Liebe Schachfreunde und -freundinnen!Im nachstehenden Berichtüber die jetzt gespielte Abschluss-Runde der Primera Division in Spanien konnte man folgendes lesen:„Jede Mannschaft musste mindestens eine Frau und drei für Spanien spielberechtigte Spieler umfassen“In der deutschen Bundesliga spielen bekanntlich einige Teams, die keinen einzigen deutschen Spieler aufbieten. Angeblich verhindert europäisches Recht eine Verpflichtung der Vereine zur Aufstellung einiger einheimischer Spieler.Warum aber geht in Spanien, was in Deutschland angeblich nicht gehen darf ??Schöne GrüßeEuer Henning
Antwort von ChatGPT: Ja, **grundsätzlich könnte man eine solche Regel auch in Deutschland einführen.** Dass es in Spanien eine Vorgabe gibt, bedeutet nicht, dass Deutschland sie übernehmen muss. Der entscheidende Punkt ist: **Die Ausländerbegrenzung ist keine allgemeine Schachregel, sondern eine Regel des jeweiligen Ligaverbands.**
### Warum gibt es sie in Spanien, aber nicht in Deutschland?
Die spanische Regel verfolgt offenbar zwei Ziele:
* **Förderung einheimischer Spieler:** Mindestens drei Spieler müssen für Spanien spielberechtigt sein.
* **Förderung des Frauenschachs:** Mindestens eine Frau muss zur Mannschaft gehören.
Das ist eine sportpolitische Entscheidung. Sie soll verhindern, dass Vereine ihre Mannschaften ausschließlich mit ausländischen Spitzenspielern besetzen und dadurch die Entwicklung des nationalen Schachs weniger profitieren lässt.
In Deutschland hat man sich in der **1. Schachbundesliga** dagegen für ein offeneres Modell entschieden. Die Liga hat die frühere Ausländerbeschränkung abgeschafft; heute gibt es keine Begrenzung der Zahl ausländischer Spieler. ([ChessBase][1])
### Aber könnte Deutschland nicht einfach sagen: „Mindestens drei Deutsche“?
**Doch.** Die Bundesliga könnte ihre Turnierordnung entsprechend ändern. Sie ist nicht verpflichtet, das spanische Modell zu übernehmen, aber sie wäre auch nicht grundsätzlich daran gehindert, eine eigene Regel einzuführen.
Die Frage wäre also weniger **„Darf Deutschland das?“**, sondern:
> **„Will die deutsche Schachbundesliga eine solche Regel, und welche Folgen hätte sie?“**
### Warum hat Deutschland bisher darauf verzichtet?
Ein wichtiger Grund ist die **internationale Ausrichtung der Bundesliga**. Sie versteht sich als eine der stärksten Schachligen der Welt und möchte den Vereinen ermöglichen, die besten Spieler zu verpflichten. Eine Ausländerbegrenzung würde diese Freiheit einschränken. ([ChessBase][1])
Außerdem ist die Situation im Schach etwas anders als etwa im Fußball: Ein Verein kann einen ausländischen Großmeister verpflichten, ohne dass dieser dauerhaft in Deutschland lebt. Die Frage, wer als „Deutscher“ oder „für Deutschland spielberechtigt“ gilt, ist deshalb eine **föderative und nicht einfach eine staatsbürgerliche Frage**.
### Und die Frauenregel?
Auch hier könnte Deutschland eine Regel einführen. Die deutsche Frauen-Bundesliga existiert bereits als eigene Spielklasse. Eine Vorgabe wie „mindestens eine Frau pro Mannschaft“ wäre also eine zusätzliche Fördermaßnahme im offenen Spielbetrieb, keine zwingende Folge des internationalen Schachrechts. ([Wikipedia][2])
**Mein Fazit:** Deutschland *kann* eine solche Regel einführen. Es hat sich bisher aber bewusst für eine andere sportliche und wirtschaftliche Ausrichtung entschieden. Wenn man die spanische Regel sinnvoll findet, ist das deshalb vor allem eine Frage an die **Schachbundesliga und ihre Vereine**, nicht an den Gesetzgeber.
[1]: https://de.chessbase.com/post/bundesliga-da-waren-s-nur-noch-null-br-/781?utm_source=chatgpt.com „Bundesliga: Da waren’s nur noch Null…
“
[2]: https://de.wikipedia.org/wiki/Schachbundesliga_der_Frauen?utm_source=chatgpt.com „Schachbundesliga der Frauen“
Antwort von Claude AI: Das ist tatsächlich eine reine Entscheidung der jeweiligen nationalen Schachverbände – es gibt keine übergeordnete FIDE-Vorschrift, die das eine erlaubt und das andere verbietet. Der spanische Verband hat sich bewusst für Frauen- und Inländerquoten in seiner Liga entschieden, der Deutsche Schachbund bisher nicht.
