Preisgeldübersicht Frestyle Circuit. Quelle: Ausrichter
Im Schach sind für Spitzenspieler wahrlich herrliche Zeiten angebrochen. Wer es schafft, sich in den diversen Spitzenturnieren von FIDE und ECU weit vorne zu platzieren, der ist fein raus, denn da können schon mal 50.000 bis 100.000 Dollar für ein Turnier fließen. Doch die kürzlich veröffentlichte Peisgeldübersicht vom Freestyle Grand Slam aus dem Hause Büttner sprengt alle Rekorde. Da sind nämlich die Preisgelder nicht mehr fünfstellig, sondern gleich sechsstellig!
Als Gesamtsieger kommt Schachmillionär Magnus Carlsen auf 800.000 US-Dollar, und Aronian und Cauana liegen immerhin noch bei mehr als 400.000 US-Dollar. Besonders erfreulich, dass unser Spitzenspieler Vincent Keymer auf 360.000 Dollar, das dürfte ein Preisgeld sein, dass er in der Höhe noch nicht gesehen hat. Nakamura liegt bei 250.000. Und auch Erigaisi, Niemann und Sindarov dürften mit 130.000 bis 170.000 Dollar nicht unzufrieden sein.
Fazit: solche Peisgelder hat man früher im Schach nicht gesehen, und dabei war es in dem Fall nicht mal klassisches Schach. Allerdings muss man auch einräumen, dass nur die absoluten Stars in den Genuss dieser Preisgelder kommen.
Hier noch eine Ergänzung von unserem Autor Thomas Richter, die genau zum Thema passt, und die wir in den Beitrag hochgeholt haben.
Ich habe mir mal Preisgelder für andere Turniere angeschaut, nach Gesamtsumme sortiert:
Weltcup: 2 Millionen $ über alle 206 verteilt. Sieger Sindarov 120.000$, aus deutscher Sicht: Donchenko (Viertelfinale) 35.000, Frederik Svane (Achtelfinale) 25.000, Keymer und Blübaum (Runde 4) 17.000, Rasmus Svane (Runde 3) 11.000, Huschenbeth und Kollars (Runde 2) 7.000.
Grand Chess Tour: gut 1,5 Millionen $ über 22 Spieler verteilt. Der Sieger Caruana bekam 289.000$, Keymer bekam … nichts da er auch keine Wildcard für ein Schnell- und Blitzturnier erhielt (2026 sollte er Stammspieler sein)
ESports World Cup: 1,5 Millionen $ für 16 Spieler (auch neu und daher $$$$$)
Grand Swiss 625.000$ für 50 Spieler. Sieger Giri 90.000, Blübaum und Keymer je 62.000 (Preisgeld wurde bei Punktgleichheit geteilt, Platz im Kandidatenturnier natürlich nicht)
Europameisterschaft bescheidene 100.000 Euro für (einschließlich Sonderpreise) 35 Spieler, das ist für Weltklassespieler nicht attraktiv. Nicht klar wie Preisgeld bei Punktgleichheit verteilt wurde, vielleicht 20.000 für Blübaum und 15.000 für Frederik Svane, vielleicht (dritter Preis 10.000, auch Rodshtein noch punktgleich) beide 15.000.
Das freut mich für unseren deutschen Spitzenspieler, der nun sicherlich keiner finanziellen Förderung mehr durch den Deutschen Schachbund bedarf.
Eine neue Turnierserie muss eben für Aufmerksamkeit mit Geld um sich werfen, offen darüber reden und vor allem reiche Spieler reicher machen. Wie nachhaltig das Ganze ist wird sich zeigen. Keymer, zu Jahresbeginn noch nicht „etabliert“ (noch im August auf Platz 21 der Weltrangliste), durfte ja nur mitspielen weil er Deutscher ist und hat dann vor allem beim ersten Turnier abgesahnt.
Wenn man auf freestyle-chess.com auf „Show more“ klickt sieht man, dass neben den neun von Gerald erwähnten 30 weitere eher „Krümel“ bekamen: ganz unten Nguyen Ngoc Truong Son und Yu Yangyi je 500$ (wohl Trostpreise für „in einem Qualifikationsturnier knapp gescheitert“), oben Esipenko und Frederik Svane je 25.000$ für den geteilten dritten Platz in Karlsruhe – in diesem offenen Turnier gab es insgesamt 215.000 Euro über 15 Spieler verteilt.
Ich habe mir mal Preisgelder für andere Turniere angeschaut, nach Gesamtsumme sortiert:
Weltcup 2 Millionen $ über alle 206 verteilt. Sieger Sindarov 120.000$, aus deutscher Sicht: Donchenko (Viertelfinale) 35.000, Frederik Svane (Achtelfinale) 25.000, Keymer und Blübaum (Runde 4) 17.000, Rasmus Svane (Runde 3) 11.000, Huschenbeth und Kollars (Runde 2) 7.000.
Grand Chess Tour gut 1,5 Millionen $ über 22 Spieler verteilt. Der Sieger Caruana bekam 289.000$, Keymer bekam … nichts da er auch keine Wildcard für ein Schnell- und Blitzturnier erhielt (2026 sollte er Stammspieler sein)
ESports World Cup 1,5 Millionen $ für 16 Spieler (auch neu und daher $$$$$)
Grand Swiss 625.000$ für 50 Spieler. Sieger Giri 90.000, Blübaum und Keymer je 62.000 (Preisgeld wurde bei Punktgleichheit geteilt, Platz im Kandidatenturnier natürlich nicht)
Europameisterschaft bescheidene 100.000 Euro für (einschließlich Sonderpreise) 35 Spieler, das ist für Weltklassespieler nicht attraktiv. Nicht klar wie Preisgeld bei Punktgleichheit verteilt wurde, vielleicht 20.000 für Blübaum und 15.000 für Frederik Svane, vielleicht (dritter Preis 10.000, auch Rodshtein noch punktgleich) beide 15.000.
Jedenfalls Blübaum, Frederik Svane und Donchenko waren wohl insgesamt auch „nicht unzufrieden“.
Danke für die Recherche, ich habe einen Teil des Kommentars in den Artikel gehoben.
Zum Thema „Preisverteilung bei Europameisterschaften“ liefert ECU Rulebook, D.4.5 die Antwort: „The money prizes will be equally shared among the players with the same score.“