Die ARTE-Serie „Rematch“ (2024) dramatisiert das historische Schachduell von 1997 zwischen Weltmeister Garri Kasparow und dem IBM-Supercomputer Deep Blue. Die 6-teilige Thriller-Serie beleuchtet den psychologischen Kampf Mensch gegen Maschine, der mit Deep Blues Sieg endete – das erste Mal, dass eine KI einen Weltmeister im Wettkampf schlug.
Kernpunkte der ARTE-Serie & Historie:
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- Handlung: „Rematch“ zeigt das Duell, nachdem Kasparow 1996 den ersten Wettkampf gewann und IBM den Computer für 1997 drastisch aufrüstete.
- Hintergrund: Deep Blue berechnete über 200 Millionen Stellungen pro Sekunde. Es war ein Wendepunkt in der KI-Geschichte, der Kasparows Verletzlichkeit zeigte.
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Die Serie sowie begleitende Dokumentationen sind/waren in der Arte-Mediathek verfügbar.
- Historisches Ergebnis (1997): Deep Blue gewann 3,5 zu 2,5, was zu Zweifeln an Kasparows Spiel und dem Beginn der „Big Data“-Revolution führte.
Arte.tv +6
Die Serie betont die Spannung zwischen der technischen Überlegenheit der Maschine und der emotionalen Belastung des Menschen, wie SchachBase berichtet.
Habe die Serie gesehen, fand sie aber nur so mittel. Eine wesentliche Korrektur: Deep Blue war keine KI, wie man sie heute definiert, sondern ein (für damalige Verhältnisse) extrem starker Schachcomputer.
Danke für den Hinweis auf die Mediathek.
Einen wichtigen Hinweis hat Markus Schirmbeck ja schon gegeben: DeepBlue war kein KI-Programm.
Auch ich fand die Serie nur mittelgut. Es war eben viel künstlerische Freiheit, und einige wichtige Aspekte der wirklichen Geschichte fehlten. Hier ist einer davon:
Im Februar 1996 gab es schon einen 6-Partien Wettkampf zwischen Kasparow und DeepBlue. Als es nach vier Partien 2:2 stand, ging Kasparow gehörig die Düse. Mitten in Partie 5 bot er Remis an, was abgelehnt wurde. Danach gewann er beide letzte Partien, zum Endstand von 4:2.
Und jetzt ein spannender Punkt, der zumindest in Insiderkreisen bekannt war und ist. Wenige Wochen nach dem 1996er Match war Kasparow zu Verhandlungen für ein Rematch bei IBM (in Yorktown Heights). Er wollte im Rematch in den Partien ein kleines Notebook nutzen dürfen, mit Eröffnungsbuch, Endspiel-Datenbanken und einem kommerziellen Schachprogramm wie etwa Fritz. IBM lehnte rigoros ab – und wusste insbesondere seit dem Moment, dass Kasparow Angst hatte.
Ich spekuliere: Das war wohl einer ihrer Gründe, warum sie im 1997er Match Psychospielchen mit Kasparow trieben.