Der Wormser Schachverein trauert um sein Ehrenmitglied Daniel Hendrich, der vor wenigen Tagen völlig überraschend im Alter von 44 Jahren verstorben ist.
Daniel Hendrich prägte den Verein über Jahrzehnte und hat großen Anteil an dem, was der Wormser Schachverein für seine Mitglieder bedeutet. Angefangen bei der Schachabteilung des Eisenbahner-Sportvereins (ESV) Worms kam er Ende der 1990er Jahre zum Wormser Schachverein und war schon bald mehr als nur Spieler für den Verein. Als Webmaster verwaltete er bis 2010 die Webseite des Vereins. Er war viele Jahre Mannschaftsführer und bekleidete als Vorstandsmitglied in den letzten 25 Jahren mehrere Ämter, darunter Spielleiter, Pressewart und zuletzt Schatzmeister. Maßgeblich beteiligt war er beim Wechsel des Wormser Schachvereins in den Pfälzischen Schachbund 2007 und bei der jährlichen Organisation und Durchführung des Wormser Nibelungenopens. Zusätzlich absolvierte er erfolgreich die Ausbildung zum Internationalen Schiedsrichter des Weltschachverbands FIDE, was ihn überregional zu einem sehr geschätzten und anerkannten Turnierleiter machte, der sein Wissen gerne weitergab.
Aufgrund seines außergewöhnlichen Engagements ernannte der Wormser Schachverein Daniel Hendrich im Jahr 2014 zum Ehrenmitglied.
Daneben darf nicht unerwähnt bleiben, dass Daniel Hendrich auch ein guter Schachspieler war, was für einen so engagierten Funktionär keineswegs selbstverständlich ist. Als Spieler holte er 83,5 Punkte in 142 Mannschaftskämpfen für den Wormser Schachverein und erreichte zuletzt eine Stärke von 1864 DWZ und 1930 ELO bei 80 ausgewerteten Turnieren.
Sein persönliches Interesse für Geschichte konnte Daniel Hendrich vor allem in den vergangenen Jahren auch mit seinem Verein verbinden. Er durchforstete mehrfach das Wormser Stadtarchiv, um die Geschichte des Schachs in Worms zu ergründen und wurde zum Vereins-Archivar und -Historiker. Seine Fundstücke und Anekdoten veröffentlichte er regelmäßig in seiner Rubrik „Geschichte am Freitag“ auf der Facebook-Seite des Vereins, die er in den letzten Jahren betreute.
Daniel Hendrich bedeutete der Verein viel und es konnte ihm angesehen werden, dass er sich im Verein wohlfühlte und er glücklich war, wenn es dem Verein gut ging. Wer ihn näher kennenlernte, konnte einen intelligenten Menschen und auch einen wahren Freund finden, auf den Verlass war, der sein Auto liebte und mit dem man über Politik streiten und über Sport diskutieren konnte. Sein historisches Wissen über die Stadt Worms gab er gerne auch mal als Gästeführer an befreundete Menschen weiter. Auch seine Berichte über seine zahlreichen Städtereisen, die er trotz Krankheit vor Ort viel zu Fuß bewältigte und stets mit einem guten Buch und einem guten Essen verband, werden in Erinnerung bleiben.
Der Wormser Schachverein hat Daniel Hendrich sehr viel zu verdanken. Möge er in Frieden ruhen!
Worms im September 2026