**Warum Spanien (und andere) das machen:**
– Die Frauenquote soll Frauenschach sichtbarer machen und Vereinen einen Anreiz geben, Spielerinnen fest einzuplanen statt sie nur in reinen Frauenteams antreten zu lassen. Die Regeln der spanischen Liga sehen vor, dass mindestens eine Frau pro Team in jedem Mannschaftskampf und drei Spieler unter spanischer Flagge dabei sind.
– Ähnliches gibt es auch in England: Das Regelwerk der höchsten englischen Liga (4NCL) verlangt, dass jedes Team mindestens einen Mann und mindestens eine Frau aufbietet.
– Die Inländerquote soll heimischen Talenten Spielpraxis auf hohem Niveau sichern, statt dass Vereine ihre Bretter komplett mit eingekauften Legionären besetzen.
**Warum es in der deutschen Bundesliga anders läuft:**
– Durch die Unterstützung finanzkräftiger Sponsoren und Mäzene sind die Mannschaften vieler Bundesligavereine mit zahlreichen internationalen Spitzenspielern bestückt, weshalb die Bundesliga oft als stärkste Schachliga der Welt bezeichnet wird – ein Anspruch, der aber auch der französischen und russischen Liga zugeschrieben wird.
– Genau dieses Geschäftsmodell würde eine Ausländerbegrenzung untergraben: Vereine und Sponsoren wollen mit Weltklassespielern werben und Zuschauer/Medieninteresse generieren. Eine Quote würde die Attraktivität und den sportlichen Anspruch „stärkste Liga der Welt“ gefährden.
– Der DSB hat schlicht andere Prioritäten gesetzt: sportliche Spitzenqualität und internationale Strahlkraft der Liga vor Nachwuchsförderung oder Frauenförderung über Quoten in der 1. Bundesliga. Frauenförderung findet in Deutschland eher über eigene Frauen-Bundesliga und Jugendarbeit statt, nicht über Pflichtquoten in der offenen Liga.
Es ist also weniger eine Frage von „geht nicht“, sondern eine bewusste verbandspolitische Weichenstellung – mit Vor- und Nachteilen auf beiden Seiten: Spaniens Modell fördert Breite und Repräsentation, Deutschlands Modell maximiert sportliche Spitzenklasse und internationale Reputation der Liga. Beide Ansätze werden in der Schachszene kontrovers diskutiert, es gibt also kein objektiv „richtiges“ System.
Antwort von Perplexity: Das geht in Deutschland aus zwei Gründen nicht einfach so: Die Bundesliga ist rechtlich an EU-Freizügigkeit und nationale Gleichbehandlung gebunden, und der Deutsche Schachbund hat sich bewusst gegen eine harte Ausländerquote entschieden. In der deutschen Schachbundesliga gilt deshalb bis heute keine allgemeine Ausländerbegrenzung. [schachkicker](https://schachkicker.de/auslaender-in-der-bundesliga-statistik-des-6-spieltags/)
## Warum Spanien Quoten setzen kann
Spanische Teamwettbewerbe können interne Kaderregeln vorgeben, etwa dass jede Mannschaft mindestens eine Frau und drei für Spanien spielberechtigte Spieler stellen muss. Solche Vorgaben sind dort Teil der nationalen Wettkampfordnung und strukturieren den Wettbewerb nach sportpolitischen Zielen, nicht nur nach Spielstärke. [en.chessbase](https://en.chessbase.com/post/spanish-primera-divsion-2026-r3?ref=RF249-5E9N4Z28RL)
## Warum Deutschland anders ist
In Deutschland wurde die frühere Begrenzung auf EU-Ebene bzw. durch die Bosman-Folgen schrittweise aufgegeben; seit 2004 gilt deutschlandweit, dass im Mannschaftsschach keine allgemeine Ausländerbeschränkung mehr besteht. Die Bundesliga wird zudem als hochprofessioneller Wettbewerb verstanden, in dem Vereine starke internationale Besetzungen ausdrücklich als sportlichen Mehrwert nutzen. [de.wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Schachbund)
## Der Kernunterschied
Der entscheidende Punkt ist: Eine nationale Liga kann Regeln setzen, solange sie mit übergeordnetem Recht und Verbandsordnung vereinbar sind. In Deutschland wäre eine pauschale Quote für Ausländer deutlich schwerer durchzusetzen, weil sie schnell mit EU-Recht und dem Gleichbehandlungsgrundsatz kollidiert; Spanien kann dagegen nur innerhalb des dortigen rechtlichen und organisatorischen Rahmens solche Bedingungen festlegen. [schachkicker](https://schachkicker.de/auslaender-in-der-bundesliga-statistik-des-6-spieltags/)
## Frauenregel und Quote
Die spanische Vorgabe „mindestens eine Frau“ ist keine allgemeine Schachregel, sondern eine Ligaregel für diesen Wettbewerb. In Deutschland gibt es solche verpflichtenden Frauen- oder Nationalitätsquoten in der offenen Bundesliga nicht; stattdessen existieren separate Frauenwettbewerbe und Verbandsbestimmungen für einzelne Turnierformen. [de.wikipedia](https://de.wikipedia.org/wiki/Schachbundesliga_(Deutschland))
Wenn du möchtest, kann ich dir den Unterschied zwischen **EU-Recht, DSB-Turnierordnung und spanischer Ligaregel** noch in einer kleinen Vergleichstabelle aufschlüsseln.
