Am kommenden Wochenende findet die nächste Doppelrunde der Frauenbundesliga statt. Dabei kommt es in Freiburg am Sonntagmorgen ab 9:00 zum Gipfeltreffen zwischen den beiden einzigen noch verlustpunktfreien Mannschaften aus Schwäbisch Hall und Baden-Baden, die sogar die gleiche Anzahl an Brettpunkten aufweisen. Nachdem der Tabellendritte und Titelverteidiger Bad Königshofen schon 3 Punkte Rückstand auf beide Topteams hat, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass der Sieger des Aufeinandertreffens auch der neue deutsche Meister sein wird, auch wenn danach noch drei Runden zu spielen sind mit durchaus knackigen Gegnern für beide Teams. Spannend wird die Anreise der Spielerinnen, soeben wurde der nächste Lufthansa-Pilotenstreik für Donnerstag und Freitag angekündigt.
Das letzte Aufeinandertreffen von Schwäbisch Hall und Baden-Baden endete in der letzten Runde der Vorsaison in Deggendorf relativ unaufgeregt mit 3-3, für beide Mannschaften ging es um nichts mehr, und so endeten nach und nach alle Partien mit Remis (Bild oben: Nino Batsiashvili gegen Alexandra Kosteniuk). Dieses Mal ist natürlich aufgrund der Tabellensituation mit viel mehr Spannung zu rechnen, und beide Mannschaften werden sicher versuchen die stärksten verfügbaren Spielerinnen ans Brett zu bekommen. Während es bei Schwäbisch Hall an den vorderen Brettern vor der Saison keine Änderungen gab und auch am kommenden Wochenende wieder mit einer starken georgischen Achse zu rechnen ist, war die erste Sechs von Baden-Baden diese Saison mit Ausnahme von Alina Kashlinskaya, die ihrem Mann Radek Wojtaszek von Schwäbisch Hall nach Baden-Baden folgte, noch gar nicht im Einsatz, aber die Schwäbisch Haller Mannschaftsleitung ist davon überzeugt, dass sich das definitiv ändern wird. Die beiden indischen Topspielerinnen Divya Deshmukh und Remeshbabi Vaishali sind in wenigen Wochen beim Kandidatenturnier auf Zypern im Einsatz, Divya Deshmukh brachte sich beim Prager Turnier mit Platz 3 im Challenger-Turnier schonmal in Form und ist damit schon in Europa. Dahinter gemeldet ist Exweltmeisterin Alexandra Kosteniuk, die schon seit vielen Jahren für die OSG spielt und mit großer Sicherheit dabei sein wird. Außerdem ist fest mit Dinara Wagner und Josefine Sarfali aus der deutschen Nationalmannschaft zu rechnen, eventuell auch mit Europameisterin Teodora Injac aus Serbien. In Bestbesetzung ist Baden-Baden Favorit, aber Schwäbisch Hall hat immer gut mit dem Rekordmeister mitgehalten und häufig das bessere Ende für sich, und die letzte Meisterschaft der Baden-Badener liegt inzwischen 4 Jahre zurück, was natürlich die Mannschaft noch mehr motiviert, die lange titellose Zeit zu beenden. Es ist ein Match auf Augenhöhe zu erwarten – alle Spielerinnen kennen sich von unzähligen Aufeinandertreffen in Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften gut. Bei Sechsermannschaften kann eine einzige Partie den Ausschlag in die ein oder andere Richtung geben. In jedem Fall fällt noch keine endgültige Entscheidung um die Meisterschaft. In den letzten drei Runden ab dem 18. April wartet auf Schwäbisch Hall unter anderem noch Angstgegner Hamburg und auf Baden-Baden Titelverteidiger Bad Königshofen.
Gespielt wird außerdem noch in Hamburg und Hemer. In Hamburg treffen Hamburg und Harksheide auf die am Tabellenende stehenden Aufsteiger Chemnitz und Kreuzberg. Gerade Harksheide wird versuchen, mit zwei Siegen den vorzeitigen Klassenerhalt zu sichern, während Hamburg zweimal klarer Favorit ist. In Hemer treten Hemer und Solingen gegen Bad Königshofen und Rodewisch an. Für Solingen wäre nach bisher recht enttäuschendem Saisonverlauf und erst drei Punkten mindestens ein Sieg gegen Rodewisch wichtig, Bad Königshofen wird versuchen vor der Heim-Endrunde ab dem 17. April mit zwei Siegen den Anschluss an die beiden Spitzenteams zu halten. Weitere Informationen gibt es auf der Seite des SK Schwäbisch Hall.
Frauenbundesliga beim Deutschen Schachbund Link
Frauenbundesliga bei Chess.com Link
Frauenbundesliga bei Lichess Link
