02.04.2026

21 Gedanken zu „KI Potentialanalyse über das Projekt: 1 Million Mitglieder für den Deutschen Schachbund

  1. Was sagt die KI zu Thema Vereinsmitgliedschaft?

    Viele Menschen lernen die Schachregeln „so nebenbei“, aber Vereins‑Schach verlangt Zeit, Ehrgeiz und Bindung – das passt für viele Lebensstile nicht gut zusammen.
    Typische Gründe

    * Alltag und Zeitdruck: Beruf, Schule, Familie und andere Hobbys lassen wenig Raum für regelmäßige Trainings‑ und Spielabende mit festen Terminen.

    * Unverbindliche Alternativen: Online‑Plattformen, Apps oder gelegentliche Partien mit Freunden sind flexibler als eine Mitgliedschaft mit Vereinsabenden, Mannschaftskämpfen und Fahrten zu Auswärtsspielen.

    * Schwelle und Leistungsdruck: Vereine wirken auf Einsteiger oft „zu ernst“ oder leistungsorientiert; viele haben Hemmungen, weil sie Angst haben, zu schlecht zu sein oder Regeln nicht perfekt zu beherrschen.

    * Soziale Faktoren: Nicht jeder fühlt sich in typischen Vereinsstrukturen wohl (Stammpublikum, eingeschworene Gruppen, Altersunterschiede). Man kennt zwar die Regeln, sucht aber eher ein lockeres Freizeitgefühl.

    * Prioritäten im Hobby: Für viele ist Schach nur eine von vielen Freizeitaktivitäten; sie kennen die Regeln, spielen gelegentlich, wollen sich aber nicht so festlegen, dass sie Beiträge zahlen und regelmäßig erscheinen müssen.

    Kurz: Regeln zu kennen ist niedrigschwellig, aber Verein heißt Verbindlichkeit, regelmäßige Teilnahme und soziales Umfeld – diese Kombination passt nur für einen kleineren Teil derjenigen, die Schach überhaupt spielen können.

  2. Uwe Böhm hat zum vorherigen Bundesliga-Thema schon einen äußerst treffenden intellgienten Kommentar abgegeben, den ich hier komplett zitieren möchte:
    „Es kann ja jeder seine Visionen haben. Das sollte aber dann auch nicht völlig realitätsfern sein. Eine Steigerung der Mitgliedszahlen um 10 % wäre schon ein Erfolg.
    Natürlich kann man alles mögliche fordern, z.B. ein modernes Top-Management für den DSB. Das ist doch eine Illusion. Mit Ehrenamtlichen ist das nicht zu stemmen.
    Noch schlimmer ist das doch bei den Vereinen. Ein Schachclub ist von den Strukturen gar nicht auf 1000 Mitglieder ausgelegt. Da wird doch niemand mehr Vorstand, wenn am Ende der Arbeitsaufwand dem Aufwand für die Leitung eines mittelständischen Betriebs entspricht.
    Wo soll denn an einem Vereinsabend gespielt werden? In der Olympiahalle?
    Warum sollte denn jeder, der Schach spielt, Mitglied eines Schachvereins werden? Es gibt noch viel mehr Radfahrer. Die sind auch nicht Mitglieder eines Radsportclubs. Es gibt viele Jogger. Da wäre mir auch neu, dass die massenhaft die Leichtathletikvereine stürmen.“
    Ich werde anschließend dazu noch einen Punkt aus soziologischer Sicht hinzufügen.

    1. Der Vergleich mit Radfahren hinkt dabei vielleicht: für viele ist das Fahrrad wohl Verkehrsmittel um von A nach B zu kommen, oder sie machen Radtouren „ohne sportliche Ambitionen“. Die sind ebenso wenig potentielle Radsportler, wie Fußgänger oder Wanderer potentielle Laufsportler sind.
      Da Schach ja außer Sport auch Kunst sein kann noch ein Vergleich: Wie viele spielen ein Musikinstrument oder singen gelegentlich und sind dabei nicht Mitglied eines Musikvereins? Grund für Mitgliedschaft in einem Verein wäre da: Unterricht ist günstiger als von Privatlehrern, oder man will Teil eines Orchesters, einer Big Band oder eines Chors werden.

      Und warum wird man Mitglied eines Schachvereins? Ich sehe drei Gründe:
      – Man will im Schach besser werden. Für Anfänger oder wenig fortgeschrittene Spieler bedeutet das Trainingsangebote, für Fortgeschrittene vielleicht auch nur Kontakt zu stärkeren Spielern (freie Partien, gemeinsame Analysen, informelle Tipps).
      – Man will am Vereinsleben teilnehmen, vielleicht nicht jede Woche aber doch regelmäßig. Da geht es dann auch um soziale Kontakte, jedenfalls anders als im Internet.
      – Man will Mannschaftskämpfe spielen.