Ergänzend dazu: es gab einen Antrag auf Einführung eines Frauenbretts in der Bundesliga, der aber mehrheitlich von der Versammlung des DSB abgelehnt wurde. Und es gab einen Versuch zur Regeländerung in der 1. Bundesliga, der aber beklagt wurde, und der Kläger Orantek hat Recht behalten. Danach wurde das Vorhaben auf Eis gelegt.
Es zeigt sich wieder einmal, dass die KI in solchen Fragen / Bereichen nicht übermäßig hilfreich ist und es ihr zudem an „Trennschärfe“ mangelt. Bsp.:
„Antwort von Claude AI: Das ist tatsächlich eine reine Entscheidung der jeweiligen nationalen Schachverbände – es gibt keine übergeordnete FIDE-Vorschrift, die das eine erlaubt und das andere verbietet.“
Die FIDE hat gar nichts mit nationalen Meisterschaften zu tun und ein Land könnte bei einer solchen auch eine Runde Sackhüpfen einschließen. Oder:
„Antwort von ChatGPT: … Sie ist nicht verpflichtet, das spanische Modell zu übernehmen, aber sie wäre auch nicht grundsätzlich daran gehindert, eine eigene Regel einzuführen.“
Unsinn und Binsenweisheit.
„Antwort von Perplexity: Das geht in Deutschland aus zwei Gründen nicht einfach so: Die Bundesliga ist rechtlich an EU-Freizügigkeit und nationale Gleichbehandlung gebunden. In Deutschland wäre eine pauschale Quote für Ausländer deutlich schwerer durchzusetzen, weil sie schnell mit EU-Recht und dem Gleichbehandlungsgrundsatz kollidiert; … Spanien kann dagegen nur innerhalb des dortigen rechtlichen und organisatorischen Rahmens solche Bedingungen festlegen.
Wat denn nu? Und ich dachte immer, Spanien wäre Mitglied der EU!? Wenn ja, wieso können sie und wir nicht?
Den KIs ist übrigens nur bedingt aufgefallen, dass nicht der DSB sondern der Bundesliga e.V. zuständig ist.
Sind die Leser in derFrage nun dank KI schlauer geworden oder nicht?
Ich gebe zu, dass die Materie etwas komplex ist, denn in erster Linie handelt es sich ja um eine rechtliche Frage! Trotz alledem bin ich wieder erstaunt, wie schnell die KI vernünftige Antworten ausgibt. Perfekt müssen sie ja nicht sein. Man kann ja darauf aufbauen.
Mir gefällt übrigens der Begriff Tiefenschärfe in dem Zusammenhang. Dazu kommt oft noch fehlende Trennschärfe.
Die jetzige Struktur geht zurück auf eine Mehrheits-Entscheidung im deutschen Schachbund Mitte der 1990er Jahre, bei der ein Rechtsanwalt aus Duisburg eine unrühmliche Rolle spielte. Er redete damals einer Mehrheit der Delegierten ein, es ginge nicht anders.
Wäre der Wille da, könnte die Schach-Bundesliga zu einer Regelung wie etwa in Spanien wechseln.
