Das Schachland Indien nimmt in den Weltranglisten sowohl der Herren als auch der Damen derzeit jeweils den zweiten Platz ein. Lange wird es wohl nicht mehr dauerm, bis Indien bei beiden Geschlechtern die Spitzenposition übernimmt.
Schaut man sich die jeweiligen Live-ELO-Listen an, so findet man bei dem Männern unter den TOP 100 der Welt 16 Spieler aus den USA, von denen die Hälfte allerdings eingewandert ist. Dann folgt bereits Indien mit 14 Aktiven sowie China und Russland mit jeweils 7.
Deutschland ist derzeit mit drei Spielern (Vincent Keymer, Matthias Blübaum und Frederik Svane) in dieser Liste vertreten, Dmitrij Kollars und Alexander Donchenko sind kürzlich wieder herausgefallen.
Warum aber sind die Inder so erfolgreich?
Ein Blick in die Live-Elo-Liste Indiens zeigt, https://radarchess.com/?ps=100&fed=IND
dass 70 der TOP-100-Spieler im Laufe des August mindestens ein ELO-Turnier mitgespielt haben. 47 von ihnen haben dabei ein Plus erzielt, vier davon sogar mehr als 150 ELO-Punkte. Nur 23 haben ein Minus erreicht, allerdings meist im kleineren Bereich (maximal -29).
In Deutschland haben dagegen nur 32 der besten Hundert im August gespielt:
18 von ihnen erzielten dabei ein Plus, wobei IM Mykola Korchynskyi mit + 41,0 und FM John Heinrich mit einem Plus von 26,6 den Vogel abgeschossen haben.
Man sieht daran u.a., dass die indischen Spieler erheblich aktiver sind als etwa die deutschen. Dies liegt aber auch daran, dass in Indien 30 junge Spieler unter 20 Jahren zu den Top 100 gehören, in Deutschland dagegen nur 9. Die Erwachsenen hingegen sind in aller Regel berufstätig und haben deshalb nicht viel Zeit für Schach. .
Bei den Frauen haben 68 der besten Inderinnen im August mitgespielt. 45 davon haben einen ELO-Zugewinn erzielt, vier von ihnen deutlich über 100. In Deutschland waren 25 der besten aktiv, wovon 14 einen meist nur bescheidenen Zugewinn verbuchen konnten:
Sowohl die indischen Männer als auch Frauen, darunter zahlreiche Jugendliche, haben in diesem Sommer die europäischen Turniere bereichert und dabei große Schritte nach vorn gemacht. Man kann sich nur wundern, dass sie sich das leisten können…