Der neugewählte Präsident Timur Turlov. Photo: Freedom Holding
Uns wurde eine Pressemitteilung zur Wahl von Turlov zugesendet, die wir hiermit wiedergeben.
Timur Turlov – Gründer und CEO der Freedom Holding Corp. und Präsident des kasachischen Schachverbands gewinnt die Stichwahl bei der FIDE-Generalversammlung in Samarkand, Usbekistan, und kündigt digitale Transformation sowie Rekordinvestitionen in die weltweite Entwicklung des Schachs an
Berlin, 28.09.2026 – Timur Turlov ist zum Präsidenten des Internationalen Schachverbands (FIDE) gewählt worden. Bei der FIDE-Generalversammlung, die parallel zur Schacholympiade in Samarkand, Usbekistan, stattfand, gewann er die Stichwahl im zweiten Wahlgang. Turlov trat gemeinsam mit dem fünffachen Weltmeister Viswanathan Anand als Kandidat für das Amt des stellvertretenden Präsidenten an.
Turlov ist der erste kasachische Staatsbürger in der Geschichte der Organisation, der die FIDE führt. Dies markiert einen Meilenstein für die schnell wachsende Schachgemeinschaft Kasachstans sowie für die Schachbewegung in Zentralasien insgesamt. Er tritt eine vierjährige Amtszeit an, die bis 2030 läuft.
Turlov ist Gründer und CEO der an der Nasdaq notierten Freedom Holding Corp., einer diversifizierten Finanzdienstleistungs- und Technologiegruppe mit Aktivitäten in den Vereinigten Staaten, Europa, dem Nahen Osten und Zentralasien. Über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten hat Freedom sein Geschäft rund um die Digitalisierung von Brokerage-, Banking- und Fintech-Plattformen aufgebaut. Seit 2023 ist er Präsident des kasachischen Schachverbands.
„Der größte Traum, auf den wir alle hinarbeiten, ist es, dem olympischen Programm näherzukommen. Ich möchte echte Geschlossenheit innerhalb der FIDE erreichen, sodass jeder Verband in den kommenden vier Jahren sieht, welchen Unterschied wir gemeinsam bewirken können. Mein Ziel ist es, dass die FIDE professioneller und moderner, digitaler wird, ihr Ansehen und ihren Einfluss steigert und ihren Platz in der heutigen Welt findet. Ich möchte meine eigene Erfahrung in der Digitalisierung in diese Arbeit einbringen und der Organisation dabei helfen, eine leistungsfähige Plattform aufzubauen und Anerkennung als führende Institution und Regulierungsinstanz dieses historischen und zugleich lebendigen Spiels zu erlangen“, sagte Timur Turlov.
Seine Bewerbungskampagne um die Präsidentschaft verband direkte finanzielle Zusagen mit strukturellen Reformen. Er hat mehr als 8,5 Millionen US-Dollar für die Entwicklung der FIDE zugesagt, darunter einen eigens eingerichteten mehrjährigen Fonds, der vom operativen Budget der FIDE getrennt geführt wird. Ziel ist es, die den nationalen Verbänden zur Verfügung stehenden Mittel zu verdoppeln und den Zugang zu Fördermitteln zu vereinfachen.
Eine zentrale Säule seines Programms ist eine einheitliche Plattform für die FIDE, die jedem Spieler ein einziges Profil bieten soll, das Wertungszahlen, Online-Spiel und Bildungsangebote miteinander verbindet.
Hinzu kommt eine moderne Infrastruktur für Verbände weltweit – nach demselben Prinzip der technologischen Vernetzung internationaler Märkte, das auch das Wachstum von Freedom geprägt hat.
Als Präsident der International School Chess Federation hat Turlov zudem Schach im Bildungsbereich zu einer Priorität gemacht und strebt eine breitere Integration des Spiels in die Lehrpläne von Schulen weltweit an.
Im Bereich Governance prägt Turlovs Erfahrung als Leiter eines börsennotierten internationalen Unternehmens mehrere seiner Zusagen: die regelmäßige Veröffentlichung der Finanzberichte und wichtiger kommerzieller Vereinbarungen der FIDE, die Einführung einer unabhängigen externen Prüfung, die Besetzung von Fachpositionen nach Qualifikation sowie die Einbindung von Experten aus allen Kontinenten in die Kommissionen der Organisation.
