Magdeburger Schachzwerge; Foto: Staatskanzlei und Ministerium für Kultur.
Aktuelle Pressemitteilung der Emanuel Lasker Gesellschaft / Thomas Weischede
Mit der Vergabe des Laskers an Peter Leko, des Viktors an Matthias Blübaum, der Vera an Sandra Schmidt und des Tartakowers an die Schachzwerge haben wir damit in unserem diesjährigen Jubiläumsjahr Personen und Institutionen auszeichnen können, die einmal mehr wahre Vorbilder sind. Die Vergabe weiterer Sonder-Viktor an Dr. Max Euwe, Jan Timman, Gennadi Sosonko und Karel Van Delft, die ich vor kurzem in Amsterdam anlässlich des 50 Jahrestages der Flucht von Viktor Kortschnoi in den Westen vornehmen durfte, rundet dies bestens ab. Die ELG begreift es als Ehre, diese Preise an solche Preisträger vergeben zu dürfen.
Die Schachzwerge Magdeburg sind der größte deutsche Schachverein und bauen seit der Gründung im Jahr 2009 generationsübergreifend erfolgreich Brücken mit Kultur und Sport. Sie zeigen zusammen mit den Machern aus den Schachdörfern Ströbeck und Löberitz, was in Sachsen-Anhalt mit Toleranz und Respekt alles möglich ist. Was dort -und nicht nur dort- dagegen demokratiefeindliche Extremisten umtreibt, kann der Homepage www.wahreliebeist.de entnommen werden. Dies kann niemanden unberührt lassen.
Ich habe den Besuch in Amsterdam auch genutzt, das Anne-Frank-Haus zu besuchen. Es ist eine Schande, wie rechtsextreme Populisten mit solchen Themen und Schicksalen heute umgehen. Es tut gut, vor kurzem an der FAU erleben zu dürfen, wie solchem Ungeist mit der symbolischen Aufhebung der Depromotion Laskers und anderer jüdischer Doktoranten entgegengetreten wird. Nichts hilft halt besser gegen Geschichtsklitterei , Fake-News und hohle Phrasen, mit denen bildlich das „Blaue“ vom Himmel herunter versprochen wird, als ein kluger Kopf. Solche klugen Köpfe findet man nicht nur bei den Schachzwergen und nicht nur unter Schachspielern. Aber schon Lasker wusste, dass Lüge und Heuchelei auf dem Schachbrett nichts verloren haben und Schach den Verstand schult. Es kann nicht schaden, diesen Ansatz auch auf die Welt außerhalb des Schachbrettes zu übertragen.