      Ersteres bedeutet, da die meisten Gelegenheits- oder Hobbyspieler wohl auf der Vereinsskala Anfänger sind, viele zusätzliche Trainingsangebote – ist das machbar? Zweites bedeutet für viele zusätzliche Mitglieder Bedarf an Räumlichkeiten. Auch sehr große Vereine haben wohl nicht unbedingt einen Raum für tausend gleichzeitig, eher Räume für 50-100 Spieler die dann jede Woche an 10-20 Terminen verfügbar sind. Skalierbar ist weder das eine noch das andere?

      Drittens, auch bei nur Verdreifachung: Ein Verein hat dann statt einer Mannschaft drei, statt drei Mannschaften zehn, statt zehn Mannschaften (das gibt es vereinzelt) dreißig. Oder es gibt viele neue Vereine. Zuwachs wohl vor allem im unteren Amateurbereich, auch das wäre jedenfalls „schwierig umzusetzen“.

      Noch etwas: Eine KI ist wohl auch darauf trainiert, Nutzer nicht zu enttäuschen (sondern eher zu täuschen). Man bekommt immer eine ermutigende Antwort, nie „das ist unrealistisch, du spinnst“. Man könnte eine KI zum Beispiel auch fragen „Wie wird Luxemburg im Schach besser als Deutschland?“ und bekäme eine Antwort. Hier vielleicht „viele starke Spieler aus anderen Ländern einkaufen“.

  3. Natürlich ist Uwe Böhm mit dem Ziel total überfordert, weil er leider eher klein denkt.
    Er schreibt: Ein Schachclub ist von den Strukturen gar nicht auf 1000 Mitglieder ausgelegt.
    Fakt ist, dass Magdeburg und Hamburg auf die 1000 zusteuern, ein Leuchtturm dem andere folgen werden, so meine Meinung.
    Wie die KI schrieb, wird dies und jenes in den Vollzeitberuf ausgelagert, der Vorteil der großen Zahl!
    Bitte fragt bei Hamburg oder Magdeburg nach, ob sie in der Olympiahalle spielen.
    Nein, ein moderner, zeitgemäßer Verein hat sein eigenes Vereinsheim, das die ganze Woche offen hat.
    Große Vereine haben eine sehr gute Betreuung von Spielern mit einer niedrigen DWZ, können wie der HSK auch eine sehr gute Spitze haben.
    Leider ist in meiner Amtszeit die Mitgliedschaft von Mitgliedern beim DSB ohne Mitglied bei einem Verein gescheitert, man hatte Angst vor der Vereinswut, die sich dann bei der Versammlung des DSB in Nichtwahl artikulieren könnte.
    Gerald Hertneck irrt, der Breitenschachreferent kann beim DSB sehr, sehr wenig bewirken, denn Geld regiert die Welt und sein Ressort hat leider fast keine finanziellen Möglichkeiten.

    Ich habe vollstes Verständnis, das ihr von der Zahl geflasht seid und meint, ne pas possible, Erbsenzähler und Kleindenker sind damit total überfordert und zwar sowas von, aber je länger ihr überlegt, umso mehr werdet ihr darauf kommen, das sie gut ausgewählt ist!

    1. Tut mir leid, aber da muss ich völligen Realitätsverlust attestieren.

      Der HSK hat über 700 Mitglieder. Bei der Vision gehe ich mal vereinfachend davon, dass sich die Anzahl der Mitglieder verzehnfacht. Dann hätte der HSK also über 7000 Mitglieder. Wo spielen die dann? Im eigenen Vereinsheim? Wird da dann aufgestockt oder angebaut?

      Die KI ist also der Meinung, dass dies und jenes in Vollzeit ausgelagert wird. Hat die KI auch gesagt, wo das nötige Kleingeld herkommen soll? Oder soll Vollzeit nur ein Hinweis auf die Arbeitsbelastung sein und nicht auf die Bezahlung?

      Der moderne Verein soll also seine eigene Immobile besitzen. Wie viele moderne Vereine gibt es dann denn überhaupt in Deutschland? Mein Verein wäre ja durchaus bereit ein moderner Verein zu werden. Mir ist allerdings nicht klar, wie so eine Immobilie bezahlt werden soll. Hat die KI dazu auch etwas gesagt? In den Dimensionen, die da anvisiert werden, dürfte so eine Immobilie in München einen zweistelligen Millionenbetrag, und sicherlich nicht einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, kosten. Das ist jetzt mal geschätzt für 1000 Mitglieder.

