Mein Name ist Simona Gheng. Ich bin seit 3 Tagen 53 Jahre alt. Ich bin Mutter von vier Kindern (Hannelore,Michael, Christian, Dominik) und Großmutter von Hannes Lucas Gheng. Sie spielen alle Schach und die zwei jüngsten haben sogar an die Jugendweltmeisterschaften U8 und U10 teilgenommen.
Ich selber habe jahrelang in der ersten Frauenbundesliga für SF Deizisau gespielt. Aktuell spiele ich in der Verbandsliga der Männer in Württemberg.
Größte Erfolge: 2016 Deutsche Vizemeisterin der Frauen im Schnellschach, Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterin mit der Württembergischen Mannschaft 2017, 2018, 2019 und 2025. Württembergische Schnellschachmeisterin 2002, 2003, 2010, 2012, 2014, 2015, 2016, 2018, 2019
Derzeit an 7 Schulen mit 11 Schach-AGs und ca. 200 Kindern im Grundschulalter aktiv, zusätzlich an 3 Kindergärten mit 7 Gruppen und ca. 60 Kindern im Vorschulalter.
Dazu trainiere ich noch die hochbegabten Grundschüler in den Hector-Kinderakademien. Ich leite auch den Talentstützpunkt Neckar-Fils .
2.Warum ist Schulschach für Kinder so wichtig?
Schach verbessert die Fähigkeit zur Problemlösung, das logische Denken und die analytischen Fähigkeiten.
Schach verbessert die Konzentration, die Geduld und die geistige Ausdauer.
Schach fördert die Kreativität innerhalb klarer Regeln.
Schach entwickelt soziale Kompetenzen wie Fairness und lehrt respektvollen Umgang miteinander.
Schach verbessert nachweislich und basierend auf wissenschaftlichen Studien die schulischen Leistungen.
Schach ist integrativ, es kennt keine sprachlichen oder kulturellen Barrieren und wird weltweit gespielt und verstanden.
Schach entwickelt die Persönlichkeit, da die erlernten Fähigkeiten auch im täglichen Leben vorteilhaft sind.
3.Du bist eine der ersten Schulschachtrainierinnen in Deutschland, die das hauptberuflich macht. Wie waren deine Anfänge?
Das war eigentlich ein Zufall. Bei einer Trainerfortbildung habe ich einen Trainer kennengelernt, der mir erzählt hat dass er das er Schch-AGs anbietet und dafür Geld bekommt. Er hatte 1000 DWZ Punkte weniger als ich und konnte davon leben. Ich konnte das gar nicht glauben. Ich hatte davor auch mal Schach-AGs angeboten an den Schulen meiner Kinder, aber kostenlos. Ich habe es gemacht damit meine Kinder Schachpartner haben.
Dann habe ich auch in der ersten Schule gefragt. Das war vor ca 20 Jahren, die Körschtalschule Stuttgart Pleiningen. Die Rektorin war sofort Feuer und Flamme und zu meiner Überraschung hatte sie auch nichts dagegen dass ich dafür Geld verlange. In gleichen Monat habe ich sofort in der nächsten Schule gefragt. Das war die Bruckenackerschule Filderstadt Bernhausen. Auch hier war die Rektorin sehr positiv. Ein Jahr später waren wir bereits württembergische Meister und haben uns schon für die Deutsce Meisterschaft qualifizier. Wir waren dann mehr als 10 Jahren ununterbrochen Württembergische Schulschachmeister. Geschlagen wurde irgendwann die Bruckenackerschule von eine andere Schule von mir: Haldenschule Rommelshausen.
4. Mit welchen Vereinen arbeitest du zusammen?
Schach-Kids Bernhausen (Diesen Verein habe ich im Jahr 2011 selbst gegründet, da der ansässige Schachverein überaltert war und keine Kinder aufnehmen wollte!)
Spvgg Rommelshausen (seit 2010)
SC Altbach (seit 2020)
5. Kannst du jungen Leuten empfehlen, Schachlehrerin oder Schachlehrer zu werden?
Ja, selbstverständlich. Wer anderen etwas beibringt, lernt es ja selbst noch tiefer, da man den Stoff strukturieren und verständlich kommunizieren muss. Und es ist in hohem Maße befriedigend und sinnerfüllend, sein Wissen an andere Menschen weiterzugeben und sie dadurch in jeder Hinsicht „wachsen“ zu sehen.