GM Matthias Blübaum, Quelle: Wikipedia
Liebe Schachfreunde,
heute am 28. Januar 2026 ist ein besonderer Tag, denn unser Nationalspieler GM Matthias Blübaum hat durch einen Sieg gegen GM Anish Giri, im Superturnier Wijk aan Zee erstmals die Hürde von 2700 Elo überwunden, und ist damit im exklusiven Club der besten Spieler der Welt gelandet.

Und das in einem der stärksten Turniere der Welt! Und die Partie selbst war höchst beeindruckend, wenn auch ein taktisches Gemetzel.

Giri am Zug griff hier zur Linienöffnung 18…gxf5 – Eine Entscheidung die er nach 19.Te3 wohl rasch bereute. Allerdings drohte Weiß bereits Lf4 mit Damengewinn. Die Engine schlägt lange Rochade vor, wonach Weiß aber auch im Vorteil bleibt. In der Partie folgte also 19… Dg5 20.exf5+ Se7 21.Dxd6, und nun stellte sich heraus, dass nach dem wohl geplanten 21…Sgxf5 der Schlag 22.Dxd7+! Kxd7 23.Td3+ die Dame auf g5 zurückgewinnt, wonach Weiß mit einer Mehrfigur verbleibt. In der Partie folgte noch 21…Lc6 mit Mattdrohung auf g2, und nun kam das krönende 22.Te4! mit vorübergehender Sperrung der Diagonale, wonach Schwarz aufgeben konnte, und zwei oder drei Züge später auch tat. Eine grandiose taktische Leistung von Matthias, der in dieser Partie immer den besten Zug fand.
Wir hoffen nun, dass er sein Elozahl über 2700 in den letzten drei Runden des Turniers halten kann.
Wenn Blübaum seine (jedenfalls für Engines) klaren Gewinnstellungen gegen Erigaisi und Van Nguyen verwertet hätte wären es nun vier Siege nacheinander, Live-Elo 2711 und die Führung im Turnier. So hat er „nur“ gegen Keymer, Gukesh und Giri gewonnen (Niederlage gegen Sindarov).
Vier Siege nacheinander und dann noch mehr schafften in den drei Topturnieren nur zwei Spieler: bei den Challengers der junge Amerikaner Andy Woodward (aus 0/1 wurde 5/6 und dann 7,5/9, heute aber Niederlage gegen good ol‘ Ivanchuk). Und im Toptienkamp der Amateure hat Christian Glöckler nun 6/6, etwas Glück war dabei – heute Sieg durch gegnerische Zeitüberschreitung in Remisstellung, zuvor waren alle drei Ergebnisse denkbar. Dadurch 1,5 Punkte Vorsprung auf den ebenfalls jungen Henry Edward Tudor, das direkte Duell hat er bereits gewonnen. Überall morgen Ruhetag und dann noch drei Runden.