22.10.2026

2 Gedanken zu „Analyse der Auswirkungen des Zeitmodus „Fast Classic“ bei der Jugend-WM“

  1. Ich finde die Analyse sehr interessant und schlüssig bezüglich der Schlussfolgerungen.
    Bei kurzen Bedenkzeiten sind konkrete Gegnervorbereitung sowie umfangreiche Eröffnungskenntnisse von Vorteil, ebenso wie schon erworbene Routine. Leider etwas wenig Datenmaterial, aber wenn möglich, bleib dran.

    Man vergleiche interessanterweise mit folgendem Bericht über Magnus Carlsen zu seiner Meinung über kurze Bedenkzeiten.
    https://www.sport.de/news/ne17265741/schach–magnus-carlsen-ich-will-nur-noch-zum-spass-spielen/
    dessen Begründungen ich allerdings absurd finde. Sie sind nur Ausdruck seiner stark egozentrischen Sicht.

  2. Die stark eingeschränkte Übertragung (Lichess, und durch TWIC nur die Altersklassen u13-u17) macht es schwer, eine wirklich abgesicherte Analyse vorzunehmen. Die Stichproben zeigen aber, dass in den jüngsten Jahrgängen meist so schnell gespielt wurde, dass eine längere Bedenkzeit oder nur eine Runde pro Tag völlige Verschwendung gewesen wären. Ein Paradebeispiel ist eine 100zügige Partie in der u11g (1896 – 1612), bei der die Spielerinnen am Schluß noch je 12 Min. auf der Uhr hatten.
    Allgemein hatte ich den Eindruck, dass trotz der geringen Kernbedenkzeit die Zeitnotfälle nicht mehr oder schwerer waren als bei langen Bedenkzeiten. Die 90 Min. oder mehr lullen die Spieler wohl oft ein, lassen sie lange und manchmal fruchtlos grübeln, denn man hat ja noch sooo viel Zeit. Die Fehlerrate schien mir auch nicht höher als normal zu sein und Einsteller oder klare taktische Fehler waren z.B. in der U13g selten. Vergleichsweise zu ähnlichen Turnieren mit langen Bedenkzeiten gefiel mir das Spiel besser. Es ist zweifelhaft, ob auf diesem Niveau längeres Nachdenken wirklich so viel besseres Schach bringt.
    War die Vorbereitung wirklich so entscheidend? Bei einem Niveau von ca. 1900 – 2000 bin ich da skeptisch. Ein kleiner Vorteil aus der Eröffnung kann auf diesem Level selten gehalten oder sogar ausgebaut werden. Auch sollten die Kids nicht von Eröffnungsvorbereitung abhängig gemacht werden, sondern in der Lage sein, selbständig mit dem was aufgetischt wird umgehen zu können. Ich zitiere dazu GM Suat Atalik, der sagte „come, sit and play“.
    Eher scheinen mir individuelle Schwächen im Spielverlauf ein Problem zu sein. Oft konnte etwa ein Vorteil nicht verwertet werden, weil es wohl an der Einschätzung oder am richtigen Plan fehlte.
    Fluffys Kritik zu Magnus Carlsens Meinung ist wieder mal ein Beispiel für höchst zweifelhaftes Carlsen Bashing: „… dessen Begründungen ich allerdings absurd finde. Sie sind nur Ausdruck seiner stark egozentrischen Sicht.“
    MC schätzt das lebhafte Spiel bei Blitz und Rapid mehr als das tiefe Brüten über Theorie und Feinheiten und hat, nachdem er das selbst lange Zeit tun musste, nun das Recht, sich am praktischen und kämpferischen Schach zu erfreuen.

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