10.06.2026

49 Gedanken zu „Paul Meyer-Dunker neuer Präsident des DSB

  1. Herr Rädler
    Sie schreiben nur nach was die LauterbachPropaganda Maschine auf der DSB website schreibt. Nur zweiPunkte:
    Die Finanzen erholten sich von alleine durch Ausgabenstop bei gleichzeitiger Beitragserhöhung, die Senioren WM habe ich nach Magdeburg geholt und darf mir als Dank Nähe zur FIDE also Russen nachsagen. Ihre Verleumdungen, üble Nachrede sowie Datenklau und Ausspähung sind alle justiziabel

    Schön dass ihre Zeit vorbei ist

    1. Also Alexander, es ist zwar richtig dass die Beitragserhöhung eine notwendige Bedingung zur Finanzkonsolidierung war, aber zusätzlich hat die Sparministerin Ingrid auch schon gewirkt. Also ich finde, beide Seiten haben hier recht.

      1. Es ist Teil des Krisenmanagementes, erstmal die Kasse zu zumachen. Nichts geht mehr hinaus. Aber der wichtigere Teil, ist die sanfte Rückkehr zu einem Normalbetrieb, mit der Deligierung von Verantwortung ohne Kontrollverlust. Das können und wollen diese beiden nicht, sie haben Mikromanagement pur betrieben, selbst die Anschaffung einer Kaffeemaschine fuer 39 Euro wurde mit mehreren emails besprochen und bedarfte Ihrer Genehmigung.

        1. Hallo Herr von Gleich,
          da kann ich Ihnen nur zustimmen.
          Einen Verein oder Verband finanziell zu stabilisieren, ist letztlich keine allzu große Herausforderung. Beiträge zu erhöhen und Ausgaben zu reduzieren, lässt sich vergleichsweise einfach umsetzen. In der freien Wirtschaft sieht das deutlich anders aus: Dort müssen Gehälter finanziert, Kapital beschafft und tragfähige Geschäftsmodelle etabliert werden. Gleichzeitig gilt es, Kunden zu gewinnen und sich im Wettbewerb gegen andere Unternehmen zu behaupten.
          Frau Lauterbach hat zu Beginn gute Arbeit für den DSB geleistet. Mit der Zeit traten jedoch zunehmend auch ihre problematischen Seiten hervor. Deshalb teile ich Ihre Einschätzung, dass der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen war.
          Bedauerlich finde ich, dass es mit Richard Lutz nicht geklappt hat. Leider hat sich damit meine Befürchtung bestätigt, dass nicht alle Verbandsvertreter die Situation richtig eingeschätzt haben.
          Aber das ist nun Geschichte. Mit Paul Meyer-Dunker hat der DSB einen jungen und kompetenten Präsidenten gewonnen. Ich bin zuversichtlich, dass der Verband damit wieder auf einen erfolgreichen Kurs gebracht werden kann und künftig wieder stärker das Miteinander im Mittelpunkt stehen wird.
          Ich wünsche Ihnen alles Gute und hoffe, dass Sie der deutschen Schachorganisation auch weiterhin erhalten bleiben.
          Mit Paul Meyer-Dunker wird es sicherlich einen guten und konstruktiven Austausch geben.
          MfG, Klaus Zachmann

          1. Hallo Herr Zachmann, ich möchte meinen, dass beim Deutschen Schachbund bereits eine Beitragserhöhung eine Riesenleistung ist, denn die Landesverbände sind hier meistens notorisch ablehnend gestimmt, da sie dann auch die Beiträge erhöhen müssten. Die Beitragserhöhung vor etwa 4 Jahren kam nur unter dem großen Druck des Budgetlochs beim DSB zustande. Ich war damals bei der Sitzung dabei! Und auch das Sparen ist nicht so einfach, denn die meisten Ausgaben sind natürlich fest verplant. In dem Fall wurden gerade im Leistungssport, dem ich damals vorstand, empfindliche Einschnitte vorgenommen.

