-based-mental-fatigue-between-healthy-males-and-females.pdf
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2679077/
Wie Sie sehen ist ein breiter Blumenstrauß aus den verschiedensten Jahren darunter, alte, wie sehr aktuelle. Das veraltete Informationen zu Fehleinschätzungen führen, kann natürlich passieren, ist allerdings bei Menschen nicht anders, wie an Brunthals Aussage, über Rollenverteilung in der Steinzeit zu sehen ist.
Natürlich ist mir ein Link durch die Lappen gegangen:
https://www.ucl.ac.uk/news/2024/jun/womens-mental-agility-better-when-theyre-their-period
Hallo Herr Lohmann, vielen Dank für die Links, schaue ich mir in Ruhe an, und komme wohl erst am Wochenende zur Beantwortung. Ich habe schon einen Blick auf die Seiten geworfen, und muss sagen, dass es mir fast schon zu wissenschaftlich wird, denn ich bin Schachgroßmeister und Projektleiter und kein Neurologe und Kognitionsexperte. Aber greifen wir mal folgenden Absatz heraus aus der Gobet et. al. Studie:
Eine populäre Erklärung für die kleine Anzahl von Frauen auf der obersten Ebene intellektuell anspruchsvoller Aktivitäten von Schach bis Wissenschaft spricht biologische Unterschiede in den intellektuellen Fähigkeiten von Männern und Frauen an. Eine alternative Erklärung ist, dass die extremen Werte in einer großen Stichprobe wahrscheinlich größer sind als die in einem kleinen. Obwohl die Leistung der 100 besten deutschen Schachspieler besser ist als die der 100 besten deutschen Frauen, zeigen wir, dass 96 Prozent des beobachteten Unterschieds angesichts der viel größeren Anzahl von Männern, die Schach spielen, erwartet würden. Es bleibt wenig für biologische oder kulturelle Erklärungen übrig.
Dazu kann ich einfach nur sagen, diese Behauptung ist dermaßen absurd, dass mir die Lust fehlt, mich überhaupt weiter mit dem Artikel zu beschäftigen (ich werde es aber trotzdem versuchen). Soll ich wieder mit einem meiner berühmten Vergleiche ankommen? Wir haben wissenschaftlich untersucht, dass der Grund weshalb Wasserfälle immer nach unten fließen, nicht hauptsächlich auf der Schwerkraft beruht, sondern darauf, dass es nicht genügend Wasserfälle gibt, die wir untersuchen konnten… Es mag sein, dass das Beispiel etwas absurd ist, aber genauso absurd erscheint mir die Behauptung, dass die geringere Spielstärke von Frauen an der geringeren Anzahl der Teilnehmerinnen liegt. Kurzum, ich werde mir die Quellen in Ruhe durchlesen, und melde mich dann noch mal.
Was ich auf jeden Fall schon mal vorab zugebe, ist die Tatsache, dass es einige wissenschaftliche Studien gibt, die die Hauptursache für den eklatanten Spielstärkeunterschied nicht in der Biologie sehen.
Viele Grüße, G. Hertneck
Hallo Herr Lohmann, ich hatte Ihnen eine Antwort versprochen, allerdings sehe ich mich außerstande, in die zahlreichen zitierten wissenschaftlichen Beiträge einzuarbeiten oder diese auch nur zu überfliegen. Versuchen wir es also mit „Hausfrauenlogik“.
1. Es ist doch äußerst unwahrscheinlich, dass wenn man 7.000 Spielerinnen in der Deutschen Rangliste nach Elo auswertet, diese sich in der Elo-Verteilung anders verhalten, als wenn es 45.000 wären, also die Hälfte der männlichen Spieler. Ehrlich gesagt, konnte ich die Logik dieses Arguments nie nachvollziehen. Das würde ja bedeuten, dass es einen verborgenen „Superpool“ von Schachspielerinnen gäbe, der sich lieber auf etwas anderes fokussiert hat. Ich denke, Sie müssen zugeben, dass das sehr unwahrscheinlich ist.
2. Sie haben Quellen angeführt, wonach sich in der Menstruation positive Effekte auf die Kognition ergeben können. Mag sein, auch wenn dies anhand des Versuchsmodells von Heinz bestritten wird. Sie haben auch angeführt, dass in einigen skills Östrogen gegenüber Testosteron sogar einen Vorteil bieten kann. Sagen wird mal, ich gehe in beiden Beispielen mit Ihnen d’accord. Dann bleibt aber immer noch die Tatsache, dass die Zahlen, also die Elo-Differenz eine völlig andere Sprache sprechen, und zwar sowohl historisch als auch über die Welt verteilt. Und das fängt bereits im Jugendbereich an, wie Luther und Brunthaler in ihrem Buch „Das U10-Projekt“ gezeigt haben. Sowohl die Fehlerhäufigkeit als auch die Schwere der Fehler ist deutlich schlechter als bei den gleichaltrigen Jungen. Wie ist das also zu erklären?
3. Jetzt kommt noch mal meine Hausfrauenlogik. Was ist das Organ, das uns beim Schach begleitet, und wo die Varianten, die Bewertungen und die Züge herkommen? Es ist offensichtlich das Gehirn! Die Wissenschaft hat auch längst herausgefunden, dass die Gehirne von Männern und Frauen unterschiedlich aufgebaut sind. Das ist doch auch nicht abwertend gemeint, es heißt einfach nur: Frauen denken und handeln anders als Männer!
4. Meine Überzeugung lautet daher: Schach ist quasi für Männer gemacht, es ist ein kognitiver Bereich, in dem sie brillieren können. Im Gegenzug gibt es genügend andere Bereiche, wo Frauen besser sind als Männer, zum Beispiel bei der emotionalen Intelligenz, die mir hier als erstes einfallen würde. Männer sind zum Beispiel auch besser in den verwandten Bereichen Mathematik und Wissenschaften.
5. Abschließend muss ich sagen, dass mir auch durch Ihre Ausführungen klar geworden ist, dass es überzeugte Anhänger anderer Theorien gibt, und das will ich Ihnen auch nicht nehmen. Nur wenn jemand steif und fest behauptet, dass Frauen in ferner Zukunft zu den Männern aufschließen könnten, wenn 10 mal mehr Frauen Schach spielen würden, so wie Gobet et. al. das unverständlicherweise nahelegen, dann kann ich dieses Argument einfach nicht ernst nehmen!
Hallo Hertneck,
vielen Dank für Ihre Antwort. Das es Ihnen zu wissenschaftlich wird, kann ich sehr gut nachvollziehen, die Artikel sind teilweise schwer zu lesen. Wenn man allerdings Tatsachenbehauptungen zu einem Thema von solcher Tragweite aufstellt, wie wir beide das hier tun, bin ich der Meinung, dass sie doch auf solider wissenschaftlicher Grundlage stehen sollte. Deswegen habe ich auch ein bisschen Bauchschmerzen damit, dass Sie mit „Hausfrauenlogik“ gegen besagte wissenschaftliche Studien argumentieren.
Das die von Ihnen zitierte Studie von Gobet et. al. Diskussionsstoff biete ist mir klar und war es auch schon vorher. Diese Theorie wurde ja schon mehrfach in der Schachwelt, teils hitzig diskutiert. Trotzdem muss ich, wenn ich einen KI-Text, der wie ich finde nach wie vor die Thematik gut zusammenfast, poste, natürlich alle Quellen angeben, auch wenn eine davon angreifbar ist. Alles andere wäre einfach nur unseriös. In den anderen Studien geht es dann deutlich weniger um Mathematik als um Biologie und den menschlichen Körper.
Zu ihrem Punkt 2. und den Gründen haben ich unter Herrn Brunnthalers letzten Kommentar bereits länger Stellung bezogen, der einfachhaltshalber poste ich den Ausschnitt wortgleich auch noch mal hier drunter, um mir die Mühe zu ersparen alles noch einmal tippen zu müssen. Vielleicht ist es für sie ja interessant:
Vorneweg muss ich glaube ich einmal ein Missverständnis ausräumen. Mehrfach scheint es so, als wollten Sie mich davon überzeugen, dass ein Leistungsunterschied zwischen Frauen/Mädchen und Männer/Jungen besteht. Das ein Leistungsunterschied da ist, steht jedoch überhaupt nicht zur Debatte. Den habe ich auch niemals angezweifelt und in meinem Kommentar auch erwähnt. Die Frage, die hier diskutiert wird, ist nicht, ob dieser Leistungsunterschied besteht, sondern warum. Anders als sie nämlich schreiben, kommt es nicht aufs Gleiche hinaus, ob Frauen und Mädchen nicht können oder wollen. Wenn es biologische Gründe gäbe, wäre diese Situation nämlich unveränderbar, sind die Gründe mentaler oder soziologischer Natur wären sie das sehr wohl. Die Bewertung der KI nachdem „Die aktuellen wissenschaftlichen Befunde unterstützen daher die Sicht, dass Geschlechtertrennung im Schach aus Leistungsgründen nicht notwendig ist“ bezieht sich auf die Frage, ob ein Geschlecht aus biologischen Gründen schlechtere Leistung erbringen kann, denn auf den biologischen Aspekt war die an die KI gestellt Frage ausgerichtet. Das bisher hauptsächlich über biologische Gesichtspunkte diskutiert wurde liegt daran, dass im Artikel die Aussage getätigt wurde, dass biologisch nachweisbar sei, dass Frauen schlechter im Schach sein. Da dies die aktuelle Studienlage nicht hergibt, ist die Aussage unter diesem Gesichtspunkt korrekt. Das Frauen- und Mädchenturniere, die allen Frauen und Mädchen zugänglich sind, unter anderen Gesichtspunkten Sinn ergeben, ist ein anderes Thema, macht die Aussage aus biologischer Sicht aber nicht weniger wahr.
Darauf kommen, dass sexistische Rollenbilder, auch bereits in der Altersklasse U8, die Ursache für den Leistungsunterschied zwischen den Geschlechtern sind tue ich, wie bereits erwähnt, auf Grundlage von Erkenntnissen aus der Erziehungswissenschaft und der Psychologie. Dabei ist es wissenschaftlich gesichert, dass Rollenbilder von Kindern bereits deutlich früher übernommen werden, als Ihnen klar zu seinen scheint. Der späteste Zeitpunkt, der sich dazu in der Literatur finden lässt, ist das 5.Lebensjahr, einige Quellen sprechen sogar schon vom 3.Lebensjahr. Diese Rollenbilder werden durch Eltern, älterer Geschwister oder Medien, seien sie nun analog oder digital an das Kind weitergegeben. Dabei geschieht dies in den seltensten Fällen bewusst, sondern eher durch unbewusste geschlechterspezifische Verhaltensweisen oder Erwartungshaltungen an das Kind, die als „normal“ war genommen werden und über die sich keine Gedanken gemacht wird. Ein Blick ins Fernsehprogramm zum Beispiel zeigt, dass dort Sportler, die um Medialen und die ersten Plätze deutlich häufiger vertreten sind als Sportlerinnen. Dabei ist es egal, ob es sich um reelle oder fiktive sportliche Ereignisse handelt. Das ist weder die Schuld der Sportler noch der Sportlerinnen und auch nur bedingt der Fernsehsender, die zeigen halt was geschaut wird, es ist aber eine gute Möglichkeit um zeigen, wie ein Rollenbild, nämlich, dass Sport und sportlicher Erfolg Männersache sei, unbewusst vermittelt wird. Damit werden die Kinder jedoch in eine geschlechterspezifische Rolle hineingedrängt. Übrigens ist das vorher angebrachte Beispiel ein Grund, warum Sportverbände mehr Frauensport im Fernsehen fordern: sie erhoffen sich eine Vorbildfunktion für junge Mädchen, die bisher fehlt, um die Mädchen in die Vereine zu bringen. Wir brauchen ja nicht so zu tun, als sei Schach die einzige Sportart, die ein Frauenproblem hat. Die Auswirkungen geschlechterspezifischer Rollenbilder zeigen sich dann bereits im Grundschuljahr. So wurde in Studien nachgewiesen, dass Mädchen im Alter von 6-7 Jahren Eigenschaften wie begabt, schlau, intelligent und talentiert eher mit dem männlichen Geschlecht als mit ihrem eigenen in Verbindung bringen und Spiele und Aufgaben die für Zitat „schlaue Kinder“ sind eher meiden. Bei Jungs im gleichen Alter tritt dieses Phänomen nicht auf. Dieser Sachverhalt war auch Teil des ChessBase-Artikels, denen ich Ihnen angeboten haben rauszusuchen, den Sie aber scheinbar nicht haben wollten. Diese Beeinflussung durch ein Rollenbild stellt auch eine Erklärung dafür da, dass Frauen und Mädchen erwiesenermaßen altersübergreifend Wettkämpfe und Wettbewerb eher meiden, da dies in unserer Gesellschaft nicht dem typischen Frauenbild entsprechen, sondern männlich konnotiert sind. Darauf hinweise tut eine wissenschaftliche Arbeit, in der die Wettkampfbereitschaft von Frauen und Männern aus einer patriarchalisch organisierten Volksgruppe (in der englischsprachigen Studie wird von „tribes“ gesprochen) in Tanzania mit denen von Frauen aus einer matriarchalisch organisierten Volksgruppe, den Khasi in Indien verglichen wurde. Hierbei zeigte sich, dass bei den Khasi mehr Frauen als Männer bereit waren an einem Wettkampf teilzunehmen, etwas, was in unserer Gesellschaft noch nicht beobachtet werden konnte. Bei der Volksgruppe in Tanzania waren wenig überraschend mehr Männer als Frauen bereit sich auf einen Wettkampf einzulassen. Diese Arbeit zeigt neben der Tatsache, dass das Meiden von Wettkampf bei Frauen kulturell bedingt ist, auch, dass dies kein in Stein gemeißeltes Gesetz ist, sondern durch äußere Einflüsse verändert werden kann.
