Im Rahmen des zentralen Bundesliga-Wochenendes in Berlin wurde Peter Leko mit dem „Lasker“ der Emanuel Lasker Gesellschaft ausgezeichnet.
Die Ehrung fand in einem besonderen Moment statt: Während der Berliner Schachverband sein 125-jähriges Bestehen feiert, blickt die Lasker-Gesellschaft selbst auf 25 Jahre zurück – ein würdiger Anlass, um eine Persönlichkeit zu ehren, die das Schach über Jahrzehnte geprägt hat.
Laudatio: Mehr als ein Weltklassespieler
Im Zuge des weltweiten Lasker-Jahres 2018 hatte die Lasker-Gesellschaft mehrere Preise ins Leben gerufen, darunter den „Viktor“, den „Tartakower“, die „Vera“ und den „Lasker“. Letzterer ist benannt nach Emanuel Lasker, dem bislang einzigen deutschen Weltmeister.
Die Laudatio hielt Thomas Weischede, Vorsitzender der Emanuel Lasker Gesellschaft. Er betonte, dass Leko eigentlich mehrere dieser Auszeichnungen verdient hätte – letztlich fiel die Wahl jedoch auf den „Lasker“, der für besondere Verdienste um die Förderung des Schachs als Kultur- und Bildungsgut verliehen wird.
Lekos besondere Rolle im Schach zeigt sich in mehreren Dimensionen:
- Weltklassespieler und ehemaliger WM-Herausforderer
- einer der prägendsten Schach-Kommentatoren (vgl. Beitragsbild, mit Magnus Carlsen und Lawrence Trent beim grenke Schachfestival 2025)
- langjähriger und erfolgreicher Trainer von Vincent Keymer
(Klick aufs Bild führt zum Video über die Laudatio)
„Unglaublich nah dran“ – Lekos Blick zurück
In seiner Dankesrede sprach Leko offen offen über die entscheidenden Momente seiner Karriere – und auch über das, was er knapp verpasste:
2004 unterlag er im Kampf um die Schachweltmeisterschaft nur hauchdünn gegen Wladimir Kramnik. „Natürlich schmerzt das“, sagte er. Rückblickend sei es dennoch eine seiner größten Errungenschaften gewesen, auf diesem absoluten Weltklasseniveau zu bestehen.
Mit feinem Humor erinnerte Leko auch an seinen Turniersieg in Linares 2003. Das Turnier war im Vorfeld von Garry Kasparov als inoffizielle Weltmeisterschaft bezeichnet worden – mit den „großen Vier“: Kasparov, Kramnik, Anand und Leko.
Leko triumphierte dabei in doppelter Hinsicht: Er gewann nicht nur das Turnier, sondern – zum großen Verdruss Kasparovs – auch den Preis für die kämpferischste Partie. Dabei sei er eigentlich eine friedliche Person, so Leko über sich selbst.
(Klick aufs Bild führt zum Video mit der Dankesrede von Leko)
Vincent Keymer: Förderung aus Überzeugung
Besonders eindrucksvoll wurde Leko, als er über Vincent Keymer sprach, den er seit Jahren begleitet.
Er schilderte eine Begegnung bei der U20-Weltmeisterschaft in Treviso, als Keymer erst zwölf Jahre alt war. Nach einer gemeinsamen Analyse bat Leko ihn spontan, eine eigene Partie zu zeigen. Die Intensität, mit der Keymer seine Gedanken erklärte, beeindruckte ihn – und wurde zum Ausgangspunkt ihrer Zusammenarbeit.
Sein Versprechen an Keymer formulierte Leko klar und emotional:
„Ich will alles [daran] setzen, dass er so viel schafft, wie er kann.“
Leidenschaft für die Bundesliga
Dass Leko überhaupt in Berlin vor Ort war, hatte einen einfachen Grund: echte Begeisterung für die Schachbundesliga. Er wolle die Liga ehren und der Welt zeigen, was sie besonders macht.
Gleichzeitig war er Ehrengast beim VIP-Programms der Chess Tigers, das während des Bundesligawochenendes veranstaltet wurde.
Eine Ehrung, die passt
Direkt im Anschluss an die Ehrung ging Leko wieder an die Arbeit – in die Live-Kommentierung der Bundesligapartien.
Das steht sinnbildlich für seine Haltung: Schach nicht nur zu spielen, sondern es zu erklären, zu vermitteln und erlebbar zu machen.
Peter Leko steht für eine seltene Kombination aus Tiefe, Bescheidenheit und Leidenschaft.
Mit dem „Lasker“ wird genau das geehrt – und ein Botschafter ausgezeichnet, der das Schach weit über das Brett hinaus prägt.
Herzlichen Glückwunsch, Peter Leko!

