06.05.2026

3 Gedanken zu „Bundesliga-Historie/Trivia/Kuriositäten

  1. Walter und Thomas haben beide sehr interessante Artikel verfasst.
    Im vorhergegangenen Bericht schrieb Walter:
    „Meiner Meinung nach ist der Schach-Bundesliga e.V. krachend gescheitert, … das System passt irgendwie nicht, das ist der Preis für die beste Liga der Welt!
    Ersteres sieht er zu emotional und es trifft nur bedingt und auf einige der beabsichtigten Punkte zu. Letzteres legt den Finger auf die Wunde!
    Einen interessanten Link postete salto.mattale auf Schachfeld:
    https://chess-tigers.de/blogs/news/schachsponsoren
    Tatsächlich basiert die BL lediglich auf Mäzenatentum, in ihrer Form ist echtes Sponsoring nahezu ausgeschlossen. Ein Sponsor erwartet, dass seine Unterstützung für eine Sache / ein Projekt positiv wahrgenommen wird. Doch hier gibt es in Sachen BL einige einschränkende Faktoren:
    – Die Zielgruppe (Zuschauer) ist in ihrer Struktur nach Alter und sozialem Status inhomogen und nicht besonders groß.
    – Die Identifikation mit vielen der Vereine ist gering, wenn nicht nahezu fehlend. Wen berührt ein Team, das ausnahmslos aus ausländischen Legionären besteht. (Abschreckendes Beispiel Wolfhagen, dessen Rückzug nun kein Wolf nachheulen wird?)
    – Schach auf BL-Niveau kann nicht von den Fans verstanden werden. Ein Mitdenken und Mitfiebern ist kaum möglich, zu viel Theorie, zu abstrakt. (Anders als etwa in der ungleich schwächeren 4NCL). Zudem sind die Partien viel zu lang.
    – Schach ist zwar sehr populär, bleibt aber ein Einzelspiel; Mannschaftskämpfe sind da weit weniger im Blickpunkt.
    Die schrankenlose Auffüllung von Mannschaften mit ausländischen Spielern, die keinen Bezug zum Verein haben und die keinen ersichtlichen allgemeinen Nutzen stiften, ist Gift für echtes Sponsoring.
    Die BL in der derzeitigen Form ist ein Hybrid zwischen einer nationalen Meisterschaft und dem Prestigeprojekt „Stärkste Liga der Welt“ (Wen beeindruckt das überhaupt tatsächlich?). Einige BL Macher sehen dies mit den Augen der Liebe zum Schach, was aber selbst von der Masse der organisierten Spieler kaum geteilt wird.
    Früher weckte ein Großmeister im Team Interesse. Acht GM aufzustellen nivelliert dieses Interesse aber sehr stark, nur echte Top-Stars wecken noch Aufmerksamkeit wie etwa Magnus Carlsen bei St.Pauli.
    Schach kann nur von Managern in hohen Positionen unterstützt werden oder von reichen Leuten, die sehen wollen, ob sie mit viel Geld etwas erreichen können. Irgendwann mag ihr Interesse erkalten. In jedem Fall ist es nur Mäzenatentum (manchmal als Sponsoring getarnt, ohne das es echtes ist).
    Die Bundesliga zeigt keinerlei Ansatz für ein General-Sponsoring, da sie neben den o.a. Punkten eben auch nur ein Selbstzweck ist, der keinen breiter gestreuten Nutzen / kein allgemeines Interesse für die Öffentlichkeit bietet und damit auch keinen Imagegewinn für einen Sponsor.

    1. Um es auf den Punkt zu bringen: es fehlt an der Identifikation und an einer gewachsenen Struktur. Wie soll man sich mit einer Mannschaft identifizieren, die zusammengewürfelt ist, und keinerlei Kontakt zur Basis hat? Und eine über Jahre gewachsene Struktur ist doch auch wichtig. Wir bei Zugzwang haben Spieler in der Mannschaft, die sind seit 15 Jahren dabei. Aber natürlich gibt es immer wieder mal Veränderungen, das ist normal. Ich meine nur, es muss einen festen Mannschaftskern geben.

  2. Lieber Thomas, vielen Dank für den Beitrag. Man muss dazu sagen, fast alles habe ich live miterlebt, da ich ja seit 1984 in der Bundesliga spiele (mit Unterbrechungen). Ja leider gab es immer wieder Rückzüge, und es wird sie auch immer wieder geben. In der Mehrzahl der Fälle sind natürlich die Finanzen ausschlaggebend für die Entscheidung, aber es kommt zum Beispiel auch vor, dass im Verein der Rückhalt für die Profi-Mannschaft nicht mehr da ist, so war es vor ein paar Jahren bei Remagen, die nun doch wieder aufsteigen!

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