Diese ist natürlich nur ein kleiner Einblick in die Faktenlage, wie Mädchen sich selbst sehen und wie sie zu Wettbewerb und Wettkampf stehen. Sie gilt aber als relativ eindeutig und stellt den aktuellen Stand der Wissenschaft da. Interessanter wird es, wenn man sich anguckt, wie sich Mädchen verhalten, wenn sie sich doch einmal in einer Wettkampfsituation sind. Die Studienlage dazu ist bei weitem nicht so ertragreich. In einer Studie die zu diesem Thema durchgeführt liefen Jungen und Mädchen im Alter von 9-10 Jahren zunächst alleine eine Strecke und die Zeit wurde gemessen. Die Strecke wurde ein zweites Mal gelaufen, allerdings diesmal in Konkurrenz zu einem anderen Kind. Während die Jungs ihrer Zeit in der Wettkampfsituation verbessern konnten, gelang dies den Mädchen nicht, eher verschlechterten sie sich. Dabei war es egal, ob sie gegen einen Jungen oder ein anderes Mädchen liefen. Mehrere ähnliche Studien, in der eine Aufgabe erst alleine und dann im Wettbewerb durchgeführt wurde, wurde mit Erwachsenen durchgeführt, auch hier steigerten Männer ihre Leistung im Wettbewerb, Frauen hingegen nicht. Dies könnte durch einen psychologischen Aspekt erklärt werden, der sich in einer Studie zu mathematischen Fähigkeiten von Frauen und Mädchen zeigte.
Vor dem Test wurde eine Gruppe von Frauen darauf hingewiesen, dass Frauen in Mathe grundsätzlich schlechter sein als Männer. Daraufhin schnitten diese Frauen schlechter ab als die Kontrollgruppe, obwohl dieselben mathematischen Fähigkeiten vorlagen. Daran zeigt sich, dass wenn man einer Frau erzählt, dass sie etwas auf Grund ihres Geschlechtes nicht oder schlechter kann, sich dies negativ auf ihre Performance auswirkt. In einer Gesellschaft die Frauen und Mädchen mindestens unbewusst vorlebt, dass Wettkampf und Wettbewerb etwas für Männer sei würde dies zwangläufig und unabhängig von der Disziplin zu Problemen führen. Im Schach, einem klassischen „Männersport“ in dem unglücklicherweise Männer zumindest momentan tatsächlich auch besser sind als Frauen ist, die natürlich besonders unglücklich und da bereits Kinder im Grundschulalter Rollenbilder übernehmen, ist nicht davon auszugehen, dass dies in der von Ihnen angesprochenen U8 anders ist. Deswegen verstehen Sie vielleicht auch, warum ich mich so dagegen sträube biologische Ursachen als Grund für den Leistungsunterschied hinzunehmen, wenn dies nicht einwandfrei erwiesen, sondern auf Grund der Studienlage sogar angezweifelt werden darf. Es sendet ein Bild aus, dass Frauen und Mädchen gar nicht erst in der Lage sind so gut zu spielen wie Männer und Jungen, es also kein momentaner Ist-Zustand ist, sondern etwas Festgeschriebenes und Unveränderliches. Dies wäre in Anbetracht der oben dargelegten Erkenntnisse fatal und würde die Situation weiter verschlimmern, anstatt zu helfen. Das heißt nicht, sollte sich doch einmal herausstellen, dass es tatsächlich unveränderliche Gründe gibt, diese verschwiegen werden sollte, die Faktenlage gibt diese unveränderlichen Gründe nur nicht her.
Auf Grundlage dieses Texte erklärt sich vielleicht auch ausführlicher, warum ich in einem meiner ersten Kommentare zur Vorsicht mahnte.
Hallo Herr Lohmann,
Ihre Antworten passen nicht zu meiner Frage. Es gibt mindestens
ein Dutzend populärer KI-Programme, die man befragen oder
instruieren kann. Welches KI-Programm (z.B. ChatGPT) hatten
Sie gefragt?
Freundliche Grüße, Ingo Althöfer.
Hallo Herr Althöfer, Herr Lohmann hat auf meine Kommentare geantwortet und nicht auf Ihre.
Hallo Herr Althöfer,
Zur KI: ChatGPT (Pro) Modell 4o mit deep research
Freundliche Grüße
Rene Lohmann
Falls Sie nicht schon in dieser Richtung tätig sind, sollten Sie in die Politik gehen. Wie dort üblich greifen Sie aus einem langen Text (hier insgesamt im Wert von ca. 40 Buchseiten) einen kleinen Schnipsel heraus und fallen darüber her:
„Wo wir vorher bereits beim Widersprechen wissenschaftlicher Erkenntnisse und unseriösem Arbeiten waren, möchte ich auf ein Zitat aus Girls&Schach (7) eingehen: „Seit Urzeiten gibt es Unterschiede in den Aufgaben der Geschlechter. Der Mann ist der Jäger und Kämpfer, die Frau die Bewahrerin.“
Sie waren zwar nicht der Autor des Textes, allerdings haben Sie ihn hochgeladen und ich schätze dementsprechend auch vorher gelesen. Es ist mir ein Rätsel, wie es zwei Leuten nicht prüfen können, ob man hier nicht grade veralteten Quatsch hochlädt. Diese angebliche Rollenverteilen der Steinzeit hält wissenschaftlichen Erkenntnissen schon seit längerem nicht mehr stand: https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2023/07/frauen-bei-der-jagd-geschlechter-mythos-endgueltig-widerlegt/
Frühere Berichte gibt es dazu auch. Wenn mir die Spitze erlaubt sei: „Lesen Sie die erstmal und melden sich dann wieder!“
Ich habe aus Platzgründen im genannten Text dies nur gestreift; in einem Fachartikel wäre ich näher darauf eingegangen und hätte das präzisiert.