    2. Sehr geehrter Herr von Gleich,
      ich möchte mich entschuldigen, die positiven Aspekte der Amtszeit hat natürlich das gesamte Präsidium ermöglicht und das habe ich anlässlich der Abwahl von Frau Lauterbach komplett unter den Teppich gekehrt. Das war nicht fair und ich verstehe die Kritik.
      Ihnen wünsche ich alles Gute, vor allem Gesundheit und Danke für den großen Einsatz für den DSB, der weit, weit über das normale Maß war.

      1. Guten Abend Herr Rädler, mir geht es nicht darum ein Lob für meine Arbeit einzufahren. Aber ausgerechnet Fr Lauterbach forderte vor dem a.o. Bundeskongress https://www.schachbund.de/news/fairplay-und-respektvoller-umgang.html aber seit Monaten fährt sie eine Verleumdungskampagne gegen mich, die heute fortgesetzt wurde. Freunde berichteten mir über die grotesken Vorträge im nicht öffentlichen Teil, mit wilden Verschwörungstheorien wonach Russland es auf das deutsche Schach abgesehen hätte. Im öffentlichen Teil attackierten sie und ihre Mitstreiter dann meinen Finanzbericht, mit verschiedenen kleinteiligen Fragen und Unterstellungen, wonach ich mal den Bericht nicht rechtzeitig geliefert dann auch nicht autorisiert hätte. Die Zahlen indes stimmen, der Bericht enthielt auch ein klares Lagebild, den ich nicht im Feuilleton Stil der anderen Tätigkeitsberichte verfasst hatte, sondern in dem in Finanzkreisen üblichen Format. mfG Alexander von Gleich

        1. Und es war jedenfalls aus meiner Sicht ein vorzüglicher Finanzbericht, lieber Alexander. Mal sehen, ob wir künftig wieder einen so guten bekommen!

        2. Die Aussprache zum Finanzbericht begann mit einer Frage zu den Bußgeldern der 2. Bundesliga. Da hatte offensichtlich jemand ganz genau nachgerechnet, dass die Angaben nicht stimmen können..

          Die Frage zu den Differenzen konnte das Präsidium nicht beantworten, was ich für nicht weiter verwunderlich halte. Bei den Differenzen ging es um einen niedrigen dreistelligen Betrag, also völlig unwesentlich bei Einnahmen von über 2,2 Mio Euro.

          Über die Motivation kann dann nur spekuliert werden. Möglich sind a) Selbstdarstellung, b) Kritik an Alexander von Gleich und c) Kritik am Präsidium, das einfache Fragen zu Berichten nicht beantworten konnte.

          Die Antwort des Präsidiums war, dass es Abweichungen in einzelnen Punkten gibt, dass der Bericht aber in der Summe richtig sei.

          Danach wurde nach einer Frage förmlich für das Protokoll festgestellt, dass der Abschluss nicht unterschrieben war. Das hätte auffallen können (in der zeitlichen Reihenfolge) a) Alexander von Gleich b) dem Präsidium und c) den Rechnungsprüfern.

          Auch da ist die Motivation des Fragestellers unklar. Es wurde ja anscheinend auch unterstellt, dass das Präsidium einen ganz anderen Abschluss vorgelegt hat.

          Dann wurde die Sitzung unterbrochen und danach das Thema vertagt. Das kann man so machen, war aber meines Erachtens nicht zwingend, da Alexander von Gleich ja angeblich per e-mail bestätigt hatte, dass es sich um den von ihm erstellten Abschluss gehandelt hat.

          Daneben wurde auch noch an der Form herumgemäkelt, zunächst mal vom Präsidenten des Bayerischen Schachbunds. Der war sicherlich dem Präsidium nicht freundlich gesinnt.

