12.04.2026

20 Gedanken zu „IOC verlangt ab 2028 Geschlechtsnachweis von Frauen!

  1. Aus dem DSB-Text vom 24. Juni 2025:

    „Ingrid Lauterbach, Präsidentin des Deutschen Schachbundes, sagte dazu: „Das hat eine Dimension angenommen, die wir so nicht tolerieren können. Wir sind ein inklusiver Sport – und wollen das auch sein. Dazu gibt es bestimmte Regularien wie die Rahmenrichtlinien des IOC, an die wir uns voller Überzeugung halten.““

    Wenn Frau Lauterbach an ihrer „vollen Überzeugung“ festhält, wird die neue IOC-Regelung auch im DSB Anwendung finden müssen. Warten wir es ab.

    1. Es wird natürlich auch immer Widerstände dagegen geben, das ist mir schon klar! Und im übrigen ist Schach ja nicht olympisch in dem Sinne, es hat „nur“ eine Schacholympiade. Auch stehen die olympischen Disziplinen viel mehr im öffentlichen Fokus, und es gibt auch viel mehr Geld für die Athleten. Trotzdem sehe ich hier auch ein deutliches Signal an die nichtolympischen Sportarten, denn ein fairer Wettbewerb muss überall gewährleistet sein.

    2. Leider ist der DSB teilweise zu einer links-grünen Aktivistenplattform geworden. Nicht nur Teile des Präsidiums, sondern auch der Geschäftsstelle meinen ihre politische Prägung dort in den vergangenen Jahren ausüben zu wollen. Ganz vorne steht ein ehemaliger Mitarbeiter, grüner Bezirkspolitiker, Berliner LV-Präsident, DSB Präsidentschaftskandidat, angedachter bezahlter VP von Herrn Rosenstein mit Kürzel PMD.

  2. Ich fragte mich noch im Nachgang: was genau ist ein Wangenabstrich und wie wir dieser durchgeführt?

    Als Wangenabstrich bezeichnet man eine Entnahme von Körpermaterial (Abstrich) im Bereich der Mundschleimhaut. Sie wird an der Innenseite der Wange vorgenommen. Der Wangenabstrich wird mit Hilfe eines sterilen Tupfer oder einer Abstrichbürste gewonnen, die einfach an der Wangenschleimhaut abgestreift werden. Dabei wird der Tupfer mit Speichel und abgeschilferten Epithelzellen durchtränkt, aus denen sich DNA gewinnen lässt.

  3. Dachte, Du liebst KI hier so sehr. Wohl leider nur bei der Kitsch-Bild-Generierung. Hier eine sehr kurze Recherche mit ChatGPT:

    – Anzahl Frauen bei Olympia seit Liberalisierung durch das IOC 2004 (Transfrauen werden unter Bedingungen zugelassen): 29.520
    – Anzahl Transfrauen seit 2004: 1
    – Anteil Transfrauen: 0,0034 %

    Man sieht, es ist ein riesiges Problem!

    Was ist das SRY-Gen?
    Das SRY-Gen (Sex-determining Region of Y) ist ein Gen auf dem Y-Chromosom. Es wirkt als Schlüsselschalter der männlichen Entwicklung: aktiviert u. a. das Gen SOX9, löst die Entwicklung der Hoden aus; führt indirekt zur Produktion von Testosteron; damit entsteht typischerweise die männliche körperliche Entwicklung

    Kurz gesagt:
    SRY startet den biologischen „männlichen Entwicklungsweg“ im Embryo.

    Kann man damit Männer und Frauen eindeutig unterscheiden?
    Nein – nicht zuverlässig.
    Das SRY-Gen ist biologisch wichtig, aber als Diagnosemarker für „Mann vs. Frau“ ungeeignet.

    Warum nicht?
    Es gibt mehrere Ausnahmen und Sonderfälle:

    1. SRY vorhanden, aber Person ist weiblich
    z. B. Androgeninsensitivitätssyndrom
    XY + SRY vorhanden
    Körper reagiert nicht auf Testosteron
    Ergebnis: äußerlich weiblich
    2. SRY fehlt, aber Person ist männlich
    SRY kann auf ein X-Chromosom „verrutschen“
    → XX-Person entwickelt sich männlich
    3. Uneindeutige oder gemischte Entwicklung
    Sammelbegriff: Intersexualität
    viele genetische und hormonelle Varianten
    4. Weitere Gene spielen mit
    SRY ist nur der Startpunkt
    andere Gene (z. B. SOX9, DAX1) beeinflussen stark den Ausgang

    Fazit (präzise)
    SRY ist entscheidend für die männliche Entwicklung
    Aber:
    kein binärer „Geschlechtstest“
    nicht ausreichend zur sicheren Einordnung von Menschen

    👉 In der Praxis nutzt man daher kein einzelnes Gen, sondern betrachtet:

    Chromosomen
    Hormone
    Anatomie
    medizinischen Kontext

    Gibt auch Artikel dazu, z. B.

    https://www.readtpa.com/p/the-iocs-new-policy-isnt-really-a

    Das IOC sollte schon wegen all seiner Korruption überhaupt nicht in die Nähe kommen, als Vorbild gehandelt zu werden.

    1. Hallo Gustav, vielen Dank für deinen Kommentar. Bekanntlich gab es allein beim Boxen in Paris 2024 zwei Fälle, die zumindest höchst suspekt waren. Im übrigen muss man das Thema in die Zukunft betrachten, da „Trans“ neuerdings in Mode gekommen ist, und es immer mehr Fälle werden, und hier sind die Verbände aufgerufen, Strategien zu entwickeln, um die Fairness im Sport weiterhin zu gewährleisten. Auch im Schach hat es meines Wissens bereits mehrere Fälle gegeben, also nicht nur in dem einen Fall bei der DSJ. Auch wenn ein Test nicht 100-prozentig korrekt ausfallen mag (wir erinnern uns an Corona), so muss man sich eben doch an das Ergebnis halten, denn es ist niemandem damit gedient, wenn man die Sache noch weiter verkompliziert. Im Artikel selbst habe ich nebenbei gesagt geschrieben, dass es einige wenige Zweifelsfälle gibt. Insofern erschließt sich mir deine Kritik nicht.

      1. Man kann Forschung zum Ende 2019 neu auf der Bildfläche erschienene Corona-Virus aber nicht mit der seit mehrere tausend Jahren diskutierten Frage der nicht immer eindeutig verlaufenden Geschlechtsentwicklung beim Menschen vergleichen. Da gibt es erhebliche Erkenntnisunterschiede.

        Und diese hat das IOC nun ignoriert. Man stützt sich auf einen Marker, mit dem Stand heute eben deutlich mehr Frauen ausgeschlossen werden als Transfrauen (von denen es bei Olympia bisher auch nur eine gab). Von den von dir erwähnten Boxerinnen hat die eine übrigens bereits den SRY-Test gemacht und auch bestanden. Wissenschaftlich gesehen ist das nur ein Aspekt. Für das IOC dagegen ist das Beweis, dass sie eine Frau ist. Bis zur nächsten Regeländerung.

        1. Hallo Gustav, mal umgekehrt gefragt: wenn man einen biologischen Mann im Frauenturnier teilnehmen lässt, was bringt das außer einer Menge Unzufriedenheit bei den restlichen Teilnehmerinnen? Ich kann nicht verstehen, dass ich einer der wenigen bin, die sich eindeutig gegen diesen neuen Trend stellen….

          1. Keine Ahnung, was das bringt. Erfolgreich war die bisherige eine Teilnahme einer solchen Person an Olympia nicht. Hat laut Artikel den Wettkampf abgebrochen.

            Ich sehe es aber als problematisch an, wenn man in dem Eifer, für vermeintliche Gerechtigkeit zu sorgen, mal so eben zahlreiche biologische Frauen ausschließt. Warum ist das kein Problem in deinen Augen?

          2. Da hast du mich völlig falsch verstanden, mir geht es allein darum, zu verhindern, dass biologische Männer an Frauenwettbewerben teilnehmen. Seltsamerweise verkehrst du meine Position genau ins Gegenteil!

          3. Ich kann unten nicht antworten, also hier: Ich habe nur die Position bzw. vielmehr die Regeln des IOC kritisiert, nicht deine Position. Deine Position kenne ich und respektiere ich (im Schach bin ich da relativ leidenschaftlos, das sollen die beschließen, die davon betroffen sind, bin kein großer Freund von separaten Wettbewerben für Frauen). Beim IOC versucht man, ein in der Vergangenheit nicht sonderlich großes Problem zu lösen, in dem man daraus für eine zwar kleine Zahl an Frauen, aber doch erheblich größer als der Anteil von Transfrauen, die Teilnahme erschwert. Mit pseudowissenschaftlichen Ideen.

      2. Das Problem ist doch schon, dass bei einem negativen Testergebnis auch biologische Frauen von Frauenwettbewerben ausgeschlossen werden können. Das ist rechtlich nicht zulässig. Es gibt ein Diskriminierungsverbot. Da kann man doch nicht sagen. Tja, Pech gehabt. Das ist auch nicht mit Corona-Tests vergleichbar. Der Ausschluss bei den geplanten Tests ist lebenslang.

        Wie soll denn die Lösung konkret aussehen? Wer darf diese Tests durchführen? Wer übernimmt die Kosten? Es kann ja wohl nicht sein, dass bei der Aufnahme eines Mädchens in einen Sportverein ein Test verpflichtend sein soll.

        Was ist denn, wenn dieser Test verweigert wird? Das Bundesverfassungsgericht könnte ja feststellen, dass es sich um einen Eingriff in die Grundrechte handelt.

        Auch bei dieser Lösung kann es Missbrauch geben. Passende Testergebnisse wird man kaufen können.

        1. Hallo Uwe, OK ich nehme wahr, dass sich die Diskussion nun auf mögliche falsche Testergebnisse verlagert. Ja das kann es natürlich immer geben, und du hast recht, dass es eine unzumutbare Härte wäre, wenn man biologische Frauen von Frauenturnieren ausschließt. In dem Fall fällt mir als Lösung ein, dass die Betroffene auf eigene Kosten einen Test vorlegt, der aufzeigt, dass sie biologische Frau ist.

          Mir kommt die Diskussion jetzt ein bisschen vor wie beim Handybetrug, den es ja in der Praxis mehrfach gegeben hat. Wer bei laufender Partie ein Handy nutzt, wird sofort genullt, es sei denn, er hat es so gut versteckt, und nutzt es so diskret, dass er nicht entdeckt wird, und gewinnt dann auch noch die Partie. Ein ungewollter Nebeneffekt, der aber nicht gegen die Regel an sich spricht, dass kein Handy genutzt werden darf. Man kann die Analogie sogar noch weiter führen. Jemand hat ein Seniorenhandy ohne Apps bei sich, und wird trotzdem sofort genullt, wenn das auffliegt, so sind unsere Schiedsrichter nun mal. D.h. er kann gar nicht betrügen, verliert aber trotzdem die Partie. Also, um es zusammen zu fassen: die Tatsache, dass es immer Missbrauch geben kann, oder dass ein Ergebnis mal falsch ausfällt, ist kein Gegenargument dafür, eine Kontrollregelung nicht einzuführen!

          1. Eine Regel muss die folgenden Bedingungen erfüllen.

            1. Sie darf nicht gegen Grundrechte verstoßen.

            2. Sie muss praktikabel sein

            3. Sie darf keine hohen Kosten verursachen.

            Ich habe da meine Zweifel, dass diese Bedingungen mit der geplanten Regelung erfüllt sein werden.

          2. Nur hat das IOC eben für Olympia nun diesen einen einzelnen Test festgelegt. Ich glaube nicht, dass man beim IOC andere Tests einreichen kann, wenn der SRY-Test nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt. Hast du da andere Informationen?

            Und der Vergleich mit dem Handy hinkt an einem essenziellen Punkt: Das eine ist Biologie, die kann ich nicht ablegen. Das andere kann ich einfach zuhause lassen, auch wenn es unpraktisch ist.

        2. Hier noch meine Entgegnung zum Argument der Kosten, und wer diese trägt. Zunächst zur Frage, wie hoch die Kosten sind. Hierzu führt das IOC aus: Laut IOC kann der SRY-Gentest mittels Speichel-, Blut- oder Wangenabstrich durchgeführt werden und kostet etwa 185 Pfund, das entspricht etwa 210 Euro. Es ist jedoch unklar, ob die Athleten diese Gebühr selbst tragen müssen. Hier schließt sich die nächste Frage an, wer die Kosten tragen muss: vermutlich der nationale Verband, wobei er diese auf die Athletinnen umlegen könnte. Ich denke mal, dass das ein Betrag ist, den man verschmerzen kann, auch wenn es vielleicht Manche von der Teilnahme abhalten wird. Vielleicht gibt es auch günstigere Reihentests, ich weiß es nicht.

          Das eigentliche Problem sehe ich darin, dass es nicht sinnvoll wäre, diesen Test für alle Teilnehmerinnen zu verlangen. Denn wer offensichtlich Frau ist, und alle körperlichen Geschlechtsmerkmale nachweist, oder vielleicht sogar schon Mutter ist, sollte diesen Nachweis nicht erbringen müssen. Das was offensichtlich ist, muss nicht nachgewiesen werden. Nur was ist offensichtlich? An dem Punkt wird es ein bisschen schwierig…

  4. Lieber Gerald, es gibt eine ganz einfache pragmatische Lösung für das „offensichtlich“: Wenn der Geschlechtseintrag „weiblich“ ist, dann handelt es sich offensichtlich um eine Frau, ansonsten ebenso offensichtlich nicht – es besteht absolut keine Notwendigkeit, zwischen Frauen 1. Klasse und Frauen 2. Klasse differenzieren zu wollen.

    (Am Rande bemerkt: Sinngemäß die selbe Lösung wird absolut unwidersprochen im Seniorenbereich angewandt – Wer an Seniorenturnieren teilnehmen möchte, muss keinen Nachweis über sein biologisches Alter erbringen, es reicht völlig aus, wenn das erforderliche kalendarische Alter erreicht ist.)

  5. Hallo Holger,

    inzwischen ist es ja legal, dass sich auch „biologische Männer“ im Ausweis als Frauen eintragen lassen können. Und genau solche will man ja eigentlich bei körperlichen Sportarten nicht zu Frauenwettbewerben zulassen. Beim Schach, der ohne Körperkontakt ausgeübt wird ist das nicht „gefährlich“, aber z.B. beim Boxen im Frauenwettbewerb bei den Olympischen Spielen in Paris gab es ja mal einen großen Skandal, weil eine – in welcher Weise auch immer – zu männliche „Frau“ ihre Gegnerin blutig geschlagen hatte. Insofern kann ich die Verantwortlichen beim IOC verstehen.

      1. So ist es eben nicht. Während der Olympiade wird reißerisch berichtet und wenn sich dann herausstellt, dass dies falsch war, wird nichts mehr korrigiert.

        Es gab in Paris zwei Fälle. Der eine betraf die Boxerin Lin Yu-ting. Ca. 18 Monate später wird die vom Boxverband wieder als biologische Frau anerkannt ( https://taz.de/Geschlechtstests-im-Boxen/!6164789/ ). Wenn es die neuen Regeln damals schon gegeben hätte, hätte sie gar nicht starten dürfen.

        Das kann man auch nicht als Beispiel sehen, dass eine falsche Entscheidung korrigierbar ist. Wenn eine Klärung 18 Monate dauert, dann gute Nacht. Hier hat sich auch noch der Verband dahinter geklemmt, weil es sich um die Olympiasiegerin handelt. Der Normalfall sieht doch völlig anders aus. Das muss man ganz allein ausfechten. Die Kosten belaufen sich dann nicht auf 200 Euro. Da liegt es dann nahe, dass die Karriere beendet wird, bevor sie angefangen hat.

        Natürlich sind gesundheitliche Risiken im Boxen nicht wegzudiskutieren. Allerdings kann man nicht einfach Frauen ausschließen, weil die zu hart schlagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert