Das Urteil im Fall CAS 2024/A/10911 ist inzwischen veröffentlicht. Es betrifft einen Streit zwischen der ukrainischen Schachföderation, der FIDE und der russischen Schachföderation.
👉 Hier das Urteil im Original:
Award 10911 (FINAL for publ.).pdf
Im Kern ging es um die Frage, ob Russland Schachaktivitäten in besetzten ukrainischen Gebieten organisieren darf. Konkret hatte die russische Föderation dort Turniere durchgeführt und regionale Verbände in ihre eigene Struktur integriert.
FIDE hatte dieses Verhalten bereits als Regelverstoß gewertet, die Sanktion jedoch auf eine Geldstrafe von 45.000 € begrenzt. Gegen diese Entscheidung legte die ukrainische Föderation Berufung ein.
Das Court of Arbitration for Sport (CAS) hat diese Sanktion nun ersetzt. Russland muss innerhalb von 90 Tagen alle Schachaktivitäten in den betroffenen Regionen einstellen und dies auch bestätigen. Sollte das nicht geschehen, wird die russische Schachföderation automatisch für bis zu drei Jahre vom internationalen Spielbetrieb ausgeschlossen.
Inhaltlich bestätigt das Gericht die zentrale Feststellung: Die betroffenen Gebiete gelten nach internationalem Verständnis weiterhin als Teil der Ukraine. Die Organisation von Schach durch Russland dort verstößt daher gegen die Zuständigkeit der ukrainischen Föderation und gegen die Regeln der FIDE.
Bild: CAS Lausanne, Quelle: Von Fanny Schertzer – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=21382635
Das ist eine Meldung, die für mich sehr überraschend kommt. Drei Jahre Ausschluss aus dem Spielbetrieb ist eine ultraharte Drohung, die man auch in Russland kaum ignorieren kann!