Sie führen einen Artikel an, der lediglich ein Teilgebiet behandelt und keineswegs alle früheren zu „veralteten Quatsch“ macht. Ich habe nie behauptet, dass Jagend ausschließlich Männersache war. Das jagende Frauen vorkamen ändert nichts am Schwerpunkt der Rollen und dieser Artikel ist nicht die Heilige Schrift, wird sicher auch in den entsprechenden Kreisen kritische Beurteilung finden. Und selbst im Artikel räumen die Forscher ein:
„Obwohl Frauen also überproportional für die Kindererziehung zuständig seien, hielt sie diese Aufgabe nicht vom Jagen ab.“
Hinzu kommen zahlreiche andere Arbeiten der Frauen wie Nahrungsaufbereitung und kochen.
Ich nehme ein Blatt aus Ihrem Buch und sage:
„Wenn mir die Spitze erlaubt sei: Lernen Sie erst mal Manieren!“
Gerald Hertneck führt den Schachkicker ehrenamtlich und schreibt seine Artikel aus dem idealistischen Motiv, das Frauenschach vor Schaden zu bewahren. Das ist mit viel Zeitaufwand verbunden und, wenn er stattdessen Online-Training geben würde, käme wohl ein hübsches Sümmchen zusammen. Er opfert also Zeit, Kraft und Geld. Das sollte man respektieren, auch wenn man seine Ansichten nicht teilt. Zudem ist er Großmeister und Insider der Schachszene; was wissen Sie vergleichsweise über z.B. Leistungsschach und Spitzenspielerinnen?
Ihre Ausdrucksweise ist nicht akzeptabel, respektlos und arrogant.
Ach übrigens, in Sachfragen sind Sie zurückhaltender mit Äußerungen. Sie schrieben:
„Das Geschlechterklischees und gesellschaftliche Rollenbilder bereits im Grundschulalter Auswirkungen auf das Selbstbild von Mädchen und Jungen haben ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, … , denn eigentlich ist die Tatsache, dass wir bereits Kinder im einstelligem Alter vorschreiben wie sie sich auf Grund ihres Geschlechts zu verhalten haben echt traurig.“
Wie sollten denn Kinder Ihrer Ansicht nach erzogen werden?
Und Frage: Wie kann diese, Ihrer Meinung nach schlechte Form der Erziehung, in nur wenigen Jahren den großen Unterschied in der Spielstärke bewirken, der sich schon in der U8 zeigt?
Ein paar Zahlen aus meiner aktuellen Arbeit aus der U8 / u8w 2024 und 2025:
„Die Rate von Eröffnungsfehlern / Reinfällen liegt bei den Boys bei ca. 10-15%, was zumeist auf einige wenige der schwächsten Teilnehmer zurückzuführen ist.
Bei den Girls 35% (2024) und sogar 58% (2025), darunter auch 1-zügige Figureneinsteller und allgemein viel primitivere Fehler als bei den Boys. Auch das allgemeine Spielniveau ist bei den Girls deutlich schwächer.“
Theoretische Debatten sind gut und schön, aber es bleibt die Erkenntnis: „Die Wahrheit liegt auf dem Brett“. Und was sagen Sie zu dieser Wahrheit?
Unser agiler Schachfreund Rene Lohmann hat eine neue Attacke auf Gerald Hertnecks Meinung, es gäbe einen biologischen Unterschied zwischen den Geschlechtern gestartet, und zwar mit dem Link, der zur Studie
„Women’s mental agility is better when they’re on their period“
führt. Diese wird von ihren Machern wie folgt beschrieben:
„Die Tests wurden so konzipiert, dass sie mentale Prozesse nachahmen, die für Mannschaftssportarten typisch sind. In einem Test wurden den Teilnehmern lächelnde oder zwinkernde Gesichter gezeigt und sie wurden gebeten, nur dann die Leertaste zu drücken, wenn sie ein lächelndes Gesicht sahen, um Hemmung, Aufmerksamkeit, Reaktionszeit und Genauigkeit zu testen. In einem anderen Test wurden sie gebeten, Spiegelbilder in einer 3D-Rotationsaufgabe zu identifizieren, mit der die räumliche Wahrnehmung bewertet wurde. Eine Aufgabe, bei der sie klicken mussten, wenn zwei sich bewegende Bälle auf dem Bildschirm kollidierten, diente zur Messung des räumlichen Timings.“
Um es dem Leser leichter zu machen: Übersetzt mit DeepL.com
Okay, Schach und Fußball haben schließlich vieles gemeinsam, wir wissen ja: „Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfeln!“ Grins!
Aber irgendwie ist es doch komisch. Ich spiele seit 66 Jahren Schach und solche Aufgaben sind mir dabei noch nie vorgekommen!? Habe ich da was versäumt oder ist es etwa ein Zeichen von Demenz und ich habe es bloß vergessen?
Jeder Leser mag für sich die Relevanz dieser Aufgaben im Bezug auf Wettkampfschach einschätzen. Wieder mal hat jemand vergessen, dass Schach kein Aufgabenlösen oder etwa wie ein Musikstück etwas wiederzugeben ist, sondern KAMPF! Beeinträchtigungen durch körperliche Umstände können in solchen Situationen negative psychologische Effekte auslösen, das psychische Gleichgewicht stören, depressiv wirken, was Selbstvertrauen und Zuversicht untergräbt.
Beim Körpersport können depressive Neigungen durch die Bewegung (und eventuell auch durch die Erschöpfung) reduziert werden, beim Schach ist der Spielraum für Bewegung und körperliche Aktivität dagegen arg eingeschränkt.
Noch einmal zur Studie:
„Professor Paul Burgess, senior author of the study from UCL’s Institute of Cognitive Neuroscience, said: “This study emerged from listening carefully to female soccer players and their coaches.“
Um die Auswirkung der Menstruation aufs Wettkampfschach festzustellen, lohnt es sich wohl eher, sorgfältig auf die Äußerung von GM Elisabeth Pähtz und vieler anderer Spielerinnen zu hören, die da „näher am Ball“ sind.
Ein wichtiger Punkt bei wissenschaftlich-analytischen Betrachtungen ist, die richtigen Bezüge und Gewichtungen vorzunehmen. Beim voreingenommenen Betrachter finden wir bedauerlicherweise oft die Tendenz, ohne dies zu berücksichtigen vorhandenes Material in das Prokrustes-Bett seiner Ideologie zu zwängen.
