17.04.2026

12 Gedanken zu „Remagen und Bad Mergentheim stehen als Aufsteiger in die 1. Bundesliga fest!

  1. Gerald schreibt: Die Untätigkeit des Deutschen Schachbunds bei diesem sensiblen Thema ist wirklich frappierend. Deutsche Meisterschaften ohne Deutsche.

    Leider muss ich Gerald widersprechen, das ist die Freizügigkeit des Arbeitsplatzes nach dem EU-Recht, d.h. diese ist unbeschränkt. Früher gab es Regularien, natürlich gehen wir zur heiligen Kuh. Früher durte man nur 2 Ausländer einsetzen, das war die Regel. In Italien 1966 nach dem WM-Aus gegen Nordkorea sogar gar keinen. Dann kam Bosman und die Sportwelt geriet aus den Fugen. Keine Ablösesummen, wenn der Vertrag ausgelaufen ist und Freizügigkeit.

    Die Büchse der Pandora ist geöffnet und keiner kann sie mehr schließen, KEINER! Ich finde das auch nicht gut, aber ich finde auch nicht gut, das der FC Bayern München immer Deutscher Fußballmeister wird und kann nichts dagegen machen.

    1. Lieber Walter hier bist du nicht richtig informiert. Und zwar aus zwei Gründen: Erstens spielen nun wirklich genügend nicht EU-Ausländer in den Bundesligen, und die sind vom Urteil überhaupt nicht betroffen. Und zweitens würde eine moderate Mindestquote deutscher Spieler pro Kampf, wie ich sie auf dem Kongress 2025 in Paderborn beantragt habe, in keinster Weise gegen EU-Regeln verstoßen, das ist jedenfalls meine Meinung dazu. Im übrigen ist noch darauf hinzuweisen, dass es in anderen EU-Ländern auch funktioniert, dass nationale Spieler eingesetzt werden. Es müssten ja nicht mal die Hälfte sein.

      1. Eine Quote widerspricht dem EU-Recht!
        Woanders klappt es, weil die Vereine sich an die freiwilligen Regeln halten, wenn ein Verein diese brechen sollten, könnten die anderen das nicht verhindern. Mein Herr Papa war Professor Volkswirtschaft und Europa war sein Lieblingsthema. Damit bin ich groß geworden.
        Das was du wünscht, finde ich super und hätte es auch gerne; mehr deutsche Spieler in der deutschen Bundesliga. Aufsteiger ohne deutsche Spieler geht gar nicht, juristisch kann man dagegen nicht anstinken!

    2. Hallo Walter, du schreibst: „Freizügigkeit des Arbeitsplatzes nach dem EU-Recht, d.h. diese ist unbeschränkt.“. Dazu ist folgendes zu sagen: es sind im Schach keine Arbeitsplätze, da es sich um eine selbständige Tätigkeit der Schachspieler und keine Tätigkeit in Festanstellung handelt. Zweitens darf das Urteil logischerweise nicht dazu führen, dass Deutsche gegenüber Ausländern benachteiligt werden, d.h. die Freizügigkeit muss auch irgendwo ihre Grenzen finden. Drittens bewegen wir uns hier im Bereich des Sports und dort würde man sich wünschen, dass man sich mit den Teams noch identifizieren kann. Es ist gegen alle Logik, wenn wie im Fall Remagen, eine Mannschaft ohne Deutsche um die deutsche Meisterschaft (in der zweiten Liga) spielen darf. Das was du vorbringst, ist einfach nur ein Nachgeplapper von dem was immer behauptet wird, und aus meiner Sicht einer erneuten und kritischen rechtlichen Prüfung nicht standhalten würde. Es fängt ja schon damit an, dass es zum Schachsport keine juristische EU-Entscheidung gibt. Und im übrigen habe ich gelernt, dass in der Juristerei vieles verhandelbar ist. Das heißt man weiß vorher nie so genau, was bei einer Klage vor Gericht herauskäme.

      Es wäre schön, wenn sich hier ein Jurist in die Diskussion einschaltet, vielleicht bringt das noch mehr Aufklärung.