      Wenn dem Visionär am Ende klar wird, dass die Träumereien nicht in Erfüllung gehen werden, dann ist ihm natürlich klar, woran es lag, die Erbsenzähler und Kleindenker waren einfach überfordert.

      Deshalb wäre es doch gut, wenn die Visionäre das selbst in die Hand nehmen. Ich glaube aber nicht, dass das passieren wird. Ich weiß auch ganz genau, warum das nicht so sein wird. Also ich lasse den Koryphäen gerne den Vortritt, zumal bereits festgestellt wurde, dass ich nicht in Frage komme.

  4. Träume sind Schäume und unser guter Walter hat uns mit seinem Beitrag ein ganzes Schaumbad eingelassen!
    In seinem Enthusiasmus ist ihm ganz entgangen, dass einiges von seinem Text über den Seitenrand hinausgeht und so nicht lesbar ist, bitte korrigieren!
    Walter schrieb: „Ich bedauere euch ein wenig, weil ihr keine Visionen habt. In euch brennt zu wenig Feuer, was alles vertilgt!“
    Das. lieber Walter, ist ein bisschen anmaßend. Feurige Visionen ohne gedankliche Durchdringung sind dazu verdammt, schiefzugehen. In der Geschichte haben sie oft genug viel Schaden angerichtet. Ich könnte erwidern:
    Ich bedaure jeden, der emotional agiert, ohne je praktisches und multikausales Denken gelernt zu haben. Sorry,!
    Mein erster Kritikpunkt ist, dass die KI ihre Weisheiten aus Texten im Internet bezieht und diese wenn überhaupt nur quantitativ bewerten kann, aber kein tieferes Verständnis hat. Da es im Internet mehr Müll als wissenschaftlich fundiertes Material gibt, greift die alte Computerregel: „Mist rein, Mist raus“.
    Es würde mich sogar reizen, eine Novelle zu schreiben „Der Aufstieg und Fall des Schachklubs Waltershausen“, der einen Fall des Wahrwerdens der Walterschen Träume beschreibt.
    Nehmen wir mal an, ein Marketing Guru hätte eine Aktion gestartet, die zigtausende Hobbyspieler in die Schachklubs treibt.
    Nehmen wir weiter an, dass ein beschaulicher Klub mit ca. 25 Mitglieder, von denen jeweils ca. 15 zum Spielabend kommen, nun mit 20+ Neuankömmlingen konfrontiert würde. Nun ergäben sich diverse Probleme. Das Spiellokal, vorher völlig ausreichend, wäre nun zu gut gefüllt, einige der Spätkommenden müssten sogar stehen, weil es keine 35+ Stühle gibt.
    Die Neuen haben meist Spielstärken zwischen chess.com 500 und 1200, einige wollen Schach erst lernen. Was mit ihnen anfangen? Die aktuellen Mitglieder haben keine große Lust, mit Anfängern zu spielen und sind sauer, weil die ihnen Platz wegnehmen und durch lautes Gespräch stören.
    Der Vorsitzende hat keine Idee, was zu tun ist. Es stellt sich eh die Frage, ob die Neuen überhaupt bleiben; vielleicht gehen ja viele bald wieder und was immer auch an Aufwand betrieben wird, geht so wieder verloren.
    Überhaupt, wer soll sich mit den Neuen beschäftigen? Trainer gibt es nicht, die ein oder andere barmherzige Seele nimmt sich vielleicht des ein oder anderen von ihnen an, aber das war’s dann auch.
    Bleiben die Neuen einige Monate, werden vielleicht einige der alten Mitglieder abspringen, weil sie sich im Verein nicht mehr wohl fühlen, genervt sind. Es bleibt ja immer noch Lichess oder chess.com,
    Wenn Walters Vision wahr würde, könnte es dauernden Schaden für die Vereine bewirken,
    Der „hybride Verein“ ist auch keine realistische Alternative. Wie wollen DSB oder sene Unterorganisationen – und erst Recht Vereine – mit den marktbeherrschenden Lichess und chess.com mithalten, die horrende Summen für ihre Aufbauphase aufgewendet haben und – anders als der DSB – echte Expertise eingekauft haben? Viele kleine, subtile Details in deren Aufbau zeigen, dass hier Experten am Werk waren.
    Ein Aufweichen der klassischen Vereinstruktur in Richtung Online Anteil würde die Vereine möglicherweise sogar schwächen – warum hingehen und Beitrag zahlen, wenn man … Ihr wißt schon.
    Schulschach als Zubringer für die Vereine ist auch eine übermäßig optimistische Annahme. Und für ein deutschlandweites Pflichtfach Schach hat der DSB nicht einmal das nötige Material zur Lehrerausbildung. Außer dem von Thomas Luther und mir als Co-Autor verfassten „Hand und Arbeitsbuch für den Schachtrainer“, das in offiziellen Kriesen nie erwähnt wird, gibt es kaum etwas in dieser Richtung.
    Der dümmste Punkt der KI war übrigens:
    „Der Frauenanteil im DSB liegt traditionell unter 10 %. Hier liegt das größte ungenutzte Reservoir. Durch gezielte Breitensport-Kampagnen (Stichwort: Queen’s Gambit-Effekt verstetigen) könnte man die Mitgliederbasis allein durch Parität verdoppeln.“
    Selbst dem Dümmsten müsste mittlerweile klar geworden sein, dass Schach – und besonders Turnierschach – nicht der Renner unter den Mädchen und Frauen ist und wohl nie sein wird.
    Es gibt noch viel mehr kritische Punkte, aber das solte schon ausreichen, um ein wenig zum Nachdenken anzuregen.
    Und Walter, wenn das Feuer der Begeisterung wieder in deiner Selle aufflackert, nimm ein Beruhigungsmittel und denk derart sediert auch mal über mögliche Probleme und negative Aspekte nach!