Da Sie in letzter Zeit sehr fleißig waren, erlaube ich mir Ihre drei Kommentar unter diesem en bloc zu beantworten
Vorneweg muss ich glaube ich einmal ein Missverständnis ausräumen. Mehrfach scheint es so, als wollten Sie mich davon überzeugen, dass ein Leistungsunterschied zwischen Frauen/Mädchen und Männer/Jungen besteht. Das ein Leistungsunterschied da ist, steht jedoch überhaupt nicht zur Debatte. Den habe ich auch niemals angezweifelt und in meinem Kommentar auch erwähnt. Die Frage, die hier diskutiert wird, ist nicht, ob dieser Leistungsunterschied besteht, sondern warum. Anders als sie nämlich schreiben, kommt es nicht aufs Gleiche hinaus, ob Frauen und Mädchen nicht können oder wollen. Wenn es biologische Gründe gäbe, wäre diese Situation nämlich unveränderbar, sind die Gründe mentaler oder soziologischer Natur wären sie das sehr wohl. Die Bewertung der KI nachdem „Die aktuellen wissenschaftlichen Befunde unterstützen daher die Sicht, dass Geschlechtertrennung im Schach aus Leistungsgründen nicht notwendig ist“ bezieht sich auf die Frage, ob ein Geschlecht aus biologischen Gründen schlechtere Leistung erbringen kann, denn auf den biologischen Aspekt war die an die KI gestellt Frage ausgerichtet. Das bisher hauptsächlich über biologische Gesichtspunkte diskutiert wurde liegt daran, dass im Artikel die Aussage getätigt wurde, dass biologisch nachweisbar sei, dass Frauen schlechter im Schach sein. Da dies die aktuelle Studienlage nicht hergibt, ist die Aussage unter diesem Gesichtspunkt korrekt. Das Frauen- und Mädchenturniere, die allen Frauen und Mädchen zugänglich sind, unter anderen Gesichtspunkten Sinn ergeben, ist ein anderes Thema, macht die Aussage aus biologischer Sicht aber nicht weniger wahr.
Darauf kommen, dass sexistische Rollenbilder, auch bereits in der Altersklasse U8, die Ursache für den Leistungsunterschied zwischen den Geschlechtern sind tue ich, wie bereits erwähnt, auf Grundlage von Erkenntnissen aus der Erziehungswissenschaft und der Psychologie. Dabei ist es wissenschaftlich gesichert, dass Rollenbilder von Kindern bereits deutlich früher übernommen werden, als Ihnen klar zu seinen scheint. Der späteste Zeitpunkt, der sich dazu in der Literatur finden lässt, ist das 5.Lebensjahr, einige Quellen sprechen sogar schon vom 3.Lebensjahr. Diese Rollenbilder werden durch Eltern, älterer Geschwister oder Medien, seien sie nun analog oder digital an das Kind weitergegeben. Dabei geschieht dies in den seltensten Fällen bewusst, sondern eher durch unbewusste geschlechterspezifische Verhaltensweisen oder Erwartungshaltungen an das Kind, die als „normal“ war genommen werden und über die sich keine Gedanken gemacht wird. Ein Blick ins Fernsehprogramm zum Beispiel zeigt, dass dort Sportler, die um Medialen und die ersten Plätze deutlich häufiger vertreten sind als Sportlerinnen. Dabei ist es egal, ob es sich um reelle oder fiktive sportliche Ereignisse handelt. Das ist weder die Schuld der Sportler noch der Sportlerinnen und auch nur bedingt der Fernsehsender, die zeigen halt was geschaut wird, es ist aber eine gute Möglichkeit um zeigen, wie ein Rollenbild, nämlich, dass Sport und sportlicher Erfolg Männersache sei, unbewusst vermittelt wird. Damit werden die Kinder jedoch in eine geschlechterspezifische Rolle hineingedrängt. Übrigens ist das vorher angebrachte Beispiel ein Grund, warum Sportverbände mehr Frauensport im Fernsehen fordern: sie erhoffen sich eine Vorbildfunktion für junge Mädchen, die bisher fehlt, um die Mädchen in die Vereine zu bringen. Wir brauchen ja nicht so zu tun, als sei Schach die einzige Sportart, die ein Frauenproblem hat. Die Auswirkungen geschlechterspezifischer Rollenbilder zeigen sich dann bereits im Grundschuljahr. So wurde in Studien nachgewiesen, dass Mädchen im Alter von 6-7 Jahren Eigenschaften wie begabt, schlau, intelligent und talentiert eher mit dem männlichen Geschlecht als mit ihrem eigenen in Verbindung bringen und Spiele und Aufgaben die für Zitat „schlaue Kinder“ sind eher meiden. Bei Jungs im gleichen Alter tritt dieses Phänomen nicht auf. Dieser Sachverhalt war auch Teil des ChessBase-Artikels, denen ich Ihnen angeboten haben rauszusuchen, den Sie aber scheinbar nicht haben wollten. Diese Beeinflussung durch ein Rollenbild stellt auch eine Erklärung dafür da, dass Frauen und Mädchen erwiesenermaßen altersübergreifend Wettkämpfe und Wettbewerb eher meiden, da dies in unserer Gesellschaft nicht dem typischen Frauenbild entsprechen, sondern männlich konnotiert sind. Darauf hinweise tut eine wissenschaftliche Arbeit, in der die Wettkampfbereitschaft von Frauen und Männern aus einer patriarchalisch organisierten Volksgruppe (in der englischsprachigen Studie wird von „tribes“ gesprochen) in Tanzania mit denen von Frauen aus einer matriarchalisch organisierten Volksgruppe, den Khasi in Indien verglichen wurde. Hierbei zeigte sich, dass bei den Khasi mehr Frauen als Männer bereit waren an einem Wettkampf teilzunehmen, etwas, was in unserer Gesellschaft noch nicht beobachtet werden konnte. Bei der Volksgruppe in Tanzania waren wenig überraschend mehr Männer als Frauen bereit sich auf einen Wettkampf einzulassen. Diese Arbeit zeigt neben der Tatsache, dass das Meiden von Wettkampf bei Frauen kulturell bedingt ist, auch, dass dies kein in Stein gemeißeltes Gesetz ist, sondern durch äußere Einflüsse verändert werden kann.
Diese ist natürlich nur ein kleiner Einblick in die Faktenlage, wie Mädchen sich selbst sehen und wie sie zu Wettbewerb und Wettkampf stehen. Sie gilt aber als relativ eindeutig und stellt den aktuellen Stand der Wissenschaft da. Interessanter wird es, wenn man sich anguckt, wie sich Mädchen verhalten, wenn sie sich doch einmal in einer Wettkampfsituation sind. Die Studienlage dazu ist bei weitem nicht so ertragreich. In einer Studie die zu diesem Thema durchgeführt liefen Jungen und Mädchen im Alter von 9-10 Jahren zunächst alleine eine Strecke und die Zeit wurde gemessen. Die Strecke wurde ein zweites Mal gelaufen, allerdings diesmal in Konkurrenz zu einem anderen Kind. Während die Jungs ihrer Zeit in der Wettkampfsituation verbessern konnten, gelang dies den Mädchen nicht, eher verschlechterten sie sich. Dabei war es egal, ob sie gegen einen Jungen oder ein anderes Mädchen liefen. Mehrere ähnliche Studien, in der eine Aufgabe erst alleine und dann im Wettbewerb durchgeführt wurde, wurde mit Erwachsenen durchgeführt, auch hier steigerten Männer ihre Leistung im Wettbewerb, Frauen hingegen nicht. Dies könnte durch einen psychologischen Aspekt erklärt werden, der sich in einer Studie zu mathematischen Fähigkeiten von Frauen und Mädchen zeigte.
Vor dem Test wurde eine Gruppe von Frauen darauf hingewiesen, dass Frauen in Mathe grundsätzlich schlechter sein als Männer. Daraufhin schnitten diese Frauen schlechter ab als die Kontrollgruppe, obwohl dieselben mathematischen Fähigkeiten vorlagen. Daran zeigt sich, dass wenn man einer Frau erzählt, dass sie etwas auf Grund ihres Geschlechtes nicht oder schlechter kann, sich dies negativ auf ihre Performance auswirkt. In einer Gesellschaft die Frauen und Mädchen mindestens unbewusst vorlebt, dass Wettkampf und Wettbewerb etwas für Männer sei würde dies zwangläufig und unabhängig von der Disziplin zu Problemen führen. Im Schach, einem klassischen „Männersport“ in dem unglücklicherweise Männer zumindest momentan tatsächlich auch besser sind als Frauen ist, die natürlich besonders unglücklich und da bereits Kinder im Grundschulalter Rollenbilder übernehmen, ist nicht davon auszugehen, dass dies in der von Ihnen angesprochenen U8 anders ist. Deswegen verstehen Sie vielleicht auch, warum ich mich so dagegen sträube biologische Ursachen als Grund für den Leistungsunterschied hinzunehmen, wenn dies nicht einwandfrei erwiesen, sondern auf Grund der Studienlage sogar angezweifelt werden darf. Es sendet ein Bild aus, dass Frauen und Mädchen gar nicht erst in der Lage sind so gut zu spielen wie Männer und Jungen, es also kein momentaner Ist-Zustand ist, sondern etwas Festgeschriebenes und Unveränderliches. Dies wäre in Anbetracht der oben dargelegten Erkenntnisse fatal und würde die Situation weiter verschlimmern, anstatt zu helfen. Das heißt nicht, sollte sich doch einmal herausstellen, dass es tatsächlich unveränderliche Gründe gibt, diese verschwiegen werden sollte, die Faktenlage gibt diese unveränderlichen Gründe nur nicht her.
Aus diesem Grund ist mir auch Ihr Steinzeitkommentar so ins Augen gestochen. So wie er dasteht, weist er Frauen und Mädchen einem klaren Aufgabenbereich zu, der aber einfach nicht haltbar ist. Daran ändert auch nichts, dass Frauen einen überproportional großen Anteil an der Kindeserziehung hatten, dass macht sie nicht zur „Bewahrerin“, wie das Zitat welches anführen selbst sagt. Es hielt sie nicht davon ab auch auf die Jagd zu gehen, ihre Rolle in der Gesellschaft war also deutlich differenzierte, als es der ursprüngliche Satz vermuten lässt. Es ist verständlich, dass Sie an einigen Stellen auf Grund des Mediums etwas verkürzen müssen, an dieser Stelle ist es jedoch maximal unglücklich, da es den Eindruck erweckt, dass Sie eine alte, sehr einseitige Lehrmeinung vertreten, welche heute so in der Form nicht mehr haltbar (und damit veralteter Quatsch) ist, vorauf hingewiesen werden sollte.
Ihrer Kritik an der Studie „Women’s mental agility is better when they’re on their period“ hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Der von Ihnen angeführte Punkte, dass Ihnen solche Aufgaben wie sie in der Studie zu bewältigen waren noch nie auf dem Schachbrett begegnet sind ergibt keinen Sinn, da die im Test durchgeführten Aufgaben auch bestimmt noch keiner Spielerin auf dem Fussballfeld begegnet sind. Trotzdem mindert es nicht den Wert der Studie für den Fussball und auch nicht fürs Schach, da es zeigt, wie sich die Periode auf die kognitiven Fähigkeiten der Frauen auswirkt. Die dabei in augenscheingenommen Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit und räumliches Denken sind für unseren Sport durchaus relevant. Es ist in der Sportwissenschaft auch nichts Ungewöhnliches auf Studien aus anderen Sportarten zurückzugreifen, wenn das entsprechende Datenmaterial für die eigenen nicht vorliegt. Sicher ist dann nicht alles verwendbar und die Studie nicht eins zu eins übertragbar, allerdings auch keinesfalls komplett wertlos, wie ich darlegen konnte. Um sportartspezifischere Test durchzuführen, müsste eine Studie in Auftrag gegeben werden, wie Frau Jussopow sie fordert. Von daher kann ich Ihnen guten Gewissens Ihren eigenen Kommentar, dem ich vollzustimme, mit auf den Weg geben: „Ein wichtiger Punkt bei wissenschaftlich-analytischen Betrachtungen ist, die richtigen Bezüge und Gewichtungen vorzunehmen. Beim voreingenommenen Betrachter finden wir bedauerlicherweise oft die Tendenz, ohne dies zu berücksichtigen vorhandenes Material in das Prokrustes-Bett seiner Ideologie zu zwängen.“
