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SCHACH als Schulfach in Baden-Württemberg
Das Problem
Die folgende Petition wurde auch direkt per Online-Formular beim Land Baden-Württemberg eingereicht. Der Eingang wurde mir elektronisch bestätigt. Es folgt eine postalische Bestätigung mit Aktenzeichen etc. Wer diese Petition unterstützen möchte, kann das hier tun. Danke!
Stefan Weinert 31. März 2026
D-88212 Ravensburg
PETITION AN DEN PETITIONSAUSSCHUSS BADEN-WÜRTTEMBERGS
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit ersuche ich das Land Baden-Württemberg und das dafür zuständige Kultusministerium, SCHACH als verbindliches SCHULFACH an den Schulen ab der zweiten Grundschulklasse für das Schuljahr 2027/28 und die folgenden einzuführen.
Begründung:
Schach ist nicht nur ein Spiel. Schach ist vor allem eine Denkschule, eine Charakterschule, eine Demokratieschule. Und zwar aus fünf Gründen:
• 1. Schach lehrt Verantwortung. Jeder Zug ist endgültig. Kein „Rückgängig“. Kein Algorithmus, der korrigiert. Kinder und Jugendliche lernen: Entscheidungen haben Konsequenzen.
• 2. Schach stärkt Konzentration. In einer Welt der Ablenkung ist das Schach-Brett ein Gegenentwurf. 64 Felder, die absolute Präsenz verlangen.
• 3. Schach fördert Fairness. Man/frau beginnt mit gleichen Mitteln. Keine Herkunft, kein Geld, kein sozialer Status entscheiden über den Ausgang.
• 4. Schach trainiert strategisches Denken. Nicht nur reagieren, sondern planen. Nicht nur sehen, sondern voraussehen.
• 5. Schach ist sozial. Zwei Menschen sitzen sich gegenüber. Kein Bildschirm, kein Avatar, kein WLAN. Nur Begegnung.
In einer Zeit, in der Schulen über Verhaltensauffälligkeiten, Konzentrationsschwächen und soziale Isolation klagen, wirkt Schach wie ein Medikament – nur ohne Nebenwirkungen.
Armenien als Vorbild – und was Deutschland daraus lernen könnte. – Die Einführung des Schachspielens in Armenien war politisch gewollt, pädagogisch begründet und gesellschaftlich getragen. Das Ergebnis:
• höhere Problemlösungskompetenz,
• bessere mathematische Leistungen,
• mehr Selbstvertrauen bei Kindern
• und eine Identität, die auf Denken statt auf Macht basiert.
Schach wäre ein Gegenpol zur Überflutung durch elektronische Angebote. Ein Ort der Entschleunigung. Ein Raum der Klarheit. Und es wäre ein Fach, das keine teure Infrastruktur braucht.
Baden-Württemberg als Modellland. – Das „Ländle“ hat bereits:
• eine starke Schachszene,
• engagierte Vereine,
• Schulen, die offen für Innovationen sind,
• und eine Bürgerschaft, die Bildung ernst nimmt.
Es geht dabei ausdrücklich nicht um Online‑Schach. Nicht um Apps. Nicht um digitale Brettsimulationen. Es geht um Holzfiguren, die man/frau in der Hand spürt. Um Bretter, die riechen. Um Augenkontakt, nicht um Pixeldialog.
Kinder und Jugendliche, die heute aufwachsen, erleben die Welt oft nur noch durch Glasflächen. Schach zwingt sie, die Welt wieder zu berühren.
Schach als Demokratieförderung. – In Zeiten, in denen Populismus wächst, in denen Debatten verrohen, in denen Schwarz‑Weiß‑Denken dominiert, ist Schach ein Gegenmittel. Denn Schach lehrt:
• Es gibt mehr als zwei Optionen.
• Jeder Zug hat Folgen.
• Man/frau muss den anderen verstehen, um selbst besser zu werden.
• Sieg und Niederlage gehören zum Leben.
Schach ist die Schule der Ambiguitätstoleranz, die Fähigkeit, Ungewissheiten und Widersprüche auszuhalten – etwas, das unsere Gesellschaft dringend braucht.
Was Gegner sagen – und warum sie mit „Schach sei elitär“ irren. Nein. Schach ist das demokratischste Spiel der Welt.
„Schach ist zu schwer.“ Doch: Kinder lernen es schneller als Erwachsene. Und sie lieben es.
„Schach kostet Zeit. “Ja. Aber es spart Konflikte, Unruhe, Konzentrationsprobleme und Unterrichtsstörungen.
„Schach ist altmodisch.“ Doch: Dann müsste es Denken auch sein.
Wie ein SCHULFACH SCHACH aussehen könnte. – Ein realistisches Modell:
• Klasse 2–4:Grundlagen, Figuren, einfache Taktiken, spielerische Übungen.
• Klasse 5–7:Strategie, Eröffnungen, Turnierformen, Team‑Schach.
• Klasse 8–10:Psychologie des Denkens, Problemlösungen, Analyse realer Partien.
• Oberstufe: Schach als Wahlfach: Logik, Ethik, Kreativität, KI‑Kritik.
In Summa: Deutschland hat viele Probleme. Aber eines sticht heraus: Wir haben verlernt, langfristig zu denken. Schach könnte uns daran erinnern. Es kann Kindern und Jugendlichen beibringen, was Politik verlernt hat:
• planen,
• abwägen,
• Verantwortung übernehmen,
• und den anderen als Partner sehen, nicht als Feind.
Ravensburg, 31. März 2026
Stefan Weinert, 88212 Ravensburg
Theologe, Sozialarbeiter i. R., Konfliktmanager FH, Case Manager FH, Blogger