Senet ist ein altägyptisches Brettspiel und gilt als eines der ältesten bekannten Spiele der Menschheitsgeschichte, belegt seit etwa 3000 v. Chr. und bis in die Spätantike (300 nach Chr.) gespielt. Der Name bedeutet im Altägyptischen wahrscheinlich „Durchgang“ oder „Passieren“. Senet verbreitete sich im Laufe der Jahrhunderte in den gesamten Mittelmeerraum und den Nahen Osten. Mit dem Aufkommen des Christentums und dem Ende der altägyptischen Religion verlor das Spiel seine kulturelle Bedeutung und verschwand.
- Basis ist ein rechteckiges Brett mit 30 Feldern (3 Reihen × 10 Spalten)
- Bestimmte Felder hatten besondere Bedeutungen, oft mit hieroglyphischen Symbolen markiert
- Bekannte Sonderfelder sind: „Haus des Glücks“ (Feld 15), „Haus des Wassers“ (Feld 27 – ein Straffeld), „Haus der Drei Wahrheiten“, „Haus des Re-Harachte“ (Zielfeld 30)
Die genauen Regeln sind nicht vollständig überliefert – moderne Rekonstruktionen basieren auf Bilddarstellungen und archäologischen Befunden. Es gibt verschiedene wissenschaftliche Rekonstruktionsversuche, u. a. von dem Ägyptologen Timothy Kendall. Senet ist im Kern ein Rennspiel: Figuren wandern einem festen, schlangenförmigen Pfad über das Brett, vom Start bis zum „Ausstieg“
- Zwei Spieler, jeder mit 5–7 Spielsteinen
- Statt Würfeln: Wurfhölzer– flache Stäbchen mit heller und dunkler Seite, die die Augenzahl bestimmten
- Bewegung der Steine entlang einer S-förmigen Bahn über alle 30 Felder
- Gegnerische Steine konnten geschlagen und zurückgesetzt werden
- Wie weit man zieht, bestimmen Wurfstäbchen oder Zählknochen; je nach Wurf zieht man eine beliebige eigene Figur vorwärts.
- Es gibt taktische Elemente: Blockieren, Überspringen, Vertauschen sowie Glücks- und Pechfelder (z.B. zurückgeworfen werden, Extrazug, Figur aus dem Spiel).
- Gewonnen hat, wer alle eigenen Steine korrekt durch die Schlussfelder gebracht und vom Brett entfernt hat; teilweise existieren Punktesysteme für Mehr-Runden-Spiel.
- Es war zunächst ein gesellschaftliches Spiel, erhielt aber ab dem Neuen Reich eine religiöse Deutung als symbolische Reise der Seele ins Jenseits.
Historische Funde
- Darstellungen in Gräbern ab der 1. Dynastie (~3100 v. Chr.)
- Eine Wandmalerei im Grab der Nefertari (Gemahlin Ramses‘ II.) zeigt sie beim Senet-Spiel
- Im Grab Tutanchamuns (ca. 1350 vor Chr.) wurden vier vollständige Senet-Bretter gefunden, darunter eines aus Elfenbein
- Funde existieren aus fast allen Epochen des Alten Ägypten
- Senet-Bretter wurden häufig als Grabbeigaben verwendet, damit der Verstorbene auch im Jenseits spielen konnte
Im Ergebnis der Forschung ist das Brettspiel Senet nicht nur deutlich älter als Schach, sondern wurde auch viel länger gespielt, mindestens 3.000 Jahre m Vergleich zu 1.500 Jahren.