Schachtrainer Rainer Buhmann
Verbesserung beginnt mit Wahrnehmung
Achtsamkeit bedeutet, das, was du gerade tust, bewusst wahrzunehmen – ohne es sofort zu bewerten.
Im Schach heißt das zum Beispiel, dass du bemerkst, was gerade in dir und in deiner Partie passiert, bevor du automatisch reagierst.
Du kannst Achtsamkeit zum Beispiel mit Meditation oder Atemübungen praktizieren. Vor allem aber geht es darum, ganz bei einer Sache zu sein und Multitasking zu vermeiden. Mit der Zeit kannst du dadurch lernen, ruhiger zu bleiben und deine eigenen Emotionen besser wahrzunehmen.
Warum das während deiner Partie zählt
Vor vielen Fehlern gibt es bereits Signale: Deine Atmung wird schneller, du wirst nervös oder deine Konzentration lässt nach. Doch gerade unter Druck nimmst du diese Signale oft nicht bewusst wahr.
Genau hier setzt Selbstwahrnehmung an. Wenn du früh bemerkst, was gerade in dir passiert, kannst du bewusst gegensteuern – bevor aus zu viel Anspannung ein Fehler wird.
Deine Reset-Routine
Die Wahrnehmung allein reicht allerdings nicht. Entscheidend ist, wie du anschließend damit umgehst.
Eine feste Routine kann dir dabei helfen. Sie gibt dir eine klare Handlung, die du während der Partie immer wieder abrufen kannst.
Ein möglicher Ablauf, der sich bei meinen Schülern bewährt hat:
- Atmen
Tief durchatmen und kurz innehalten. - Akzeptieren
Den Partieverlauf und deine Emotionen wahrnehmen und wertfrei akzeptieren. - Regulieren
Bei Bedarf deine Anspannung regulieren oder kurz vom Brett aufstehen. - Fokussieren
Deinen Fokus wieder auf deine konkrete Aufgabe in der Stellung richten.
Damit du das zuverlässig anwendest, brauchst du einen Auslöser in der Partie – zum Beispiel einen Notationsanker. Eine einfache Regel könnte sein: Nach jedem zehnten Zug machst du bewusst einen Reset.
Auch wenn dir ein Fehler passiert ist, kannst du diese Routine gut einsetzen. Sie hilft dir dabei, den Fehler abzuhaken und Doppelfehler zu vermeiden.
Probier es in deiner nächsten Partie aus:
Atmen – Akzeptieren – Regulieren – Fokussieren
Warte nicht erst auf den Fehler. Nimm die Signale schon vorher wahr und nutze sie, um ruhig und konzentriert weiterzuspielen.
Liebe Grüße, viel Spaß und Erfolg!
Rainer
Der bessere Weg ist ZEN zu praktizieren. Dort wird genau das gemacht. Die dadurch erreichbaren positiven Verbesserungen auf das gesamte Leben eines Menschen wirken sich automatisch auch auf das Schachspiel aus. Aber vorsicht, es kann dann passieren, dass man erkennt, das Schach nur ein interessantes Spiel ist und andere Dinge im Leben weitaus wertvoller sind.
Hallo Tom,
ZEN kann ein guter Weg sein, um mehr Ruhe, Klarheit und Ausgeglichenheit zu entwickeln. Diese positiven Veränderungen übertragen sich dann meist auch auf das gesamte Leben.
Die Sportpsychologie hat sich besonders bewährt, wenn es darum geht, unter Druck mentale Stärke zu zeigen und starke Leistungen abzurufen.
Letztlich führen vielleicht unterschiedliche Wege zu einem ähnlichen Ziel.
Das Wichtigste ist, sich nicht zu viele Gedanken über Ergebnisse zu machen und vor allem Freude am Schach zu haben.
Liebe Grüße
Rainer
Hallo Rainer,
ja, die Freude und die Fokussierung im Hier & Jetzt, keine Gedanken an Ergebnisse oder Wertungspunkte oder andere unwichtige Dinge, das hilft auf jeden Fall!
Wünsche Dir & Deinen Schülern viel Erfolg!
Liebe Grüße Tom