02.04.2026

8 Gedanken zu „Noch ein indisches Talent!

    1. Und wenn wir es hätten, dann kämen die Eltern mit Sicherheit aus Asien (zum Beispiel China, Indien oder Usbekistan), denn dort wird mehr Wert auf die Bildung der Kinder gelegt als hierzulande. Dieser Trend ist auch schon bei den Jugendmeisterschaften aller Altersklassen zu beobachten.

    2. Es gibt schon junge Talente, die eine ähnliche Spielstärke aufweisen. Lisa Sickmann zum Beispiel, wobei die in den letzten Jahren von ihrer Zahl her stagniert hat. Lilian Schirmbeck wäre auch zu nennen, die ist laut FIDE-Datenbank nur ein Jahr älter ist, aber auch letztes Jahr die 2000 ELO geknackt hat. Wenn die eine ähnliche Förderung bekämen wie die indischen Talente, und auch die notwendige Zeit für Schach, wäre ich ganz zuversichtlich, dass sie ein ähnliches Niveau erreichen könnten. Die Charvi reist laut ihren gespielten Turnieren kontinuierlich um die Welt und spielt Turniere, die für ihre schachliche Entwicklung förderlich sind. Das ist mit dem maximal unflexiblen deutschen Schulsystem vermutlich nicht zu vereinen.

      1. Ganz ehrlich, ich hab den Eindruck, dass die großen Talente nicht aus Deutschland kommen, mit der rühmlichen Ausnahme von Vincent Keymer natürlich. Und jetzt macht uns auch Matthias Blübaum viel Freude. Und bei den Jüngeren sind Leonardo Costa, Marius Deuer und Christian Glöckler. Man weiß auch vorher nie, wie weit sie nach oben schießen. Aber eigentlich sprachen wir ja von den Mädchen, und da bin ich tatsächlich etwas enttäuscht. Die „Elisabeth-Nachfolgerin“ lässt schon sehr lange auf sich warten!

        1. Frau Pähtz hatte 1997 als 12-jähriges Madl 2100 Elo. Ich wage mal zu behaupten, dass 2100 heute mehr wert sind als damals, aufgrund der allgemeinen Steigerung der Spielstärke durch den viel einfacheren Zugang zu Online Trainings. Die Madl heute sind jedenfalls nicht schlechter, als Frau Pähtz in ihrem Alter. Wohin das mal führen wird, weiß natürlich nur der Allmächtige.

  1. Ein Blick in die FIDE-Daten zeigt, dass es sich um ein echtes Talent handelt. Mittlerweile punktet sie sogar gegen IMs und GMs, was ein echter Beweis von Stärke ist, selbst wenn eingie davon schon älter sind.
    Sie begann früh mit Open-Turnieren, was typisch ist für alle Mädchen, die an die Spitze gekommen sind. Ich hatte das ja schon bei der gu8 Europameisterin Stella Zhu (FIN) erwähnt. Charvi verlor anfangs fast jede Elo-Partie, aber steigerte sich kontinuierlich und in 2025 zahlte sich dieses Lehrgeld auch aus.
    Ich denke, sie und junge Spielerinnen dieser Art zeigen, wie Spielstärke aufgebaut wird. Nur die nötigsten Turniere gegen andere Kinder, frühe Teilnahme an Open und mit guter Nachbetreuung und besonders mit eigener analytischer Arbeit wird nach einigen Jahren die Spitze erreicht.

  2. Felix sagt: „Wenn die eine ähnliche Förderung bekämen wie die indischen Talente, …“ und
    „(Charvi) … reist … kontinuierlich um die Welt und spielt Turniere, die für ihre schachliche Entwicklung förderlich sind. Das ist mit dem maximal unflexiblen deutschen Schulsystem vermutlich nicht zu vereinen.“
    Ersteres ist Spekulation, denn wir wissen nicht, wieviel und welches Training Charvi bekommt. Zudem gibt es durchaus deutsche Mädchen, die ein hochwertiges Training (inkl. GM) bekommen haben, aber dennoch trotz einiger Jahre Vorsprung keine besseren Leistungen als sie gebracht haben.
    Übrigens ist immer Faktor 40 zu berücksichtigen, der es möglich macht, eine bestimmte Zahl wie etwa Elo 2000 zu überspringen (Addition von Ergebnissen), während das eigentliche Problem ist, diese dauerhaft zu stabilisieren.
    Das deutsche Schulsystem (was, da föderal, eh recht unterschiedlich ist) bietet ene willkommene Ausrede. Bei der Vielzahl der Turniere in einem recht komakten Land (in Indien können Reisen zwischen den Städten oft nur per Flugzeug absolviert werden) sollte es möglich sein, mit nur geringer, nur tageweiser Schulbefreiung an 4-tägigen Turnieren teilzunehmen. Und es bleiben ja immer noch die umfangreichen Ferien.
    Was mich bei Girls wie Charvi beeindruckt ist ihre Fähigkeit, schon ab ca. 7 Jahren Niederlage um Niederlage in Open wegzustecken, aber nicht locker zu lassen, bis es aufwärts geht. Das geht offenbar den meisten deuschen Mädchen in diesem Alter ab, von denen viele (vielleicht auch von Eltern und Trainern dazu gedrängt) schwache Turniere und Mannschaftskämpfe spielen, was zwar Pokale und Urkunden einbringt, aber sich auf Dauer als Bleigewichte erweist. Ich habe auf dieses Problem schon 1998 hingewiesen, aber immer noch hat sich wenig geändert, was auch das schwache Niveau im Mädchenschach erklärt.

  3. Zitat Hubert: „Frau Pähtz hatte 1997 als 12-jähriges Madl 2100 Elo. Ich wage mal zu behaupten, dass 2100 heute mehr wert sind als damals, aufgrund der allgemeinen Steigerung der Spielstärke durch den viel einfacheren Zugang zu Online Trainings.“
    Das ist nicht der Fall. Damals war es schon schwerer, überhaupt eine Elo-Zahl zu bekommen, da es weniger Elospieler gab, wengier Turniere gewertet wurden und man jeweils zumindest 4 Elopartien pro Turnier brauchte, um eine „Halbwertung“ zu erreichen, 9 Partien waren dazu Minimum. Auch war die Einstiegsschwelle noch höher und es gab für Kids keinen Faktor 40, mit dem Elisabeth eine weitaus höhere Wertzahl aufgewisen hätte. Hinzu kommt die Elo-Inflation; auf viele damalige Zahlen muss man heute zum Vergleich einiges aufsatteln.
    Du verwechselst Spielstärke mit Elo, die aber eine Turniererfolgszahl ist und nur bedingt die Spielstärke ausdrückt, siehe die historischen Elo-Zahlen.
    Elisabeth war damals übrigens Girls u10 Weltmeisterin. Schau dir mal die heutigen Ergebnisse deutscher Mädchen an – da klaffen Welten dazwischen!
    Da ich eine große Anzahl von Mädchenpartien analysiert und ausgewertet habe, muss ich dir auch in Sachen echte Spielstärke widersprechen. Die Masse der Mädchen auf Ebene der DEM-Altersklassen spielt nicht besonders gut. Falls Online-Training genutzt wird hat es jedenfalls nicht den erhofften Erfolg gebracht.

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