  5. Während ich meinen Text schrieb, hat Walter offenbar mit seinem Kommentar zu Uwes Text völlig die Bodenhaftung verloren.
    Walter, nun bin ich ganz ääährlich sauer!!!
    Du beleidigst Uwe und sicher auch mich als „Erbsenzähler und Kleindenker sind damit total überfordert und zwar sowas von …“
    Ich bin noch nie als Erbsenzähler bezeichnet worden; im Gegenteil, in der Vergangenheit habe ich oft genug gegen echte Kleinkarierte ankämpfen müssen, die in der Schach-Orga reichlich vorhanden sind.
    Deine beiden Beispiel (2 von 2.200!) hinken gewaltig. Magdeburgs Schachzwecke sind ein Kinderklub und kein typischer Verein. Der HSK mit dem Vereinsheim in Eigenbesitz ist eine große Ausnahme ebenso wie sein Status als Ctiy-Klub. Und seine Mitgliederzahl hat sich über lange Dauer erhöht, einige hundert neue Interessenten wären auch für ihn eine Herausfordrung.
    „.. ein moderner, zeitgemäßer Verein hat sein eigenes Vereinsheim, das die ganze Woche offen hat.“
    Über 2.000 Vereine werden sich darüber freuen, von dir de facto als nicht zeitgemäß eingestuft zu werden.
    Ich denke, statt weiterem Unsinn solltest du besser erst mal eine Entschuldigung posten1!

    1. Ich glaube, ihr beiden kommt in diesem Leben nicht mehr zusammen. Ihr lebt auf völlig unterschiedlichen Planeten…

  6. Total einverstanden mit der Meinung Nr.1 von Gerald Hertneck.

    Hier noch meine kurze Meinung zum Thema.
    Erst mal, du kannst eine KI zwar alles fragen, die Antwort ist aber nicht unbedingt intelligent. Eine KI ist ein Chatbot, der sammelt Informationen anderer Leute und bringt sie allerdings sehr eloquent, aber eben auch unkritisch reflektiert rüber.
    „50% der Leute sagen, dass sie Schach spielen können. Nach meiner Erfahrung als aktiver Schachspieler gibt es selbst unter Vereinsspielern eine nicht unbedeutende Zahl von Personen, die Regelunkenntnisse haben, vor allem die Wettkampfregeln betreffend. Wie die Figuren ziehen,wissen zwar alle, aber bei ungültigen Zügen oder berührt geführt geht’s schon los. Beim Online-Schach regelt alles der Computer. Ich kenne so gut wie keine Schachfreunde außer Schiedsrichter, die sich mal die Fide Schachregeln angeguckt haben.

    Das größte Problem im Vereinsschach sind bezahlbare Räume zu vernünftigen Zeiten. Welcher eingefleischte Schachfan möchte denn schon um 22:00 nach Hause gehen, wenn’s grade anfängt gemütlich zu werden. Vielleicht sollte man mal einen Schachclub mit einem Kegelclub vergleichen.
    Beim Schulschach haben wir kein Raumproblem, sondern ein Lehrerproblem. Wie gut sollten die Schachkenntnisse eines Schachlehrers sein, um Kindern sinnvolles Schachwissen jenseits vom Grundschulniveau beizubringen? Zuzüglich der pädagogischen Fähigkeiten.

