Früher war es in der Bundesliga ganz einfach: vier Mannschaften stiegen auf, und vier Teams aus der Bundesliga ab.
Dann kam die Reduzierung auf zwei zweite Bundesligen, die vom früheren (leider verstorbenen) Bundesspielleiter Gregor Johann stark vorangetrieben wurde. Mit dieser Reform wurde festgelegt, dass sich die Zahl der Abstieger auf drei Mannschaften reduziert, und dass es dementsprechend drei Aufsteiger aus der Bundesliga Nord und der Bundesliga Süd gibt, von denen einer über Stichkampf ermittelt wird.
Diese drei Aufsteiger lauten heuer:
SC Remagen-Sinzig (Liga Nord, als Wiederaufsteiger)
SV Erkenschwick 1923 (Liga Nord, als Erstaufsteiger)
SF Bad Mergentheim (Liga Süd, wohl auch als Erstaufsteiger).
Den Kürzeren gezogen hat im Stechen der MSC 1836 als zweiter der Bundesliga Süd (in dem ich vor 30 Jahren übrigens mal Vorsitzender war).
Nun zurück zur ersten Bundesliga, wer steigt denn heuer ab, wen hat es getroffen?
Am klarsten war es wohl beim USV TU Dresden, der nur auf 6 Mannschaftspunkte kam, und in dem die untere Hälfte der Mannschaft viele Nullen sammelte. Es ist allerdings sehr schade, dass damit der letzte Ostverein aus der Bundesliga verschwindet.
Die zweitletzte Mannschaft ist (leider aus Sicht des Autors dieser Zeilen) der Münchner MSA Zugzwang, der mit großen Ambitionen nach dem Wiederaufstieg in die Liga gestartet war. Ja es sei verraten, wir wollten uns unbedingt halten, wurden aber bitter enttäuscht. Wir waren heuer sogar Rekordhalter im knapp verlieren: 7 von 15 Mannschaftskämpfen endeten mit dem Mindestabstand von 3,5 zu 4,5, und das obwohl wir einen Elo-Schnitt von 2500 aufbringen konnten, und fast immer mit 7 Großmeistern spielten. Ein bisschen hatten wir auch den Eindruck, dass wir vom Pech verfolgt waren.
Die drittletzte Mannschaft wären die Schachfreunde Berlin, die sich jedoch bereits gerettet haben, zum eine durch eine gute Performance in der Schlussrunde in Berlin, und zum anderen durch den Rückzug der SF Wolfhagen – die sich freiwillig von der ersten in die zweite Liga zurückziehen. Die alten Matadoren Lars Thiede und Rainer Polzin kamen dort übrigens gar nicht spielerisch zum Einsatz, waren aber sehr wohl die Organisatoren der Schlussrunde im Berliner Willy-Brandt-Haus.
An dieser Stelle wird es nun spannend, denn mit einem weiteren Rückzug wird durchaus gerechnet! Ja welche Mannschaft könnte das denn betreffen? Nnn es gibt durchaus Gerüchte, aber da es nur Gerüchte sind, wollen wir sie hier nicht öffentlich nennen, um den Ruf der Vereine nicht zu beschädigen.
Und bis wann steht nun die Zusammensetzung der Bundesliga 2026/27 fest? Schon am 1. Mai 2026 ist Meldeschluss! Bis dahin müssen alle Vereine gemeldet haben, ob sie das Abenteuer erste Bundesliga wieder auf sich nehmen!
Und es gibt noch eine Neuigkeit: es wird nach einem neuen System gespielt, wonach die Saison auf 5 Runden verdichtet wird, und jede Runde über 3 Tage geht, nämlich von Freitag bis Sonntag Nachmittag. Das hat für die Vereine Vorteile und Nachteile, aber letztlich haben sich die Bundesligavereine mehrheitlich für das neue System entschieden.