DANKE AN DIE WIENER SCHACHFREUNDE, das zarte Pflänzchen Inklusion wächst und gedeiht dank Ihnen!

NEXT MOVE TOGETHER
WIEN 2026 – DIE TRILOGIE
B E R I C H T
Vom 29. Juni bis 5. Juli 2026 fand die erste Ausgabe von „Next Move Together Wien 2026 – Die Trilogie“ statt – eine Woche voller Schach, Begegnungen und gelebter Inklusion, organisiert vom Verein Blickkontakt in den Räumlichkeiten der SOHO Studios Ottakring. Was diese Veranstaltung besonders machte, war nicht nur die hochkarätig besetzte Spielerliste für die einzelnen Turniere, sondern vor allem auch das einzigartige Rahmenprogramm, das Inklusion greifbar machte und maßgeblich dazu beitrug, dass diese Veranstaltung ein großartiger Erfolg wurde.
Die Turniere: Sportliche Höhepunkte
1. Das Schachopen (29. Juni – 3. Juli)
Im Kellerlokal der SOHO Studios Ottakring startete der erste Teil der Trilogie mit einem Schachopen über fünf Runden. 51 Spieler:innen – darunter drei Großmeister und zwei Internationale Meister – kämpften um jeden Punkt.
Besonders stolz waren wir über die starke Besetzung: Die ersten 29 Teilnehmenden hatten eine Elo-Wertung von über 1800. Noch schöner: 14 Jugendliche U18 waren dabei, und die jüngste Dame war erst acht Jahre alt! Bis zur letzten Runde blieb es spannend – am Ende setzte sich dann IM Konstantin Peyrer mit einem halben Punkt Vorsprung vor dem extra aus Norwegen angereisten GM Kristian Stuvik Holm (NOR) und GM Nikolaus Stanec (mehrfacher österreichischer Staatsmeister) durch. Herzlichen Glückwunsch an die Sieger – wir hoffen, sie auch 2027 wieder bei uns begrüßen zu dürfen!
2. Das Schnellschachturnier (4. Juli)
Am Samstag ging es mit 60 Teilnehmenden (Ø Elo: 1682, Ø Alter: 35) im Schnellschachturnier weiter. Nach sieben intensiven Runden mit einer Bedenkzeit von 15 Minuten + 5 Sekunden siegte IM Harald Schneider-Zinner punktgleich aber mit besserer Feinwertung vor IM Aco Alvir und Daniel Berndt Scheiber. Ein besonderer Moment dabei: Der Präsident der Chesssports Association selbst auf dem Siegerpodest!
3. Das Blitzturnier (5. Juli)
Gesamtwertung
Den Abschluss der Trilogie bildete das Blitzturnier mit 45 Teilnehmenden (Ø Elo: 1746, Ø Alter: 29). Hier setzte sich in 9 Runden im Modus 5 Minuten + 3 Sekunden Daniel Berndt Scheiber mit grandiosen 8 Punkten vor IM Aco Alvir
mit 7,5 Punkten durch. Den dritten Platz teilten sich Wilfried Woll (GER) und CM Adamo Valtiner mit je 6,5 Punkten. In der Gesamtwertung über alle drei Turniere dürfen wir Wilfried Woll, der aus Mecklenburg-Vorpommern angereist war, herzlich zum Gesamtsieg der Trilogie gratulieren. Zweiter wurde Erik Gansterer vor Aras Onkur – herzlichen Glückwunsch den Gewinnern, die alle drei Turniere erfolgreich beendet haben!
Das Rahmenprogramm: Inklusion zum Anfassen
Was unser neues Turnierformat „Next Move Together“ wirklich auszeichnete, war das vielfältige Rahmenprogramm, das wir als Verein Blickkontakt mit viel Herzblut gestaltet und organisiert haben. Unser Ziel dabei war ganz klar, Barrieren abzubauen, Hemmschwellen zu überwinden und echte Inklusion erlebbar zu machen.
Am Dienstag fand ein Blindenstock-Parcours und ein Sensibilisierungs-Workshop statt, bei dem die Ehrenpräsidentin des Vereins Blickkontakt Silvia Oblak einer Gruppe junger Besucher:innen Einblicke in die Herausforderungen von
Menschen mit Sehbeeinträchtigungen ermöglichte. Eine Teilnehmerin, Lorine (19), brachte dies nachher ganz baff auf den Punkt: „Ich hätte mir das nie vorgestellt, wie sich das alles so anders anfühlt, und was da überhaupt Themen
sein könnten!“
Besonders beliebt war am Donnerstag der Besuch von Bayram Cigci, der mit seinem Blindenhund Marley Einblicke in den Alltag ermöglichte. Er berichtete aus erster Hand über die Ausbildung, Aufgaben und Bedeutung eines Blindenführhundes für ein selbstbestimmtes Leben, und Marley konnte hier auch sein Können unter Beweis stellen und einige Tricks aus dem Alltag vorführen. Die Reaktionen der Besucher:innen waren überwältigend!
