Anatasiia Hnatyshyn. Quelle: FIDE
Der nachfolgende Text wurde verfasst von Theodoros Tsorbatzoglou, dem Generalsekretär der Europäischen Schachunion (ECU). Wir haben ihn weitgehend übernommen.
Anastasiia Hnatyshyn – eine weitere Sensation aus der Ukraine nach Roman Dehtiarov? Es ist noch zu früh, um das Endergebnis für Anastasiia bei der Schach-Europameisterschaft der Frauen in Batumi abzusehen, doch es gibt genügend Anzeichen dafür, dass sich bei den jungen Talenten aus der Ukraine etwas Vielversprechendes abzeichnet. Eine Generation, die inmitten brutaler Angriffe und eines Krieges in ihrem Land heranwächst.
Ich habe einige Informationen von ukrainischen Freunden und aus dem Internet zusammengestellt. Anastasiia stammt aus Lviv (Lemberg), die als Schachstadt mit der größten Anzahl an Großmeistern bekannt ist – zumindest in der Vorkriegszeit.
Sie hat eine Schwester und sechs Brüder, insgesamt also acht Kinder in einer tapferen Familie, die unter den heutigen Bedingungen und unter Luftalarm lebt. Das ist an sich schon bemerkenswert, und in solchen Zeiten verstehen Kinder besser den Sinn des Lebens und die Notwendigkeit, sich anzustrengen, um ihre Zukunft aufzubauen.
Die Schülerin des bekannten ukrainischen Trainers Volodymyr Grabinsky ist, hat letztes Jahr in Thessaloniki die europäischen Schnell- und Blitzmeisterschaften in den Kategorien U16 überzeugend gewonnen.
Der ukrainische Schachverband hielt an seiner Dynamik fest und nahm sie zusammen mit ein oder zwei anderen jungen Mädchen in die ukrainische Damenmannschaft für die Mannschaftsweltmeisterschaft in Linares auf. Dies war ein riskanter Schritt, um die Mannschaft neu aufzubauen. Die Mannschaft erzielte zwar kein großartiges Ergebnis, aber Anastasiia spielte drei gute Partien und sammelte wertvolle Erfahrungen.
Anschließend nahm sie weiterhin an Spitzenveranstaltungen teil, darunter die Qualifikationsrunde für die ukrainische Nationalmannschaft, die European Open Championship in Katowice und der Mitropa Cup mit der ukrainischen Mannschaft, und erzielte dabei hervorragende Ergebnisse.
Ihre heutigen Ergebnisse sind daher für die meisten von uns eine Überraschung, nicht jedoch für die Ukrainer, die sich dafür entschieden haben, ihren jungen Talenten mehr Chancen zu geben und unsere Zukunft gemeinsam mit anderen europäischen Verbänden zu gestalten, die systematisch mit ihren Talenten arbeiten.
Und hier der Block auf ihre bisherigen (unglaublichen) Ergebnisse bei der laufenden Europameisterschaft der Frauen.