          1. Sehr treffend beobachtet. Die Schüsse richteten sich ausschließlich gegen mich. Ich hatte den Abschluß und Finanzbericht bereits bei Zustellung an Präsidum, Kassenprüfer und a.o. Bundeskongress autorisiert, das in der Sitzung noch mal per email nachgeholt. Die Form musste geändert werden, da der Gesetzgeber den Vereinen und Verbänden (also auch den Landesverbänden) einen neuen Kontenrahmen vorgeschrieben hatte.

  2. Wäre gut gewesen eine Live-Übertragung vom Bundeskongress zu bekommen, sodass die Schach – Öffentlichkeit mitbekommt was gesprochen wird!

        1. Allerdings scheinen die Videos schon wieder gelöscht worden zu sein, anders als in den letzten Jahren. Oder hat jemand noch einen Link?

          1. https://m.twitch.tv/videos/2773443986 – rechts sehe jedenfalls ich fünf Episoden (dazwischen wohl Verbindungsabbrüche oder „Öffentlichkeit ausgeschlossen“).
            Am Ende wurde noch diskutiert, ob Livestream sinnvoll ist – Mehrheitstendenz soweit ich es in Erinnerung habe „ja, das sind wir unseren Mitgliedern schuldig“.

          2. Ich wollte sie eben anschauen, und habe sie nicht mehr gefunden. Der Link geht ins Leere!

          3. Tatsächlich ist es nun verschwunden, ich bekomme die interessante Fehlermeldung „Dieser Inhalt ist nur verfügbar, wenn Du eine Zeitmaschine hast“. Gestern abends zum Zeitpunkt meines Kommentars war es noch vorhanden.
            Die wohlwollende Interpretation wäre: es wird daran gearbeitet, aus mehreren Videos eines zu machen (das erste nur mit 15 Minuten lang „gleich geht’s los“ kann da entfallen). Vielleicht, wenn das technisch geht, könnte man auch die Tonqualität verbessern. Allerdings wäre es dann besser, wenn die „Rohfassungen“ vorläufig online blieben.
            Wie gesagt, am Ende des Kongresses wurde auch über Sinn und Zweck des Livestreams diskutiert, ein Gegenargument war dabei „für nur etwa 200 Zuhörende lohnt sich der Aufwand nicht“. Dagegen wurde angebracht „er wurde ja vorab nicht breit beworben, da nicht klar war ob das möglich wird“ (bei komplettem Ausschluss der Öffentlichkeit ja nicht).

          4. @Thomas Richter: Mit der Überarbeitung der fünf Streamteile hast Du schon den richtigen Riecher. In den nächsten Stunden wird der auf viereinhalb Stunden geschnittene und zusammengefügte Stream auf https://www.youtube.com/c/DeutscherSchachbund verfügbar sein. Die meisten Unterbrechungen sind von mir gekürzt worden. Ebenso sind 2-3 kritische Streamausschnitte entfernt, weshalb die Streams bei SchachdeutschlandTV kurz nach Kongressende auf offline gesetzt wurden.

      1. Es wurde übertragen, aber mit technischen Problemen:
        Der Ton über weite Phasen zu leise, manchmal Tonausfall,
        mindestens einmal auch Verbindungsabbruch. Leider war
        der Beamer nicht direkt an die Übertragung gekoppelt.
        Der Chat zur Übertragung wurde leider „arg“ zensiert.

        Trotzdem bekam man als Internet-Zuschauer eine Menge mit.