Hallo Ingo, Ich hätte niemals gedacht, dass die Diskriminierung der deutschen Spieler in der 1. und 2. Bundesliga über 30 Jahre anhalten würde. Im Gegenteil, es ist von Jahr zu Jahr schlimmer geworden, wie der vor einigen Wochen erschienene Bericht die 12 Apostel aufzeigt! Das einzige was mich tröstet, dass ich NOCH Teil des Systems bin, aber wohl nicht mehr lange!
Ingo hat Recht. Klaus-Ulrich Groh (K.U.), mit dem ich mich damals oft unterhalten habe, war ein sympathischer Mensch, hatte aber in Sachen BL teilweise wirre Ideen. So, bei Wegfall der Ausländerklause, eine Reservemannschaft aufzustellen, die als zweite Garnitur in unwichtigen Kämpfen eingesetzt werden sollte. Das konnte gegen überlegene Mannschaften wie etwa Porz sein, oder wenn es um nichts mehr ging. Sehr sportlich, zwar ein bisschen wettbewerbsverzerrend, aber dafür kostengünstig!
Er behauptete steif und fest, dass auch in der Amateurliga (was die BL damals tatsächlich war) die Zahlung von z.B. nur 50 DM an einen Spieler eine Arbeit manifestierte und daher laut Römischen Verträgen keinem EU-Ausländer das Mitspielen verwehrt werden dürfe. K.-U. war rhetorisch stark und wie so oft verhielt sich die Schachszene passiv. Ostvereine waren dadurch extrem benachteiligt, was ihre prekäre Situation noch schlimmer machte. Der Schachbund war da schwach und ließ es laufen.
Ein BL-Verein aus NRW stellte eine Mannschaft mit 7 nicht besonders starken Engländern auf und nur einem Deutschen. Ich war damals Sprecher der BL-Vereine und nahm deshalb die sichere erneute Wiederwahl (Vorjahrsergebnis 16:0) nicht an, denn ich ahnte, was nun kam und wollte damit nichts mehr zu tun haben. Seitdem ist sukzessive die BL als höchste Klasse der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft zu einem Witz geworden, die stärkste Liga der Welt – da fast deutschenfrei! Große Erwartungen, kein Generalsponsor, mäßiges Interesse der Schachszene.
Sorry, ich gehe jetzt zum Fußball. Früher in den 70er und 80ern durften nur 2 Ausländer in einer Bundesligamannschaft spielen. Als Italien 1066 gegen Nordkorea bei der WM in England ausschied, gab es einen totalen Ausländerstopp in der italienischen Liga. => Früher waren die Ligen Herr im Haus und konnten bestimmen, was sie wollten.
Dann kam der Fall Bosman! Nach seiner Klage bei der EU gab es zwei Veränderungen: Wenn die Verträge ausiefen, gab es keine Ablösesumme mehr, sie waren Free agents sozusagen.
Kippen der Ausländerregelung: Bis zum Urteil durften europäische Vereine in Pflichtspielen oft nur eine begrenzte Anzahl ausländischer Spieler einsetzen. Der EuGH erklärte diese Quoten für EU-Ausländer für rechtswidrig, da sie eine Diskriminierung aufgrund der Staatsangehörigkeit darstellten.
Frage 1: Gilt das auch für Schach, wo ist der Unterschied?
Mein Papa war Experte im Europarecht bei Steuern, aber auch bei solchen Themen. Ich finde es nicht gut, aber wir müssen die Kröte schlucken, ich glaube es gibt kein Mittel, irgendetwas zu begrenzen. Die Einführung eines Damenbrettes halte ich auch für schwierig, ich befürchte, man kann einfach dagegen klagen.
Sorry, ich weiß keine Lösung für das Problem und befürchte es gibt keines.
Das erste Modell der Schachbundesliga wurde nach der Klage von Kirchweyhe vom Gericht in seine Einzelteile zerrissen, es wurde keine Klage dagegen erlaubt, was bedeutet, es war an Fehlerhaftigkeit nicht zu überbieten, was ich übrigens allen immer auch gesagt habe.
Ich halte einen zweiten Versuch für nicht sinnvoll, weil er von der Freiwilligkeit lebt, wenn sich einer nicht daran halten will, kann er es machen.
Ich habe meinen Kumpel Pep Suarez aus Spanien gefragt, was er von dem Thema hält, hier die KI-Übersetzung!
ich denke, es gibt hier eine wichtige Unterscheidung, die klargestellt werden sollte. Bei der spanischen Mannschaftsmeisterschaft müssen die Spieler nicht die spanische Staatsangehörigkeit besitzen. Für bestimmte Bretter ist vielmehr vorgeschrieben, dass die Spieler über eine Lizenz des spanischen Schachverbandes verfügen und unter spanischer Sportflagge antreten. Das ist nicht dasselbe wie die spanische Staatsangehörigkeit. Es handelt sich hierbei um ein sportliches Zulassungskriterium, das mit der Möglichkeit zusammenhängt, für die spanische Nationalmannschaft ausgewählt zu werden.
Was die Spielerin betrifft, gibt es keinerlei Einschränkungen hinsichtlich ihrer Nationalität oder ihres Schachverbandes – jedenfalls in der División de Honor. Sie kann jedem beliebigen Verband angehören. Die Verpflichtung, eine Frau aufzustellen, ist eine rein sportliche Regelung, die darauf abzielt, die Beteiligung von Frauen zu fördern. Ähnlich ist es in Frankreich, wo die Mannschaften verpflichtet sind, sowohl eine Spielerin als auch einen Jugendspieler in ihrer Aufstellung zu haben.
Es handelt sich daher nicht um Beschränkungen aufgrund der Nationalität, sondern vielmehr um sportliche Anforderungen, die in den Wettbewerbsbestimmungen festgelegt sind.
Beste Grüße, mein Freund
P.S.: Ich überlege, im Mai am Kongress in Wien teilzunehmen. Er klingt sehr interessant, aber bis dahin ist noch einige Zeit, daher habe ich mich noch nicht entschieden.
Ich finde es immer schade, wenn wieder einmal auf eine Frage nicht geantwortet wird und – typisch deutsch – es stattdessen immer wieder heißt, dies und jenes geht nicht. Walter schreibt:
„Sorry, ich weiß keine Lösung für das Problem und befürchte es gibt keines.“
Frage:
Wieso kann Spanien es dann tun, wir aber nicht?
Haben die vielleicht einfach mehr Arsch in der Hose?
Es ist ja die zweite spanische Liga, insofern ist der erste Satz im Chessbase-Artikel („Der neue spanische Meister heißt Club Ajedrez Solvay“) irreführend – in Deutschland müsste der deutsche Meistertitel dann noch in einem Stichkampf zwischen Remagen und Bad Mergentheim (Sieger der beiden Staffeln der 2.BL) ermittelt werden. Wie es in der ersten spanischen Liga (Division de Honor oberhalb der Primera Division) ausschaut habe ich nicht untersucht, was bedeutete diese Regelung in der zweiten Liga?
Bis auf ein Team haben alle die Ausländer(innen)quote ausgeschöpft: an Brett 1 nur Ausländer, an Brett 2 alle bis auf Chigaev, an Brett 3 generell (nur) dann ein Spanier wenn das Frauenbrett ausländisch besetzt ist – 4 Spanier und 4 Ausländer. Ansonsten trafen Spanier an den hinteren Brettern aufeinander. Bei den Frauen als Stammspielerinnen fünf Spanierinnen (Elo grob 2100-2200) und drei Ausländerinnen (2236, 2371 und 2385). Wie gesagt, ein Team hatte nur an Brett 1 und 2 ausländische GMs.
Was könnte/würde diese Regelung in Deutschland demnach bedeuten? Wer mit Ausländern mithalten kann spielt ohnehin auch derzeit, ansonsten: dieselben deutschen Spieler würden wohl in höheren Ligen aufeinander treffen – Bundesliga (hintere Bretter) statt 2.BL, 2.BL (auch eher hintere Bretter) statt Oberliga. „Diskriminiert“ werden deutsche Spieler wohl nicht, allenfalls gilt: wer bei vergleichbarer Spielstärke höhere finanzielle Erwartungen hat als Ausländer (was stärker ins Gewicht fällt als geringere/entfallende Reisekosten) wird nicht berücksichtigt.
Deutsche Ligen wären insgesamt schwächer, „Durchmischung“ deutscher und ausländischer Spieler, starke Gegner, Chance auf Titelnormen ist paradoxerweise eher gewährleistet wenn es keine Inländerquote gibt?
Ein Unterschied noch: in Spanien ist es eine Blockveranstaltung, da reichen sechs bis sieben Spieler für sechs Bretter. In Deutschland sind Ligen an mehreren Wochenenden: eher wechselnde Aufstellungen der Teams, größerer Kader erforderlich – tendenziell dadurch auch mehr Einsätze für deutsche Spieler da Ausländer eher mal verhindert sind, Terminkonflikte haben, …. ?