      1. 1) Schach ist selbstständige Tätigkeit. Es sind Jobs, Gelder sind im Spiel und EU-Bürger werden ausgeschlossen – Diskriminierung, du verlierst jeden Prozess, das ist sonnenklar.
        2) Deutsche werden nicht benachteiligt, der Verein kann nehmen, wem er will. Wenn er Ausländer nimmt, weil sie besser spielen, weniger kosten… das ist seine Sache, Qualifikation ist kein Diskrimierungsgrund. Wenn ich Fußball spiele und Teams wähle, nehme ich die besten Spieler, das ist das Wesen des Sports.
        3) Gesetze des professionellen Sports, da gilt auch EU-Recht. Cottbus waren die ersten in der Fußball-Bundesliga mit 11 Ausländern, das ist ihr gutes Recht, das gilt für Schach, Hockey, Basketball, das ist halt leider so

        Unsere Wünsche sind genau identisch, ich weiß aber, das sie nicht realistisch sind. Es ehrt dich, das du gegen Windmühlen kämpfst, meins ist das aber nicht.

        Gerald, wenn ich einem nachplappere, dann meinem Vater. Professor Dr. Albert Rädler. Mit solchen Themen bin ich groß geworden, da habe ich gegenüber anderen einen riesengroßen Vorteil, glaube ich. Ich habe das Scheitern des Plans der Bundesliga mit ihrer Punktevergabe vorhergesagt, hier ist es das Gleiche.

        Steuerikone Albert Rädler verstorben
        Einer der prägendsten Köpfe des deutschen Steuerrechts und des hiesigen Kanzleimanagements, Prof. Dr. Albert Rädler, ist am vergangenen Wochenende im Alter von 78 Jahren verstorben.
        Doch vor allem im Steuerrecht wurde Rädler einer der wichtigsten deutschen Berater schlechthin. Er war bis zuletzt nicht nur bei vielen international tätigen Unternehmen, sondern auch als Ratgeber der Politik weltweit gefragt. So beriet er 1990 die Europäische Kommission zur Gestaltung der Unternehmensbesteuerung im Binnenmarkt (Ruding-Ausschuss) und gehörte 1999 der „Brühler Kommission“ an, die für die Bundesregierung die Reform der Unternehmensbesteuerung vorbereitete. Auch vor dem Europäischen Gerichtshof erstritt er gleich mehrere wegweisende Urteile zu direkten Steuern. Der US-Senat vertraute in Steuerfragen ebenfalls auf Rädlers Expertise.

        1. Lieber Walter, eine beeindruckende Karriere deines Vaters!!
          Ich weiß schon, dass man sich mit Professoren und Fachleuten, besonders Juristen, lieber nicht anlegen sollte.
          Ich bleibe aber bei meiner Meinung, dass es sich hier um EU-Unrecht und effektive Diskriminierung deutscher Spieler handelt.
          Die Diskriminierung ist ganz offensichtlich, sonst würden ja mehr deutsche Spieler in den Bundesligen eingesetzt werden.
          Aktuell gibt es 38 deutsche Spieler über 2500 Elo, die allerdings auch größtenteils in der 1. oder 2. Bundesliga spielen. Es geht also eher um Spieler, die zum Beispiel aus Altergründen und/oder wegen schlechter Elo-Zahl keine Chance mehr haben, dort zu spielen.
          Und noch einmal: ein Nicht-EU-Ausländer ist kein EU-Ausländer, er hat einen völlig anderen Rechtsstatus. Wobei natürlich die meisten ausländischen Spieler in den Bundesligen aus der EU kommen.
          Aber belassen wir es dabei, denn wir werden hier nicht zu einer Meinung kommen.

          1. Die EU ist ein Binnenmarkt. Jeder EU-Bürger kann in diesem Binnenmarkt seine Dienstleistungen frei anbieten. Das war grundsätzlich ein Fortschritt.

