Seit Jahren gibt es den Schachgeflüster-Podcast – Gespräche über Schach, über Menschen und über das, was zwischen den Zügen liegt. Doch Schachgeflüster meint nicht nur Wort und Stimme. Es kann auch Bild sein. Und Leinwand.
Genau davon erzählt die Ausstellung „Schachgeflüster“ der jungen Künstlerin Nadine Thaler. Ihre Arbeiten zeigen, wie ein Begriff, den man längst mit Stimmen und Gesprächen verbindet, eine zweite Form findet: als Farbe, Struktur und Motiv. Nicht gesprochen, sondern gemalt.
Zu sehen war diese Ausstellung am 17. und 18. Januar 2026 in Wien. Thalers Werke begreifen Schach nicht als Spiel, sondern als Denkraum, als Gefühl – und als Lebensmetapher.

Schachgeflüster – Ausstellung von Nadine Thaler, Wien 2026
Malerei als Rückzugsort
Nadine Thaler ist 25 Jahre jung, stammt aus dem Waldviertel in Niederösterreich und malt, seit sie denken kann. Was früh begann, ist längst mehr als ein kreativer Zeitvertreib. Malen ist für sie ein Zustand völliger Konzentration, ein Rückzugsort, ein Raum der Ruhe. Wenn sie arbeitet, treten Alltag und Außenwelt zurück – übrig bleiben Farben, Formen und ein stilles, fast meditatives Arbeiten.
In ihrer aktuellen Werkserie zeigt sie abstrahierende figurative Acrylmalerei, die aus persönlichen Erinnerungen und alltäglichen Lieblingsmotiven entsteht. Immer wieder taucht dabei ein Motiv auf, das die Arbeiten miteinander verbindet: das Schachbrettmuster. Es ist kein dekoratives Zitat, sondern ein bewusst gesetztes Ordnungssystem – und zugleich ihr persönliches Erkennungsmerkmal als Künstlerin.

Schach als Denkfigur fürs Leben
Der Bezug zum Schach ist bei Nadine Thaler kein theoretischer. Ihr Vater brachte ihr das Spiel schon früh bei – nicht nur aus Freude am Spiel, sondern auch, um Denkweisen zu vermitteln. Schach wurde so zu einer prägenden Erfahrung und später zur wichtigsten Inspirationsquelle.
Für sie steht Schach für weit mehr als ein Brettspiel. Es geht um strategisches Denken, um bewusste Entscheidungen, um den Umgang mit Rückschlägen. Jeder Zug hat Konsequenzen. Es gibt Muster, die Orientierung geben, und Situationen, in denen genau diese Muster verlassen werden müssen, um weiterzukommen.
Diese Gedankenwelt ist tief in ihren Arbeiten verankert. Das Schachbrett steht dabei nicht für Kontrolle oder Eindeutigkeit, sondern für Ambivalenz: für Halt und Begrenzung zugleich, für Klarheit und Zweifel, für Ordnung und den Wunsch, sie aufzubrechen.

Offene Bilder, offene Geschichten
Was die Arbeiten von Nadine Thaler besonders macht, ist ihre Offenheit. Sie erzählen keine abgeschlossenen Geschichten und liefern keine eindeutigen Antworten. Persönliche Erinnerungen verweben sich mit offenen Motiven, die Raum lassen für eigene Assoziationen.
Die Betrachter sind eingeladen, ihre eigenen Zwischentöne zu entdecken – vielleicht sogar eigene Erfahrungen, die sich in den Strukturen, Figuren oder Farbflächen spiegeln. In diesem Sinne ist Schachgeflüster kein lauter Titel, sondern ein sehr passender: Es geht um das Leise, das Ungesagte, das, was zwischen den klaren Linien liegt.

Informationen & Kontakt
Nadine Thaler verkauft Originalwerke und übernimmt auch Auftragsarbeiten.
🌐 Website: www.nadinethalerart.at
📷 Instagram & TikTok: @nadinethaler.art
📧 E-Mail: na**************@***il.com