    Den Vorschlag, eine Online-Mitgliedschaft im Schachbund anzubieten, halte ich für absurd.
    Online Plattformen gibt es schon genug. Das Vereinsschach lebt vom persönlichen Kontakt.
    Das, was eine Mitgliedschaft im DSB für viele eigentlich attraktiv macht, ist die DWZ. Und da hat sich der DSB ziemlich zickig. Nichtorganisierte und Nichtregistrierte bekommen die Zahlen nicht zu sehen.

    Mein Fazit: Sich mit Fußball, Tennis oder Handball zu vergleichen, bringt nichts.
    Man orientiere sich lieber an der Deutschen Kegel- und Bowling Union mit ihren ca. 54000 Mitgliedern.

  7. Darum wäre meiner Meinung nach eine Online-Mitgliedschaft eine Chance:
    Wenn du ein Online-Mitglied hast, kannst du ihm Angebote, Berichte schicken wie vom Grehnke-Open, der Bundesliga-Runde, könntest ihn auf schach.in hinweisen mit den vielen Vereinen in seiner Nähe => Du hättest die Chance, ihn noch mehr zum Schach zu bringen.
    Mit einem Rundbrief auch mit Schachinhalt, könntest du ihm was beibringen, es gibt sehr viele positive Möglichkeiten.
    Natürlich muss der Empfänger dies mögen, aber mit einem nein muss man im leben immer rechnen, das ist kein Problem.

    1. Jetzt habe ich mit meinem Kumpel Gerhard telefoniert. Er hat 2017 bei chess.com angefangen, sie hatten damals 10.000 Mitglieder. Als sie auf 100.000 anstiegen, war die Frage, wie es weiter geht. Einer meinte, sie sollten sich vorbereiten, was passiert, wenn sie 500.000 MItglieder haben. Jetzt haben sie 240 Millionen Mitglieder. Diese Frage habe ich KI gestellt:
      Wie viele deutsche Mitglieder hat chess.com?

      Gemini said
      Stand Februar 2026 hat Chess.com weltweit über 248 Millionen Mitglieder. Da die Plattform keine tagesaktuellen Live-Statistiken nach Ländern öffentlich aufschlüsselt, basieren die genauesten Zahlen für Deutschland auf Berichten von Mitte 2025:

      Aktuelle Zahlen (Schätzung & Daten)
      Deutsche Mitglieder: Etwa 5,9 bis 7 Millionen.
      Im Juli 2025 lag die offizielle Zahl bei rund 5,9 Millionen (damals bei einer weltweiten Gesamtzahl von ca. 200 Millionen).
      Da die Plattform seither um etwa 24 % gewachsen ist, dürfte die Zahl der deutschen Accounts mittlerweile die 7-Millionen-Marke ansteuern.

      Meine Frage: Wenn chess.com 5.9 bis 7 Millionen Mitglieder hat, warum soll der Deutsche Schachbund nicht eine Million Mitglieder haben?

      1. Lieber Walter deine Betrachtung krankt daran, dass du keine klare Linie zwischen Vereinsmitgliedschaften und Online-Mitgliedschaften ziehst. Gerade wenn es inzwischen 7 Mio. Online-Mitgliedschaften in Deutschland bei chess.com gibt (abzüglich der Karteileichen und übrigens auch der Doppelaccounts), und die Mitgliedszahl in den Vereinen trotzdem immer noch unter 100.000 liegt, dann deutet das ja darauf hin, dass diese Millionen von Spielern sich nicht im Verein anmelden wollen, sie haben quasi mit den Füßen abgestimmt, und sich in die virtuelle Welt begeben. Ich bin allerdings erstaunt über das Riesen-Delta: 7 Mio zu 100.000, das sind schon Größenordnungen, die man nicht erwartet hätte.
        Interessant finde ich die Frage, wie viele Deutsche auf Lichess registriert sind. Die KI gibt dazu folgende Antwort:
        Es gibt keine offiziell veröffentlichte exakte Zahl dafür, wie viele Deutsche bei Lichess registriert sind. [schachbund](https://www.schachbund.de/online.html
        – Lichess selbst führt für die FIDE‑Föderation „Germany“ etwa **35.000 Spieler**, die dort in den offiziellen Ranglisten (klassisch, Blitz, Rapid) auftauchen. [lichess](https://lichess.org/fide/federation/Germany)
        – Diese Zahl erfasst aber nur Spieler mit FIDE‑Verknüpfung bzw. solche, die in den Ratingsystemen aktiv sind; viele reine Freizeitspieler ohne FIDE‑ID sind darin nicht vollständig enthalten. [lichess](https://lichess.org/fide/federation/Germany)
        – Aus Traffic‑Daten geht hervor, dass Deutschland etwa 6–7% des weltweiten Lichess‑Verkehrs ausmacht, was auf eine mehrstellige‑Millionen‑Größenordnung an Konten schließen lässt – davon ein zweistelliger‑Tausender‑Bereich aktive deutsche Spieler. [similarweb](https://www.similarweb.com/website/lichess.org/)

  8. Zahlen sind so eine Sache. Wer einmal bei chess.com kurz angefangen hat zu spielen, bleibt für immer „dabei“. Stirbt er, lebt sein Account dennoch für alle Ewigkeit fort. Benutzt er ihn nicht mehr, wird er dennoch weiter gezählt. Einige meiner Schüler (um die 15 Jahre) haben kurz auf chess.com gespielt, tun das aber nicht mehr, sind aber dennoch weiter dabei und werden es für immer bleiben. Die beeindruckenden Zahlen schrumpfen ein bisschen, wenn man sie genauer anschaut.
    Nicht zu vergessen der große Unterschied.
    Lichess ist gratis, chess.com teilweise, der Schachverein kostet z.B. 120 € Beitrag im Jahr.
    Wenn ich morgen Abend in einen Schachverein gehen würde, verursacht das Kosten (mit wenigen Ausnahmen, okay) und Wege-Zeit. Wenn ich online spiele (was ich zudem jederzeit kann), kostet das ein bisschen Strom, ich bin in Sekunden dort, kann zwischendurch auch mal wieder „gehen“. Eine Analyse wird mir auch geboten, ich kann selbst Bullet-Partien noch mal anschauen. Falls ich was trinken möchte, Kühlschrank oder Kaffeemaschine, deutlich billiger als ein Getränk im Vereinslokal.
    Ob ich im Verein einen passenden Gegner finde, ist nicht sicher, online dagegen ziemlich sicher.
    M E I N E F R A G E: Sind dir diese „kleinen Unterschiede“ etwa nicht bewusst oder schäumen deine brennenden Träume so sehr, dass sie das alles überdecken? Komm mal endlich wieder runter zu uns „Erbsenzählern“, zurück ins Reich der Realität.

    1. Natürlich kenne ich den Unterschied DSB, Chesscom, Lichess..
      Ich habe in meinem letzten Kommentar mit Zahlen wunderschön dokumentiert, welch unglaublich großes Potential Schach in Deutschland hat, nicht mehr und nicht weniger.
      Leider kann ich nicht beeinflussen, was ihr darauf macht!

  9. Wer sind denn die 5-7 Millionen deutschen Spieler auf chess.com? Niemand weiß es wohl, auch chess.com selbst nicht. Viele spielen mit Fantasienamen und geben Klarnamen und Wohnort nicht an, damit können jedenfalls Vereine sie gar nicht erreichen und ansprechen (allenfalls könnte der Schachbund wahllos alle kontaktieren). Wenn es nur darum geht, Internet-Spielern auch eine gratis Mitgliedschaft im Schachbund anzubieten, wäre es ja Schummelei. Und sie dann z.B. zu Grenke Open informieren – hmm, wer auch (mal) Interesse an Turnierschach hat und sich im Internet tummelt, findet diese Infos auch selbst im Internet.

    Wenn nur weniger als 2% auch Vereinsspieler sind (es gibt ja auch Vereinsspieler die gar nicht im Internet spielen) ist es deren Entscheidung. Einige Internet-Spieler landen durchaus auch in Vereinen und haben da dann vielleicht von Anfang an (gehobenes) „Vereinsniveau“. Umgekehrt landeten Vereinsspieler, die zuvor nicht online spielten, während Corona-Lockdowns zwangsläufig im Internet (das oder gar nichts). Das Interesse in dieser Gruppe hat dann schnell wieder nachgelassen. Es sind eben getrennte Welten – man kann das eine, das andere oder beides machen.

