29.04.2026

16 Gedanken zu „Haben Schachzeitschriften eine Zukunft?

  1. Die Sache mit dem Probeheft ist eine Mogelpackung. Man muss sich zuerst registrieren und dabei jede Menge Daten über sich angeben.

  2. Die Erfahrung, dass man „jede Menge Daten über sich angeben“ muss, habe ich so nicht gemacht. Für die erforderliche Registrierung sollte man ja möglichst auch nicht seine vornehmlich Email-Adresse benutzen, sondern gegebenenfalls eine Zusatzadresse z.B. @gmail.com anlegen.

    Nach der Erstellung des Accounts wurde bei mir nur nach Name und Vorname gefragt, m.E. noch durchaus akzeptabel. Man tätigt dann formell eine Order, aber für 0.00 €, und kann anschliessend das Probeheft vollständig z.B. mittels der Web App https://read.forwardchess.com/ lesen. Dabei kann man dann auch rechts neben dem Lesefenster ein Schachbrett zum Nachspielen einschalten.

    Also meines Erachtens keine nennenswerten Probleme oder Vorbehalte das Angebot nicht zu nutzen.

  3. Ich nutze ForwardChess schon seit Jahren. Es ist ein sehr komfortabler Service zu fairen Preisen. Mittlerweile kaufe / lizensiere ich dort fast alle meine neuen Schachbücher. Spart 20% bis 40% an Geld und viel Zeit. Nur Bücher, die ich aus konkreten Gründen auf Papier haben möchte, bestelle ich noch im Fachhandel. Bei zeitkritischer Ware wie Eröffnungsbüchern bevorzuge ich klar die digitale Version.

    Nach manchen Daten müssen sie fragen, denn ein Onlineshop unterliegt gesetzlichen Vorgaben. So müssen sie z.B. Mehrwertsteuer korrekt abführen. (Ein kleiner Hinweis: Die Preise sind netto, da die Firma in den USA sitzt. Es kommen 7% dt. MWSt oben drauf.)

    Um die volle Leistungsfähigkeit zu sehen, solltet ihr auf dem PC kaufen, dann ein paar Minuten warten und das Buch in der ForwardChess App auf Android oder iOS kostenlos downloaden. Das eigentliche Lesen ist auf dem Tablet noch eine ganze Ecke komfortabler als in der WebApp auf dem PC. Das Datenbank-Update innerhalb des Onlineshops ist eines der wenigen Details, wo es noch etwas hakt. Das klappt immer, es kann aber etwas dauern.
    Ein Vorteil auf dem Tablet: Wenn ihr Stockfish eingeschaltet habt, könnt ihr frei auf dem Brett ziehen. Ein weiterer ist das bessere Layout.

    Es sind noch einige weitere Gratisbücher für 0 EUR verfügbar, u.a. Mein System.

    Olms und Beyer bieten seit kurzem auch auf FC an. Die New in Chess Group hat letztes Jahr einen Minderheitsanteil an FC übernommen. Anschließend haben sie ihren eigenen eBook-Shop eingestellt, ihre Kunden zu FC herübergeschoben und ihnen dort die lizensierten Bücher in den Account gebucht. Das New in Chess Magazine wird ebenfalls auf FC umgestellt. Ist schon angekündigt.

    1. Danke für die Informationen.

      Welche Firma mit Sitz in welchem Land steht hinter ForwardChess?
      Welche rechtliche Form hat die Firma?

      Dank vorab, Ingo Althöfer.

  4. Um doch mal die Frage des Artikels zu beantworten – natürlich aus meiner Sicht:

    Schachzeitschriften haben sicher noch einen Mehrwert, der liegt durchaus auch in viel „reinem Text“ – ausführlicher und gehaltvoller als generell im Internet. Interaktivität (Partien/Analysen auf dem Bildschirm nachspielen) begrüße ich dabei. Ich habe zwar noch ein „eigenes“ Schachbrett, aber auch Analysen (z.B. Vor- und Nachbereitung von Partien) mache ich generell am Computer. Natürlich ist gratis „besser“ – aber die Geldfrage stellt sich mir weniger als die Zeitfrage, wenn man schon viel im Internet unterwegs ist.

    Interessant in diesem Heft auch die Prognosen zum Kandidatenturnier: für viele war Caruana der Topfavorit und Sindarov der Geheimfavorit (nun nicht mehr „geheim“). Erstaunlich oft (und nicht nur aus China) wurde Wei Yi genannt, Giri relativ selten. Meinen eigenen Artikel zum Kandidatenturnier müsste ich nun vielleicht „aktualisieren“ – nach Nakamura hat auch Giri Caruana geärgert und besiegt, in einem Szenario fällt die Entscheidung nun im direkten Duell Giri-Sindarov in Runde 13 (bzw. eventuell erst in der letzten Runde mit Bluebaum-Giri und Sindarov-Wei Yi).

  5. Diese Diskussion soll über Schachzeitschriften gehen:

    Wenn Schachzeitschriften, dann kaufe ich mir jeweils eine der „großen 3“ Schach Magazin, Rochade Europa oder Schach einzeln im Bahnhofskiosk. In Zeitschriften will gemütlich herumblättern… Seit längerer Zeit muss ich sparen, deswegen halte ich mich damit zurück, obwohl ich doch gerne den ganzen Nachruf auf den kürzlich verstorbenen GM Jan Timman in der Zeitschrift „Schach“ gerne gelesen hätte.

    1. Von den drei genannten Schachzeitungen (SM64, SCHACH, Rochade) wird
      es nach meinem Gefühl in wenigen Jahren höchstens noch eine geben.

      Als wertvolle Alternative bietet sich das Magazin KARL an, in der
      aktuellen Nr. mit Themenschwerpunkt „Vlastimil Hort“.

      1. Da bin ich tendenziell dabei, zumal IM Otto Borik nicht mehr der Jüngste ist, und mit seinem Ableben das SM 64 sicherlich eingestellt werden wird, oder in einer anderen Schachzeitung aufgeht.

  6. Hallo Ingo,

    das Schachmagazin „Karl“ verkauft unsere Bahnhofsbuchhandlung nicht, jedoch im Düsseldorfer Hauptbahnhof in der dortigen Bahnhofsbuchhandlung habe ich es mal liegen sehen (vor einigen Jahren) und ich meine auch durchgeblättert, es war damals nichts drin, was mich bewegt hätte, es 1-mal zu kaufen.

    Hallo Gerald,

    ich wusste nicht, dass die Existenz des Schachmagazins64 von einer einzigen Person abhängig ist, und falls diese stirbt oder schwer krank wird, man mit der Einstellung dieser Zeitschrift zu rechnen hat. Danke für die Info!

    1. Hallo Jolien, Ich habe noch mal nachgesehen, unter FIDE Ratings steht sein Geburtsjahr 1947, d.h. er wird nächstes Jahr 80 Jahre alt. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Borik. Geboren im September 1947 in Prag. Die Aufgabenverteilung lautet so: er sorgt für die Inhalte und seine Frau macht das Layout. Laut Wikipedia gibt es das Schachmagazin seit 1979 https://de.wikipedia.org/wiki/Schach-Magazin_64. Also seit 56 Jahren. Bis Ende 2006 erschien das Schach-Magazin 64 alle zwei Wochen mit einem Umfang von 24 Seiten, seit Januar 2007 erscheint es monatlich mit einem Umfang von 52 Seiten.

  7. Hallo Gerald,

    das finde ich sehr interessant, was du schreibst über das „Macher-Ehepaar“ des Schach Magazins 64, beide Eheleute ergänzen sich gut in ihren Aufgaben. Das finde ich eine Wahnsinns-Lebensleistung! Jetzt mit 80 Jahren „tickt die Uhr“, wie lange das noch möglich ist. Die Wikipedia – Seite von Otto Borik werde ich mir gut durchlesen, ganz besonderen Dank für den Link dazu!

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