05.10.2026

12 Gedanken zu „Der FIDE-Rat ist besetzt!“

    1. Zu dem Herrn Stöttinger und seinem Wirken habe ich als Österreicher eine ganz andere Meinung! Naja, Sie jubeln ja auch über den Herrn Turlov. Schauen Sie mal kritischer auf die Dinge!

  1. Ich bin immer wieder überrascht, was für detaillierte Informationen man aus dem Internet holen kann. In dem Fall waren die Namen und Funktionen auf der Homepage des ÖSB veröffentlicht. Dafür hatte wohl Präsident Stöttinger gesorgt, der nach eigener Aussage mit Turlov befreundet ist.

    1. Das findet man nicht nur beim stolzen österreichischen Schachverband, sondern natürlich auch auf der FIDE-Homepage. Was genau ist dabei Aufgabe oder Rolle eines „honorary vice-president“?
      Auf den FIDE-Seiten findet man noch diese Infos: „Honorary vice-presidents“ ist neu und eine von der Versammlung abgesegnete Idee Turlovs. Sie sind „entitled to participate in the work of the Council with all rights, except for voting rights“ (reden und eventuell auch schreiben dürfen sie also, abstimmen dürfen sie nicht). Anscheinend müssen sie noch vom Council (d.h. den anderen Mitgliedern) bestätigt werden, vielleicht mittlerweile der Fall.
      Laut FIDE-Bericht wurden die anderen von Turlov nominierten Mitglieder auch „elected“, d.h. von der Versammlung bestätigt? Ansonsten steht da auch „The full list of decisions and the official documentation will be published at a later date.“
      Vielleicht auch Näheres zu dem, was auf chess.com zu den gewählten Vizepräsiden(inn)en steht. Demnach wurden Xu Yuhua (ex-Weltmeisterin, seit 2012 inaktiv, 100 Stimmen), Khodarkovsky (93 Stimmen) und Kolobkov (78 Stimmen) im ersten Wahlgang gewählt. Dann ein zweiter Wahlgang: Yassin Souleiman Hassan (Djibouti, 72 Stimmen), Susan Namangale (Malawi, 58 Stimmen), Willy Iclicki (Liechtenstein, 43 Stimmen) und Malcolm Pein (England, 39 Stimmen). Also zwei aus Afrika und zwei aus Europa. Dann (erst dann?) zog Pein seine Kandidatur zurück, aus Protest gegen die Wahl des Russen Kolobkov – keinesfalls aus Protest gegen sein schlechtes Ergebnis? Im nächsten Wahlgang wurde dann Hassan mit 67 Stimmen (noch weniger als zuvor!?) gewählt.
      Vielleicht auch als Reaktion auf dieses Wahlergebnis hat Turlov dann drei Europäer nominiert (Aserbaidschan gehört schachlich zu Europa), darunter ein Ukrainer.

        1. Wenn überbesetzt, dann durch die zusätzlichen „honorary vice presidents“ – Turlov konnte offenbar fünf nominieren und nun sind es vier (vielleicht hatten einer oder als Reserve einige kein Interesse?). Da ist mir nicht klar, ob das wirklich ein Ehrenamt ist – mit konkreten Aufgaben, Rechten und auch Pflichten – oder vor allem eine Ehrung. Beim DSB war es früher üblich (zuletzt nicht mehr), dass scheidende Präsidenten Ehrenpräsident wurden – vielleicht wurden sie danach noch einmal konsultiert, vielleicht war es auch nur eine Ehrung.
          Auch sonst sind es vielleicht „viele“ – dabei ist es aus meiner Sicht nicht falsch, dass alle Kontinente mehrfach vertreten sind sowie dass große (nicht alle) und auch kleine (da erst recht nicht alle) Schachländer vertreten sind.
          Die eigentliche Arbeit erfolgt wohl auch in diversen Kommissionen sowie im Management Board (da bis auf den neuen Chef Turlov anscheinend – jedenfalls bisher – keine Veränderungen). Turlov steht für Kontinuität, auch Sutovsky bleibt wohl – die beiden deutschen Kandidaten hätten da womöglich mehr verändert.

  2. Mag sein, dass Herr Stoettinger ein erfolgreicher Geschäftsmann mit den dazu richtigen Kontakten(Turlov) ist.. Aber viele in Oesterreich hätten sich eine Veränderung bei der Fide gewünscht

    1. Meine persönliche Meinung dazu: Kontinuität ist auch nicht schlecht. Man sollte meines Erachtens mehr auf die erzielten Erfolge als auf die Versprechungen abheben.

  3. Andere Beschlüsse:
    – Spätestens zum 1. Juni 2027 soll eine FIDE-Rating für Chess960 eingeführt werden. Beantragt hatten das fünf Verbände: Deutschland, Island, Norwegen, Irland und die Färöer-Inseln. Anders als bei der Buettner-Elo, die nur Turniere berücksichtigt bei denen er selbst mitmischt, sollen vermutlich alle Turniere hier, da und dort ausgewertet werden – insgesamt wohl immer noch überschaubar, worauf „continued growth of the variant“ beruht ist aus meiner Sicht „unklar“.
    – Für die Olympiade 2030 gab es Interesse aus Katar und Georgien, Katar bekommt vorläufig den Zuschlag. Wenn diese Verhandlungen scheitern sollten, wird danach mit Georgien verhandelt. Interessant, zumal die Olympiade 2028 in Abu Dhabi stattfindet, das sich offenbar gegen Genua durchgesetzt hatte.

      1. Das muss wohl eine Kommission noch entscheiden. Man könnte auch die fünf Verbände, bzw. einen dieser fünf, fragen wie sie sich das vorstellen.
        Tatsache ist, dass Chess960, wenn überhaupt, vor allem im Schnellschach ausgetragen wird. Biel hatte dieses Jahr auch ein 960-Turnier mit (fast) klassischer Bedenkzeit (60+30) und bis zu 20 Teilnehmern (4 spielten nur 1-3 Partien), Preisgeld war ab 50 Teilnehmern garantiert und wurde so drastisch reduziert. Bei der für alle offenen Rapid FischerRandom Swiss Championship (Bedenkzeit 15+5, wie auch bei der Pflicht-Vorspeise für Teilnehmer der GM-Turniere) waren es immerhin 54 – vorne GMs und IMs (u.a. Christian Glöckler), hinten auch bis runter zu Elo 1482 und elolose Spieler.
        Natürlich werden es nächstes Jahr, wenn es Elo-ausgewertet wird, viel mehr – oder auch nicht.

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