Auch darüber hinaus ist Ihre Aussage zu Periode schwierig und auf dünnem Eis gebaut, auf das ich Ihnen jetzt einfach mal folge. Die Forschung steht zwar zu dem Thema Sport und weiblicher Zyklus noch ganz am Anfang, sollte allerdings tatsächlich in Körpersportarten wie Sie sagen die Bewegung die negativen Auswirkungen der Periode kompensieren so liegt dies sicher nicht an der Bewegung, sondern an den durch sie ausgeschütteten Hormonen Dopamin und Adrenalin. Da sich, wie auf extra zu diesem Zweck durchgeführten Turnieren und anderen Gelegenheiten, nachgewiesen werden konnte, der menschliche Körper während Schachpartien ähnlich verhält, wie bei Körpersportarten (schnellerer Puls, beschleunigte Atmung) müsste auch die Hormonausschütten ähnlich sein, grade bei Adrenalin wären die Anzeichen da. Die von Ihnen diagnostizierte Abmilderung der negativen Auswirkungen wäre also auch im Schach vorhanden. Runter vom dünnen Eis, zurück zu solider Wissenschaft. Hier ist die Datenlage nämlich gar nicht so einfach, wie Sie sie darstellen. Ob sich Sportlerinnen während ihrer Periode schlechter fühlen, ist nämlich nach momentaner Datenlage sehr individuell und stark von der Sportlerin abhängig. Während manche Sportlerinnen sich durch diese Zeit quälen, sagen andere, dass sie keinen Unterschied spüren. Ob das jetzt noch Auswirkungen auf die tatsächliche Leistungsfähigkeit hat, ist dann nochmal eine andere Frage, da in der oben diskutierten Studie die Sportlerinnen Angaben sich schlechter zu fühlen, allerdings nicht schlechter abschnitten. Auf den Grund dafür bin ich selbst sehr gespannt, ich hoffe dazu kommen noch weitere Studien. Das Sport mit der Periode für jede Sportlerin anders ist kommt jetzt wenig überraschend, in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Periode für jede Frau anders anfühlt, ist für eine allgemeingültige Aussage darüber, ob es dadurch zu Leistungsabfällen kommt, allerdings wenig hilfreich und momentan zumindest aus wissenschaftlicher Sicht nicht möglich. Wie jetzt jede Frau individuell mit ihrer Periode zurechtkommt, ist etwas, in den ich mich auf keinen Fall einmischen werden, da habe ich weder die Ahnung noch das Recht, allerdings taugt individuelles Empfinden nicht um es allen Frauen über zu stülpen. Auf der Website von Melanie Lubbe wurde sich genau über diesen Versuch, in einem Artikel der Geschlechterunterschiede und Sexismus im Schach behandelt mal empört. Es stellt sich nebenbei auch die Frage, wenn die Periode ein Grund für den Leistungsunterschied im Schach sein soll, welche Gründe gibt es dann noch, die erklären, dass bereits in Altersklassen in welchen Mädchen noch keine Periode haben gravierende Leistungsunterschiede auftreten? Da müsste dann mehr sein.
In dem ganzen Komplex sind und das ist nicht meine Aussage, sondern die von Sportwissenschaftlern, Sportmedizinern und Athletinnen weitere Studien nötig. Erst dann kann man auch abschätzen, ob der Einfluss auf Schach anders ist als auf andere Sportarten. Ich weiß, dass Schachspieler ein großes Problem damit haben über den Teller- bzw. den Brettrand hinauszuschauen, aber ab und zu würde es unserem Sport und die Menschen, die ihn praktizieren wirklich helfen. Ich wäre sehr dafür, dass auch die Einschätzung von Frau Pähtz und der vielen anderen Frauen, für die sie bestimmt eine Quelle haben, mir ist außer Frau Pähtz nur Zsuzsa Polgár bekannt die sich so geäußert hat, in solche Studien miteinfließen. Wie sie vollkommen richtig gesagt haben, sind jene „näher am Ball“ und können der Wissenschaft deutlich mehr weiterhelfen als wir beide mit unserem Rumgerate über Bewegung und Hormone. Allerdings sollten dann auch jene Frauen gehört werden, die keine Einschränkungen durch ihre Periode beim Schach bemerken. Wo wir bei „näher am Ball“ sind. Was sagen Sie eigentlich zu den Frauen, die der Überzeugung sind, dass Frauen (eines Tages) genauso gut werden können wie Männer? Auch jene sind „näher am Ball“ als Sie oder ich.
Bezüglich meiner Qualifikation und Manieren: Genauso wie Herr Hertneck führe ich diese Diskussion aus dem gleichen idealistischen Motiv. Wir sehen lediglich die Quellen der Gefahr für Frauen im Schach an unterschiedlichen Stellen. Her Hertneck scheint sie bei der Teilnahme von transsexuellen Spielerinnen an Frauenturnieren zu sehen, ich eher bei dem Festmachen des Leistungsunterschiedes der Geschlechter an biologischen Merkmalen. So hat jeder seine Meinung und die wird diskutiert, teilweise auch sehr kontrovers und mit unterschiedlichen Ansichten, wie in auch unter anderen Artikel und auf anderen Seiten zu verfolgen ist. So funktioniert das in einer Demokratie. Während Herr Hertneck dabei Einblicke in die Welt des Spitzenschachs hat, habe ich als Lehramtsstudent, der seine Bachelorarbeit über geschlechtliche Rollenbilder in der Grundschule verfasst und nebenbei sein Geld an einer Schule verdient, an der jedes Kind Schach im Unterricht lernt Einblicke in die frühe (schachliche) Entwicklung von Kindern. So hat jeder seine unterschiedlichen Einblicke, die allesamt für diese Diskussion wertvoll und von Bedeutung sind. Für alles, was dann biologisch und sportmedizinisch, also der eigentliche Kern dieser Debatte ist, bleibt sowohl Herr Hertneck als auch mir nichts anderes übrig als uns lange und aufwendig zusätzliches Wissen anzueignen. Sowohl der Herr Hertneck als auch ich waren gewisse in dieser Diskussion keine Kinder von Traurigkeit und haben den Fehdehandschuh aufgenommen, hatten allerdings auch, wie sie an den letzten Kommentaren von uns beiden sehen können, kein Problem damit verbal wieder abzurüsten. Was keiner von uns beiden getan hat, ist den anderen persönlich herabzusetzen, etwas womit Sie Herr Brunthaler scheinbar überhaupt keine Probleme hatten. Sei es das Sie meine Ansichten, welche auf solidem wissenschaftlichem Grund stehen als „primitive“ abstempeln, mir trotz solider Quellenlage, die ich natürlich überprüft und gelesen habe, Halbwissen unterstellen oder mich als „agiler Schachfreund“ zu bezeichnen, während Sie selbst die Diskussion durchgehend von oben herab und mit einer Überheblichkeit geführt haben, mit der Sie ja auch bei anderer Gelegenheit in anderen Foren schon negativ aufgefallen sind, waren persönliche Angriffe eigentlich immer ein Teil Ihrer Argumentation. Natürlich nichts dramatisch aber sicherlich auch kein feiner Stil. Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen schmeißen Herr Brunthaler, von daher sind sie vermutlich nicht der Richtige mich über Manieren zu belehren. Um Sie selbst zu zitieren: „Ihre Ausdrucksweise ist nicht akzeptabel, respektlos und arrogant.“
Besonders kritisch wird Ihre Ausdrucksweise allerdings nicht gegenüber mir, sondern gegenüber Nora Heidemann (auf niemanden sonst passt Ihre Beschreibung), welche Sie als „Junge“ bezeichnen. Eine Transperson zu misgendern ist unhöflich und respektlos, weshalb Sie dringend, wenn Sie sie nicht beleidigen, sondern auf Ihre biologischen Merkmale im Rahmen der Diskussion hinweisen wollten, dies nochmal richtigstellen sollten.