            Es ist eben keine Diskriminierung deutscher Spieler, denn ansonsten könnte ja ein diskriminierter Spieler klagen.. Eine solche Klage geht mit Sicherheit verloren. Es steht jedem Verein frei, deutsche Spieler zu verpflichten. Man muss sich aber nichts vormachen. Die haben nicht dieselbe Spielstärke wie ausländische GMs und sind eventuell auch noch billiger.

            Das hat dann zur Folge, dass Vereine, die auf deutsche Talente setzen, ruckzuck aus der Bundesliga absteigen. Man sieht doch, wer hinten steht. Dresden, Berlin und Zugzwang. In der Öffentlichkeit wird der Einsatz deutscher Spieler auch gar nicht honoriert.

            Ein dauernder Auf- und Abstieg kann man Ende ziemlich zermürben, weil laufend Anpassungen vorgenommen werden müssen. Die Unterschiede zwischen der ersten und zweiten Bundesliga sind riesengroß.

          2. Hallo Uwe, genau das ist das Problem – die Vereine die in der Bundesliga deutsche Spieler einsetzen, werden zermürbt. Wir haben gerade selbst das Gefühl, wobei wir ja zur Hälfte deutsche und zur Hälfte Spieler aus Österreich einsetzen. Bei uns in der Mannschaft wird noch deutsch gesprochen! Aber es wird einem nicht gedankt!

          3. Wie sollte man sich dann bei Zugzwang dafür „bedanken“, dass „in der Mannschaft deutsch gesprochen wird“? Dann hätte der Verein auch das geographische Privileg, dass in München Österreicher „naheliegend“ sind, anderswo dagegen Niederländer (außer zwei Letten bei Erkenschwick fast nur Niederländer ist dabei „kurios“), Dänen oder Polen.

            Dabei profitieren ja deutsche Spieler auch individuell von starken ausländischen Gegnern: diese Saison beim Münchener SC GM-Normen für Marius Deuer (der sie nicht mehr braucht) und Tobias Kölle, jeweils auch oder vor allem wegen ausländischen Gegnern darunter GMs. Der einzige deutsche Stammspieler bei Erkenschwick (Mykola Korchynskyi hat ja neben dem Verein auch den Verband gewechselt) erzielte eine qua Ausländerquote „grenzwertige“ IM-Norm – 7 deutsche Gegner in 11 Partien ist wohl zu viel. Man kann da vermutlich regelkonform tricksen und ein zwei Siege gegen deutsche Spieler außen vor lassen – geht nur da er die Norm deutlich übererfüllte.

            Eine Diskriminierungsklage eines deutschen Spielers hätte nur dann Erfolgschancen wenn er plausibel darlegen könnte, dass ein Ausländer (vielleicht gar nicht-EU) bei gleichen oder für den deutschen Spieler günstigeren Voraussetzungen (Spielstärke, finanzielle Erwartungen) bevorzugt wurde. Das macht dabei wohl kein Verein, außer der Deutsche passt charakterlich nicht in die Mannschaft (wofür derlei juristische Schritte auch ein Indiz wären?).

            [Ich gehe übrigens davon aus, dass Maximilian Berchtenbreiter – gegen den ich zu meinen Münchner Zeiten die eine oder andere Blitzpartie verloren hatte – auf eigenen Wunsch seit Jahren nur als Ersatz gemeldet ist und teils auch nur sporadisch spielte.]

  2. Die Regeln könnten schon geändert werden. Das muss man aber auch wollen. Für die Schachbundesliga ist dafür der Schachbundesliga e.V. verantwortlich. EU-Recht gilt nur für EU-Bürger. Man könnte also die Spielberechtigung für nicht EU-Bürger problemlos einschränken. Das wollen insbesondere die größeren Vereine nicht. Da reicht ja schon ein Blick auf die Aufstellungen. Deshalb war ja die vor Jahren angedachte Reform so völlig unausgegoren. Da ging es doch für die Top-Vereine nicht um den Einsatz deutscher Spieler. Das war ein kompliziertes Punktesystem, das erlaubt hat, weiterzumachen wie bisher. Die notwendigen Punkte für die Teilnahmeberechtigung hätten sie ja nicht mit dem Einsatz deutscher Spieler erreicht. Die sind natürlich auch nicht an einer freiwilligen Vereinbarung interessiert. Diese Top-Vereine könnten ja schon jetzt mit gutem Beispiel vorangehen. Und machen sie das?