Danach stellte Florian Sapp sein selbst entwickeltes, inklusives Spiel vor und nahm sich auch viel Zeit, über die Entwicklung, das ausgiebige Austesten und Anpassen der Spielmaterialien und Spielregeln zu erzählen. Er brachte einen
ganzen Schatz an Erfahrungen mit, was für kleine Details für manche Menschengruppen dabei eine Herausforderung darstellen, an die Menschen ohne Einschränkungen nicht mal denken würden.
Am Freitag fand dann noch eine heiß ersehnte Simultan-Schachpartie statt: GM Rainer Buhmann, der auch bereits viele Lehr- und Trainingsmaterialien
veröffentlicht hat, stellte sich gleich 7 Spielern gleichzeitig. Besonders bei den Teilnehmer:innen des Turniers war dieser Programmpunkt sehr beliebt, auch zum Zuschauen und Diskutieren über die Partien.
Während der gesamten Veranstaltung luden wir auch alle ein, gemeinsam ein Plakat zu gestalten: Mit den offenen Fragestellungen „Inklusion – Was wünschst Du Dir? Was bedeutet das für Dich?“ luden wir alle ein, ihre Gedanken auf Post-Its festzuhalten. Am Ende der Woche war das Plakat gefüllt mit persönlichen Definitionen, Gedanken, Wünschen und Ideen – ein buntes Mosaik dessen, was Inklusion für unterschiedliche Menschen bedeutet.
Fazit über die gesamte Veranstaltung
Das Schönste an der gesamten Woche zum Thema Inklusion war ganz klar die Atmosphäre. Die ganze Woche über herrschte ein familiäres, offenes Miteinander. Spieler:innen jeden Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit oder ohne Behinderung begegneten einander auf Augenhöhe – am Brett wie abseits der Partien. Fair Play, Respekt und Hilfsbereitschaft prägten jeden Tag.
Besonders schön war, dass die Spieler:innen besonders begeistert waren von der Stimmung, den Räumlichkeiten, den zahlreichen offenen Gesprächen und der Möglichkeit, einander besser kennenzulernen. Auch unser Schiedsrichter öS René Scheuch hat ein ausführliches Fazit der Veranstaltung gezogen: „Ich habe eine relativ positive Resonanz von den Turnierteilnehmern erhalten. Für viele war es aber recht anstrengend, alle 3 Turniere in Folge zu spielen. Für mich ist Inklusion im Alltag ein wichtiger Punkt, da es in vielen Aspekten des alltäglichen Lebens noch immer Aufholbedarf gibt.
Gerade bei den derzeitigen Krisen geht Inklusion leider etwas unter und verschwindet im Hintergrund. Schach finde ich ist eine der Sportarten, die Inklusion so sehr ermöglicht wie ansonsten keine. Für Menschen mit Behinderungen gibt es die Rahmenbedingungen, dass sie die Sportart trotz Defiziten ausleben können (z.B. Bretter für Sehbehinderte).“ Sein Feedback ist sicherlich ein Punkt, der in die Planung des kommenden Jahres mit einfließen wird.
Dank an alle, die dies möglich gemacht haben
Ein Event dieser Größe entsteht nicht im Stillen. Daher möchten wir uns von Herzen bedanken bei:
Licht ins Dunkel – für die großzügige Unterstützung, die uns geholfen hat, dieses besondere Event überhaupt erst umzusetzen. Ohne diese Hilfe wäre die Finanzierung einer Veranstaltung dieser Art nur sehr schwer möglich.
SOHO Studios Ottakring – für die perfekten Räumlichkeiten, die sogar bei Hitzerekorden eine angenehme Spielatmosphäre boten, die tolle Ausstattung und vor allem auch die unkomplizierte Unterstützung.
Chesssports Association (CSA) und ihrem Präsidenten IM Harald Schneider-Zinner – für die enge Zusammenarbeit, die tolle Kooperation und Unterstützung und auch die sportliche Bereicherung.
VIDEBIS mit Geschäftsführer Christian Zehetgruber – für die wertvolle Unterstützung.
All unseren ehrenamtlichen Helfer:innen, die ihre Zeit und ihr Engagement für dieses Event zur Verfügung gestellt haben, insbesonders unserer Fotografin Jasmin Riederer, die die Stimmung dieser Woche festgehalten hat, und dem tollen Buffetteam, das uns verköstigt hat. Besonderer Dank an das gesamte Team des Vereins Blickkontakt: ohne eure tatkräftige Unterstützung und Leidenschaft wäre diese Woche nicht möglich gewesen.
Ausblick & Fazit
Der Zuspruch, den wir erfahren haben, hat uns tief berührt. „Next Move Together – Die Trilogie“ hat gezeigt, wie Schach Menschen verbindet – über Altersgruppen, Hintergründe und Fähigkeiten hinweg. Und weil es so schön war: 2027 geht’s weiter!