Darüber hinaus hat er zugesagt, spezielle Mitarbeiter bereitzustellen, die nationale Verbände dabei unterstützen sollen, Sponsoren zu gewinnen, Partnerschaften mit Regierungen aufzubauen und internationale Medienpräsenz zu erzielen. Zudem sollen die Maßnahmen gegen Betrug im Schach verstärkt werden.
Anand, der seit 2022 als stellvertretender Präsident der FIDE tätig ist, bringt Kontinuität und umfassende institutionelle Erfahrung in die neue Führung ein. Die Fédération Internationale des Échecs (FIDE) ist der in der Schweiz ansässige Weltverband des Schachs und umfasst rund 200 Mitgliedsverbände weltweit.
Hier noch ein Photo von der Amtsübergabe:

Über Freedom24
Freedom24 ist ein internationaler Online-Broker, der europäische Anleger mit globalen Kapitalmärkten verbindet. Über seine eigene Plattform ermöglicht Freedom24 den Zugang zu einer vielfältigen Auswahl an Finanzprodukten, darunter Aktien, Unternehmens- und Staatsanleihen sowie US-Aktienoptionen, die auf den Märkten in den USA, Europa und Asien handelbar sind.
Das Unternehmen ist von der CySEC lizenziert und erfüllt die MiFID-II-Vorschriften, was ein hohes Maß an Sicherheit und Transparenz gewährleistet. Freedom24 ist in allen EU- und EWR-Staaten aktiv und verfügt über physische Standorte in zehn Ländern. Freedom24 ist die europäische Tochtergesellschaft der Freedom Holding Corp., einer internationalen Finanzgruppe, die in den USA, Europa und Zentralasien tätig ist und seit Oktober 2019 an der NASDAQ-Börse notiert ist.
In Linz wird nach dieser Wahl gefeiert…Mich und viele meiner Freunde macht der Wahlausgang sehr nachdenklich.
Was verbirgt sich hinter „in Linz wird gefeiert“? Warum gerade in Linz?
Wichtiger: woher stammt dieser Pressebericht? Bei Chessbase identisch, bis auf „Berlin, 28.09.2026“ (und einige Formatierungen).
Offenbar stammt er nicht vom Schachbund, der sich am 26. September eher kurz fasste nebst „Statement von Präsident Paul Meyer-Dunker“. Darin „Wadim Rosenstein und der Deutsche Schachbund können auf dieses Ergebnis stolz sein. 85 Stimmen in der Stichwahl zeigen, dass es einen sehr großen Wunsch nach Veränderung innerhalb der FIDE gibt. Natürlich tut es weh, so knapp an einem Wechsel vorbeigeschrammt zu sein. …. Das Wahlergebnis nehmen wir zur Kenntnis. …. Nun muss sich zeigen, wie die neue Führung mit Kritik, unterschiedlichen Positionen und den nationalen Verbänden umgeht.“
PMD wurde ja mit noch viel knapperer Mehrheit gewählt, hat dann zunächst angekündigt auf das 49,5% Lager zuzugehen, und macht nun generell „sein Ding“ – u.a. auch massiv-demonstrative Unterstützung für Rosenstein.
Beide Wahlergebnisse kann man begrüßen oder nicht, muss sie dabei jedenfalls akzeptieren (etwas anders als „zur Kenntnis nehmen“?).
Der Bericht bzw. die Pressemitteilung wurde mir aus dem Team Turlov zugesandt.
Der Linzer Unternehmer und Präsident des Oesterreichischen Schachbundes Michael Stoettinger ist mit Timur Turlov geschäftlich und freundschaftlich verbunden.(Es gibt einen Artikel nach der Wahl dazu auf der OESB Seite).
Es ist doch ein Witz Turlovals den ersten kasachischen FIDE-Präsidenten zu feiern. Er ist Russe und hat vor vier Jahren die Reißleine gezogen. Er hatte die volle Unterstützung des russischen Verbandes. Leben als Oligarch unter Putin ist gefährlich…
Ich hatte mir das auch gedacht. Da ich mich aber nicht im Detail mit Turlov und seinem Werdegang befasst habe, hielt ich mich mit einem Kommentar zurück. Ich kenne persönlich auch wirklich Niemanden in Aut, der Turlov nicht als Russe mit voller Unterstützung des russischen Verbandes sieht.
Dazu ein kurzer Abstecher in die Politik (heute Tagesmeldung): Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine „exzellenten Beziehungen“ zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. „Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind“, sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz…