In dieser Stellung war Weiß am Zug.
- c8 Dame führt zu einem Matt in zwei Zügen, Kf7 Df8 ++oder Lh5++
Der Weißspieler, Großmeister Matthias Wahls, einst ein Supergroßmeister, ein ganz hervorragender Referent zog c8 und weil keine weiße Dame war wandelte er den Bauern in einen umgedrehten Turm um, was früher als Dame galt.
Schwarz hätte hier einfach mit 1..Te1+ 2.Kf2 De3 ++ den Spieß umdrehen können, denn ein umgedrehter Turm ist ein Turm, nichts anderes.
Letztendlich gab Schwarz die Partie auf, weil so ein Sieg kein wahrer Sieg ist, der Mannschaftskampf hatte keine große Bedeutung mehr. Schwarz war Triona Eberle von St. Pauli III.
Quellen: www.schachfeld.de und Entscheidungsrunden in Hamburg, Landesliga und Oberliga | ChessBase
Hi Walter,
bist du dir sicher, dass das früher „als Dame galt“, wenn ein Schachspieler bei einer offiziellen Turnierpartie seinen Turm umdrehte und sagte: „Das ist jetzt meine 2. Dame“??
Jolien
Das war in meiner Jugend ganz normal, auch wenn es vielleicht nicht regeltechnisch korrekt war, wurde bei Blitzpartien als selbstverständlich angesehen.
Üblicherweise wurde früher, wenn keine Dame zur Vrfügung stand, ein umgedrehter Turm eingesetzt und beim Umwandeln Dame gesagt. Jeder hat das verstanden. Es ist doch klar, dass in einem Blitzturnier nicht überall Ersatzfiguren zur Verfügung stehen können. Das war eine praktikable Lösung und niemand hat sich beschwert.
Stattdessen beschäftigt man sich mit Spitzfindigkeiten, dass ein umgedrehter Turm entgegen der Ansage immer noch ein Turm sein soll. Mal im Ernst, macht es Spass, so eine Partie zu gewinnen?
Die ganze Diskussion ist doch völlig überflüssig!
Regeltechnisch hätte man das
„Vergehen“ natürlich ausschlachten und sich völlig
unverdient den Punkt klauen können weil der Wahls wohl keine 2. Dame zur Hand hatte.
Keine Frage!
Aber jeder der nur für ein Gramm
Sportlichkeit im Hirn hat hätte
Das ausgenutzt.
Vergleich: Im Fußball verletzt sich ein Spieler von Mannschaft A und
Bleibt am Boden liegen.
Mannschaft B hat den Ball und spielt den Ball ins Aus damit der Spieler behandelt werden kann.
Nach der Behandlung wird das Spiel mit Einwurf für Mannschaft
A fortgesetzt. Das einzig sportliche
Ist jetzt daß der einwerfende A-Spieler den Ball an B einwirft!
Habe vor einiger Zeit ein Beispiel gesehen gesehen in dem der Spieler von Mannschaft A den Ball
zu seinem vor dem gegnerischen
Tor stehendem Mitspieler(Abseits
Gibt es beim Einwurf ja nicht)und der den Ball ungehindert ins gegnerische Tor schießt.
Wo ist jetzt das Problem?
1. Regeltechnisch
Ein völlig regulärer Treffer der auch als solcher gegeben wurde.
2. Sportlich eine absolute Unverschämtheit.
Was gibt es in solchen Fällen denn sonst noch zu sagen und zu diskutieren?
Ich denke, der Vergleich kommt nicht ganz hin. In der beschriebenen Fußballsituation ist es nämlich so, dass die gegnerische Mannschaft vorher absichtlich aus Gründen der Fairness den Ball ins Aus gespielt hat. Das war allen klar. Daher ist es nur angemessen, der Mannschaft den Ball zurückzuspielen.
Hier in der Partie hat GM Wahls ja einfach die Regeln nicht gekannt und aus Versehen einen Turm gewünscht. Wenn der Torhüter beim Fußball nach einem Rückpass in die Hand nehmen würde, wäre denke ich auch unumstritten, dass die andere Mannschaft nicht den Ball zurückspielen würde.
1. c8L Kf7 2. Lh5 ist auch Matt in zwei Zügen. War auch kein Läufer verfügbar?
Ich hatte bei der Münchner Blitz-Mannschaftsmeisterschaft an Brett 4 eine totale Verluststellung nur wegen recht knapper gegnerischer Bedenkzeit weitergespielt. Und dann das: mit noch 6 Sekunden (plus Inkrement) spielte er b2-b1, fand keine schwarze Dame und stellte dann zunächst eine _weiße_ Dame aufs Brett. Dann bemerkte er seinen Irrtum und drückte die Uhr nicht – aber bevor er eine schwarze Dame fand hatte er die Bedenkzeit überschritten. Enttäuscht akzeptierte er seine Niederlage, sein Team gewann diesen Kampf trotzdem 2,5-1,5.
Er war kein GM, aber hatte immerhin Elo 2300+. Korrekt war natürlich: Uhr anhalten, in aller Ruhe nach einer schwarzen Dame suchen, ggf. den Schiedsrichter rufen.
Wenn er die Uhr gedrückt hätte, wäre die neue Dame dann „meine Figur“, mit der ich direkt ziehen könnte? Es war für ihn wohl die einzige Möglichkeit, eine Gewinn- in eine Verluststellung zu verwandeln – für GM Wahls war das „einfacher“. Schiedsrichterkurs machte ich erst später, mittlerweile in Osthessen.
Es gibt zwar das Recht, aber keine Pflicht, einen abgeschlossen regelwidrigen Zug des Gegners zu reklamieren. Nach Blitzregeln (Fide-Regeln Anhang A.5.2 i.V.m. B.3) kann der regelwidrige Zug nicht mehr korrigiert werden, sobald der Gegner seinen nächsten Zug ausgeführt hat. Also: Ja, es wäre „deine“ Dame gewesen, mit der du einen Zug hättest ausführen dürfen.
Derartige Regelunkenntnisse beobachte ich öfter bei Mannschaftskrämpfen.
Schach ist eben mehr als zu wissen , wie die Figuren ziehen. Die Umwandlung eines schwarzen Bauern in ein eine weiße Dame ist ein regelwidriger Zug.
Ich wundere mich gerade, wie viele Schachspieler das Thema falsche Bauernumwandlung fasziniert…
Mich hat gerade dieses Thema als Mannschaftsführerin schon zu interessieren, denn insbesondere in einer unteren Liga müssen – im Falle des Falles – beide Mannschaftsführer zusammen die Schiedsrichter-Rolle übernehmen.
In Hessen ist offiziell immer der Heimverein zuständig – nicht zwingend der Mannschaftsführer falls ein anderer der einzige ausgebildete Schiedsrichter ist. Das ist natürlich suboptimal: Entscheidung zugunsten der eigenen Mannschaft kann Ärger bedeuten, Entscheidung gegen die eigene Mannschaft auch – und oft ist er eigentlich mit seiner eigenen Partie beschäftigt.
Aus einem osthessischen Schnellturnier habe ich noch einen kuriosen Fall: Mein Gegner rochierte regelwidrig da mein La6 das Feld f1 kontrollierte. Ich reklamierte, wollte 2 Minuten auf der Uhr dazu und bekam sie nicht – er musste nun mit seinem König ziehen aber Kf2 war nicht soo schlecht und später wurde es Remis. Stattdessen hätte ich auch mit -La6xf1 eine Qualität mitnehmen können …. .