    Zugzwang ist doch Mitglied des Schachbundesliga e.V., kann also jederzeit einen Antrag einbringen. Da lohnt sich die Arbeit nicht, weil der abgeschmettert wird.

    1. Hallo Uwe, ja tatsächlich habe ich ja als damaliger Referent für Leistungssport einen Antrag auf dem Kongress in Paderborn, der aber (in meiner Abwesenheit, weil ich schon abgereist war), mit großer Mehrheit abgelehnt wurde, dieser betraf die zweite Bundesliga, auf die ja in meinem Beitrag auch Bezug genommen wurde.
      Wie du richtig schreibst, könnte Zugzwang auch einen Antrag in der Versammlung der BL-Vereine in Berlin einbringen, wohl mit demselben Ergebnis. Ich will an dieser Stelle auch gar nicht bestreiten, dass der Einsatz ausländischer Spitzenspieler zur Attraktivität der Liga beiträgt, was mich aber definitiv stört, dass diese Praxis inzwischen völlig außer Kontrolle geraten ist. Wenn jeder Verein pro Runde mindestens 2, 3 oder sogar 4 Deutsche einsetzen müsste, dann würde man sich darauf rückbesinnen, wozu die Bundesliga eigentlich da ist, nämlich zur Ermittlung des deutschen Mannschaftsmeisters und nicht des internationalen deutschen Meisters.

      1. Die grundsätzliche Frage ist, ob die Meldung in einem deutschen Schachverein wirklich als Arbeitsplatz bezeichnet werden kann. Die Aussage gilt vielleicht für Topleute wie Keymer oder Caruana, also die richtigen Profis. Aber es sind sicherlich auch viele Schachspieler dabei, die in ihrem Heimatland einen Hauptberuf ausüben und für einen Einsatz in einer Mannschaft im Ausland einen kleinen Betrag kassieren. Somit würde eine Begrenzung diese Spieler treffen, und ob die dann ein Anrecht haben, ich bezweifle das, bin aber auch kein Jurist. Denn sie verdienen damit nicht ihren Lebensunterhalt. Schach kann man auch nicht mit Fußball vergleichen, der Spieler spielt im Fussball nur in einem Verein, somit ist er dort angestellt und ist Arbeitsnehmer. Gilt auch für Handball, Basketball und andere Sportarten, die wöchentlich ihre Wettkämpfe austragen.
        Würde man die Regelung einführen müsste erst mal ein Schachspieler klagen. Er wird in dem Moment seine Einkünfte offenlegen müssen, aber nicht nur die in Deutschland. Aber sind wir mal ehrlich, man kann mit Sicherheit im Schach mit Einsätzen im Ligabetrieb nicht seinen Lebensunterhalt bestreiten. Machbar ist zwar, in drei oder vier Ligen gleichzeitig zu spielen. Doch kommen bei Spielern um die 2500 doch keine große Summe zusammen. Turniere als Alternative garantieren auch keine Geldpreise, und bei ruhendem Spielbetrieb in den Ligen kommt überhaupt nichts in die Kasse. Sicherlich gibt es auch Lebenskünstler, die mit wenig auskommen, die sind aber aus meiner Sicht nicht der Maßstab.
        Grundsätzlich wäre es also interessant, ob ein Schachspieler wirklich den Klageweg beschreiten würde. Warum macht es aber niemand in Frankreich, den selbst wenn Einigkeit im Verband herrscht kann doch ein Spieler diesen Schritt gehen. Ist mir aber nicht bekannt.
        Wenn man es also möchte wäre es umsetzbar, aber der Wille ist nicht da, weder beim Verband noch bei den Vereinen.
        Noch ein Kommentar zu Walter: Deutscher Meister FCB ist schon in Ordnung, kann damit leben.

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