  3. Der Kongress ist vorbei, und alle jubeln wegen der angeblich ausgebliebenen Blamage, obwohl 40% der Stimmen gegen eine Abwahl der ehemaligen Präsidentin waren. Hier haben wohl viele Leute nicht das Ausmaß der Probleme begreifen wollen.
    Der denkbar knapp, mit einer verirrten Stimme, gewählte Präsident wird mit Vorschusslorbeeren überhäuft und alle beklatschen sich wieder gegenseitig wie ehedem.
    Kein Gedanke mehr an die vergebene große Chance eine Korrektur der Fehlentwicklungen mit Dr. Richard und einem neuen Team anzugehen.
    Einigen Personen war wohl die überragende Persönlichkeit von Richard Lutz mit seinen Fähigkeiten und Verbindungen ein Dorn im Auge, auf dass sie selber in kleinerem Lichte dastehen. Da führt man dann eine Stellvertreterkampagne gegen den vorab nicht so bekannten AvG mit äußerst schmutzigen Mitteln. Ich habe keinen Grund an den mehrfach dargestellten Schilderungen zu zweifeln.
    Das Argument mit Jannik Kiesel einen jungen Funktionär zu etablieren ist ebenfalls nur ein Stellvertreterargument.
    Richard Lutz und sein Team hätten laut DSB-Satzung nie im Block gewählt werden können. Man hätte also dieser Kandidatur relativ emotionslos entgegensehen können und eventuelle Gegenkandidaten, z.B. Kiesel, hätten aufgestellt werden können, und dann hätte man gesehen, was die Personenabstimmungen gebracht hätten.

    1. Ach Fluffy, vieles lief falsch – daran zweifelt ja keiner. Wenn man jetzt vielleicht seinen Frust nicht öffentlich macht, sondern sich auf die Zukunft orientiert, muss man das ja keinem vorwerfen.
      Ich bin auch froh, dass Jannik nicht zum kollateralschaden geworden ist. Wäre es auf offener Büghne so gelaufen, wie du es oben schreibst, wäre das nach Satzung korrekt, aber der Eklat hätte auf dem Kongress live stattgefunden.

      Kopf hoch – Schach spielen und fördern, jeder an seiner Stelle. Und wenn jemand unbedingt was aufarbeiten muss, dann gern persönlich oder von mir aus auch vor Gericht.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn wir hier im Schachkicker auch wieder uneitel, unverletzt und konstruktiv was zum Thema Schach machen. Das erwarte ich auch von jedem verband und vom Präsidium.

    2. Ich hatte vorgeschlagen, beide Aspekte miteinander zu verbinden – also die Teamwahl von Richard Lutz und Jannik Kiesel. Das scheint allerdings nicht bei allen angekommen zu sein.

      Aber gut, mit Paul Meyer-Dunker hat man zumindest die zweitbeste Lösung gefunden.

  4. @Rüdiger Bock

    … vieles lief falsch – daran zweifelt ja keiner. Wenn man jetzt vielleicht seinen Frust nicht öffentlich macht, sondern sich auf die Zukunft orientiert, muss man das ja keinem vorwerfen.

    Offensichtlich sehen dass 40% der Delegierten, die den Abwahlantrag ablehnten anders.
    Ein Team Richard Lutz wäre eine sehr konstruktive Zukunftsorientierung gewesen. Stattdessen torpedierte man es im Vorfeld mit äußerst dubiosen Mitteln, die den Rückzug unausweichlich machten.

    Es wird ja gerne mal über die hohen Werte und den Nutzen des Schachs auf die Entwicklung insbesondere auch von Kindern gesprochen. Man redet ja sehr gerne mal über die Einführung von Schach als Schulfach…, ein durchaus politisches Thema. Glaubst du, den Politikern und sponsorinteressierten Personen blieben die letzten Entwicklungen verborgen? Mit wem würden denn dieser Personenkreis am ehesten geredet haben wollen?
    Von einem möglichen Kollateralschaden kann übrigens keine Rede sein, da im Prozess einer Wahl Kandidaten frei aufgestellt werden können, die dann demokratisch von den Delegierten gewählt werden.

    Im übrigen bin ich nicht frustriert, sondern eher erstaunt und habe kein Verständnis für die Unprofessionalität von Teilen der Opposition, die einen Abwahlantrag stellten – das ist der destruktive Teil – ohne ein alternatives Team zu präsentieren, das wäre der konstruktive Teil des Prozesses.

