In der Eissporthalle Essen wurde am 9. Mai die Deutsche Meisterschaft im Schachboxen im Mittelgewicht ausgetragen. Der Kampf war Teil der großen Kampfsportveranstaltung „Fight on Ice“ und wurde von Chessboxing Cologne organisiert.
Eigentlich war der Kampf zwischen André „Glenzman“ Glenzer und Konstantin Tryfon geplant. Nachdem Tryfon kurzfristig absagen musste, sprang der erst 18-jährige Birk Fischer als Ersatzgegner für Glenzer ein.
Glenzer galt am Schachbrett als klarer Favorit: Der erfahrene Schachboxer aus Essen bringt rund 2000 Elo und viele internationale Kämpfe mit.
Die Schachrunde begann mit einer scharfen Sizilianischen Verteidigung. Beide Spieler zeigten starke Vorbereitung und spielten die Eröffnung sehr schnell herunter. Glenzer erspielte sich leichte Vorteile, konnte diese jedoch nicht entscheidend nutzen. Kurz vor Ende der Schachrunde war die Stellung wieder ausgeglichen.
In der anschließenden Boxrunde entwickelte sich sofort ein intensiver Schlagabtausch. Glenzer suchte den Vorwärtsgang, doch Fischer konterte präzise und bewegte sich geschickt durch den Ring. Nach knapp einer Minute traf Fischer seinen Gegner hart und schickte ihn zu Boden. Zwar stand Glenzer wieder auf, doch der Ringrichter brach den Kampf wenig später ab.
Damit gewann Birk Fischer überraschend per technischem K.o. und sicherte sich den Titel des Deutschen Meisters im Schachboxen.

Für die Schachbox-Szene war der Abend ein wichtiger Schritt: Erstmals fand ein Schachboxkampf im Rahmen einer großen professionellen Kampfsportveranstaltung statt. Das Publikum feierte den ungewöhnlichen Mix aus Denksport und Vollkontakt begeistert.
Den kompletten Kampf gibt es auf dem YouTube-Kanal von Fight24.tv zu sehen.
Weitere Berichte:
- Souveräner Sieg: Birk Fischer ist Deutscher Meister im Schachboxen – Schachboxen
- Deutsche Meisterschaft im Schachboxen am 9. Mai | SchachStadt
- Link zur Partie
Fotos: Natalia Bachert
Schachboxen!
Das ist ein merkwürdiger Sport, ausgerechnet etwas so Gegensätzliches wie Schach und Boxen miteinander in einem gewerteten Wettkampf zu kombinieren! Zum Einen geistig vollkonzentriertes Sitzen am Brett und zum Anderen der volle Beweglichkeit und der Körperkontakt beim Boxen. Es ist wahrscheinlich selten, Sportler auf hohem Niveau, diese Doppelbegabung haben. Für die Zuschauer bei einem solchen doppel-Wettkampf ist bestimmt eher der Boxkampf nachvollziehbar. Solche Zuschauer sitzen auch zu weit weg vom Schachbrett, es sei denn die Stellung auf dem Brett würde groß auf eine Leinwand übertragen.
au contraire, mon chèrè. diese Sportarten sind sich sehr ähnlich! bei beiden Sportarten kommt es auf die Balance zwischen Verteidigung und Angriff/Iniative an, beim Boxen hilft noch nicht mal ein Computer, wenn man cheaten möchte und es verbleibt bei beiden Sportarten der Kampf zwischen 2 Personen. Schade nur, dass das Event nicht gut vermarktet wurde.
Habe noch nie verstanden, wo der Reiz am Schachboxen liegen soll.
Schachlich hatte dieser Wettkampf wohl kaum etwas zu bieten und sich die im Beitrag angegebenen „Weiteren Berichte“ anzusehen ist für Schachliebhaber wohl eher reine Zeitverschwendung.. Zu sehen ist eine bis dahin recht belanglose Blitzpartie, die insgesamt 4 Minuten gespielt und dann zugunsten der ersten Boxrunde abgebrochen wird. Keine Fortsetzung, denn der Kampf endet schon gleich bei der ersten Boxrunde.
Uns vertraute allgemeine Regeln wie z.B., dass eine losgelassene Figur als gezogen gilt, scheinen dort auch nicht zu gelten. Weiss hatte kurz vor Abbruch der Partie schon seine Dame auf f3 abgestellt (durch den gegnerischen Springer angegriffen), dann aber – wohl noch vor dem Uhr drücken – seinen Fauxpas bemerkt und die Dame erneut aufgenommen und sicherer abgestellt.