    Auf Lichess kenne ich mich etwas besser aus. Da gibt es ja das „offene Team“ des Deutschen Schachbunds https://lichess.org/team/deutscher-schachbund-ev-offen „für alle Mitglieder, aber auch für alle deutschen, deutschsprachigen und befreundeten Spielerinnen und Spieler, die sich mit den Werten des DSB identifizieren“ – deutschsprachige Schweiz und Österreich auch willkommen, und wenn jemand einen Argentinier kennt …. . Danach ist im Profil auch „Finde einen Schachverein in deiner Nähe“ verlinkt. Aktive Mitglieder sind wohl diejenigen, die gerne – vielleicht dabei nur sporadisch – in der Lichess-Liga auf hohem Niveau spielen wollen, wobei das Team immer komplett ist (mein Team brauchte gestern im Prinzip acht Spieler, zu fünft sind wir dann abgestiegen). Auch das offene Team des Deutschen Schachbunds hat dabei wohl seinen Höhepunkt im Sommer 2025 hinter sich gelassen. In diesem und in anderen großen Teams spielen ist dabei wohl recht anonym – auch die Teamkollegen kennt man generell gar nicht.

    1. Die Herausforderung bzw. die Kunst besteht eben darin, einen (kleinen) Teil der Online-Spieler (egal ob auf Lichess oder chess.com) in die Vereine zu bringen, denn das sind ja die idealen Kandidaten. Und dazu ist ja das neue Amt des Online-Referenten da, der sich auch schon sehr bemüht hat.

      An dieser Stelle muss ich noch mal beschreiben, wie „verrückt“ man als Vereinsschachspieler sein kann: Spieler G.H. setzt sich mit seinen Teamkameraden am Freitag um 12 Uhr in den Zug, um 6 Stunden nach Hamburg zu fahren. Kommt dort bei Regenwetter an, und begibt sich ins Hotel. Am nächsten Morgen dann Frühstück und Vorbereitung auf den Gegner (ab 10 Uhr). Wieder gehts mit dem Taxi zu Spiellokal, um einen harten Mannschaftskampf zu absolvieren, und zwar gegen den HSK 1830. Am Abend dann tatsächlich etwas Entspannung beim gemeinsamen Abendessen. Der Sonntag dann noch hektischer: frühes Aufstehen um 7 Uhr, Frühstück, noch schnell etwas Vorbereitung am Notebook. Danach Taxi rufen, und ab zum Spiellokal. Runde gegen St. Pauli, kein schwacher Verein. Doch diesmal wurde die Mühe belohnt mit einem 5:3. Doch nach dem Match wieder 6 Stunden Heimfahrt nach München, all das in einem Alter von über 60. Der Montag diente dann als Erholungstag vom Stress… Also noch mal: 12 Stunden Zugfahrt für etwa 8 Stunden Spielzeit.

      1. Das zeigt, welcher persönliche Aufwand bei dem Hobby Schach dahinter stecken kann. Wenn man neue Mitglieder werben will, verschweigt man das besser.

        In unteren Klassen ist es ja auch nicht unbedingt besser. Ich kann mich an ein Auswärtsspiel in Bamberg vor ca. 2 bis 3 Jahren in der Oberliga erinnern. Vor 30 Jahren mit jungen Spielern war das kein Problem, eine Mannschaft zusammen zu bekommen. Das ist heute vollkommen anders.

        Da gab es also reichlich Absagen. Ich war Ersatzspieler und da steht man ja auf Abruf bereit. Ich habe dann am frühen Samstag Abend erfahren, dass ich den nächsten Tag spielen sollte. Treffpunkt war 7 Uhr morgens, also 5 Uhr 30 aufstehen. Die Fahrzeit war 2,5 Stunden. Dann war noch Zeit für ein schnelles Frühstück. Danach ging es los. Der Mannschaftskampf dauerte 6 Stunden. 2 Bretter hatten wir trotzdem frei lassen müssen. Dann ging es wieder 2,5 Stunden zurück. Ich war dann um 19 Uhr wieder zu Hause.

        Das einzig Positive an dem Tag war das Ergebnis 4:4. Das hat aber dann auch nichts genutzt. Es gab nämlich einige Runden später noch das Auswärtsspiel in Bindlach. Da war dann auch noch kurzfristig ein Wintereinbruch mit heftigem Schneefall angesagt. Da wollten noch weniger hin als nach Bamberg. Den Mannschaftskampf gegen einen Mitkonkurrenten gegen den Abstieg haben wir dann abgesagt. Genau diese Punkte fehlten dann für den Klassenerhalt.

        Ich habe ja keinen besseren Vorschlag, aber da sollte man sich auch mal was überlegen. Das Format kommt mir irgendwie überholt vor. Wenn man neue Mitglieder werben will, braucht man auf jeden Fall attraktive Formate.

        1. Natürlich muss ich einräumen, dass die Runde in Hamburg ein Extrembeispiel war. Genau wie die von dir geschilderte Runde in Bindlach. Nur zu „gerne“ erinnern wir uns auch noch an das Auswärtsspiel in Aue im letzten Jahr, ein extrem schlecht erreichbarer Ort im sächsischen Erzgebirge. De Bayern (II) hatten es gut, denn sie kamen einfach mit 3 Autos, die wir aber nicht hatten. Also reisten wir mit dem Zug hin und zurück. Um dann bei der Rückfahrt den Zug um 10 Minuten zu verpassen, und eine Stunde zu warten. Und zwar draußen in der Kälte. In der Woche danach stellte sich heraus, dass jeder der dabei war, sich erst mal krank melden musste. Die Auener sind wirklich nette Spieler, aber der Ort ist eine Zumutung!

  10. Wenn das organisierte Schach in Deutschland das Ziel verfolgen möchte, möglichst viele der schachspielenden Menschen in Deutschland als Mitglieder für die dort organisierten Vereine zu gewinnen, müsste man eine Vereinsmitgliedschaft maximal attraktiv machen und eine Nicht-Vereinsmitgliedschaft im Umkehrschluss unattraktiver. Maßnahmen, die sowohl das eine oder das andere befördern, könnte ich mir einige vorstellen:
    – Ausrichtung von Online Turnieren mit verifizierten, namentlich bekannten Gegnern.
    – Rabatte für Vereinsmitglieder bei Schachprodukten (man könnte da die Marktmacht aller DSB Mitglieder durchaus in die Waagschale werfen, um entsprechende Konditionen auszuhandeln).
    – Vereinsmitgliedschaft als Voraussetzung für Teilnahme an DWZ-gewerteten Turnieren. Zum Beispiel könnte die DSAM für Nicht-Vereinsmitglieder nicht mehr zugänglich sein.
    – Anmeldung für FIDE-ID nicht mehr kostenlos für Nicht-Vereinsmitglieder.
    Beim längeren Nachdenken würde mir vermutlich noch deutlich mehr einfallen. Ich habe den Eindruck, dass man das Ziel gar nicht mit aller Konsequenz verfolgen möchte, denn dafür sind die Strukturen in Deutschland auch gar nicht in der Lage, denn man müsste gemeinsam an einem Strang ziehen und eigene Interessen auch einmal hintanstellen. Damit fremdelt der ehrenamtlich organisierten Schachsport in Deutschland traditionell.

  11. (1) Es ist nicht zu leugnen, dass Onlineschach und Social Media auch dem Schach zu größerer Popularität verholfen haben. Ein Großteil dieser Interessenten denkt nicht daran einem Schachverein beizutreten, aber einige eben auch doch. Und dann kommt mal so jemand zum Vereinsabend und trifft auf veraltete Strukturen. Die wenigsten Vereine sind auf eine Klientel junger Erwachsener ohne große Spielstärke eingerichtet. Wenn sich so jemand aus der Online- in die Vereinswelt verläuft, ist er vielleicht genau auf der Suche nach analogem Leben. Das kann man wieder kommerziellen Anbietern überlassen mit Kneipenschachevents oder auch als Verein reagieren.
    (2) Eine weitere Stelle, an der Schach boomt ist der Kinder- und Schulschachbereich. Trotz teils ekzessiver Onlinenutzung treibt es Kinder in Schach-Ags, sobald diese angeboten werden. Aber immer noch haben viele Vereine das nicht erkannt und vernachlässigen die Nachwuchsarbeit um irgendwann auszusterben.
    (3) Zeitlich überschaubare Turnierevents boomen (siehe DSAM). Keine langfristigen Verpflichtungen lässt man sich auch gerne mal was kosten, wie einen Miniurlaub, das könnten Vereine auch für sich nutzen mit entsprechenden Angeboten.
    (4) Aufwendige Mannschaftskämpfe, bei denen der Fahrtaufwand die Spielzeit übertrifft, haben sich überlebt. Aufwand und Nutzen müssen in einem gesunden Verhältnis stehen. In der Oberliga fährt man schon mal 2 Stunden für einen hochklassigen Wettkampf, aber nicht in der Bezirksliga. Gerade für Einsteiger wird dem oft keine Rechnung getragen.
    Fazit: Wenn die Vereine ihre Strukturen und Angebote anpassen, lassen sich die Mitgliedszahlen erheblich steigern, wenn auch nicht gleich auf eine Million.

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