Mein Schuss auf die Fußball-Studie hat scheinbar Bull’s Eye getroffen und Sie zu einer wahren Schreiborgie veranlasst, grins! Ich werde aber nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, sondern nur kurz auf einige Punkte eingehen.
– Sie schreiben vorwurfsvoll: „Dieser Sachverhalt war auch Teil des ChessBase-Artikels, denen ich Ihnen angeboten haben rauszusuchen, den Sie aber scheinbar nicht haben wollten.“
Wie kommen Sie darauf? Ich nahm an, der Fußball-Artikel sei das; gerne her mit dem Link zum anderen Artikel.
– Weiter schreiben Sie: „Anders als sie nämlich schreiben, kommt es nicht aufs Gleiche hinaus, ob Frauen und Mädchen nicht können oder wollen. Wenn es biologische Gründe gäbe, wäre diese Situation nämlich unveränderbar sind die Gründe mentaler oder soziologischer Natur wären sie das sehr wohl.“
Das „nicht wollen“ hat vermutlich auch psychologische Gründe, genau wie Abneigungen gegen etwas. Natürlich kann man dies im Einzelfall ändern, wie es Polgar mit der Anwendung von Watsons Theorie getan hat (oder die Anwendung von Karl Wittes humanerer Methode), aber das sind Einzelfälle, deren zugrundeliegende Methode nicht allgemein anwendbar sind.
Grundsätzlich interessiert mich die biologische Seite nicht besonderes und es ist falsch, den Unterschied allein daran festmachen zu wollen. Die psychologischen Unterschiede sind die entscheidenden.
– Das sich die Periode auf Frauen unterschiedlich auswirkt ist völlig normal und, wenn das auch nicht gleichermaßen leistungsmindernd wirkt, dennoch ein biologischer Nachteil.
– In Sachen Fußball-Studie haben Sie die Wirkung der Hormone (bzw. die der ausgleichend wirkenden) falsch verstanden. Ich zitiere aus meinem Buch „SchachTraining“, S.175:
„Zudem wird das natürliche Bewegungsbedürfnis befriedigt und im Körper werden eine Reihe hormoneller Prozesse ausgelöst, die den Sportler positiv stimmen. Am bekanntesten sind Endorphine und Serotonin, die „Glücks- und Wohlfühl-Hormone“.
– Die Stereotyp-Bedrohungstheorie ist mir durchaus bekannt. Doch werden die Auswirkungen in Sachen Schach wohl etwas einseitig gesehen, meist sind die Studien ja zu anderen Bereichen. Ist es so einfach, die Leistung erfolgreich negativ zu beeinflussen, indem man en passant sagt: „Du bist ein Mädchen, du kannst nicht gewinnen“?
Wieder einmal zeigt sich ein Problem der Gesellschaftswissenschaftler. Sie vermitteln gerne den Eindruck, dass die Ergebnisse ihrer Forschung allgemeingültig sind. Doch Menschen reagieren nicht derart uniform und berechenbar. Manches Kind würde durch so eine Bemerkung eher „heiß gemacht“. Viele Mädchen erhalten zudem reichlich Zuspruch und Ermunterung durch ihre Eltern, keineswegs werden alle in ein Rollenklischee gedrängt, welches Wettbewerbsdenken unterdrückt.
Da ich selbst mal in eine ähnliche Richtung wie Sie studiert habe, ist mir bewusst, wie viele Studien es da gibt, aber ebenso, das viele davon auch eher dubios sind. Derzeit ist Gleichheit / Gleichstellung das Mainstream Mantra und danach richten sich die meisten Autoren auch aus. Aufgrund des Kampfs um akademische Jobs ganz einfach ein Muss.
Mancher Wissenschaftler wäre gut beraten, auch mal die Sicht der Hausfrau ins Kalkül zu beziehen. Viele schlaue Theorien und Studien halten einer normalen Betrachtung nicht stand, sondern bewegen sich auf einem abgehobenen Niveau fern der Realität. So u.a. die mathematischen Betrachtungen wie von Bilalic oder Ma. Auch äußere Umstände werde gerne außer acht gelassen, so unterschiedliches Verhalten verschiedener ethnischer Gruppen.
Aufgrund des großen Altersunterschieds haben wir wohl verschiedene Ansichten was unhöflich / unpassend ist. Ich behandle meine Debattenpartner in aller Regel durchaus korrekt. Wenn aber jemand anfängt, Hardball zu spielen mache ich da mit; wie man in den Wald ruft … Jeder Leser mag selbst beurteilen, ob Ihr Stil gegenüber Herrn Hertneck und mir passend war oder nicht.
Und zu Ihrem Vorwurf der Arroganz: Ich glaube nicht, dass das so pauschal auf mich zutrifft. Wenn ich aber mit dummem Zeug konfrontiert werde oder der Gegenüber nervt platzt mir auch schon mal der Kragen.
Und: Besser arrogant als dumm. (Was ich nicht auf Sie beziehe, denn Sie sind klug und gebildet, aber voreingenommen, neigen aber leider dazu, Kleinigkeiten herauszupicken).
Kommen wir zum Big Point: Sie bleiben nach wie vor die Antwort schuldig, wie SO GROSSE LEISTUNGSUNTERSCHIEDE schon in der u8 oder auch in der u18 durch Stereotype und Rollenklischees etc. zustande kommen. Spien sie mal als Stichprobe zwei Runden von u8 und u8w nach und machen Sie sich selbst ein Bild.
Die ganze Diskussion ist gut und schön, manchmal interessant, hat aber eines aus dem Blick verloren. Fakt ist, dass – egal was nun die genauen Gründe sind – Frauen in Sachen Schachleistung deutlich schwächer als Männer abschneiden, also offenbar ein Handicap gegenüber Männern haben. Selbst wenn dies auch lediglich auf soziokulturellen Grundlagen basieren sollte, wie manche behaupten, kann es dennoch nicht in absehbarer Zeit behoben werden, es würde gesellschaftliche Veränderungen über zumindest Jahrzehnte hinweg benötigen, dies abzubauen, falls es überhaupt je möglich ist. Also GIBT ES einen Wettbewerbsnachteil für Frauen und daher können Formular-Transjungen / -Transmänner nicht bei Frauenturnieren mitspielen, ohne das eine Wettbewerbsverzerrung entsteht.