13.10.2026

6 Gedanken zu „FIDE-Generalversammlung verabschiedet Resolution zu kürzeren Zeitkontrollen“

  1. Klassische Turnier finden heute schon zumeist in fünf Tagen statt, dafür braucht man die 60er Regel nicht.
    Wenn man betrachtet, dass es mal 100 GMs in der Welt gab und das ELO-Nievau 100 Punkte niedriger war im Vergleich zu heute mit tausenden GMs und 100 Punkte leichterer Norm, dann weiß ich nicht was es da noch zu schützen gibt.

  2. Es geht bergab, mit der Bedenkzeit und damit mit dem klassischen Schach.
    Hatte man früher 120 min für 40 Züge so sind es heute bei 90+30 noch 110 min.
    Und mit 60+30 sinkt man auf 80 min und bei 45+30 auf 65 min.
    Dabei gehen die Antragsteller mal wieder typisch vor, erst die Maximalforderung 45+30 stellen, um dann beim „Kompromiss“ 60+30 zu landen.
    Ist wie mit der Zuckersteuer, erst mal auch Zero-Getränke besteuern, dann der Aufschrei und Protest,
    na gut, doch keine Steuer auf Zero, und alle sind zufrieden.

    Apropos, es wird eine Illlusion bleiben, dass Schach durch Verkürzung der Bedenkzeit attraktiver, wird.
    Wenn ich 45+30 spielen will, kann ich auch gleich zum Schnellschach gehen.

    1. Ehrlich gesagt habe ich große Sympathie für diese Initiative. Ich weiß schon: man muss es nicht gut finden, wenn die Bedenkzeit immer mehr verkürzt wird. Man muss es aber auch nicht gut finden, wenn man für eine Schachpartie fünf Stunden am Brett sitzt, ich empfinde das schon länger als irrsinnig, oder anders formuliert als eine Art von Freiheitsberaubung. Dazu kommt: es gibt immer mehr Wettbewerbe, immer mehr Turniere weltweit. Es geht nicht mehr darum, möglichst korrektes Schach zu spielen, sondern es geht darum, Schach zu öffnen für Menschen in aller Welt. Und die Welt dreht sich doch auch immer schneller, bedingt durch die Globalisierung, da können wir im Schach nicht unsere alten Zöpfe verteidigen.

  3. Die mögliche Verkürzung der Bedenkzeit bei gewerteten Partien ist der richtige und zeitgemäße Weg. Und, seien wir mal ehrlich, ist für die Masse der Spieler das Niveau bei der derzeit längerer Bedenkzeit so toll? Ich verfolge ja u.a. Partien im Jugendbereich regelmäßig und sehe viel schwaches Spiel bei den langen Bedenkzeiten. Zeitnot ist die Crux – besonders im Mädchenschach – und von „Qualität / Tiefe des Spiels“ kann im Amateurbereich trotz langen Nachdenkens kaum die Rede sein.
    Zudem wird es immer Turniere mit den herkömmlichen Bedenkzeiten geben, sowohl auf höherer Ebene als auch bei Urlaubsturnieren. Warum also nicht ein Angebot für diejenigen zulassen, die entweder nicht die Zeit, die Muße oder auch das Geld haben, lange Turniere zu spielen? Und warum sollen nicht Amateure auch 3 Partien pro Tag mit 45 min. + 30 s spielen können? Partien von 5 oder mehr Stunden passen nur bedingt in unsere Zeit.
    Schaut euch nur div. Jugendturniere an: 90 min. + 30 Min. + 30 s und eine Runde pro Tag. In den unteren Altersklassen (und nicht nur dort!) wird dann ziemlich schnell gepatzt und so bei z.B. einer WM 11 Runden in 12 Tagen gespielt, was zeit- und kostenintensiv ist.
    Mannschaftskämpfe in unteren Klassen könnten attraktiver werden, wenn sie mit kürzerer Bedenkzeit und vielleicht auch Doppelrunde gespielt würden. Nicht jeder kann den ganzen Sonntag opfern, nur um eine Partie zu spielen.
    Tartakower sagte: „Die Fehler sind alle schon da, sie müssen nur gefunden werden.“ So lasst uns die Fehler eben einfach etwas schneller finden!

  4. Das wird ja auch als Neuerung für Amateure präsentiert, aber Hintergrund ist wohl ebenso, dass ein Norweger keine Lust mehr auf Partien mit klassischer Bedenkzeit hat. Trotzdem will er Weltranglistenerster bleiben statt irgendwann offiziell inaktiv.
    Interessant wird – außer wie viele Turniere es mit verkürzter Bedenkzeit geben wird – auch wie sich Spieler dann diese einteilen: zunächst wie bei bisher normaler klassischer Bedenkzeit und dadurch relativ früh wenig mehr als Inkrement, oder von Anfang an wie Schnellschach und so erst nach 40, 50 oder mehr Zügen permanente Zeitnot? Anfangs bis diese Bedenkzeiten vielleicht „üblich“ werden, oder auch danach? Passt man sich da an Gegner an?
    Ein laufendes Experiment ist derzeit die World University Championship in China: Doppelrunden und Bedenkzeit 60+30 – vorne Titelträger(innen), derzeit führen Luis Engel und Jana Schneider, Lara Schulze auch im Rennen um Medaillen, hinten Elo unter 2000.

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