Photo der Siegerehrung von der Jugend-WM in Antalya. Photo: FIDE/Veranstalter
Die Schnellschach und Blitz-WM der Jugendlichen wurde kürzlich in Antalya in den verschiedenen Altersgruppen ausgetragen. Der Bericht der FIDE dazu ist erschienen, mit vielen Photos. Doch was eine freudige Angelegenheit sein sollte, hat eine tragische Wendung genommen: denn der umstrittene Beschluss der FIDE zur Wiedereinführung der russischen Flagge wurde wenige Tage nach der Entscheidung sofort umgesetzt, und dass, obwohl der Krieg in der Ukraine mit unverminderter Grausamkeit und Härte geführt wird. Die Kinder die nun in russische Flaggen auf dem Siegerposdest standen, können nichts dafür, so viel ist klar. Es ist aber kein gutes Signal an die Welt, wenn sich ein Land stolz präsentiert, während es Tag für Tag Menschen in der Ukraine massakriert und ins Unglück stürzt.
Der Präsident des russischen Schachverbands, Filatow sagte dazu auch noch: „Glückwunsch an unsere Sportler, deren Eltern und Trainer zu neuen Siegen! Nach einer langen Pause sind die Staatssymbole Russlands – Hymne und Flagge – zurück. Das ist wichtig vor allem für die jüngere Generation, um die richtige Einstellung zum eigenen Land zu entwickeln.“
Die Schachbloggerin Tatiana Maltsevskaya kommentierte den Vorgang auf Facebook wie folgt:
„Die Anwesenheit einer Flagge und einer Hymne machen ein Land nicht zivilisiert; die Erziehung der jüngeren Generation hängt vielmehr davon ab, in welches soziale Umfeld sie eintaucht. Jemand hat Glück und wächst in einer Gesellschaft auf, die Respekt für die Persönlichkeit und den Wert von Freiheit pflegt, während jemand anders in eine Umgebung gerät, wo man für ukrainische Lieder inhaftiert wird und grundlegende Menschenrechte missachtet werden. Orte, an denen Tod und Trauer für die Ukraine und andere Länder herrschen und Ukrainer schlimmer gefoltert werden als bei früheren Besatzern. Und Großmeister verlieren ihre nationalen Auszeichnungen, weil sie die kriminelle Politik ihres Landes nicht unterstützen.
Welche Einstellung wird die junge Generation wirklich entwickeln, wenn sie sieht, dass das Land Menschen wegen abweichender Meinungen verfolgt, lügt, heuchelt und Erniedrigung fördert? Welche Werte werden weitergegeben? Und sind das wirklich Leistungen, auf die man stolz sein kann?“
In dem Text spielt sie darauf an, dass dem exilrussischen Großmeister Fedoseev der Titel Meister des Sports aberkannt wurde, wie unter anderem Chessbase berichtet.
Es ist schmerzlich, immer wieder die Erfahrung machen zu müssen, dass vor allem diejenigen unter Fehlentwicklungen aller Art zu leiden haben, die nichts dafür können