Dr. Jordan, Quelle: DSJ
Ein juritischer Marathon hat ein Ende genommen – der Schachorganisator Dr. Dirk Jordan und seine Frau haben einen Vergleich mit dem Deutschen Schachbund und eine verhängte Bewährungsstrafe akzeptiert. Die Summe, um die es ging, war durchaus beträchtlich: 125.000 Euro Rückzahlung standen hier im Raum, und wurden auch beschlossen!
Dazu müssen die Jordans noch den Großteil der Prozesskosten tragen, wie die Perlen vom Bodensee ausführlich berichten. Der Vorwurf lautete auf Bestechlichkeit und Untreue sowie auch Steuerhinterziehung, und es ging um sog. kickback-Provisionen aus Übernachtungszahlungen von Teilnehmern der DSAM der früheren Jahre.
Hier hatten sich erkleckliche (sechsstellige) Beträge auf den Konten der Stiftungen von Dr. Jordan angesammelt, von denen nur ein Teil wegen Verjährung geltend gemacht wurde. Die Zahlungen waren zwar als Spenden deklariert, aber wohl effektiv als Übernachtungsprovisionen zu behandeln, die auch hätten versteuert werden müssen.
Man muss sich aber an der Stelle auch in die Gegenseite hineinversetzen: für Gottes Lohn kann man nicht etwa 15 Jahre lang die DSAM organisieren, und Rechtsstreitigkeiten, die sich über acht Jahre hinziehen, haben sicher nicht dazu beigetragen, dass die Jordans ein Leben frei von inneren und äußeren Belastungen geführt haben.
Dazu komt noch, dass der Name Jordan in der Schachorganisation praktisch verbrannt war, und der DSB verständlicherweise jeden Versuch blockierte, dass die Jordans zum Beispiel über Seniorenturniere zurück ins Geschäft kamen. Was aber an den Nerven Aller zehrte, waren die übermäßig langen Gerichtsverfahren, sowohl zivilrechtlich als auch strafrechtlich, die den Vorwurf jahrelang in der Schwebe hielten.
Weitere Details in der causa Dr. Jordan sind dem Bericht auf den Perlen vom Bodensee zu entnehmen.
Für den DSB ist dies natürlich ein unerwarteter und auch willkommener Geldsegen, obwohl er ja ohnehin seinen Haushalt saniert hatte, wie dem aktuellen Finanzbericht von Alexander von Gleich zu entnehmen ist. Man könnte es auch so sehen: der Fehlbetrag für den Schachgipfel in Dresden wird als Wiedergutmachung zum Großteil oder sogar vollständig vom Dr. Jordan getragen….
Weitere Quelle, in den Sachsen News: https://www.diesachsen.de/sport/dresdner-schach-skandal-turnierorganisator-jordan-verurteilt-3129955
Auszug: der Gerichtsprozess gegen den deutschlandweit bekannten Dresdner Schach-Organisator Dirk Jordan gilt seit dem 27. April 2026 offiziell als beendet. Vor dem Landesgericht Dresden wurde der 69-Jährige am Montag zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Die Strafe wird für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt.
Link auf die Homepage von Dr. Dirk Jordan: https://www.joodix.de/jordan_dirk.html
Es ist ein Segen, dass dieses Verfahren nun endlich abgeschlossen ist!
Hoffentlich erleben wir Dirk Jordan bald wieder als souveränen Turnier-Organisator.
Hallo Henning,
ja, das hoffe ich auch, aber nur, wenn er geläutert ist und davon gehe ich natürlich aus. Es wäre sehr schade, wenn jemand mit so großartigen Visionen (Schacholympiade Dresden, die DSAM ist sein Kind, der Meisterschaftsgipfel, Kinderschach Deutschland…) nicht das Schach unterstützen kann. Aufgrund seiner Vorgeschichte soll er sich natürlich aus bestimmten Bereichen raushalten, das ist auch klar!