Hier folgt eine KI-Zusammenfassung des Interview mit dem niederländischen Internationalen Meister und Trainer Thomas Willemze aus dem Perpetual Chess Podcast. Es wurden seine Erfahrungen als Spieler, Trainer und Autor sowie praxisnahe Empfehlungen zur Schachverbesserung für Clubspieler und ambitionierte Hobby-Spieler besprochen. Thomas erläuterte, wie er Datenanalyse und didaktische Prinzipien kombiniert, um Trainingsmaterial zu erstellen, und gab konkrete Hinweise zu Spielpraxis, Analyse, Fokus, Verteidigung und Zeitmanagement.
• Vorstellung des Gasts
Thomas Willemze ist niederländischer Internationaler Meister, langjähriger Trainer (u. a. National-Jugendteam) und Autor mehrerer Schachbücher und Chessable-Kurse.
• Beruflicher Hintergrund
Thomas erklärte, er arbeite als Data Scientist und Schachtrainer parallel, wechsle gern zwischen beiden Bereichen und nutze ähnliche Arbeitsprinzipien: Datenanalyse, Beispiele finden und verständlich aufbereiten. Ben fragte nach dem Einfluss der Datenwissenschaft auf sein Vorgehen.
• Daten und Bucherstellung
Thomas beschrieb, wie er Datenbanken und Studien verwendet, um Aufgaben für seine Bücher zu erstellen: Filterung nach Endspieltypen, Durchspielen einer großen Auswahl und Auswahl häufiger Muster zur Vertiefung. Er nannte die Studie-Sammlung von Harold von der Haider als Beispielquelle.
• Daten im Training
Ben fragte nach praktischen Datenbeispielen im Training. Thomas erläuterte, dass er Daten eher als Fundgrube für illustrative Beispiele nutzt als als ultimative Antwortquelle und betonte die Bedeutung, Muster aus Daten in didaktisch brauchbare Übungen umzusetzen.
• Einzeltrainingspraxis
Auf Nachfrage beschrieb Thomas seine Vorgehensweise im Einzeltraining: viel seriöse Partien spielen, Partien durchgehen und die eigenen Gedanken notieren. Aus wiederkehrenden Fehlern leiten sich die Schwerpunkte für die Arbeit ab. Thomas gibt aktuell nur noch wenige Einzelstunden wegen Zeitbudget.
• Frühe Ausbildung und Stappenmethode
Thomas berichtete, wie er als Jugendlicher über den Klub und die Stappenmethode trainiert wurde. Er nannte Cor van Wijgerden als frühen Trainer, der viele Positionen aus Turnieren sammelten und gute didaktische Hintergründe hatte.
• Sammlung lehrreicher Partien
Ben und Thomas diskutierten, wie Cor van Wijgerden ständig Partien notierte und Positionen für Übungen sammelte. Thomas betonte die Rolle des Vollzeittrainers und Lehrers, was Qualität und Umfang der Übungssammlung erklärte.
• Eigener Werdegang und Motivation
Thomas schilderte seine Entwicklung: frühe Elo‑Werte, eine Phase verlorener Motivation, späteres Wiederentdecken des Spiels in den Zwanzigern mit Fokus aufs Vergnügen und sozialen Aspekt, was zu starken Ratinggewinnen und dem IM-Titel führte.
• Trainerrolle und eigene Verbesserung
Ben fragte, wie das Trainern anderen half. Thomas sagte, Trainersein fördere das Studium bestimmter Bereiche, insbesondere Endspiele, und zwinge zur klaren Vermittlung, was das eigene Verständnis vertieft. Er nannte Taktikstärke als früheren Vorteil und strategische Arbeit als notwendige Ergänzung.
• Endspielstudium
Thomas hob sein Interesse am Endspielstudium hervor, nannte einige klassische Autoren und Bücher wie Müller und Lamprecht und beschrieb praktische Lernwege: Kapitelweise Arbeit, Übung und dann lehrende Anwendung, zum Beispiel das Matt mit Läufer und Springer.
• Probleme älterer Amateure
Thomas erläuterte, dass es für ältere Spieler schwerer sei, Gewohnheiten abzulegen und Neues zu lernen, und dass oft die falsche Erwartung besteht, die Lösung liege in der Eröffnung. Er empfahl Geduld und Fokus auf Grundlagen.
• Eröffnungsansatz für 1500-1800
Auf die Frage nach Eröffnungsstudium riet Thomas, klein anzufangen und auf hohe Ebene zu konzentrieren: wenige Hauptideen und einige konkrete Züge, Akzeptieren gelegentlicher Eröffnungsfehler, und nur bei häufigen Problemen vertiefen. Er hob die Dominanz von Taktik in diesem Ratingbereich hervor.
• Konzentration im Spiel und Training
Auf eine Frage von David Mendes empfahl Thomas, Training und Partien zu verknüpfen, schwerere Aufgaben zur Konzentrationssteigerung zu wählen und taktische Übungen ernst wie Turnierzüge zu behandeln. Ben ergänzte Hinweise zu Routinen und Atmosphäre beim Lernen.
