Schachfestival München im Zeichen Philidors
Beim Schachfestival München wird nicht nur Schach sondern auch Musik gespielt. Deutschlands abwechslungsreichstes Schach-Event steht dieses Jahr nämlich im Zeichen von François André Danican Philidor (1726-1795), der vor 300 Jahren geboren wurde. Der Franzose war der überlegene Schachspieler seiner Epoche und außerdem ein zu Lebzeiten erfolgreicher Komponist. Aus seinem Werk stechen vor allem seine dreißig Opern heraus. Seine schon in jungen Jahren vorgelegte „L´analyse du jeu des échecs“ (1749) war gut ein Jahrhundert lang das wichtigste Schachlehrbuch.
Weil Philidor im Schatten von Zeitgenossen wie Mozart, Haydn und Gluck stand, werden seine Opern kaum noch aufgeführt. Darum bietet das Schachfestival eine selten Gelegenheit, einige seiner besten Opernarien und Instrumentalstücke zu hören. Zusammengestellt und geleitet werden die Konzerte vom Pianisten Volker Antusch. Für die Aufführungen im Schloss Nymphenburg (22. Mai 10 Uhr, 24. Mai 11 Uhr und 7. Juni 13 Uhr) und in der Allerheiligen Hofkirche der Münchener Residenz (5. Juni 20 Uhr) gibt es noch Karten. Das letztgenannte Konzert schließt an ein Blindsimultan von Marc Lang an – der erste, der es mit mehreren Gegnern gleichzeitig ohne Ansicht des Bretts aufnahm, war nämlich Philidor.
Vor dem Start des stark besetzten Pfingst-Opens (23.-29. Mai) findet die erste Münchner Schachkonferenz (23. Mai 10.30-15.00) statt und widmet sich im Hauptteil Philidors einzigartiger Doppelbegabung. Vortragen werden seine Biographin Susanna Poldauf, der Dirigent Christian Benda, der mit der Prag Sinfonietta zwei Philidor-Platten eingespielt hat, der Schachhistoriker und Präsident der schachhistorischen Gesellschaft CHLS Frank Hoffmeister sowie Volker Antusch. Außerdem wird eine Ausstellung gezeigt, die aus seiner im Westen von Paris gelegenen Geburtsstadt Dreux übernommen wird.
Konzerte und Tickets https://schachfestivalmuenchen.de/crowdfunding/
Konferenz https://schachfestivalmuenchen.de/conference/
Pfingst-Open live ab 23.Mai 18.15 Uhr https://lichess.org/broadcast/munich-chess-festival-2026–open-a/round-1/R7r4Z2CG
Grafik: Harry Seibold