  5. So einfach ist es nicht, der neue Präsident war ja der Kopf der Opposition. Wenn man die Kandidatur erst einen Tag vor der Wahl bekannt gibt, bietet man wenig Angriffsfläche. Das war vielleicht der entscheidende Fehler von Lutz.

  6. Richard Lutz hat als Bahnchef seine Ziele (u.a. Sanierung der Finanzen) mehrfach verfehlt. Weshalb sollte ich ihm als Sanierer des föderal organsierten Schachbundes vertrauen?

  7. Zitat:
    „Das war vielleicht der entscheidende Fehler von Lutz.“

    Das halte ich für eine Verdrehung von Formulierungen in ihr Gegenteil.

    Fehler haben andere Leute gemacht. Z.B. die 40%, die gegen den Abwahlantrag gestimmt haben, die Personen, die eine mögliche Kandidatur von R. Lutz mit einer Schmutzkampagne torpediert haben. Im Übrigen ist die rechtzeitige Bekanntgabe einer Kandidatur genau ein Ausdruck demokratischen Verständnisses um den Beteiligten einen ausreichend langen Zeitraum zur Meinungsbildung zur Verfügung zu stellen.

    p.s. Im Übrigen steht immer noch nach ihrer Abwahl die Kandidatur von Frau Lauterbach für den Posten der Vizepräsidentin der ECU im Team Asmaiparashvili, nominiert von den nationalen Schachverbänden Deutschlands und Montenegros,

    1. Es hat überhaupt keine Schmutzkampagne gegen Richard Lutz gegeben. Grundsätzlich war ja für seine Wahl die Vorbedingung., dass der Abwahlantrag gegen Ingrid Lauterbach durchgeht.

      Nur weil es einen Abwahlantrag gibt, muss dem ja nicht jeder zustimmen. Wer mit den Ergebnissen der Arbeit des Präsidiums zufrieden war, hatte gar keinen Grund für eine Abwahl.

      Richard Lutz hätte eine große Mehrheit bekommen. Er hat seine Wahl aber an die Wahl eines Teams gekoppelt. Dazu wäre es eh nicht gekommen, weil nicht alle Präsidiumsmitglieder abberufen worden wären.

      Dann wurde ihm signalisiert, dass zwei seiner Teammitglieder unter Umständen gar nicht erst gewählt werden, sogar ohne Gegenkandidaten. Gegen Alexander von Gleich wäre ganz sicher ein Gegenkandidat angetreten. Was dann bestenfalls zu erwarten war, sieht man ja bei der Wahl zum Präsidenten.

      Bei Gerald Hertneck war es dann vollkommen absurd. Der war ja keinem der beiden Lager zuzurechnen.

      Danach kam der Rückzug des Teams. Das war dann konsequent.

  8. Hat der neue Präsident nach seinem Abgang aus Berlin nicht kund getan, dass er keine erneute Kanditaur als DSB-Präsident anstrebt? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

    1. So erinnere ich es auch. Der Rückzug aus dem Präsidentenamt beim Berliner Schachverband war langfristig angekündigt – soweit ich erinnere mit der vagen Begründung, sich anderen Aufgaben zu widmen, wobei unklar blieb, ob diese überhaupt im Schach liegen sollten. Nach dieser Ankündigung kamen ja zunächst noch Alexander von Gleich und dann Richard Lutz in die Kandidatenrolle. Ich gehe davon aus, dass PMD gegen keinen dieser Kandidaten kandidiert hätte. Da muss in den letzten Tagen noch einiges an Sinneswandel passiert sein. Es war ja auch kein „Einspringen in der Not“, denn mit Rickmann stand ja ein weiterer Bewerber bereit.

      1. Das sehe ich auch so. Es sieht so aus, als hätte PMD nach seinem Rückzug aus Berlin auf eine erneute Kandidatur beim DSB hingearbeitet, auch wenn er gleichzeitig Anderes verlauten ließ. Dieses Vorgehen – so reden und anders agieren – lässt für seine Amtszeit nichts Gutes erahnen.

        1. Niemand konnte zwei Wochen vor dem Bundeskongress die Entwicklungen – etwa den Rückzug von Richard Lutz oder die Abwahl Lauterbachs – verlässlich vorhersehen. Deshalb ist es völlig nachvollziehbar, dass sich auch bei anderen Beteiligten Planungen und Entscheidungen geändert haben. Etwas anderes zu erwarten, verkennt die politische Dynamik solcher Prozesse. Ich halte es daher für positiv, dass Paul am Ende für das Amt des DSB-Präsidenten kandidiert hat und schließlich auch gewählt wurde.

          1. „Verlässlich“ (zu 100% gesichert) war es nicht, total überraschend war es jedenfalls auch nicht. Die Abwahl von Ingrid Lauterbach war ja seit Monaten vorgesehen – wenn dann hatte die „Opposition“ wohl ein klareres Ergebnis in ihrem Sinne erwartet. Der Rückzug von Richard Lutz war auch nicht überraschend – angesichts seiner klaren und nicht realistischen Bedingungen „nur mit breiter Mehrheit und genau diesem Team“, und das muss bereits im Vorfeld geklärt sein.

            Ja, „die Entscheidung ist gefallen und die Reise geht weiter“ – in welche Richtung wird sich zeigen. Wie wird PMD auf zukünftige „politische Dynamik“ reagieren? Es können nicht garantierte aber doch wahrscheinliche Entwicklungen sein, oder auch etwas das unerwartet aber dabei „möglich“ ist. Relativ schnell wird vielleicht klar, was das „Haltbarkeitsdatum“ seiner Aussage „ich will mir das Vertrauen (eines Teils) der 49,5%, die mich nicht gewählt haben, erarbeiten“ ist. Das wird eher kein Selbstläufer!?

            Im Berliner Schachverband hatte Paul Meyer-Dunker vielleicht ein „Heimspiel“, beim DSB muss er durchaus auch mit „Gegenwind“ rechnen und umgehen können – was in einer Demokratie dazu gehört.

          2. Wer wie PMD offenbar nach der Maxime „was geht mich mein Geschwätz von gestern an“ handelt, braucht sich über mangelndes Vertrauen nicht wundern, mit der „politischen Dynamik solcher Prozesse“ hat derartiges Handels jedenfalls nichts zu tun.

        2. Schon im letzten Jahr hatte ich es mal geschrieben: Leute, die aus das (Halb-)Anonymität heraus querschießen, sind für das deutsche Schach nicht hilfreich.

          Ingo Althöfer.

          1. Hallo Ingo, ich bin der Meinung, dass jeder Bericht im Internet mit seinem/ihrem eigenen Namen unterzeichnet werden sollte, das wäre für uns alle ein Segen!

          2. Hilfreich ist das zwar nicht, letztlich aber auch nicht entscheidend.
            Leute wie Paul Meyer-Dunker und Niklas Rickmann stehen ohnehin über solchen Dingen.
            Und wie leicht sich diese haltlosen Scheinargumente entkräften lassen, hatte ich ja bereits gezeigt.
            Paul Meyer-Dunker und sein Team werden gute Arbeit leisten, und der Bundeskongress im kommenden Jahr wird deutlich ruhiger und entspannter verlaufen.

          3. Ich sehe da kein Querschießen, sondern berechtigte Fragen.

            Zunächst mal, es kann natürlich jeder seine Meinung ändern und kandidieren, obwohl er dies kurz zuvor ausgeschlossen hat.

            Vor der Wahl konnten Fragen an die Kandidaten gestellt werden. Da hat es mich gewundert, dass dies nicht thematisiert wurde. Es lag doch nahe den Kandidaten zu fragen, wie lange er das Amt ausfüllen will.

            Es gab ja auch eine Vereinbarung, die Berliner Erklärung. Normalerweise hält man sich an Vereinbarungen. Auch das hätte erklärt werden sollen.

            PMD war ja auch mal Mitglied des Teams Rosenstein. Auch dazu hätte man fragen können, wie er heute dazu steht.

            Die Situation ist ja nun wie folgt. Im Präsidium sitzen jetzt zwei Mitglieder, die Abwahlanträge gegen die beiden anderen Mitglieder unterstützt hatten. Da wird man erst mal sehen müssen, was bei den ersten kniffligen Entscheidungen passieren wird und ob der Burgfrieden dann immer noch hält.

          4. Es gibt Fragen, die für intelligente Menschen keine Rolle spielen, weil sie die Antwort längst kennen oder den Nutzen der Frage bezweifeln.
            Das scheint auch auf den Bundeskongress zuzutreffen – offenbar waren dort viele intelligente Menschen versammelt.
            Dass das Team um Paul Meyer-Dunker effizient arbeitet, ließ sich bereits kurz nach dem Bundeskongress erkennen. Auf der DSB-Homepage wurden Fehler behoben, die sich seit über einem halben Jahr zunehmend häuften.

          5. Und warum haben diese vielen intelligenten Menschen die eigene Satzung ignoriert?

            In § 31 Absatz 1 der Satzung steht:

            „Der Präsident, sein gemäß § 29 Abs. 2 gewählter Stellvertreter und der Vizepräsident Finanzen vertreten den Bund jeder für sich allein gerichtlich und außergerichtlich. Sie haben die Stellung des gesetzlichen Vertreters im Sinne des § 27 BGB. Wurde der Vizepräsident Finanzen zum Stellvertreter des Präsidenten
            berufen, bestimmt der Bundeskongress zusätzlich einen weiteren Vizepräsidenten zum gesetzlichen Vertreter.“

            Als Stellvertreter wurde der Vizepräsident Finanzen gewählt. Ein weiterer Stellvertreter wurde dann nicht gewählt.

            Die Anträge auf Abwahl der Vizepräsidenten Sport und Verbandsentwicklung waren auch nicht zulässig. Die können laut Satzung gar nicht abgewählt werden.

            In der Satzung ist eine Abwahl des Vorstands nicht geregelt. Folglich gilt § 27 BGB. Abberufen werden kann also nur ein Vorstand im Sinne von § 27 BGB. Aus der Satzung geht aber hervor (siehe oben), dass die beiden Vizepräsidenten keine Vorstände im Sinne von § 27 BGB sind.

          6. Auch hier gilt: Es gibt Fragen, die für intelligente Menschen keine Rolle spielen, weil sie die Antwort längst kennen oder den Nutzen der Frage bezweifeln.
            Und für die, die das nicht umsetzen können:
            Die Abwahlanträge für die Vize-Präsidenten wurden zurückgenommen, von daher ist diese Frage nicht relevant.
            Ämter können besetzt werden, dies ist aber kein muss, z.B. wenn sich niemand zur Verfügung stellt.

    2. Der DSB-Kongress wirkte zuletzt allerdings auch nicht gerade geschlossen in seiner Haltung.
      Bei Richard Lutz war das Meinungsbild noch gespalten, bei Lauterbach fiel die Mehrheit für die Abwahl bereits deutlicher aus, und zwischen Paul Meyer-Dunker und Niklas Rickmann war es am Ende äußerst knapp.
      Aber gut – die Entscheidung ist nun gefallen, und jetzt geht die Reise weiter. 🙂

  9. …… „aus das (Halb-)Anonymität heraus querschießen“ ………
    Meinen Sie mit Querschießen einen Dysphemismus für eine Meinung nicht dem gewünschten Mainstream entsprechend?

    …….“das wäre für uns alle ein Segen!“……..
    Warum ein Segen, und warum für alle?

  10. Interessanter als Diskussionen über Satzungsfragen ist für mich die offenbar erste Amtshandlung des neuen Präsidenten https://www.schachbund.de/news/wadim-rosenstein-wird-neuer-fide-delegierter-des-dsb.html .

    Aus dem ersten Absatz: „Traditionell ist es Sache des Präsidenten [also „Chefsache“] die Funktion des FIDE-Delegierten beim Deutschen Schachbund wahrzunehmen. … Nun wird Wadim Rosenstein … auf Beschluss des Präsidiums beim Deutschen Schachbund neuer DSB-Delegierter bei der FIDE. „Das ist ganz klar eine sportpolitische Entscheidung“, sagt DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker, „wir wollen dass uns der im internationalen Schach am besten vernetzte Deutsche repräsentiert. Es braucht eine FIDE ohne diesen extremen Einfluss von Russland, der dem Schachsport nicht guttut.“
    Am Ende bezeichnet Rosenstein das als „große Ehre“ und sagt auch „Deutschland muss ein Paradebeispiel für Struktur, Professionalität und nachhaltige Entwicklung im Schachsport sein — und zugleich anderen Föderationen dabei helfen, starke Strukturen und langfristige Perspektiven aufzubauen.“

    Hmm, „extremer Einfluss von Russland“ ist ein echter Meyer-Dunker (wobei er da nicht der einzige ist). Ob gerade Rosenstein die richtige Person ist, um das zu ändern, darüber kann man diskutieren. Derlei Pläne hatte PMD in seiner Wahlkampfrede nicht erwähnt. Und Deutschland als Vorbild für andere Föderationen: je nachdem was diese von der Situation beim DSB mitbekommen haben wird das vielleicht Kopfschütteln oder jedenfalls Räuspern auslösen. Etwas weniger selbstbewusst und „missionarisch“ wäre da vielleicht angebracht!?

    Zunächst weniger kritisch die andere Meldung beim Schachbund, dass Deutschland (Thüringen) sich um die Ausrichtung der Junioren-WM 2028 bewirbt. Zum Finanziellen steht da zunächst, dass das Land Thüringen einen „großen Batzen“ zum Etat von 450.000 Euro beiträgt. Später wird es konkreter: laut Schreiben der Thüringer Staatskanzlei – „haben wir eine mögliche [sic] Zuwendung in Höhe von bis zu [sic] 60.000 Euro in unsere Planungen aufgenommen.“

    1. Der Ernannte passt zur FIDE. Vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit, werbewirksam wieder ein paar Partien gegen Karjakin zu spielen. Wenn er die gewinnt, wird das Ziel, die Einschränkung des russischen Einflusses bei der FIDE, bestimmt erreicht.

      Insofern also eine gute Wahl.

  11. Danke an Thomas R, für diesen teils kritischen aber konstruktiven Hinweis.
    Es ist schon interessant zu sehen, wie ein ehemaliger Bewerber für das Amt des Präsidenten des Deutschen Schachbundes mit einem avisierten PMD als Vize in deinem Team jetzt von ebendiesem zum FIDE-Deligierten ernannt wurde. Eine Funktion, die bisher immer vom amtierenden Präsidenten ausgefüllt wurde.
    Zumal es sich ja nicht nur um eine rein repräsentative Funktion handelt. Das damit verbundene Stimmrecht wird jetzt de facto von einer nicht gewählten Privatperson wahrgenommen.
    ……………
    Der Ruf nach
    „Es braucht eine FIDE ohne diesen extremen Einfluss von Russland, der dem Schachsport nicht guttut.“
    erinnert doch fatal an einiges in der hinterrücks geführte Kampagne, die im Vorfeld der Wahl gegen die Person von AvG geführt wurde.
    Von einem Präsidenten der sich selbst Politikwissenschaftler bezeichnet, würde ich doch eine globalere Einschätzung oder Bewertung der Situation erwarten.

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