• Analog vs. digital beim Rechnen
Thomas befürwortete das Lösen am physischen Brett für Kalkulations-Training, weil es das Gewohnheitsmuster für OTB‑Partien nachbildet. Ben und Thomas diskutierten Vor- und Nachteile digitaler Übungstools und das Risiko, zu früh Züge einzugeben.
• Aufgabenlevel und Bedienung der Zeit
Thomas empfahl, ein Schwierigkeitsniveau zu wählen, bei dem man rund 70–80 Prozent der Aufgaben korrekt löst, und die Übungsdauer der eigenen Frustrationsgrenze anzupassen. Lange Grübelzeiten haben begrenzten Wert, man solle verschiedene Schwierigkeitsgrade mischen.
• Training der Verteidigung und gegnerischer Drohungen
Auf David Mendes’ Frage zur Erkennung gegnerischer Drohungen betonte Thomas das gezielte Lösen von Verteidigungsaufgaben, sorgfältige Analyse eigener Verteidigungsstellungen und das Notieren eigener Gedanken während der Partie, um typische Defizite zu erkennen.
• Metapher Fußball und Spielverständnis
Auf Jeff Andersons Vergleich mit Fußball nannte Thomas die Analogie passend als Metapher: beide verlangen Koordination und Teamarbeit. Ben und Thomas diskutierten Unterschiede in Risikoappetit, wobei Fußball oft Sicherheit zuerst priorisiert und Amateure im Schach eher risikofreudig sind.
• Zeitmanagement für Hobbyspieler
Thomas riet Hobbyspielern, Spaß und Vorlieben zu berücksichtigen, regelmäßige ernsthafte Partien zu spielen und diese zu analysieren. Für begrenzte Trainingszeit empfahl er Spielpraxis plus gezielte Nacharbeit und das Finden persönlicher Prioritäten zwischen Taktik, Endspiel und Eröffnung.
• Partieauswertung: Vorgehen
Thomas empfahl, beim Nacharbeiten Fehler in Worte zu fassen, Muster zu benennen und die eigene Wortwahl zur Fehlerkategorisierung zu nutzen. Ben hob die Notwendigkeit hervor, Partien mit der Engine zu prüfen, aber anschließend menschlich zu erklären, wo es hakt.
• Aufwand für Nachbereitung
Thomas schlug als Richtwert vor, bei einer Stunde täglicher Trainingszeit rund 10–15 Minuten für die Analyse einer gespielten Partie einzuplanen, der Rest könne in Taktik, Endspiel und Repertoirepflege fließen. Er betonte, man könne unendlich viel Zeit analysieren, Prioritäten seien nötig.
• Turnierpraxis und Vorbereitung
Thomas berichtete zu seiner Turnierpraxis, nannte die Herausforderung, nach längerer Pause Rating zu halten, und erläuterte seine Vorbereitung: Repertoire auffrischen, taktische Übungen, Online-Partien spielen und gezielte Gegnervorbereitung für Mannschaftskämpfe.
• Eröffnungsrepertoire wählen
Thomas empfahl, ein Repertoire zu wählen, das Freude bereitet, Hauptlinien schrittweise zu vertiefen und Nebenvarianten zu nutzen, um die Struktur und typische Pläne kennenzulernen, bevor man komplexe Hauptvarianten übernimmt.
• Chess Toolbox und Chessable-Umsetzung
Thomas erklärte, dass er die Chess Toolbox für Chessable umschreibt und viele Beispiele neu erstellt hat. Er begründete die Aufteilung in mehrere Kurse mit der schieren Größe des Materials und seiner Kontrolle über Test- und Trainingsauswahl.
• Literaturempfehlungen
Endspiele helfen, weil sie klare Fortschritte zeigen und sich gut lehren lassen.Thomas nannte Klassiker wie Lafitta/Lafilas Werke und Müller als hilfreiche Endspielautoren. Er riet Anfängern und Schwächeren zu zugänglichen Büchern mit mehr Text und Diagrammen statt dichten, verschachtelten Varianten.
• Verfolgen der Profiszene
Thomas sagte, er lese gelegentlich Schachmagazine und verfolgt vor allem nationale Spieler, Olympiaden oder Ereignisse mit direktem Bezug. Er gesteht, dass er nicht alle Toppartien regelmässig live verfolgt, ausser bei großen Events.
Wettkampf & aktuelle Aktivitäten
Thomas spielt weiterhin gelegentlich Liga- und Turnierspiele (u. a. Tata Steel, Club Cup in Montenegro) und bereitet sich ernsthaft vor, wenn er spielt. Er berichtet, dass das Turnierniveau gestiegen ist und Inaktivität zu Elo-Verlusten führt.
• Freizeitinteressen
Thomas nannte Fußball, Bouldern und gemeinsame Aktivitäten mit seinem Sohn als Ausgleich zum Schach; Ben kommentierte kurz den Problemaspekt beim Stürzen als scherzhafter Vergleich zu Damenverlusten.
• Abschließender Rat
Thomas schloss mit dem Rat, den Spaß am Schach zu behalten, Energie ins Spiel zu halten und die sozialen Aspekte zu pflegen. Ben verwies abschließend auf Thomas’ Bücher bei New in Chess und seine Chessable‑Kurse.